Das große Werkbuch für Kinder (Werbung)

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Wir bekommen nicht oft Pakete. Umso aufregender ist es, wenn mal eins auf unserer Fußmatte liegt. „Tut mir leid, Jungs, das ist für mich“, musste ich meine Kinder enttäuschen als das sehnlichst erwartete Buchpaket vom Haupt Verlag bei unserer Rückkehr nach Hause vor der Tür lag, und ich es schon ausgepackt hatte, noch bevor wir wirklich im Haus waren. „Aber das ist gar nicht für dich“, empörte sich mein Ältester, „da steht drauf, dass es für Kinder ist!“. Und grinsend meinte er dann „also bekommen wir es!“, und zog mit dem Buch in der Hand und seinen Brüder im Schlepptau ab in den Garten.

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Nach einiger Zeit kamen sie dann zurück ins Haus und verkündeten, dass sie unbedingt Töpfern wollten und fragten, ob wir jetzt bitte Ton besorgen könnten. Und außerdem bräuchten sie Holz. Und so eine große Batterie. Und Pappe. Die sei doch im Keller, oder? Ein wenig perplex nickte ich, als sie mir das Buch zurückgaben und ich kurz danach Trippelschritte auf der Kellertreppe vernahm. Jetzt war ich neugierig. Neugierig auf das Buch, dass sie so in Tatendrang versetzt hatte.

„Das grosse Werkbuch für Kinder“ von Claudia Huboi & Claudia Scholl ist eine Sammlung von Grundwissen über die verschiedensten Materialien und der zugehörigen Techniken, mit denen Kinder aus Grundstoffen ihre eigenen Projekte umsetzen können. Dazu kommen noch jeweils 3 bis 7 einfache bis knifflige DIY-Ideen zu jedem Material, an denen noch einmal gezeigt wird, wie die verschiedenen Methoden zur Gestaltung angewendet werden. Aber vor allem macht dieses Buch eins: Lust selber kreativ zu werden!

Wir entschieden uns dann zuerst einmal tatsächlich fürs Töpfern (dem Gebiet in der weiten Gestaltungslandschaft, auf dem ich so ziemlich am ahnungslosesten bin). Dank der Materialkunde im Buch konnten wir uns im Bastelladen ziemlich sicher bewegen und den richtigen (der zig verschiedenen) Ton-Sorten auf Anhieb finden. Erst ärgerte ich mich ein wenig darüber, dass der Ton nur in 10 kg-Säcken verkauft wurde (was sollte ich nur mit den ganzen Ton anfangen?), später war ich darüber sehr froh – wir sind nämlich gerade so damit ausgekommen. Töpfern macht süchtig.

Den Ton, den wir verwendet haben, nennt man Aufbauton. Er wird später im Brennofen bei ca. 900 – 1100 Grad gebrannt (Schrühbrand) und kann danach noch glasiert und ein zweites Mal gebrannt werden (Glasurbrand). Als Werkzeuge nahmen wir das, was in unserer Küche vorhanden war: ein Nudelholz zum Ausrollen des Ton, Messer, Gabel und Löffel zum Aushöhlen der Figuren (das geht natürlich professioneller mit richtigen Tonwerkzeugen). Und ganz wichtig: eine Unterlage für den Tisch, an der der Ton nicht kleben bleibt. Wir haben dafür (übrigens für alle Bastelarbeiten) eine Wachstischdecke, die zwar nicht besonders hübsch ist, aber schon seit Jahren ihren Zweck bestens erfüllt.

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Bei der Herstellung der Schüsseln, Tassen, Vasen, Igel, Fische, Kerzenhalter, dem Schneemann und der Bilder haben wir uns an die Techniken gehalten, die in dem Buch beschrieben sind – und es hat wunderbar geklappt. Dazu haben wir selbst auch ein wenig experimentiert. Zum Beispiel mit der Kartoffelpresse, für die Stacheln der Igel, oder mit Plätzchenausstecher für die Kerzenständer.

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Die fertigen Kunstwerke haben wir wieder zurück in die Bastelladen gebracht; neben dem Verkauf von Ton bieten sie auch einen Brennservice und die Lasur für kleines Geld an.

