5 Dinge

Badesee

In den letzten Wochen vor den Sommerferien ist unser Terminkalender immer prall gefüllt. Sommerfeste von Schule, Kindergarten und Verein, Grillabende mit Freunden und Verwandten, Sporttuniere, und, und, und. Ich will nicht sagen, dass diese Zeit sehr stressig ist, denn eigentlich freuen wir uns auf jede einzelne Feier. Und doch: die Zeit vergeht gerade viel schneller, oft muss ich mich daran erinnern kurz innezuhalten. Da helfen die 5 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1.ein Vorgeschmack auf die Sommerferien

Seetag

Wunderbare, warme, sonnige Tage liegen hinter uns. Und wenn uns das Wetter so schöne Sommertage schenkt, lassen wir alles stehen und liegen (wortwörtlich – von dem Geschirr bis zur Wäsche, ähem) und fahren zum See. Nichts macht meine Kinder seliger, als stundenlang planschen, schwimmen und buddeln zu können und nichts entpannt mich mehr, als beschäftigte Kinder (win-win).

2. Garten

Erntehochbeet

Natürlich.

Täglich gibt es gerade etwas zu ernten. Die letzten Radieschen, die erste rote Beete und dazwischen immer wieder Salat und Kräuter.

Himbeeren

In der Beerenecke in unserem Garten reifen gerade die ersten Himbeeren und Johannisbeeren heran. Nicht so viel, dass es für Marmelade reichen würde, aber genau die richtige Menge, dass jedes Kind hier täglich eine Hand Beeren voll pflücken und essen kann.

Vorfreude kommt auf, wenn ich die Tomatenpflanzen sehe. Das warme und trockene Wetter bekommt ihnen ganz hervorragend.

unreifetomaten2

3. Abenteuer für Jungs

In unserem Waldorfkindergarten habe dieses Buch entdeckt, was sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat (allein wegen des Titel). Gefunden habe ich darin viele tolle Anregungen und Anleitungen, von einfachen Kostümen über allerlei Geschnitztes bis zu Lagerfeuer-Leckereien. Alles genau das, was meine Jungs lieben. Ursprünglich dachte ich, ich könnte mir einfach ein paar Seiten heraus kopieren. Da es aber immer mehr und mehr Seiten wurden, die ich mit einen Post-it als unbedingt-zu-kopieren markiert hatte, entschied ich mich dazu mir einfach ein eigenes Exemplar zu kaufen (Zettelwirtschaft habe ich hier schließlich schon genug ;-)).

AbenteuerJungs

Viele Projekte aus dem Buch liegen jetzt auf meinem Tisch. Schwerter und Schilde wollen wir selber machen, eine Ritterburg schnitzen und uns Sammler-Beutel nähen. Das muss zwar bis zu den Sommerferien warten – aber die (kreative) Vorfreude ist schon da.

IMG_3253

4. Marienkäfer und Schmetterlinge

Gerade erst im letzten Post habe ich über darüber geschrieben, was für ein wunderbares Ereignis es doch ist (nicht nur für Kinder), einem Schmetterling beim Schlüpfen zu zusehen und wie erstaunlich die Verwandlung von der Larve zum Marienkäfer vonstatten geht, da entdecke ich am Blumenkohl die ersten Raupen in diesem Jahr. Und auch Marienkäferlarven und Puppen fanden die Jungs am Wochenende in den Radieschenblüten und auf dem Mangold. Nicht so viele wie im letzten Jahr, aber genug um die Blattläuse im Zaum zu halten.

 

Wie man mit Kindern Schmetterlinge und Marienkäfer aufziehen kann (auch ohne Garten) kann man hier noch einmal nachlesen.

Spargel

5. Spargelflammkuchen

Die Tage des Spargels sind gezählt – zumindest für dieses Jahr. Am 24. Juni ist die Saison vorbei und wir genießen die leckeren Stangen hier noch einmal in Form von  Spargelflammkuchen. Der Teig besteht aus 300 Gramm Mehl (Typ 550), einem halben Würfel Hefe, Salz, einer Prise Zucker , 1 EL Olivenöl und ca. 125 ml warmen Wasser und darf 30 – 45 Minuten gehen, bevor er ausgerollt, mit Creme fraiche bestrichen und mit halbierten Spargelstangen, in Röllchen geschnittenen Frühlingszwiebeln und geriebenen Gruyere Käse belegt wird (wer mag, nimmt noch Speckwürfel). Bei Umluft 180 Grad oder Ober-/Unterhitze 200 Grad ca. 15 Minuten backen – fertig!

Spargelflammkuchen

So, tief durchatmen und genießen. Die herrlichen Frühsommertage, die nächtlichen Gewitter, bei denen wir alle im Bett zusammenrücken, den Beginn der Beerenzeit und längsten Tage und kürzesten Nächte in diesem Jahr. Ich wünsche Euch eine wunderbare Zeit!

 

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥
WiB
12v12

 

 

 


Staunen. Erforschen. Lernen. Schmetterlinge und Marienkäfer aufziehen.

IMG_9261

Ich glaube, in einem anderen Leben wäre ich Biologielehrerin geworden. Hätte es niemals die Anwaltsserie „Ally McBeal“ gegeben und wäre da nicht mein Hang zur Rechthaberei – ja, ich glaube, dann würde ich mich heute vielleicht nicht mit Rechtsnormen auskennen, sondern vor Kindern in einer Klasse stehen und etwas über die Photosynthese erzählen. Oder so. Was ich eigentlich damit sagen will, ist, dass es mir Spaß macht meinen Kindern Kreisläufe in der Natur näher zu bringen. Ich staune immer noch genauso wie sie über die Schönheit und die Wunder in der Natur. Ich bin immer noch neugierig. Ich lerne immer dazu. Und ich erfreue mich an der Existenz jedes Lebewesens (vielleicht Steckmücken ausgenommen).

