Hagebuttenmarmelade

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Letztes Jahr im Herbst machten wir alle zusammen bei einer Wildkräuterführung mit (wer es nochmal nachlesen möchte, hier ist der Post). Neben den vielen Wildkräutern, deren Verwendung und Wirkung wir erklärt bekamen, beeindruckte mich der Geschmack der Hagebutte am meisten. Unsere Expertin in Sachen Wildpflanzen pflückte damals einige Hagebutten vom Strauch, überreichte sie uns, ließ uns die bereits weiche Früchte zwischen den Fingern aufdrücken und forderte uns auf das Mus, das aus den Hagebutten quoll, abzulutschen. Seit diesem Moment mag ich Hagebutten nicht nur als schöne Herbstdeko oder als Tee, sondern liebe sie auch als Aufstrich.

Hinter unserem Haus wachsen recht viele Hagebutten, die durch den ersten Frost, den wir hier schon hatten, bereits weich sind. Gestern gingen wir mit einem Korb (und Gartenhandschuhen) los und pflückten die roten Früchte. Von jedem Strauch nur eine Hand voll, der Rest ist den Tieren vorbehalten. Wieder zu Hause angekommen, wusch ich die Hagebutten und entfernte den Blütenansatz und die Stiele. Ein paar noch feste Hagebutten legte ich zum Trocknen für Tee beiseite, alle anderen kamen einen Topf und wurden aufgekocht. Anschließend passierte ich das Mus durch ein Sieb und kochte die jetzt kernfreie Masse abermals mit Gelierzucker auf.

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Ein (kleines) Glas Hagebuttenmarmelade. Mehr ist von den vielen Hagebutten nicht übrig geblieben. Aber: es war jede Mühe wert (finden übrigens auch meine Jungs) 🙂 !

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße

Leni

 

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Sankt Martin (mit Weckmannrezept)

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Wir feiern diese Woche Sankt Martin, mit all seinen Traditionen und Ritualen. Die übrigens hier im Rheinland doch ein wenig anders sind als im übrigen Teil der Republik. Nirgendwo sonst findet man Martinsvereine und Komitees, die die Martinszüge mit Fackeln und Laternen und einem Sankt Martin auf dem Pferd in jedem Stadtteil und jedem Dorf organisieren (im Rheinland nehmen wir Traditionen sehr ernst ;-)). Sogar eigene, kölsche Martinslieder haben wir hier. Der Martinszug endet schließlich an einem großen Feuer, an dem die „Mantelteilung“ nachgespielt wird. Dann gibt es für alle Kinder Weckmänner. Später ziehen die Kinder noch mit ihren Laternen von Haus zu Haus und singen Martinslieder gegen Süßigkeiten (das „Schnörzen“ oder „Gribschen“).

Ich kann mich noch erinnern, als ich mit meinem dritten Kind in der Rückbildungsgymnastik war (das erste Mal überhaupt, ähem) . Es war Anfang November und alle Frauen bastelten im Kurs Martinslaternen (anstatt Übungen zumachen). Unsere Kinder waren gerade mal sechs Monate alt und all diese frisch gebackenen Mütter wollten unbedingt Laternen basteln, um mit ihren Kindern mit auf den Zug zugehen. Mittlerweile ist es mein 7. Zugjahr, und weitere 7 werden noch folgen (ab der weiterführenden Schule gehen die Kinder eigentlich nicht mehr mit). Wir haben Züge erlebt, an denen es plötzlich zu regnen anfing und alle Eltern ihre mitgebrachten Plastiktüten auspackten und um die Laterne banden – nur wir nicht. Ich hatte nicht an eine Plastiktüte gedacht (geschweige denn das wir durchsichtige Tüten hätten) und unsere Laterne war innerhalb von Minuten ein matschiger Papphaufen (mit weinendem Kind daneben). Oder einen Zug ohne Kapelle (es war wie ein Totenmarsch). Und einen  Zug mit betrunkenen Sankt Martin. Aber ach, Martinszüge sind einfach irgendwie heimelig und erinnern mich an meine Kindheit.

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Was auch auf keinen Fall fehlen darf: Weckmänner! Man kann sie schon ab Mitte Oktober in jeder Bäckerei kaufen oder aber selbst backen (auch wenn ich zugeben muss, dass die Bäckereiweckmänner bei einem Schönheitswettbewerb besser abschneiden würden).