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Das Töpfern hat den Kindern so viel Spaß gemacht, dass wir uns vorgenommen haben, einen Töpferkurs zusammen zu besuchen und die Techniken zu verfeinern und auszuweiten. Und ich glaube, genau das ist es auch, was das große Handwerkbuch als umfangreiches Nachschlagewerk ausmacht. Es ermöglicht Kindern den leichten Einstieg in die Welt des kreativen Gestaltens. Es gibt Mut sich an Projekte heran zu trauen. Es beschreibt genau, welches für Material und Werkzeug benötigt wird, wie es funktioniert und was auch mögliche Gefahren sein können (z.B. in Hinsicht auf die Benutzung eines Cutters).

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Und falls Ihr jetzt Interesse am Werkbuch habt, könnt Ihr Euer Glück hier versuchen:

Der Haupt-Verlag verlost 10 Exemplare des Handwerkbuches!

Mehr Projekte aus dem Buch und Rezensionen findet Ihr auf den teilnehmenden Blogs der Blogtour:

Werkbuch-für-Kinder-BlogtourBanner

Diese Buchvorstellung entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Haupt Verlag im Rahmen der Blogtour. Das Buch durfte ich behalten. Die Worte und Ansichten im Beitrag sind meine eigenen.

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 


Herbstblätter und Quitten

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War das nicht ein herrliches Herbstwochenende? Wir konnten uns kaum an den herrlichen Herbstfarben satt sehen. Daher konnten wir eigentlich nur eins machen, eine Wanderung durch den Herbstwald. Wandern mit Kindern ist ja immer so Ding. Entweder sie finden Stöcke, Pilze, gefährliche Abhänge oder Wurzeln zum Klettern, dann ist alles prima und sie schaffen 6 bis 8 km oder Gemurre oder aber der Wanderweg führt über breite asphaltierte Strassen oder kinderwagentaugliche Wege und man kann (im besten Fall) übel gelaunte Kinder hinter sich her ziehen. Will sagen: die Auswahl des Wanderwegs will gut durchdacht sein!

Essigbäume

Noch ein Tipp. Immer einen Beutel (oder ein Körbchen) mitnehmen. Wir kommen nie, aber auch wirklich nie ohne Herbstschätze aus dem Wald wieder. Und mit piksigen Bucheckerschalen oder einigen Zapfen in den Hosentaschen lässt es sich nicht mehr ganz so gut wandern (autsch).

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Mein liebstes Sammelobjekt sind gerade bunte Blätter. An denen kann ich nur schwer vorbei gehen. Letztes Jahr haben wir die Blätter in Wachs konserviert, dieses Jahr presse ich sie einfach in der Blumenpresse. Die ersten fertigen Blätter hat mein Sechsjähriger mit Nadel, Faden und seinem Lieblingsstock zu einem kleinem Mobile verarbeitet (und ist super stolz darüber. Und ich erst ;-)).

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Das zweite Vorhaben an diesem Wochenende war die Quitten endlich zu verarbeiten. Mehrer Körbe voller zitronengelben, wohlriechenden Früchten warteten schon ungeduldig darauf entsaftet zu werden. Eigentlich kann man Quitten recht lange lagern. Da aber die Jungs fürs Ernten zuständig waren, und sie die Früchte mehr runtergeschüttelt haben als gepflückt (geht ja schließlich auch schneller, meinten sie), dachte ich mir, dass eine zügige Weiterverarbeitung wohl sinnvoll wäre.

Quitten

Die beste (und einzige?) Methode den Quitten ihren leckeren Saft zu entlocken ist das Entsaften im Dampfkochtopf. Denn obwohl die Quitten den Äpfeln ähnlich sehen – sie sind ganz das Gegenteil, nämlich knüppelhart.

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Alle Quitten haben wir dieses Wochenende noch nicht geschafft zu entsaften (immerhin wollten diese ungewöhnlich warmen und sonnigen Oktobertagen genossen werden) – aber immerhin können wir einige Gläser mit dem glibberigen und absolut köstlichen Quittengold jetzt für den Winter einlagern.

Quittengelee

Wie war Euer Wochenende?

Liebe Grüße

Leni

P.S.: Liebe Gesa, das Quittengelee geht diese Woche noch auf die Reise ;-)!

P.P.S.: Mehr Wochenenden gibt es bei WiB nachzulesen.


Herbstkönig

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Ich liebe diese Herbstfarben. Den Nebel am Morgen. Das Rascheln der Blätter unter den Füßen. Die schönsten Herbstblätter nehmen wir mit nach Hause, pressen sie in der Blumenpresse oder konservieren sie in flüssigem Wachs. Für Girlanden und Mobiles, Bilder und einfach so zum Basteln. Aus den großen Ahornblättern machen wir jedoch etwas besonderes: Blätterkronen.

