Das Wochenende der Düfte

Kerzenschublade

Während das letzte Wochenende ja das der Heimlichkeiten war, stand dieses im Zeichen des Duftes. Unser Geruchssinn (oder wissenschaftlich: die olfaktorische Wahrnehmung) kann etwas ganz besonderes: er kann so hervorragend Erinnerungen hervorrufen wie kein anderer Sinn. Bei mir ist es der Stallgeruch, der mich, sobald ich ihn in der Nase habe, in meine Kindheit zurück katapultiert. Da stehe ich dann auf einmal, mit 15 Jahren und striegele mein Pferd. Und dann gibt es noch die Weihnachtsgerüche, die sofort ein kribbeliges Weihnachtsgefühl in der Magengegend hervorrufen. Allen voran ist das bei mir der Duft von Bienenwachs.

Kerzenrollen

Neben den Kerzen, die die Jungs  auf dem Waldorfbasar selber ziehen, rollen wir auch jedes Jahr ein paar Kerzen aus Bienenwachsplatten. Das können auch schon kleine Kinder mitmachen, so leicht geht es, vorausgesetzt man hat die Platten vorher auf der Heizung oder mit dem Fön ein wenig warm gemacht.

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Ein anderer feiner Weihnachtsgeruch ist der Plätzchenduft. Am Wochenende eröffneten wir endlich die Weihnachtsbäckerei und backten fleissig Butterplätzchen und Lebkuchen. Mit vier Kindern backen, heißt auch den Teig später überall wiederfinden. Unter den Füßen, in den Haaren, an den Stühlen, auf den Pullovern, im Gesicht, unter dem Tisch. Aber Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht.

Teigmachen

Die anderen zwei (für mich) typische Weihnachtsgerüche haben wir am Wochenden außerhalb unseres Hauses gefunden: der süße Duft von gebrannten Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt und der herbe Duft des Weihrauchs in der katholischen Kirche. Auch wenn ich nicht katholisch bin, so besuche ich gerne (alte) katholische Kirchen zur Adventszeit. Ich mag die sakrale Ästhetik dort, das immerwährende Flackern der Kerzen, die kunstvollen Krippen und eben den dort vorherrschenden latenten Geruch des Weihrauchs. Mit den Kindern zünde ich dann ein paar Kerzen an und nutze den Eindruck, den der kalte, stille, große Raum auf sie macht, zu einem Moment (es ist meistens wirklich nur ein Moment ;-)) der Andacht.

Ja, der Advent ist nicht nur besinnlich, sondern auch sinnlich.

Welcher Geruch löst bei Euch Weihnachtsgefühle aus?

Ich hoffe, Ihr hatten einen schönen 2. Advent und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Das Wochenende der Heimlichkeiten

Zaubernuss

Das erste Adventswochenende war voller Heimlichkeiten.

Heimlich habe ich 26 Zaubernüsse für die Adventssäckchen der Klasse meines Sohnes hergestellt. Zaubernüsse, sind ausgehöhlte, vergoldete Walnüssen, die einen kleinen Schatz oder ein Rätsel beherbergen. Man knackt die Walnüsse so, dass zwei Hälften übrig bleiben (mein Mann ist mittlerweile Profi), holt das Innere vorsichtig heraus (ich sammele es immer zum Knabbern oder über den Salat in einem Glas) und vergoldet die Hälften. Dann legt man zum Beispiel einen kleinen Edelstein, einen Zettel mit einem Rätsel, Mini-Muscheln, Murmel oder was einem gefällt und die richtige Größe hat hinein, und klebt die Hälften wieder zusammen (und spielt manchmal ungewollt eine Runde Nuss-Memory). Zusammen mit einem Schokoladennikolaus, einer Mandarine, Erdnüssen (dort versteckt sich auch immer ein kleiner Nikolaus, wußtet Ihr das?) und ein Bienenwachsteelicht, habe ich die Zaubernüsse in kleine Säckchen gepackt, die dann zu Nikolaus an die Kinder verteilt werden. Ich habe noch kein Kind gesehen, was sich dem Zauber der goldenen Nuss entziehen kann – das ist dann auch der Grund, warum ich hier zu Hause heimlich am Abend basteln musste :-).