Jedes Jahr, versuchen meine Kinder und ich, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt, den Lebens-, und Entwicklungszyklus verschiedener Tiere mitzuerleben. Zum Beispiel wenn die Kaulquappen im Seitenarm des Baches sich in Frösche verwandeln oder die Amseln direkt unter dem Balkon nisten und uns so einen Einblick in ihr Nest gewähren.

Das ist natürlich vergleichsweise einfach, wenn man einen eigenen Garten hat und das Naturschutzgebiet hinter dem Haus liegt. Es gibt aber auch zwei Tierarten, die bei Kindern einen dicken Stein im Brett haben und die man recht einfach und ohne Garten oder spezielle Vorkenntnisse bei ihrer Entwicklung beobachten kann!

Schmetterlinge.

Wenn man wissen will, wie die „Raupe Nimmersatt“ zu ihrem Namen kam, dann kann man entweder auf Raupensuche gehen oder sich Raupen im Internet bestellen. Jeder Schmetterlingsart hat besondere Nahrungsvorlieben, so findet man beispielsweise den Kohlweißling (allein schon dem Namen nach) auf den Pflanzen der Kohlfamilie (bei uns immer gerne auf dem Weißkohl und dem Brokkoli). Die Brennessel als Futterpflanze bevorzugen gleich mehrere Arten, unter anderem der kleine Fuchs, das Tagpfauenauge und das Landkärtchen. Begibt man sich bei diesen Pflanzen auf die Suche, wird man oft fündig. Dann braucht man neben den Raupen eigentlich nur ein oder besser mehrere Gläser (z.B. Einmachgläser) mit Luftlöchern im Deckel und Raupenfutter (das ist die Pflanze auf der die Raupe gesessen und gefressen hat).  Sobald die Blätter abgenagt sind, wird frisches Futter eingestellt. Das ist so etwa jeden zweiten Tag notwendig. Am besten hält man sich ein zweites Glas, wie oben bereits beschrieben, bereit und tauscht dieses mit dem jeweils vorher verwendeten. So kann man den Futterwechsel völlig problemlos außerhalb des Zuchtbehälters vorbereiten und das zuvor benutzte Glas gut reinigen (fast genau so viel wie die Raupe vorne frisst, kommt hinten auch wieder heraus).  Je nachdem wie groß die Raupen beim Einsammeln oder beim Kauf waren, werden diese sich schon nach wenigen Tagen verpuppen oder bis zu 2-3 Wochen enorm viel fressen und wachsen. Für die Verpuppung brauchen die Raupen ein Ästchen im Glas. Wenn sich alle Raupen zur Verpuppung zurückgezogen haben, sind Futterbeschaffung und Futtertausch erledigt und die Puppen ziehen in ein größeres Behältnis um. Bestellt man im Internet ein Schmetterlingsanzuchtsset, befindet sich dort so eine mit Netz bespannte Rolle, die ein wenig an die Ikea-Spielzeugaufbewahrung „Fängst“ erinnert. Wir hatten die Puppen immer in einer Anzuchtshaube für Gemüse untergebracht (und alle Luftlöcher geöffnet). Die Verwandlung von Puppe in Schmetterling dauert etwa 8-12 Tage, je nach Art. Man muss also den Zuchtbehälter stets im Auge behalten (was die Kinder aber sowieso machen), denn, wie gesagt, schon nach gut einer Woche können die ersten Schmetterlinge schlüpfen. Sobald sich ein Schmetterling aus der Puppe zwängt, ist erst einmal Ruhe angesagt. Die Falter sind in diesem Stadium am empfindlichsten gegen Störungen, die Flügel noch nicht fähig zum Fliegen. Nach ein paar Stunden kann man die Schmetterlinge, so fern das Wetter dafür geeignet ist, in die Freiheit entlassen (bei uns immer mit den Worten „habt ein tolles Leben“ :-)).

Eine Schmetterlingsanzuchtsset mit Anleitung und fünf Raupen kann man unter anderen hier bestellen.

Marienkäfer.

Den Liebling unter den Käfern (vielleicht vom im Rheinland äußerst raren Maikäfer mal abgesehen) kann man auch ohne Probleme aufziehen. Entweder man hat von Läusen befallen Pflanzen an denen früher oder später Marienkäfer auftauchen und sich vermehren oder aber man bestellt die Larven über das Internet. Denn Marienkäfer sind nicht nur als Glücksbringer bekannt, sondern auch als Nützling im Garten und werden speziell für den privaten und gewerblichen Pflanzenanbau gezüchtet (Marienkäfer fressen wohl bis zu 50 (!) Blattläuse am Tag). Spannend zu sehen ist für die Kinder, dass die Larven sich auf ihrem Weg zum fertigen Käfer drei- bis viermal häuten und ihr Erscheinungsbild wechseln bis sie sich verpuppen. In unserem Garten hatten wir die letzten Jahre fast ausschließlich den asiatischen Marienkäfer; lässt man sich Larven schicken, bekommt man (in der Regel) die des einheimischen 2-Punkt-Marienkäfers geliefert, die sich dann sofort an die Arbeit machen und direkt zu den Blattläusen gesetzt werden. Möchte man aber die Larven im Haus aufziehen, empfiehlt sich ein Marienkäfer-Aufzuchtsset. Ein besonders kindgerechtes habe ich zum Beispiel hier gesehen.