Dafür falten wir das Ahornblatt und entfernen den Stengel. Diesen benutzen wir dann als Verbindung zweier Blätter miteinander, in dem wir den Stengel durch beide Blätter zweimal stecken. Eine ähnliche Anleitung für die Blätterkrone  habe ich auch hier gefunden.

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Wir haben hier gleich zwei Herbstkönige gekrönt – vielleicht kommt ja noch der ein oder andere dazu ;-)!

Liebe Grüße

Leni

 

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Creadienstag

HoT

Caros Grünzeug

 


Wir feiern Erntedank

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Ich glaube, wenn man Obst und Gemüse (wenn auch nur im Kleinen) selber anbaut, bekommt man erst ein Gefühl dafür, wie wunderbar das Zusammenspiel von Sonne und Regen, Erde und Pflanzen, Nützlingen und Schädlingen funktioniert, und wie abhängig der Mensch doch eigentlich davon ist, dass sich alles so gut zusammenfügt. Wenn man einen feinen, kleinen Samen im Frühjahr in die Erde brachte, hegte und pflegte bis eine stattliche Pflanze daraus wuchs, und im Spätsommer dann die wortwörtlichen Früchte der ganzen Arbeit genießen durfte, wird man tatsächlich ein wenig demütig. Und vor allem dankbar. Für den Reichtum der uns umgibt. Für die Sorglosigkeit. Sicher, selbst durch Ernteausfälle ist unsere Existenz hier nicht wirklich bedroht, und die Supermarktregale sind täglich voll mit allen möglichen Nahrungsmitteln. Daher mag das Erntedankfest für viele Menschen vielleicht die Bedeutung verloren haben. Für uns aber stand das vergangene Wochenende fest im Zeichen von Erntedank.

Quittentransport

Romanesco

Trauben

Am den Tagen vorher, haben wir die Quitten (so viele Früchte hatten wir noch nie am Baum) und Trauben, die noch verbliebenen Kürbisse und Kohlköpfe gepflückt und geerntet, die letzten Dahlien vom Selberpflück-Feld geschnitten und sind noch einmal über die Wiesen gezogen, um Kastanien und Nüsse zu sammeln (egal wieviel Körbe voll Kastanien wir schon zu Hause haben, an diesen glänzenden Handschmeichlern können wir einfach nicht vorbei gehen).

Oktobermagie

Am Samstag waren wir dann noch auf dem Herbstmarkt von Schloss Dyck. Meine Schwiegermutter wohnt ganz in der Nähe, weshalb wir, wann immer wie bei ihr zur Besuch sind, einmal durch den Schlosspark spazieren und zu diesem Zweck eine Dauerkarte besitzen. Jetzt im Herbst bildet das bunte Laub der vielen verschiedenen Bäume eine traumhafte Kulisse für den Markt.

Kürbisse

Während wir das Herbstfest Michaeli im kleinen, familiären Rahmen und mehr für uns zelebrieren, feiern wir das zweite Herbstfest, Erntedank, mit Freunden, der Gemeinde und dem ganzen Dorf.  Die Kinder bringen ihre Körbchen mit Herbst- und Ernteschätzen mit, die später zusammen um den Altar herum drapiert werden, die Blaskapelle spielt „Alle Guten Gaben“ und nach dem Gottesdienst sitzen alle noch bei Apfel- und Pflaumenkuchen beieinander, während die Kinder nach dem größten Kürbis und der größten Zucchini suchen.

Dankbarkeit, für das was uns die Natur schenkt oder (wenn man es von der christlichen Seite her sieht) für die Gaben, die von Gott kommen. Das ist der Gedanke von Erntedank, dem Fest, das schon in der vorchristlichen Zeit gefeiert wurde. Und diesen Gedanken tragen wir in der Spätsommer-, und Herbstzeit, in der wir entweder selber Obst und Gemüse, Nüsse und Pilze geerntet und gesammelt haben oder einfach die Vielfalt an Nahrungsmittel sehen und schmecken dürfen, mit uns im Herzen.

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Wochenende in Bildern

 

 

 

 


Hallo Oktober!