Adventskalender

Dann denke ich mir ja noch jeden Tag eine Geschichte für unseren Adventswichtel Rudi aus (auf Instagram könnt ihr seine kleinen Abenteuer sehen). Der Kleinste hat Rudi nach seiner Ankunft am Samstag so sehr ins Herz geschlossen, dass er ihn fast den ganzen Tag mit sich herum getragen hat. Abends, wenn die Kinder schlafen verstecke ich Rudi und hinterlasse entweder kleine Hinweise oder eine Sternenspur. Wenn sie ihn finden, hat er zur Belohnung das Adventskalender-Säckchen bei sich, in dem sich mal etwas Süßes oder ein Gutschein für eine Adventsaktivität befindet (morgen verzieren wir zum Beispiel ein Lebkuchenhaus). Ich komme mir manchmal schon selbst vor wie ein Wichtel, der bei Kerzenschein große und kleine Geheimnisse ausheckt.

Tomte

Auch „heimlich“ zum ersten Dezember habe ich unsere Adventsspirale wieder aufgestellt. Jeden Tag wandert das kleine Licht ein Stück, vorbei an den Tannenzweigen, Tomte, den Kirschzweigen der heiligen Barbara, Sankt Nikolaus, den Walnusskerzen für den Lucia-Tag, den Waldtieren und später Maria und Josef. Dabei ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist auch als Erwachsener mit den tiefen, geistigen Bildern verbunden zu sein, hinter dem, was den Zauber des Advents ausmacht. Das ist mir am Anfang nicht leicht gefallen. Viele Traditionen und Bräuche aus meiner eigenen Kindheit musste ich erst wieder erwecken und neue für mich erfinden. Schauen, was zu mir, zu uns passt. Was ich authentisch vor meinen Kindern vertreten kann. Was „hinter“ dem Brauchtum steht, was es mir selbst bedeutet und wie es mich selbst erleuchten kann. Vielleicht es deshalb „unser Advent“ ein wenig eigen. Oder anders. Und ändert sich auch mal von Jahr zu Jahr. Die Hauptsache ist, dass es das ist, was uns zum Strahlen bringt und uns innere Wärme zaubert.

Rudisankunft

Ich hoffe, Ihr hattet ein schönes erstes Adventswochenende und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Hallo Dezember!

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Der Dezember ist sinnlich. Der Duft von Tannengrün und Plätzchen, der Glanz der Kugeln und Lichter, der Geschmack von heißer Schokolade und Bratäpfeln, die Wärme des Feuers und der Bienenwachskerzen während draußen Frost, Kälte und (vielleicht auch) Schnee vorherrschen, gemeinsames Lesen und Backen. Den Dezember umhüllt Magie, Staunen und Funkeln, Erwartungen und Vorfreude, aber auch Trubel und Geselligkeit. Und der Dezember ist besinnlich, wenn man es zu lässt. Gleich drei Heilige bringen gute Gaben und jede Adventskerze, die angezündet wird, bringt uns mehr Licht. Der dunkle, karge November wird abgelöst durch die frohen Erwartungen die der Dezember mit sich bringt. Wir feiern schließlich an Weihnachten nichts geringeres als die Rückkehr des Lichtes, die Hoffnung und das (neue) Leben!

Wir freuen uns im Dezember auf:

* die 24 Tage des Advents
* den Barbara-Tag (die heilige Barbara steht für Hoffnung) am 04.12. An diesem Tag schneiden wir Zweige von Obstbäumen und Forsythie und stellen sie in warmes Wasser. Die Wärme weckt die (unsichtbare) Kraft des Lebens, die in den blattlosen Zweigen steckt. Vielleicht blühen sie pünktlich zum Weihnachtsfest!
* den Nikolaus-Tag! Stiefel oder Strümpfe werden in der Nacht zum 6. 12. mit allerlei Leckereien gefüllt.
* den Lucia-Tag (die heilige Lucia bringt das Licht in der dunklen Zeit) am 13.12. Wir kleben oder gießen kleine Kerzen in Walnussschalen uns setzen sie ins Wasser (als Symbol für Lucia, deren Legende besagt, sie habe ein Schiff voller Lebensmittel zu einer Stadt voller hungernder Menschen gebracht).
* warme Strickpullis, Kerzenschein und Christstollen.
* den Weihnachtsmarkt. Besonders schöne Weihnachtsmärkte findet man oft auf Burgen oder Schlössern und in Freilichtmuseen!
* das Wunschzettel schreiben (und malen).
* Bratapfel- Essen mit Freunden.
* Plätzchen backen und Weihnachtslieder singen.
* den Tannenbaum aussuchen.
* das Schmücken des Hauses.
* Schnee!!
* die Vogelfütterung im Garten.
* das Adventsgärtlein im Kindergarten (so schön!).
* die Weihnachts- und Winterbücher, die endlich wieder in das Bücherregal dürfen.
* Geschenke basteln, Weihnachtskarten verschicken und lieben Menschen eine Freude machen.
* die längste Nacht im Jahr. Winter-Sonnenwende.
* Heiligabend und Weihnachten.
* die ruhige Zeit zwischen den Tagen.
* Silvester