IMG_8142 (3)

Für meine Kinder war es immer sehr spannend (und für mich ebenfalls) die Tiere hautnah zu beobachten und sie haben sehr schnell die Verantwortung für die kleinen Wesen übernommen. Der Abschied, die Entlassung in die Freiheit fiel ihnen nicht immer leicht, aber ich war ehrlich gesagt immer froh, die „Haustiere“ nur auf Zeit zu haben.

Welche Tiere habt Ihr schon einmal von der Kinderstube an begleitet? Und habt Ihr schon einmal Erfahrung mit den Aufzuchtssets gemacht?

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Hallo Juni!

IMG_6978IMG_8703 (2)

Die Fenster stehen jetzt den ganzen Tag weit offen, Vogelgezwitscher ist allgegenwärtig. Socken werden in den Kleiderschrank verbannt. Die Natur quillt förmlich über vor Pflanzenfülle und bietet uns jetzt leckere Beeren und Kirschen, knackige Bohnen, Spargel, Kohlrabi, Salate und vieles mehr. Alles wächst und reift. Mit dem Juni ist der Sommer da, der Jahreskreis ist nun zur Hälfte beschritten. Die Tage sind jetzt am längsten und laden uns ein unsere Zeit draußen zu verbringen und zu feiern, auf Sommerfesten, Grillabenden, Hochzeiten und Picknicks. Der Juni hat so viel zu bieten und will genossen werden. Bei allen Terminen und Verpflichtungen, die der Alltag mit sich bringt, zeigt uns der Juni auf besonders eindrückliche Weise: das Leben lässt sich nicht verschieben oder vertagen. Jetzt ist die Zeit dafür!

Wir freue uns im Juni auf:

*Beeren! Jetzt werden die Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren reif, und die Erdbeeren schmecken noch fruchtiger. Und alles, was jetzt nicht direkt in den Mund wandert, wird einfach zu Marmelade, Sirup, Gelee oder Chutney verarbeitet.

*duftende Rosen, farbenprächtige Lupine, Rittersporn, Phlox, Glockenblumen, Mohn und all die anderen wunderschönen Blumen und Stauden, die sich jetzt in ihrem schönsten Kleid zeigen.

*Mittsommer. Oder den Johannistag. Oder die Sommersonnenwende. Oder einfach den längsten Tag im Jahr.

*Glühwürmchen. Eine Kindheitserinnerung von mir, ist eine Wiese im Italienurlaub mit tausenden tanzenden, kleinen Lichtern. Glühwürmchen sind einfach magisch.

*Kräuter. Kurz vor dem höchsten Stand der Sonne sind ihre Heilkräfte am größten. Also jetzt am besten die Tee- und Gewürzvorräte wieder auffüllen!

*Holunderblüten. Anfang Juni kann man jetzt noch ernten. Für Sirup, im Teig ausgebacken oder getrocknet als Tee.

*Sommerfeste! Einen Grund zum Feiern findet man jetzt ganz einfach 🙂

*dicke Bohnen, Kohlrabi, Salate, Fenchel und den letzten Spargel und Rhabarber (am 24. ist Schluß)!

*Mohn, Margeriten, Kornblumen und andere Weges-, und Wiesenblumen, die sich so wunderbar zu einem ländlichen Blumenstrauß binden lassen.

*Sonnenstrahlen, die uns wecken. Und die schönen lauen Abende.

IMG_8607

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Juni!

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥
Caros Grünzeug

 


Im Garten Ende Mai

hochbeetgießen

Nachdem wir hier die Pfingstferien sehr genossen haben, viele Ausflüge und Touren gemacht haben und irgendwie ständig beschäftigt waren, komme ich erst heute dazu, Euch mal wieder etwas aus unserem Garten zu berichten. Getan hat sich in den letzten Wochen hier sehr viel – aber schaut selbst!

Kirschen

Den Kirschbaum haben wir vor 9 Jahren gepflanzt, und dieses Jahr trägt er das erste Mal üppigst Früchte (die Jahre davor waren es gerade mal 3 Kirschen). Reif sind sie noch nicht, auch wenn sie jetzt schon sehr appetitlich aussehen. Ob sie in drei bis vier Wochen (dann, wenn sie hoffentlich köstlich schmecken) auch noch am Baum hängen, ist mehr als fraglich. Nicht nur die Vögel lauern schon, auch meine Jungs stibitzen immer wieder welche voller Ungeduld.

Kartoffelacker

Dem Kartoffelkraut kann man beim Wachsen förmlich zu schauen. Genauso wie den Bohnen, von denen wir heute erst die letzten Pflanzen in die Erde gebracht haben. Ich ziehe sie übrigens immer vor, um ihnen einen Vorsprung zu verschaffen und sie so vor den Vögeln und den Schnecken zu schützen und häufele sie beim Einpflanzen ein wenig an, damit sie ihren Weg nach oben zur Rankhilfe direkt finden. Und anhäufeln muss man wiederum auch wieder die Kartoffeln, sobald das Kraut sich mehr als ca. 10 cm zeigt, um die Knollenbildung (hallo leckere Früh-Kartoffel!) zu fördern.

bohnen

Nach den Radieschen und den Salaten, sind jetzt auch die Kohlrabi fällig. Wir ernten jetzt schon täglich ein bis zwei Exemplare, auch wenn sie noch recht klein sind, weil wir den Platz für die Nachsaat von Salaten und roter Beete brauchen. Begeistert bin ich jedes Jahr aufs Neue von der Farbe der violetten Sorten. So schön! Und fast Ton in Ton mit den Blüten des Rhododendron, der jetzt alles gibt und den Hummeln und Bienen ein Festbankett bietet.