Oktober

Wenn das Jahr ein Musikstück wäre, wäre der September das Crescendo, das allmähliche Lauterwerden der Musik. Die ersten Blätter verfärben sich, das satte Grün des Frühlings und des Sommers weicht den Farben des Herbstes. Der Oktober aber ist der Höhepunkt des Stückes, laut, bunt und wild. Manche Bäume sehen aus als stünden sie in Flammen – so spektakulär ist ihr Laubwerk in rot, orange und gelb. Ebenso leuchten uns die Hagebutten, Vogelbeeren und Schlehen und Sanddorn entgegen. Die Herbstwinde rütteln an den Bäumen, lassen die Blätter wild durch Luft wehen und schmücken die Wege mit einem raschelnden Blätterteppich. Die Natur zündet ein letztes Feuerwerk ab, bevor im November die Töne wieder ruhiger werden.

Die kalten Temperaturen in der Nacht mahnen uns, dass der Winter naht. Wir machen es uns mit Kerzen und Decken gemütlich. Die milden Temperaturen am Tag schicken uns raus in die Natur. Vor allem in den Wald. Aber der Oktober hat noch so viel mehr zu bieten.

Wir freuen uns auf:

  • das Erntedankfest! Während Michaeli das Herbstfest ist, welches wir nur für uns in der Familie zelebrieren, feiern wir Entedank mit der Gemeinde und sogar dem ganzen Dorf.
  • den Tag der deutschen Einheit.
  • Kerzenlicht und Gemütlichkeit. Stricken und Lesen. Tee und Kakao.
  • Herbstmärkte. Schlösser, Parks und hübsche Altstädte bieten oft die Kulisse für Kunst-, Handwerks-, und Gartenmärkte im Herbst.
  • Herbstferien!
  • Kürbissuppe. In allen Variationen. Mal asiatisch angehaucht, mal scharf, mal pur.
  • Pilze. Hoffentlich. Endlich.
  • den Frühling. Denn jetzt kommen noch schnell die Zwiebeln der Frühlingsblüher in den Boden (wenn sie denn dort nicht schon sind).
  • Spaziergänge im Wald mit Blättergeraschel unter den Füßen.
  • Herbstschätze.
  • Astern und Dahlien.
  • Laubhaufenspringen.
  • auf das Knoblauchstecken. Für eine frühe und gute Knoblauch-Ernte im nächsten Jahr.
  • Unser kleines Kürbishaus.
  • Halloween/Samhain! Die gruseligste Nacht im Jahr. Wie und warum wir sie feiern, steht hier.

 

 

Ich wünsche Euch einen magischen Oktober!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Der Zitronenfalterin/Oktobermotto


Wie wir Michaeli feiern

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Mit der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche beginnt für uns die Michaeli-Woche. Jetzt kommen neben den Herbstschätzen auch der Drache und der Ritter Georg auf den Jahreszeitentisch und die Kinder basteln sich Schwerter aus Holzbrettern oder Stöcken. Das Michaelsfest haben wir erst im Waldorfkindergarten kennengelernt und dann, einfach weil unsere Kinder es immer so toll fanden, nach der Kindergartenzeit der Schulkinder (sie gehen ja leider nicht auf eine Waldorfschule) mit in unser Familienjahr übernommen.

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Michaeli (29.9.) gehört neben Sankt Martin (11.11.) und Sankt Nikolaus (06.12.) zu den drei Festen, die bildhaft dazu beitragen sollen, uns auf Weihnachten vorzubereiten. Der Erzengel Michael ist es, der in der biblischen Darstellung den Teufel in Gestalt eines Drachens im Himmelreich besiegt. Der Legende nach besiegt der Ritter Georg hingegen einen Drachen auf der Erde und befreit damit eine Königstochter, die geopfert werden sollte. Beide Gestalten stehen bildhaft für Mut, Tapferkeit und Willenskraft, die sich gegen das Böse richtet. Mit dem Schwinden des Lichts und der Wärme (die Tag-und Nacht-Gleiche), schwinden auch die Lebenskräfte der Natur. Alle Zeichen stehen auf Rückzug, Vergänglichkeit und Ruhe und Abschied von der Fülle und der Leichtigkeit des Sommers. Mit der Herbstzeit beginnt die innere Einkehr, die Suche nach unserem inneren Licht (das an Weihnachten wiedergeboren wird). Wir kämpfen gegen die Schwere, die die Dunkelheit und Kälte mit sich bringt. Das Michaelsfest erinnert uns daran stark und mutig zu sein, unsere guten Kräfte zu wecken, uns unseren Aufgaben zu stellen und uns der Wahrheit verpflichtet zu fühlen.