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Dezember!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Unsere Lieblingskinderbücher für Advent, Weihnachten und Winter

Winterbücher

(enthält jede Menge unbeauftragte Werbung)

Morgen ist der erste Dezember, der erste Tag im Advent. Für die Kinder fängt nun eine Zeit an, die sich für sie wie Kaugummi anfühlt: viel zu langsam vergehen die Tage bis Weihnachten. Für uns Erwachsene ist es genau umgekehrt. Ab jetzt ist der Terminkalender wieder voll mit Weihnachtsfeiern und Basteltagen, Bratapfelessen und letzte Gelegenheiten, Freunde noch einmal vor Weihnachten zu treffen. Aber für uns alle, Kinder wie Erwachsene, schwebt ab jetzt  diese schöne Zeit der Heimlichkeiten, der Gemütlichkeit, des adventlichen Zaubers wieder herein, die (bei uns) ausgelöst wird durch den Duft von frischem Tannengrün, Bienenwachskerzen und Plätzchen, dem Lauschen der Weihnachtslieder und dem Lesen unser Lieblingskinderbücher für den Winter, den Advent und Weihnachten.

Unsere Lieblingskinderbücher für den Advent, Weihnachten und Winter sind:

  • „Winter“ von Eva-Maria Ott-Heidmann. Ihre kleinen Pappbücher für die Jahreszeiten sind so stimmungsvoll.
  • „Familie Maus im Schnee“. Meine Kinder lieben die Geschichten rund um die Mäusefamilie. Noch bevor ich anfangen darf zu lesen, wird auf der ersten Seite bestimmt, wer welches Mäusekind ist. Immer.
  • „Stockmann“. Ich mag die Illustrationen von Axel Scheffler sehr. Die Geschichte vom Stockmann,  finde ich jetzt nicht so schön. Aber meine Kinder hören sie sehr gerne.
  • „Olles Reise zu König Winter“ von Elsa Beskow. Wunderschöne Bilder, eine zauberhafte Geschichte. König Winter und Mütterchen Tau stehen schon bald wieder auf unserem Jahreszeitentisch.
  • „Wichtelweihnacht im Winterwald“ ist ein Buch mit 25 Abschnitten (wir lesen sie immer in 24), für jeden Tag im Advent ein oder zwei Seiten. Wichtel sind hier bei allen Kindern sehr beliebt, egal wie grantig sie sind ;-).
  •  „Ein Märchen im Schnee“ von Loek Koopmans ist wieder eine Geschichte, die mir nicht so gefällt, den (kleinen) Kindern aber umso mehr.
  • „Was Marilenchen erlebte“ von Sybille von Olfers. Von der Erschafferin der „Wurzelkinder“, und ebenfalls ein zauberhaftes Buch für die Winterzeit.
  • „Weihnachten in Bullerbü“ und alle Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren (die gibt es in einem Sammelband). Wunderbare Klassiker.
  •  „Tomte Tummetott“ ist auch ein Klassiker von Astrid Lindgren, zusammen mit „Tomte und der Fuchs“. Einfach schön. Absolut empfehlenswert ist übrigens auch der Film zu den Büchern, den wir jedes Jahr im Advent zusammen schauen.
  •  „Lieder zum Weihnachtsfest“ ist eine hübsch illustrierte Sammlung von klassischen Weihnachtsliedern. Was nicht heißt, dass man Weihnachtslieder nicht über das ganze Jahr verteilt singen KANN (machen meine Jungs immer gerne). Jetzt zum Advent sind sie aber doch am allerschönsten.
  • „Die drei Spatzen“ ist ein kleines Bilderbuch nach dem Gedicht von Christian Morgenstern und ich glaube, jedes meiner Kinder kann es mittlerweile auswendig ;-).
  • „Petterson kriegt Weihnachtsbesuch“ und „Morgen Findus wird´s was geben“. Entweder man mag Petterson, den grummeligen, erfindungsreichen, alten Mann und seine (kinderähnliche) Katze Findus, oder eben nicht. Ich mag ihn. Und meine Jungs hören am liebsten etwas über die 10 weißen Hennen (natürlich!).
  • „The shortest Day“ habe ich bisher leider nur auf Englisch gefunden, aber es ist das schönste Buch zur Wintersonnenwende, das ich kenne.