Kohlrabi

Ja, alles wächst und blüht gerade im Garten, summt und brummt und lädt dazu ein zu zugucken und zu staunen, zu verweilen und einfach zu genießen. Den Duft der Pfingstrosen zum Beispiel. Oder den Fenchel, frisch aus dem Beet. Den genießen allerdings nicht nur wir, sondern auch die Wühlmäuse. Aber, ach, leben und leben lassen.

imgras

Und weil der Mai sich gerade sehr sommerlich gibt, machen wir das, was ich so sehr am Sommer liebe: so lange und so viel draußen sein, wie es nur geht. Sonnenstrahlen im Gesicht, laue Luft auf der Haut und mit Freunden unter freiem Himmel zusammen essen. Liebe Mai (und auch Juni), mach bitte so weiter!

Terrassenparty

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥
WiB
Gartenglück

Gänseblümchensalbe

Gänseblümchensalbe

Wenn 15 Gänseblümchen unter einem Fuß passen ist es Frühling – und die beste Zeit  Gänseblümchensalbe herzustellen! Was nach einem Balsam für süße, niedliche und sanfte Kinder anhört, ist in Wirklichkeit etwas für die ganz Wilden: Gänseblümchen stehen in Sachen Heilwirkung gegen Stöße, Prellungen und Blutergüsse der Arnkia (wer kennt sie nicht, die Arnika-Globuli?) in nichts nach und bilden somit eine gute Grundlage für eine Salbe gegen blaue Flecken. Während die Arnika-Pflanze jedoch bei uns in Deutschland (und auch in einigen anderen Ländern) auf der roten Liste der bedrohten Pflanzenarten steht, wächst das Gänseblümchen ganz ungeniert auf (fast) jedem Rasen.

Gänseblümchen

Was man braucht:

  • 2 – 3 Hände voll Gänseblümchen
  • 100 ml gutes Olivenöl
  • 15 gr Bienenwachs
  • 3 gr Lanolin (Wollwachs)
  • wenn man möchte, noch ein paar Tropfen eines ätherischen Öls (Lavendel, Orange, oä.)

IMG_2614

Wie man es macht:

Zuerst stellt man einen Ölauszug her. Das kann man auf zwei Wegen machen:

Für den kalten Ölauszug:

Die Gänseblümchenköpfe ein paar Tage trocknen lassen und dann in ein Glas legen und mit gutem Olivenöl auffüllen, bis alles bedeckt ist.  Auf der Fensterbank dann die Gläser für ca. 4 Wochen stehen lassen (täglich schütteln). Der kalte Auszug ist schonender, aber auch zeitaufwendig und birgt die Gefahr, dass die Pflanzenteile anfangen zu schimmeln.

Für den warmen Ölauszug:

Die Gänseblümchenköpfe liegen lassen, bis alle möglicherweise mit eingesammelten Tierchen fliehen konnten. Dann die Gänseblümchen in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Das Glas in ein heißes Wasserbad für 60 – 90 Minuten (bei 40 – 80 Gard) stellen. Danach noch einmal 2-3 Tage verschlossen nachziehen lassen.

Das Öl, nach dem Kalt-, oder Warmauszug,  wird dann durch ein Baumwolltuch (z.B. ein Moltontuch) abgeseiht, das bedeutet, man trennt jetzt gründlich die Pflanzenteile von dem Öl. Anschließend wiegt man das Öl und das Bienenwachs ab. Auf 100 ml Öl kommen ca. 15 gr (reiner) Bienenwachs. Öl und Bienenwachs werden dann im Wasserbad erwärmt, bis der Wachs flüssig geworden ist. Ich füge gerne noch etwas (ca. 3 Gramm) Wollwachs hinzu, der die Salbe etwas geschmeidiger macht. Allerdings verkürzt er auch die Haltbarkeit der Salbe. Unter Rühren lässt man das Gemisch wieder abkühlen und kann ganz zuletzt ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl hinzufügen, bevor man es in Tiegel abfüllt und aushärten lässt. Die Tiegel, die nicht sofortigen Gebrauch bestimmt sind, werden beschriftet und dann kühl, trocken und dunkel gelagert und sind ca. 1 Jahr haltbar.

IMG_2617

Anwendung:

Die Gänseblümchensalbe wird äußerlich angewendet bei blauen Flecken, Quetschungen und Prellungen.

Gänseblümchensalbe1

Neben der Gänseblümchensalbe gehört zu unserem Salbentrio für wilde Kinder auch noch die Spitzwegerichsalbe bei Brennesselquaddeln, Insektenstiche und Wunden und die Ringelblumensalbe für Schürfwunden und rissige Haut. Beide Rezepte gibt es hier.

So, wir sind gerüstet – für die kurze-Hosen-draußen-Abenteuer-Erlebnistage!

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥
Grünzeug
EiNab

 

 


5 Dinge

HochbeetSalat

5 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1.Salat. Ich liebe Blattsalate. Und wer dabei an lieblose Lollo Rosso – Tellerdekoration oder in Plastik eingepackten Supermarkt-Kopfsalat denkt und sich gerade schüttelt, dem sei gesagt: Salat kann so viel mehr sein. Über die Jahre hinweg habe ich einige Blattsalate probiert und immer wieder neu zusammengestellt, bis es passte – im Beet, wie auf dem Teller. Knackiger Romana, Laibacher Eis und Batavia, würzige Ruccola, milder Goldforellenkopfsalat und Hirschzunge. Dazu ein paar Radieschen, Schnittlauch, Dill oder Wildkräuter und Himbeeressig – fertig ist der Frühlingssalat.