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Für die Kinder (besonders für meine Jungs) ist die Geschichte des Ritters Georg, der mutig mit seinem Schwert einen Drachen besiegt, natürlich sehr ansprechend. Wir lesen in dieser Woche meistens am Abend ein Märchen, eine Geschichte oder Sage rund um Ritter und /oder Drachen wie „Die Königstochter in der Flammenburg“ oder auch die „Siegfried“-Sage (ein wenig entschärft). Und manchmal erzählen sie sich selbst kleine Geschichten, die da dann von Jedi handeln (an Star Wars kommt anscheinend keiner vorbei), die gegen das Böse kämpfen. Aber auch mich, muss ich sagen, bestärken die Geschichten rund um Sankt Michael darin, mich gegen das zu stellen, was auf der Welt und um uns herum passiert. Lügen, Zerstörung, Gewalt und den unstillbaren Konsum.

Wenn es das Wetter (und der Terminkalender) zu lässt, gehen wir Drachen steigen lassen. Wir haben die Flugdrachen tatsächlich in Drachenform, so werden die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes zu Drachenbändigern 😉 .

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Unser Waffenarsenal, was Holzschwerter, Lanzen, Schilde und Bögen betrifft, ist nach den all den Jahren beträchtlich; dennoch macht es den Jungs immer noch Spaß neue Schwerter und Lanzen zu basteln, zu schnitzen und zu sägen. Und es ist so schön zu sehen, wie stolz sie sind, wenn sie dann ihr eigenes (oft noch recht krumm und schiefes) Schwert tragen. Auch eine kleine Mutprobe gehört zu Michaeli dazu. Mal ist es ein Sprung vom Baum auf Kissen und Laub, mal ein Kampf gegen den schwarzen Ritter (mein Mann).

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Das eigentliche „Fest“ ist das Abendessen, welches wir meistens am Samstag oder Sonntag um den 29. September herum gemeinsam zubereiten. Dafür backen wir ein Brot in Form eines Drachens (manchmal braucht man ein wenig Fantasie, um ihn zu erkennen), der mit Cashewkernen als Klauen und Mandel als Rückenschuppen bestückt wird. Dazu gibt es Drachenblutsuppe – eine einfache Tomatensuppe aus den letzten, aromatischenTomaten aus unseren Garten (oder gekauften Tomaten, wenn der Frost früher kam als gedacht). Schwierig ist es dann nur noch zu entscheiden oder zu losen, wer den (Brot-) Drachen dann als Erster anschneiden darf.

Michaeli

Feiert Ihr Michaeli? Und wenn ja, wie?

Ich wünsche Euch weiterhin wunderbare Herbsttage!

Liebe Grüße ♥

Leni


Brotboxen-Mantra und poppige Power-Muffins

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Drei Schulkinder haben wir jetzt. Auch mein wildester, kleiner Kerl sitzt jetzt am Vormittag in seiner Klasse und lernt Lesen, Schreiben und Rechnen. So unterschiedlich wie die Kinder sind, so leicht oder schwer fällt ihnen auch der Schulalltag. Das frühe Aufstehen, für den einen überhaupt kein Problem, für den anderen jeden Tag eine Überwindung, egal wie früh man am Vorabend ins Bett gegangen ist. Das Lerntempo in der Schule, das soziale Gefüge, die Hausaufgaben und vieles mehr, nehmen meine Kinder ganz unterschiedlich wahr. Wenn ich dann merke, dass es für eins meiner Kinder ein „schwerer“ Tag wird, stecke ich in seine Brotbox ein kleines Kärtchen. Für die Kinder, die schon lesen können, mit einem lieben Satz auf der einen und einem kleinen Rätsel oder einer Aufmunterung auf der anderen Seite (geschrieben mit Bleistift, damit ich immer wieder etwas Neues darauf schreiben kann), für meinen Erstklässler mit Symbolen und Bildern.

Angefangen hatte ich damit vor zwei Jahren, nur mit einem kleinen Zettelchen in der Brotbox, als mein ältester Sohn sein erstes Referat halten sollte und ganz aufgeregt war. Weil er sich so riesig darüber gefreut hatte, schrieb ich ihm immer wieder mal kleine Nachrichten und Rätsel (er knobelt so gerne und irgendwann lösten auch seine Mitschüler die kleinen Rätsel begeistert mit). Und auch bei meinen anderen Kindern merke ich, dass es ihnen hilft, liebe und aufbauende Worte immer wieder zu lesen und auch so ein bißchen zu einem Mantra werden zu lassen, gerade wenn sie sich im Schulalltag mal verlassen oder gestresst fühlen.