Wichtelkarte

Was sind Eure Winter- und Weihnachtskinderbuchfavoriten?

Habt eine kuschelige (Vorlese-)Zeit!

Liebe Grüße ♥

Leni

*Die Links sind alle Affiliate Links!

 


Honig-Marzipan und Rentiernasen

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Die Adventszeit ist von vielen Ritualen und Bräuchen geprägt. Die Feststimmung ist überall zu spüren. Es wird gebastelt und gebacken, genascht und gesungen. Besonders gerne naschen wir Marzipan, das gehört für mich zur Adventszeit wie Tannengrün und Weihnachtslieder. Bevor der Adventstrubel los geht, stelle ich noch schnell das Marzipan her, es hält sich sehr lange (aber Achtung: der Duft bei der Zubereitung lockt immer kleine Helfer an!). Am liebsten mag ich Honigmarzipan. Das ist nicht ganz so süß, wie normales Marzipan, und hat ein feines Aroma. Noch von unserem Besuch beim Imker, haben wir einige Töpfchen Honig übrig, ein Stück vom Frühling, den die Bienen gesammelt und konserviert haben.

Man braucht:

100 gr Mandeln (mit Haut)

50 gr Honig (alternativ vegan mit Kokosblütensirup)

1 TL Rosenwasser (gibt es in der Apotheke)

3 Tropfen Bittermandelaroma

So geht´s:

Die Mandeln mit heißem Wasser übergießen und dann die braune Haut abpellen. Man kann auch direkt weiße Mandeln kaufen, allerdings habe ich (bis jetzt) noch keine in guter Qualität gefunden. Die Mandeln mit dem Mixer oder Pürierstab fein hacken, ab und zu auflockern und so lange weitermachen bis es eine Mandelmasse ergibt. Dann Honig, Rosenwasser und Bittermandelaroma dazu geben und so lange verkneten, bis die Masse geschmeidig ist. Die Masse zu einer Rolle oder einem Rechteck formen und gegebenenfalls weiterverarbeiten.

*Hat man nicht das Equipment oder einfach nicht so viel Zeit, kann man auch bereits gemahlene Mandeln nehmen. Die sind in der Regel etwas trockener, daher braucht man eventuell etwas mehr (Rosen-)Wasser.

Marzipankartoffeln

Aus der herrlich duftenden Honigmarzipanmasse mache ich Marzipankartoffeln oder wie die Kinder sagen: Rentiernasen! Die bringt Rudi, unser Adventswichtel mit (bei ihm zu Hause ist das eine Delikatesse ;-)). Dazu formt man kleine Kugeln aus der Masse und wälzt sie in einem Gemisch aus Kakao und Puderzucker (1:2). Nett verpackt, machen sie sich aber auch prima als adventliche Aufmerksamkeit für Freunde und Bekannte.

Den Rest des Marzipans verbrauchen wir dann in der Weihnachtsbäckerei, für Bethmännchen, oder ummanteln kleine Marzipanstücke mit flüssiger Schokolade (so lecker!).