Salat

Viele Salate, die Köpfe bilden kann man übrigens ebenso wie Pflücksalat behandeln. Ich nehme hier und da ein paar (äußere) Blätter weg und mische so die einzelnen Sorten für meine Salatschüssel.

Jahreszeitentischmai

2. Jahreszeitentische. An andere Stelle habe ich schon einmal erzählt, dass wir eigentlich keinen „klassischen“ Jahreszeitentisch haben, sondern jedes Kind hat in seinem Zimmer eine Stelle, um Fundstücke und andere Sachen dem Monat entsprechend zu dekorieren. Während das bei den beiden größeren Kindern hauptsächlich Steine und Kuriositäten sind (zum Beispiel letztens ein plattgefahrener Frosch – bäh, den habe ich sofort wieder entfernt), sind es bei den beiden jüngeren Jungs auch Püppchen, Karten, Zwerge und Bilder. Bei dem einen Kind ist der Jahreszeitenplatz die Fensterbank, beim anderen die Kommodenfläche, beim dritten Kind das Spielhaus. Für eben jenes habe ich Anfang Mai zusammen mit den zwei kleineren Kindern einen Mini-Maibaum gebastelt.

Mit Buchs und Draht habe ich einen kleinen Kranz gebunden, den die Kinder mit Krepppapierstreifen bestückt haben. Die Stange des Maibaums ist ein Papierstrohhalm, den ich oben kreuzförmig eingeschnitten habe.

Es ist so schön zu sehen, wie fantasievoll die Kinder ihre Tische schmücken, damit spielen und ständig neue Dinge ergänzen. Die gefilzten Bienen sind noch vom letzten Jahr, die Maiglöckchen aus unserem Garten und die blauen Bilder sind Solardrucke.

pusteblume3

3. Pusteblumen. Die Löwenzahnwiese hat sich nun in ein Pusteblumenmeer verwandelt und lädt ein sich etwas zu wünschen. Und wenn einem gerade nichts einfällt, kann man die Samenstände ja auch einfach so lange in einem Wunschglas sammeln.

pusteblume2

4. Unser Garten zu Gast bei „Was für mich“! Claudias Blog ist immer eine Inspiration für mich, ihre Fotos und Geschichten sind immer so stimmungsvoll. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, unseren Garten und Tipps für Neugärtner dort wiederzufinden (juhu).

Radieschen3

5. Holunderblüten. Der Holunder steht seit gestern in Blüte und das bedeutet, es gibt endlich Nachschub an Holünderblütensirup. Der ist nämlich wiederum die Hauptzutat in meinem Lieblingssommerdrink, dem Hugo. Die lauen Sommernächte dürfen jetzt kommen. Cin – Cin!

Holunder

Was macht Euch gerade glücklich?

Ich wünsche Euch ein sonniges Wochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥
12v12
Freitagslieblinge
Grünzeug
Wochenende in Bildern

Sonnenpower

solardruck

Eigentlich sind ja diese herrlichen Maitage mit hochsommerlichen Temperaturen kindertechnisch gesehen Selbstläufer. Die Tür zum Garten steht den ganzen Tag offen, der Wasserschlauch liegt angeschlossen an den Wasserhahn außen am Haus. Mehr braucht es nicht, damit (meine) Kinder über Stunden beschäftigt sind. Aber Sonne und Wasser können noch mehr: nämlich ganz wunderbare Kunstwerke hervorbringen (neben Regenbögen)!

solardruck2

Das Solarpapier kenne ich noch aus meiner Kindheit; es war bei mir aber schon in Vergessenheit geraten. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, es zufällig in einem kleinen Laden im Dorf gefunden zu haben (man bekommt es aber auch z.B. hier*).

solardruck6

Ich weiß gar nicht, wer mehr Spaß daran hatte, die Jungs oder ich (wahrscheinlich ich), aber auf jeden Fall waren wir alle sehr experimentierfreudig: von allerlei Blüten und Blättern, über Bausteine, Münzen und Figuren bis hin zu ausgestanzten Papiersternen und auf Folie aufgebrachten Schriftzügen – all das haben wir mit Sonnenkraft aufs Papier gebracht.

Der Sonnendruck funktioniert ganz einfach: man nimmt ein Stück Solarfotopapier aus der schwarzen Folie, legt es mit der blauen Seite nach oben auf ein Stück Pappe oder ein Buch, bestückt es mit Gegenständen, die ihre Kontur hinterlassen sollen und legt es für ein paar Minuten in die Sonne. Das Papier verfärbt sich währenddessen weiß, die Bereiche die abgedeckt sind, bleiben blau. Danach folgt ein Bad (ohne die Gegenstände) in Leitungswasser, um das Foto zu entwickeln. In dieser Zeit, ebenfalls ein paar Minuten, verfärbt sich das Papier satt blau und die Abdrücke bleiben als weiße Schatten zurück. Allerdings sind die scherenschnitthaften Bilder nicht immer ganz scharf, sondern die harten Kanten verschwimmen und geben den Bildern eine wunderbare Aura.

solardruck4

Es scheint verzaubert zu sein, das Papier. Doch was passiert wirklich? Das Papier wurde mit Ammoniumeisen(III)-citrat und rotem Blutlaugensalz (Kaliumferricyanid), dass in Wasser gelöst wurde behandelt. Unter UV-Licht kommt eine Redox-Reaktion in Gang, nach der das Eisen(II)-Ion mit dem Blutlaugensalz zum Berliner Blau reagiert, einem lichtbeständigen Eisen-Blaupigment. Das sagt zumindest der Chemiker aus unserem Freundeskreis. Für alle, die das jetzt nicht verstanden haben (mir eingeschlossen), bleibt es einfach magisches Papier ;-)!