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Den längsten Tag haben an unserer Schule alle Kinder mittwochs mit 5 bzw. 6 Schulstunden.  Damit meinen Jungs der Tag nicht zu lang wird, bekommen sie dann immer Obst-Nuss-Muffins in die Brotbox. Die lassen sich prima schon am Dienstagabend vorbereiten, schmecken wirklich lecker (auch wenn nicht so schön wie „richtige“ Muffins aussehen, sagt mein Sohn ;-)) und liefern einiges an Energie.

Knusprige Muffins:

6 große oder 10 kleine Muffins:

60 gr Mehl (Dinkel-, oder Weizenvollkornmehl)

50 gr gemahlene Haselnüsse

20 gr Rohrohrzucker oder Honig

25 gr Amarant Pops

1 großes oder zwei kleine Eier

50 gr Rapsöl

1 Prise Salz

1 Prise Zimt oder Vanille

150 gr Obst (z.B. Blaubeeren oder Äpfel oder Pfirsiche oder Obstsalat)

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf die Amarant Pops und das Obst verrühren. Obst klein schneiden (die Beeren nicht) oder zusammen mit den Amarant Pops unter die Teigmasse geben. In kleine Portionen auf das Backblech oder in Muffinförmchen geben und bei 180 Grad Umluft 20 (kleine Portion) oder 30 Minuten backen.

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Liebe Grüße

Leni

 

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Creadienstag
HoT

5 Dinge

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5 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1.Äpfel. Der September steht bei uns im Zeichen des Apfels. Anfang des Monats hänge ich die Wimpelkette wieder auf, die meine Kinder mal vor Jahren mittels Apfeldruck verziert haben und stelle die gefilzten Äpfel auf den Jahreszeitentisch. Rot strahlen bereits die 7 Äpfel, die unsere letztes Jahr gepflanzten Jungbäume zusammen tragen – ganz wunderbar, aber bis wir tatsächlich mal (hoffentlich) körbeweise unsere eigenen Äpfel ernten können, pflücken wir wie jedes Jahr beim Bio-Bauern.

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Mit dem Traktor geht es auf die Plantage, mit der Schubkarre dann durch die Reihen der hohen Apfelbäume.

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2. Stricken.

Den Sommer über habe ich die Stricknadeln ruhen lassen, doch mit dem Herbst und den tollen Inspirationen und Anleitungen vom Blog PetiteKnit (unbezahlte, unbeauftragte Werbung) mag ich gerade mein Strickzeug gar nicht aus der Hand geben. Ein Kinderpullover soll es werden. Zum Glück tragen meine Jungs gerne selbstgemachte Kleidung – einzige Einschränkung: sie darf nicht kratzen. Deshalb gehe ich bevorzugt in den Wollladen, der ein paar Dörfer weiter zu finden ist. Der hat zwar keine riesige Auswahl an Wolle, dafür aber sehr fachkundige Strickerinnen, die einem nicht nur bei der richtigen Wollauswahl, sondern auch bei den Strickanleitungen helfen (für mich super wichtig)  ;-).

Stricken

3. Kinder mit Kameras

Kaum zu glauben, aber vor zehn Jahren war die einzige Kamera, die ich mit auf Reisen nahm, noch eine Einweg-Kamera aus dem Drogeriemarkt. Dann folgte eine kleine (Achtung: Markennennung) Canon-Kamera, handlich für die Hosentasche und erst vor gut drei Jahren bekam ich zu Weihnachten (m)eine Spielgelreflexkamera geschenkt, mit der ich die meisten meiner Bilder mache. Aber auch  die Kameras am Telefon sind heute top, und da man das Smartphone ja auch schließlich ständig bei sich trägt, ist es soviel einfacher geworden Momente, Situationen und Dinge einzufangen. Das hat Vor- und Nachteile, wie wir alle wissen. Vor ein paar Tagen fiel mir dann aber meine alte Canon-Kamera wieder in die Hände, und ich gab sie (bestückt mit einer neuen Speicherkarte) meinen Kindern. Meine Kinder haben (noch?) kein Smartphone, weshalb sie fasziniert den Rest des Tages damit beschäftigt waren Fotos zu schießen und Filme zu drehen. Als ich abends die Bilder auf dem Laptop durchgesehen habe, war ich total überrascht. Gut, natürlich waren viele verwackelte, unscharfe Bodenfotos dabei, Füße, abgeschnittene Köpfe und Nasennahaufnahmen, aber auch richtig viele tolle Momentaufnahmen und witzige Kurzfilme aus einer ganz andere Perspektiven als meine üblichen Bilder. Und man kann die Freude und Begeisterung, die in jedem Bild steckt, förmlich sehen. Sehr inspirierend.