Ich wünsche Euch einen schönen Mittwoch!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 


Advent mit Rudi

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Am letzten Wochenende waren wir auf dem Martinimarkt der Waldorfschule, mit seinem wunderbar geschmückten Ständen, den vielen, kleinen Seelendingen, die dort verkauft werden und dem leckeren Essen. Am schönsten finden wir aber jedes Jahr das Kerzenziehen, das dort angeboten wird. Fast andächtig wandern die Kinder, in dem mit Herbstlaub und Ästen geschmückten Raum von Wachstopf zu Wachstopf, und tunken die Dochte immer wieder hinein, um sie dann wieder antrocknen zu lassen. Die Kerzen, die die Kinder wenn sie fertig sind voller Stolz verpacken, sind krumm und schief und auch nicht ebenmäßig dick, aber es sind mit Abstand die schönsten Kerzen, die ich kenne, denn sie sind mit so viel Hingabe gemacht.

Kerzenziehen

Mit dem Martinimarkt, dem Duft der Bienenwachskerzen, den ersten Lichkterketten in den Bäumen unserer Straße und dem ersten Frost kam auch die Frage wieder, wann denn endlich der Advent anfängt. Und noch viel wichtiger: ob Rudi dieses Jahr wieder kommt!

Rudi, das ist unser Weihnachtswichtel, der die Adventszeit bei uns verbringt. Bewegen kann er sich nur nachts, wenn alle schlafen. Dann wandert er durch Haus, macht Schabernack und denkt sich Aufgaben und kleine Rätsel aus. Am Morgen gilt es dann zu allererst Rudi zu finden, denn er hat auch das Adventsäckchen für den Tag oder gibt einen Hinweis darauf. Letztes Jahr war Rudi das erste Mal bei uns und hat nicht nur den Kindern viel Freude bereitet, sondern auch mir. Einfach durch die Vorfreude auf die strahlenden Gesichter, die Heimlichkeiten, den Zauber, an den nur Kinder glauben, und das Ausdenken der vielen kleinen Geschichten.

 

Ja, er wird dieses Jahr wieder kommen. Und so sitze ich nun hier, bei der wundervollen Musik von Josh Garrels Album „The Light Came Down“ (kennt Ihr das schon? — unbezahlte, unbeauftrage Werbung) und denke mir für jeden Tag des Advents Dinge aus, die diese Zeit bis Weihnachten bedeutsam machen. Das ist übrigens nicht so viel Arbeit, wie es sich annhört. Ganz im Gegenteil. Wenn ich mir vorstelle, vier Adventskalender mit 96 (!) kleinen (vielleicht völlig überflüssigen) Kleinigkeiten füllen zu müssen, bekomme ich ein klein wenig Schnappatmung. Mit dem Adventswichtel zusammen bekommen die Kinder mal eine gemeinsame Aktion geschenkt (Plätzchen backen, Kerzen rollen, Wunschzettel schreiben, Geld für einen guten Zweck sammeln und spenden, Lebkuchenhaus verzieren, Weihnachtsgrüße verschicken, Bratäpfel essen, Weihnachtslieder üben, Weihnachtsgeschenke basteln, Lagerfeuer machen, Tannenbaum schlagen und schmücken, Lucia-Walnusskerzen gießen, Barbara-Zweige schneiden), mal ein Ausflug (zum Weihnachtsmarkt, Schlittschuh laufen, in den Wildpark), mal eine Geschichten-, oder Filmabend, mal ein Stück Schokolade oder Marzipan.  Und wenn ich merke, dass es mir alles zu viel wird, dass ich zu viele Dinge in die Adventszeit rein packen möchte, dass es in Stress ausartet und der Zauber dadurch verloren geht, dann tausche ich einfach eine Aktion schnell gegen eine Zaubernuss (das sind goldene, ausgehöhlte Nüsse, die ein Rätsel enthalten) oder gegen ein Stück Lebkuchen aus – Rudi ist da zum Glück sehr flexibel ;-). Ich glaube, es ist wichtig, durch diese wunderbare Zeit, in der wir die Ankunft des Lichts erwarten, nicht zu hasten, sondern hin und wieder einfach nur innezuhalten und zu genießen. Den Duft von Tannenzweigen, das sanfte Licht der Kerzen, den Geschmack von Weihnachtsgebäck, der Klang der Musik und vor allem: die Familie, die Gemeinschaft.