Ich wünsche Euch noch viele sonnige Tage in dieser Woche!

Liebe Grüße

Leni

 

*das ist ein Amazon Partnerlink
Verlinkt mit ♥
Creadienstag

Hallo Mai!

IMG_6711

Kein Monat wird von Dichtern und Liederschreibern so umworben wie der Mai. Unzählige Bräuche, Lieder, Tänze und Gedichte heißen ihn willkommen. Vielleicht ist es die Freude über das frische Grün (das sogar einen eigenen Namen hat: Maigrün), das Bäume und Sträucher schmückt oder die Leichtigkeit und Wärme, die uns in Feierlaune versetzt oder einfach diese unbändige Lebenslust, die der Mai mit sich bringt.

Der Mai ist ein Monat zum Genießen. Junge Birkenweige stehen bei uns im Haus und duftende Blumen aus dem Garten auf dem Esstisch. Die Jungs ernten die Radieschen und die ersten Kohlrabi aus dem Garten. Sonnenstrahlen kitzeln im Gesicht. Und selbst der Mairegen ist sanft und erfrischend. Ach Mai…

IMG_8495

Wir freuen uns im Mai auf:   

*lange Wochenenden. Er bringt nicht nur den Maifeiertag und Christi Himmelfahrt mit sich, sondern darf dieses Jahr auch Pfingsten (bei uns sogar mit einer Woche Pfingstferien) und Fronleichnam ausrichten! Und können wir dann noch die Brückentage nutzen, stehen richtig langen Wochenenden nichts im Wege.

*bunt geschmückte Birken. Hier in der Region stellen die jungen Männer den Mädels einen Maibaum unter das Fenster als Zeichen für ihre Liebe.

*Spargel, Rhabarber, frische Salate und Kräuter, Maiwirsing und Mairübchen. Und nicht zu vergessen: die ersten Erdbeeren!

*den Muttertag!

*Radtouren entlang blühender Rapsfelder.

*einen Kindergeburtstag und eine Taufe!

*die Verwandlung der Löwenzahnwiesen in ein Meer aus Pusteblumen. So viele Wünsche, die sich in die Luft erheben können.

* Maibowle, mhhh (ein Rezept gibt es hier).

* Schmetterlinge.

*Holunderblüten (Ende Mai). Für Sirup, in Teig gebacken oder als Tee getrocknet.

* Ausflüge jeder Art. Der Mai lockt uns nach draußen.

* Flieder, Pfingstrosen, Akelei, Schneeball und viele andere Blütenschönheiten. Und nicht zu vergessen: das Maiglöckchen!

IMG_8489

„Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.“ Erich Kästner

IMG_6894

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Mai!

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥
Grünzeug

5 Dinge

Radieschen

5 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1.Die ersten Radieschen aus unserem Garten in diesem Jahr. Am schnellsten (und unglaublich platzsparend, da sie sich weniger in die Breite und mehr in die Höhe streckt) wächst tatsächlich die Sorte „French Breakfast“. Und sie schmeckt schön mild (gerade für Kinder).

IMG_2052

2. Geburtstage. Der Duft von Flieder aus dem Garten vermischt mit einer feinen Note Geburtstagskuchen- und Bienenwachskerzengeruch. So riechen bei uns die Geburtstage Ende April und Anfang Mai. Und immerhin dürfen wir gleich drei davon feiern! Wie liebe ich die strahlenden Augen der Geburtstagskinder am Morgen.

biene

2. Bienen. Unser Wildbienenhotel im Garten ist fast ausgebucht und auch die Honigbienen bestäuben hier fleissig unsere Obstbäume. Wie willkommen war da die Nachricht vom Wochenende, dass die EU drei bienenschädigende Neonicotinoide entgültig verboten hat. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

IMG_1381

4. Kleine Bäume. Jedes Jahr im zeitigen Frühjahr stecken wir Apfel- und Zitronenkerne, Nüsse, Eicheln und Kastanien (also alle Schätze aus dem vergangenen Herbst) in die Erde und schauen mal was sich tut. Mal klappt es, mal nicht. Dieses Jahr haben wir nicht nur einen kleinen Apfelbaum (oben auf dem Bild) und eine Mini-Walnuss, sondern auch noch einen Pfirsichbäumchen, das (völlig wider erwartend) aus einem getrockneten Kern empor gestiegen ist. Jedes mal ein kleines Wunder.

Wiesenschaumkraut

5. Walpurgisnacht. Jetzt heißt es Abschied nehmen vom April, der uns so viele schöne Tage beschert hat. Aber bevor dem Mai die Bühne gehört, feiern wir noch den Übergang vom launischen in den wonnigen Monat. Am Abend gehen wir mit den Kindern spazieren und folgen den Spuren der Geister und Hexen und den Kleinigkeiten (Murmeln, Glitzersteinen und kleinen Süßigkeiten), die sie uns hinterlassen haben. Unser Weg führt dann weiter ins Dorf, wo das Mai-ansingen stattfinden und der Maibaum aufgestellt wird. Kleine Traditionen muss man pflegen 😉

 

Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche und einen schönen Maifeiertag!