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4. Schälnüsse

Wenn gerade erst die grüne, dicke Schale der Walnüsse aufgeplatzt ist, sind wir schon zur Stelle. Denn dann sind die Nüsse noch so frisch, dass sich die feine Haut, die sich um die Kerne befindet und später eintrocknet, noch abziehen lässt. Mit der noch frischen Haut schmecken die Nusskerne leicht bitter, hat man die Haut entfernt, entfaltet sich der volle Schälnussgeschmack. Einziger Nachteil: man bekommt unweigerlich gelb-braune Verfärbungen an den Händen („Du hast Nusshände!“, sagen meine Kinder dann).

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Aber wie bekommt man die Schälnüsse vom Baum? Ha, das ist der Teil, den meine Jungs am liebsten mögen. Entweder man schüttelt die Zweige und hofft, das meine keine Nuss auf den Kopf bekommt (ist das dann auch eine Kopfnuss?) oder man sucht sich einen dicken Stock und versucht damit die Nüsse heraus zu schlagen. So oder so macht es Spaß, wobei Jungs und Stöcke ja sowieso eine besondere Beziehung zu einander pflegen.

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5. Neue Hühner

Über zwei Jahre haben wir nun unsere kleine Hühnertruppe und nun ist es passiert. Ein Huhn ist gestorben. Wir waren alle bestürzt, haben geweint, getrauert und das Huhn zu Grabe getragen. Woran unsere liebe Erika gestorben ist, wissen wir nicht. Sie lag einfach eines Morgens tot im Stall. Über den Tod unserer Henne bin ich natürlich nicht glücklich (schließlich wollte ich Euch ja von Dingen erzählen, die mich glücklich machen), aber Leid und Freud liegen oft auch nah beieinander. So sind wir immer noch ein wenig traurig, freuen uns aber sehr über zwei neue Hühner, die jetzt bei uns eingezogen sind: eine dicke, flauschige Sussex-Henne namens Prisilla und ein ganz junge, schwarze Araucaner-Henne namens Rosi (von ihr ein Bild zu machen ist schwierig, sie ist einfach zu schnell).

Prilla

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

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12v12
Freitagslieblinge
Caros Grünzeug

Lagerfeuer-Waffeln

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Dank dem Ende der Sommerferien, dem Schulbeginn und der Einschulung unseres dritten Schulkindes, war die letzte Woche hier sehr trubelig. Wieder in den Schulalltagsrhythmus kommen, ein Einschulungsfest ausrichten und all die anderen Dinge organisieren, die sich den Sommer über angesammelt haben und gerne zur Seite geschoben worden („es ist ja schließlich Sommer, den muss man genießen“)  – sagen wir so: ich habe mich sehr auf ein ruhiges, geselliges Wochenende gefreut. Auf Freunde, Zeit in der Natur verbringen, fröhliche Kinder, Ungezwungenheit und ganz wenig Küchenzauber. Auf Sommervergnügen und Herbstgenuss. Auf Lagerfeuer und Waffeln.

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Wir haben über die Jahre eine große Liebe zum Lagerfeuer entwickelt. Als wärmende Quelle der Gemütlichkeit, Abenteuer für die Kinder und archaische Form der Essenszubereitung. Und man kann so viel mehr auf dem Feuer zubereiten als Würstchen auf dem Stock oder Marshmallows. Zum Beispiel Kartoffeln (im Lehmmantel). Oder Popcorn. Oder Suppe. Oder eben Waffeln. Dazu benötigt man nur ein Waffeleisen speziell fürs Lagerfeuer (ist nicht so teuer wie es sich anhört) und ein Rezept für einen richtig guten Waffelteig. Letzteres bekommt Ihr von mir ;-)!