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Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Ein novemberischer Tannenwald für den Jahreszeitentisch

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Die Martinswoche ist nun vorbei, Sankt Martin mit Pferd, der Bettler und die Gänse sind wieder von den Jahreszeitentischen verschwunden. Für die Advents- und Weihnachtsdekoration ist es noch zu früh (finde ich; wir fangen immer erst nach dem Totensonntag an den Adentsglanz ins Haus zu bringen) und somit füllt die „Lücke“ ein kleiner Tannenwald aus gehäkelten Bäumen und Hagebutten aus dem Garten. Die Tannenbäumchen sind schnell gemacht, wenn man einmal den Dreh heraus hat (keine Angst, man muss kein Häkelprofi sein ;-)), und können in vielen Farbvariationen und mit immer wieder neuen Stickereien ganz unterschiedlicher Akzente im Tannenwald setzen.

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Man braucht:

* Wolle in Tannengrün oder Winterweiß plus entsprechende Häkelnadel

* Filzwolle in grün oder weiß zum Füllen

* Aststücke 5 – 10 cm lang

* Stickgarn oder goldene Schnur plus Sticknadel

So geht es:

(LM= Luftmaschen, Stb= großes Stäbchen)

  1. 4 LM zum Ring mit einer Kettmasche schließen.
  2. 3 LM mit einem Stb in den Ring + 2 weitere Stb in den Ring + 1 LM + 4 Stb in den Ring
  3. wenden, 3 LM und ein Stb in das erste Stäbchen der ersten Runde häkeln, dann in jedes weitere Stb der Vorrunde 1 Stb (3) bis zur Mitte. In die Mitte (kleiner Ring) kommen 2 Stb + 1 LM + 2 Stb. Dann wieder 1 Stb in jedes Vorrundenstäbchen, in die letzte Masche kommen 2 Stb ( also insgesamt 5 Stb).
  4. wenden. 3 LM +1 Stb in die erste Masche, danach 1 Stb in jedes Vorrundenstäbchen bis zur Mitte. Wieder 2 Stb + 1 LM +1 Stb in den mittleren kleinen Ring. Danach weiter 1 Stb pro Masche und in die letzte Masche zwei Stb (insgesamt 8 Stb).
  5. wenden und wieder genauso häkeln wie vorher beschrieben, 1 LM + x Stb – 2 Stb + 1 LM + 2 Stb in den Ring – x Stb zurück + 2 Stb in die letzte Masche (insgesamt also 11 Stb).
  6. Den Faden abschneiden und verknoten.
  7. Mit dem neuen Faden in die 10. Masche 3 LM + 1 Stb häkeln, bis zur Mitte wieder in jede Masche ein Stb, in die Mitte wieder 2 Stb + 1 Fm +2 Stb. Zurück die gleiche Anzahl Stb (insgesamt 6 pro Seite), in die letzte Masche 2 Stb.
  8. wenden und wie unter 4. beschrieben fortfahren (insgesamt 9 Stb pro Seite).
  9. Den Faden abschneiden und verknoten.
  10. Mit dem neuen Faden in die 8. Masche 3 LM + 1Stb häkeln, dann weitermachen wie unter 7 (insgesamt 7 Stb pro Seite).
  11. Den Faden abschneiden und verknoten.

Die erste Seite ist fertig! Für den Tannenbaum braucht man jetzt noch eine Seite, dann kann man sie besticken und (oder direkt) zusammenhäkeln (z. b. mit Wolle in einem anderen Farbton). Ein Stück muss unten frei bleiben, damit man die Bäumchen noch befüllen und mit einem Aststück als Stamm versehen kann. Steht das Bäumchen nicht von alleine, kann man eine es mit Heißkleber auf eine kleine Astscheibe kleben.

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Nach und nach und Tag für Tag wird der Tannenwald bei uns schon größer (und heimeliger): durch Waldbewohner, Zapfen, Moos und andere kleine Schätze, die die Kinder hinzufügen.

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Liebe Grüße ♥

Leni

P.S.: Falls bei der Anleitung irgendetwas unklar ist, einfach fragen :-)!

P.P.S.: Die Tannenbäumen eignen sich auch prima als kleines Weichnachtsgeschenk!

Verlinkt mit Caros Grünzeug

und dem Creadienstag.