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥
Wochenende in Bildern
Grünzeug

 


Die Holunderelfe – ein Interview mit Kristin Ritschel

Cover_F2018 klein (2)

Also für mich gibt es drei Kategorien von Zeitschriften. Zum einen wären da die Zeitschriften, die bei meinem Friseur oder in den Wartezimmern von Ärzten ausliegen, die Klatschblätter und Modemagazine. Ich freue mich über ihre Anwesenheit, vertreibe mir die Zeit und blättert sehr gerne darin herum, aber sie haben keinen Mehrwert für mich und kaufen würde ich sie mir auch nie. Dann gibt es noch die Zeitschriften, die ich mal kaufe, weil mich ein Thema in dieser Ausgabe gerade interessiert. Mal politisch, mal kulinarisch, oft aber auch etwas ganz anderes. Dann reiße ich die für mich wichtigen Seiten einfach aus und der Rest der Zeitschrift wandert im besten Fall zu meiner Schwiegermutter (als eine Art Lesezirkel), im schlechtesten Fall landet sie im Altpapier. Und dann gibt es noch die dritte Kategorie, in die nur sehr wenige Magazine fallen. Dort hinein gehören die, die so viel Inspiration von vorne bis hinten beinhalten, dass sie (trotz meines Minimalismusbestreben im Haushalt) am Stück und vollständig bei mir bleiben dürfen, weil sie mich auch nach Jahren noch immer wieder erfreuen. Sie haben zeitlose Themen, wollen mir nicht auf Teufel komm raus etwas verkaufen und setzen auf Wissen und gute Inhalte. Und genau das macht diese Zeitschriften so wertvoll. Und rar.

Dem Zufall sei Dank, habe ich vor einem halben Jahr eine dieser richtig guten Zeitschriften kennengelernt. Und da bekanntermaßen geteilte Freude, doppelte Freude ist, stelle ich sie Euch heute vor, die HOLUNDERELFE. Und mit ihr Kristin Ritschel, die Herausgeberin und Frau hinter der HOLUNDERELFE, die ihrer Leidenschaft für altes Wissen, die Natur, Brauchtum und Selbstgemachtem in Eigenregie und Eigenverantwortung weiter trägt. Denn hinter HOLUNDERELFE steht kein großer Verlag, keine Marketingagentur – Kristin macht alles selber. Und ist dabei auch noch super sympathisch, wie ich in unserem Interview erfahren durfte ;-).

Holunderelfe_Kristin Ritschel

Liebe Kristin, zu erst einmal ein Dankeschön, dass Du Dir die Zeit nimmst, uns deine HOLUNDERELFE vorzustellen. Und ein Kompliment: Du hast ein tolles Magazin für und mit kreativen, inspirierenden und fantasievollen Menschen erschaffen.

Was war die Initialzündung für HOLUNDERELFE? Wie kamst Du dazu eine eigene Zeitschrift herauszubringen?

Kristin: Wie das Leben manchmal spielt: Es war einfach Zufall. Der entscheidende Impuls zur richtigen Zeit. Meine Schwiegermutter hatte jahrelang die Zeitschrift „Lavendelschaf“, herausgegeben von Erdmute Marciniak, abonniert. Die Zeitschrift hatte ähnliche Inhalte: Natur, Kräuter und Textil. Als Erdmute ankündigte, aufzuhören, meinte meine Schwiegermutter salopp zu mir: „Wär das nicht was für Dich?“ Ich dachte eine ganze Weile nach. Meinen Job in einer internationalen Kommunikationsagentur hatte ich gerade gekündigt, wollte mich eh neu orientieren, etwas Sinnvolles, Sinnstiftendes machen und unabhängig sein von festen Bürozeiten. Ich habe zwei Kinder und möchte nachmittags für sie da sein. Lieber setze ich mich abends noch einmal an den Schreibtisch. Ein persönliches Treffen mit Erdmute gab den letzten entscheidenden Ruck. Kurze Zeit später gründete ich die HOLUNDERELFE und bin heute sehr froh, diesen Schritt gewagt zu haben!

Wie bist Du auf den Namen gekommen?

Kristin: Der Name soll vor allem Natürlichkeit ausdrücken. Die Natur ist voller unzähliger kleiner und großer Wunder. Das Öffnen einer Knospe, die Farbenpracht der Schmetterlinge, wie die Luft riecht, wenn es zum ersten Mal nach langer Zeit regnet… Irgendwie magisch, oder?! So bin ich auf die Elfe gekommen. Der Holunder mit seinen weißen Blüten, den dunkelroten Beeren und den sattgrünen Blättern kam ganz spontan dazu. Und zusammen ist es die HOLUNDERELFE.

An wen richtet sich die Zeitschrift?

Kristin: Wie der Untertitel sagt, richtet sich die Zeitschrift an Waldfeen, Textilkünstlerinnen und Kräuterweiber, also an Frauen, die möglichst naturverbunden leben. Es sind auch einige wenige Männer unter meinen Abonnenten und ich freue mich sehr über männlichen Zuwachs. Aber es sind doch hauptsächlich Frauen, die sich mit altem Wissen und Handwerkskünsten beschäftigen. Dazu gehört zyklisch zu leben, sich dem Jahreskreislauf anzupassen, das Heilpflanzen sammeln und verwerten, Wolle filzen, spinnen, färben, Mützen stricken, Tücher häkeln oder weben oder andere seltenere Handarbeiten wie das Nadelbinden, Klöppeln oder Körbeflechten. Da gibt es ja ganz viel! Ich möchte dieses Wissen bewahren und den Austausch fördern. Wäre es nicht schön, wenn dieses Wissen und die Erfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben werden? Wie früher. Da war das selbstverständlich. Ich finde jeder sollte wissen, welche Pflanzen und/oder Entspannungstechniken bei Kopfschmerz helfen oder wie man schöne Herzensdinge selbst anfertigt. Es ist ein schönes Gefühl, aus natürlichen Materialien Nützliches anzufertigen, also Holz, Blüten, Wurzeln, Blätter, Wolle in ihren unterschiedlichen Verarbeitungsstufen ist ja so vielseitig einsetzbar: filzen, stricken, häkeln, sticken, Nadelbinden, klöppeln, Posamentenknöpfe machen usw. Zaubere einfach Schönes und Nützliches aus den Schätzen der Natur, ohne sie auszubeuten! Das macht zufrieden und glücklich. Ich weiß, das liest man in letzter Zeit überall. Stimmt aber. Weil man etwas mit den eigenen Händen erschafft, an dem man meist sehr lange Freude daran hat. Man weiß die Dinge dann sehr zu schätzen. Eine selbstgestricktes Paar Handschuhe wirft man nicht einfach weg (wie vielleicht eine gekaufte), sondern trägt sie bis sie auseinanderfallen.