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Rezept für Waffeln (ca. 10 Stück):

500 gr Mehl (ich mische ganz gerne Vollkorn- und Weizenmehl)

250 gr weiche Butter

200 gr Zucker

5 Eier

3 TL  oder 1 Päckchen Vanillezucker

500 ml Milch

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Es ist übrigens immer gut, ein paar Waffeln mehr einzukalkulieren. Schnell lässt man (oder Mann) das Waffeleisen zu lange im Feuer und dann gibt es statt caramellfarbener, fluffiger Waffel, angebrannte Frisbeescheibe (die tatsächlich erstaunlich gut fliegt, ähem).

Zu den Waffeln schmeckt (passend zum September) Apfelmus ganz wunderbar oder Pflaumenkompott (das man am Lagerfeuer ganz ohne Wespenärger genießen kann).

So. Entspannt, mit den schönen Erinnerungen vom Wochenende, rauchiger Kleidung in der Waschtonne und einen vollen Terminkalender (so viele Elternabende) starten wir hier morgen in die neue Woche – und Euch wünsche ich einen schönen Sonntagabend!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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WiB
Sonntagsglück
Caros Grünzeug

Hallo September!

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Die Kälte am Morgen, der Tau im Garten, auf den Wiesen und den Feldern, die immer früher einsetzende Dämmerung, die ersten fallenden Blätter – alle Weichen sind auf Herbst gestellt. Nach den vielen herrlichen, warmen, leichten und unbeschwerten Tagen und Wochen fällt es schwer den Sommer gehen zu lassen, gleichzeitig freue ich mich auf die farbliche Pracht und kulinarische Fülle des Herbstes. Der September macht uns den Übergang zwischen Sommer und Herbst ein wenig leichter. Die Tage sind noch warm, das Licht so schön golden, der Garten steht in voller Pracht. Wie könnte man da den September nicht mögen?

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Wir freuen uns im September auf:

* unser Apfelfest. Die Wimpelkette mit dem Apfeldruck hängt bald wieder im Kinderzimmer, der Duft von Apfelkuchen im ganzen Haus. Unser Apfelbauer lädt zur Selbsternte ein, genau so wie die Streuobstwiese hinter unserem Haus. Und sogar die kleinen Bäumchen, die wir letztes Jahr erst in den Garten gepflanzt haben, tragen jetzt (zusammen 7) rotbäckige Früchte. Wir freuen uns auf Apfelmus, Apfelsaft, Apfelstrudel.
* den Weltkindertag am 20. September. Auf Instagram zeigen viele Menschen auf der ganzen Welt, wie sie diesen Tag mit ihren Kindern feiern. So inspirierend.
* Drachen steigen lassen. Jedes Jahr wieder spannend. Welcher Drache wohl dieses Jahr am höchsten steigt (und wer lässt seinen Drachen aus Versehen los)?
* die ersten Walnüsse oder auch Schälnüsse genannt (die mag ich so gerne).
* Pilze. Bisher war es viel zu trocken bei uns für Pilze. Aber vielleicht wird der September ein guter Pilzmonat?
* Weinfeste. Vielleicht wird es kein gutes Pilzjahr – aber ein gutes Weinjahr ist es jetzt schon! Im September wird das hier in der Gegend gebührend gefeiert.
* neues Bastelmaterial, wie Kastanien, Eicheln und Bucheckern. Was man Schönes aus den Herbstschätzen machen kann, könnt Ihr hier nachlesen.
* Pflaumen /Zwetschgen, Birnen, Weintrauben, Haselnüsse, Quitten, rote Beete, Kartoffeln, die letzten Tomaten und noch vieles mehr.
* die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Jetzt packen wir die Kerzen wieder aus (und der Bienenwachsduft kehrt zurück).
* die ersten bunten Blätter. Die schönsten nehmen wir mit nach Hause und pressen sie oder überziehen sie mit Bienenwachs um sie zu konservieren.
* die Kartoffelnachlese bei den Bauern.
* Das Michaelsfest. Am 29. September feiern wir „Michaeli“, mit kleinen Mutproben und einem Brot in Schwert- (oder Drachen-) Form.
* Herbstblumensträuße mit Dahlien, Ringelblumen, Astern, Sonnenblumen, Lampionblumen, und Zinnien.

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Der Sommer verabschiedet sich mit einem Farben- und Früchtefest. Und auch wenn jetzt der Schulalltag unseren Rhythmus wieder bestimmt, versuchen wir so viel Raum und Zeit wie möglich frei zu halten, um es mit allen Sinnen zu genießen.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren September!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Caros Grünzeug