 

 


Teezeit

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Als erstes mal ein Geständnis: ich trinke keine Kaffee. Ich weiß, ich bin da in der Minderheit, und der stetig steigenden Anzahl an Coffeeshops zufolge, werden wir (Nicht-Kaffeetrinker) auch immer weniger. Ich mochte übrigens auch noch nie Kaffee. Weder mit Milch, noch mit Zucker, noch mit beiden. Weder bei Müdigkeit, bei Stress oder in geselliger Runde. Aber Tee. Ja, Tee trinke ich hin und wieder gerne. Nicht täglich mehrere Tassen. Aber wie heimelig ist es doch, mit einer Tasse Tee in der Hand auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen, während es draußen kalt ist und der Regen an die Scheibe prasselt. Als ich ein Kind war, hatten wir immer Teedosen mit herrlich duftenden Teemischungen in der Küche stehen. Mittlerweile ist meine „das-muss-ich-nicht-kaufen-sondern-kann-es-selber-machen“- Vorliebe auch beim Tee angekommen und so experimentiere ich seit zwei Jahren an meinen eigenen Teemischungen mit Kräutern, Blättern und Früchten aus dem Garten.

Sommerblumen

Und das mache ich so: zu den ein bis zwei Hauptkräutern (die für den Anlass, die Beschwerde oder die Wirkung entscheidend sind) gebe ich für den Geschmack ein paar Lieblingskräuter dazu und fülle mit Beerenblättern oder Blumenblüten (Rose, Malve) auf. Unten habe ich die Kräuter aufgelistet, die ich immer wieder für verschiedene Mischungen nehme. Die Auflistung ist so zu verstehen, dass nicht alle Kräuter und Früchte auf einmal in den Tee kommen (müssen), sondern immer nur ein oder zwei Komponenten je Kategorie.

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Meine Favoriten sind:

Erkältungstee

Hauptkräuter: Salbei, Oregano, Thymian, Holunderblüten

Geschmackskräuter:  Zitronenmelisse, Kamille, Zitronenverbene

Füllkräuter: Brombeer,- oder Himbeerblätter, Kamille

Magen/Darmtee 

Hauptkräuter: Fenchel, Anis, Dill (Samen)

Geschmackskräuter: Apfelstücke

Füllkräuter: Rosen,- oder Malvenblüten

Wintertee         

Hauptkräuter: Ringelblumenblüten, Melisse, Ananassalbei,

Geschmackskräuter: Zimt, Vanille, Hagebutte, Orangenschalen

Füllkräuter: Kornblumen, Erdbeerblätter

Frühlingstee    

Hauptkräuter: Minze, Hibiskus, Apfel

Geschmackskräuter: Waldmeister (nur in kleinen Mengen), Erdbeeren

Füllkräuter: Gänseblümchen, Frauenmantel

Kindertee          

Hauptkräuter:   Apfelstücke, Hagebutte, Hibiskus, Pfefferminze 

Füllkräuter: Brombeer-, Himbeerblätter, bunte Blüten

Teezeit

Was ist Euer Lieblingstee?

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Caros Grünzeug!

 

 

 

 


Sankt Martin

Laterne

(Der Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung)

Bei uns hat die Martinswoche begonnen und damit eine wunderbare Zeit, denn wir alle mögen die stimmungsvollen Tage um den Sankt Martinstag sehr. Die Natur zieht sich zurück, die bunten Blätter fallen zu Boden, das Licht schwindet. Wie beglückend ist es jetzt ein Licht in dunkler Nacht vor sich zu tragen, unter Gesang und Stille, durch die Straßen und über die Felder.

Laternen. Die Laternen werden bei uns bereits im Kindergarten und in der Schule gebastelt. Eine schöne und einfache Laterne, auch für Zuhause, ist die „Waldorf-Laterne“. Die Kinder malen mit Aquarellfarben auf rechteckiges (Aquarell-) Papier, das nach dem Trocknen mit ein wenig Öl (z.B. Babyöl) eingerieben und in „Käseschachteln“ eingeklebt wird. Mit Draht wird die Laterne dann an einen Stock befestigt. Möchte man auf die Käseschachteln verzichten, kann man mit der gleichen Technik auch eine Faltlaterne basteln. Eine anderes Modell ist die runde Laterne (ähnlich wie diese hier), die mit Hilfe eines Luftballons und Kleister hergestellt wird. Verziert mit Herbstlaub oder Sternen, wird sie ebenfalls mit Draht an einem Stock befestigt. Wir nehmen immer echte Kerzen, um die Laternen zu illuminieren. Dadurch leuchten die Laternen wunderbar warm und die Kinder gehen viel achtsamer mit ihnen um.