Ich habe das Gefühl, dass in den letzten Jahren viele neue Zeitschriften auf den Markt gekommen sind. Gerade in den Bereichen Landleben, Entschleunigung und Kreativität. Was macht HOLUNDERELFE besonders?

Kristin: Was die HOLUNDERELFE ausmacht, sind ihre Autoren. Sie schreiben nicht über Dinge, die sie recherchiert haben, sondern teilen ihr Erfahrungswissen. Jeder hat sein Steckenpferd, z.B. eine Handwerkskunst, Heilkräuter oder besondere Orte. In einem bestimmten Bereich haben meine Autoren viele Erfahrungen gesammelt und kennen sich bestens aus. Sie schreiben schlicht über das, was ihr Herz bewegt. Wir möchten unsere Leserinnen und Leser so inspirieren, sich selbst auch (wieder) mehr Zeit für Dinge zu nehmen, die der Seele guttun.

Wer schreibt dort?

Kristin: Frauen und Männer, die genauso ticken wie die Leserinnen und Leser. Jeder kann mitmachen und sich beteiligen. Ich sehe die HOLUNDERELFE als Gemeinschaftsprojekt! Vermisst eine Leserin/ein Leser ein bestimmtes Thema, darf sie/er gern selbst darüber schreiben und die Zeitschrift so mitgestalten. Oft setzt ein neuer Impuls viele andere neue Ideen frei! Wichtig ist eigentlich nur, dass das Beitragsthema zur HOLUNDERELFE passt.

Gibt es feste Autoren oder wechseln die Autoren von Ausgabe zu Ausgabe?

Kristin: Es gibt ein paar feste Autoren, die bei jeder Ausgabe dabei sind. Und es kommen mit jeder Ausgabe neue Autoren dazu, die nur einmal oder ab und zu einen Beitrag verfassen. Das ist eine gute Mischung!

Wie ergeben sich die Themen und wie gehst Du bei der Auswahl der Beiträge vor?

Kristin: Ich als Herausgeberin gebe für jede Ausgabe ein Oberthema vor, wie beim aktuellen Heft: Kopfsache. Meine Autoren machen daraufhin konkrete Beitragsvorschläge, die meistens allesamt großartig sind. Ich schaue, dass die Themen gut zusammenpassen und dass es keine Dopplungen gibt. Dann legen die Autoren los und ich vereine die Beiträge schließlich zu einem Gesamtwerk.

In der HOLUNDERELFE gibt eine Rubrik, in der Du interessanten Frauen die Frage stellst wofür ihr Herz schlägt. Wofür schlägt Dein Herz?

Kristin: Mein Herzensprojekt ist die HOLUNDERELFE! Und ich lasse mich selbst gern von ihr inspirieren. Meine Freizeitmomente widme ich vor allem Nadelkünsten: Sticken, Nähen, Häkeln. Mit meinen Kindern kann ich mich in anderen kreativen Bereichen austoben. Wir machen Stempel selbst, filzen, malen, zeichnen, kneten, legen Blumenmandalas, schöpfen Papier. Ach, manchmal könnten die Tage echt länger sein als 24 Stunden.

Was erwartet die Leser in der aktuellen Frühlingsausgabe?

Kristin: Es ist eine wahre Wonne, die Zeitschrift durchzublättern. Meine Autoren haben beim Oberthema KOPFSACHE in so unterschiedliche Richtungen gedacht. Es sind wieder sehr wertvolle und inspirierende Beiträge zusammengekommen. Die Ausgabe enthält viele Anleitungen, so dass es unseren Leserinnen und Lesern im Frühling und Sommer garantiert nicht langweilig wird: einen Hut filzen, Posamentenknöpfe anfertigen, eine Frühlingsmütze und/oder ein Stirnband stricken, ganze Felle filzen, ein Lammfell gerben, Notizbücher selbst binden, Filzen mit Kindern sowie Upcycling- und Patchwork-Projekte. Eine Jahreskreisvorlage zum Selbstausfüllen ist auch dabei und wunderschön geschriebene Kopfsache-Texte, wo es um positives Denken geht und die Frage beantwortet wird, wie das Gedankenkarrussell mal wieder zur Ruhe kommt.

Liebe Kristin, vielen lieben Dank für das Interview!

Und wenn Ihr jetzt Interesse an der HOLUNDERELFE bekommen habt: sie erscheint 4 x im Jahr, immer passend zu den jeweiligen Jahreszeiten. Auf www.holunderelfe.com findet Ihr weitere Einblicke und Bezugsmöglichkeiten.

 

Liebe Grüße ♥

Leni