Weckmänner

Gebäck. Hier, in meiner Heimat, bekommt jedes Kind zu Sankt Martin einen Weckmann. Und der (warum auch immer), trägt immer eine Pfeife aus Ton. Mittlerweile haben wir eine ganz stattliche Tonpfeifensammlung, so dass wir gleich an mehreren Tagen Weckmänner backen und die Pfeifen immer wieder benutzen können. Ein Rezept für die Weckmänner findet ihr hier.

Es muss ja keine echte Gans zu Sankt Martin sein (ganz im Gegenteil) – diese Martinsgänse von Tanja retten (Gänse-)Leben und schmecken bestimmt total lecker!

Liedertext

Lieder. Es gibt richtig viele schöne Sankt Martins-, und Laternenlieder (hier im Rheinland sogar auf Kölsch). Neu entdeckt habe ich Eveline auf Youtube, die Herbstlieder wunderschön singt (auf deutsch, englisch und niederländisch). Bisher findet man sechs Lieder bei ihr – hoffentlich werden es noch mehr!

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Die Legende. Die Legende, des römischen Soldaten Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilt, steht (neben dem Laternenlicht) im Mittelpunkt des Festes. Bei uns zu Hause stehen bereits seit einigen Tagen die beiden Protagonisten in Holz auf dem Jahreszeitentisch, zusammen mit diesem kleinen Martinsbüchlein. Beim, oder nach dem Lesen, spielen die Kinder immer gerne die Mantelszene mit den Figuren nach und verinnerlichen so das, was dieses Fest uns an Geisteshaltung mitgeben soll.

Helfen und Teilen. Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

 

Ich wünsche Euch ein schönes Sankt Martins-, oder Laternenfest.

Liebe Grüße ♥

Leni


Hallo November!

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Herbstblätter bedecken den Boden wie ein großer, heller Teppich und lassen die Bäume nackt zurück. Das grüne Gras verblasst zu braun und die Nächte bringen den Raureif über das Land, der alles verzaubert. Die Natur legt sich zur Ruhe, die Dunkelheit nimmt sich jeden Tag ein Stück mehr vom Licht. Der November ist voll Melancholie, so still und oft auch trüb, und weckt in uns das Bedürfnis nach Rückzug, Gemütlichkeit und Geborgenheit. Er erlaubt es uns sich zu besinnen. Zur Ruhe zu kommen. Bevor der Weihnachtstrubel beginnt.

Wir freuen uns im November auf:
* Allerheiligen und Allerseelen. Zeit sich zu besinnen. Wir zünden eine Kerze für jeden von uns gegangenen lieben Menschen an und schwelgen in Erinnerungen bei der Durchsicht alter Bilder.
* Sankt Martin, Laternen, Lieder und Weckmänner.
* Spaziergänge im Wald. Hier findet man die schönste Dekoration für den bevorstehenden Advent.
* Amaryllis. Wir holen Mitte November die dicken Knollen wieder aus dem Keller und stellen sie ans Fenster. Am Anfang geben wir der Amaryllis nur wenig Wasser, sonst treibt sie nur Blätter und keine Blüten. Mit etwas Glück blüht sie pünktlich zum Weihnachtsfest.
* Frostverzierte Blätter.
* Stricken. Auf der Couch mit einer Tasse Lieblingstee.
* Kaminabende und Kerzenlicht.
*Feldsalat und Mandarinen. Und Hagebuttenmarmelade.
* Kunst- und Handarbeitsbasare. Wie zum Beispiel von den Waldorfschulen. Die sind immer so zauberhaft und schön gestaltet.
* Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne und Früchtepunsch.
* schon auf Weihnachten. Jetzt ist die beste Zeit in Ruhe Wunschlisten und Plätzchenrezepte, Weihnachtskarten und Adventskalender zusammenzustellen.
* den ersten Frost, der Rosenkohl und Grünkohl so richtig gut schmecken lässt.

 

 

Ich wünsche Euch einen wunderbaren November!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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