 

Für die Weckmänner nehme ich ein Hefeteig. Das Grundrezept ergibt so in etwa 5 große Weckmänner (oder 7 kleine). Man braucht:

  • 500 gr Mehl
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 80 gr Zucker
  • 300 ml warme Milch
  • 100 weiche Butter
  • 2 Eier
  • Prise Salz
  • abgeriebene Zitrone
  • 1 EL Vanillezucker
  • Eigelb oder geschmolzene Butter zum Bestreichen

So geht´s:

Den Würfel Hefe in die warme Milch bröckeln. Mehl und Zucker in einer Schüssel geben und eine Mulde drücken. Hefe und Milch in die Mulde geben und ein paar Minuten stehen lassen. Dann die Eier, Butter und die Prise Salz dazu geben und verkneten. Abgedeckt 30 Minuten gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Und dann kann es losgehen. Wir haben eine kleinen Männchen-Ausstecher, man kann die Männchen aber auch freihändig gestalten. Traditionell bekommen sie noch Rosinenaugen (und Knöpfe) und natürlich die Tonpfeife. Bevor sie bei ca. 180 Grad Umluft (vorgeheizt) in den Ofen kommen, kann man sie noch mit Butter oder Eigelb einpinseln (dann werden sie schön braun).

 

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Feiert Ihr Sankt Martin? Und wen ja, wie?

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag und eine schöne Martinswoche!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Le monde de Kitchi

 


Selbstgemachte Salben für wilde Kinder

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Blaue Flecken, Kratzer, Schürfwunden, Brennesselquaddeln, Insektenstiche – gehören zu Kindern, die viel im Wald, auf den Wiesen, im Garten oder einfach „draußen“ sind natürlich dazu. Gut, wenn man schnelle Hilfe (und Trost) für alle Wehwehchen dabei hat. So sind in unserer Tasche neben Pflastern, Arnika Globuli und der Pinzette um Zecken zu entfernen, auch Ringelblumen-, und Spitzwegerichsalbe.

Die Ringelblumen säen wir jedes Jahr in unseren Garten aus und verwenden sie hauptsächlich für Tee und Ringelblumenöl. Die Inhaltsstoffe der Ringelblume wirken wundheilend und entzündungshemmend, weshalb sie sich für die Herstellung einer Salbe zur Behandlung von (kleinen) Wunden und Abschürfungen (aber auch rissiger Haut und Windeldermatitis) sehr gut eignet.

Der Spitzwegerich ist ein echtes Superkraut, das ein weit gefächertes Wirkungsspektrum besitzt. Als Tee oder Sirup eingenommen hilft er bei Husten-, Lungen-, und Bronchialleiden, äußerlich angewendet wirkt er antibakteriell und schmerzlindernd. Er stoppt sofort das Brennen nach einer Berührung mit einer Brennessel und das Jucken eines Mückenstiches. Und weil er an vielen Stellen in der Natur wild wächst, ist er schnell zu Hand und kann, leicht zerrieben, sofort genutzt werden. Noch besser ist es aber, ihn immer dabei zu haben – in Form einer Tinktur oder Salbe.

 

Das Rezept:

  • Spitzwegerich
  • Ringelblumenblüten
  • gutes Bio-Olivenöl
  • reines Bienenwachs
  • optional: Wollwachs (Lanolin)
  • ein ätherisches Öl (z.B. Lavendel)

Für den kalten Ölauszug: Den Spitzwegerich (trocken und leicht welk) zerkleinern, in ein Glas füllen und mit gutem Olivenöl auffüllen, bis alle Blätter bedeckt sind. Die Ringelblumenblüten (ich habe sie vorher getrocknet, das minimiert die Schimmelgefahr) ebenfalls in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Auf der Fensterbank dann die Gläser für ein paar Wochen stehen lassen (täglich schütteln). Der kalte Auszug ist schonender, aber auch zeitaufwendig und birgt die Gefahr, dass die Pflanzenteile anfangen zu schimmeln. Daher ist auch ein warmer Ölauszug möglich.

Für den warmen Ölauszug:

Ebenfalls die Blätter und Blüten in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Das Glas in ein heißes Wasserbad für 30- 60 Minuten stellen. Danach noch einmal 2-3 Tage an einem warmen Ort nachziehen lassen.

Das Öl wird dann durch ein Baumwolltuch (z.B. ein Moltontuch) abgeseiht, das bedeutet, man trennt jetzt gründlich die Pflanzenteile von dem Öl. Anschließend wiegt man das Öl und das Bienenwachs ab. Auf 100 ml Öl kommen ca. 15 gr (reiner) Bienenwachs. Öl und Bienenwachs werden dann im Wasserbad erwärmt, bis der Wachs flüssig geworden ist. Ich füge gerne noch etwas (ca. 3 Gramm) Wollwachs hinzu, der die Salbe etwas geschmeidiger macht. Allerdings verkürzt er auch die Haltbarkeit der Salbe. Unter Rühren lässt man das Gemisch wieder abkühlen und kann ganz zuletzt ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl hinzufügen, bevor man es in Tiegel abfüllt und aushärten lässt. Die Tiegel, die nicht sofortigen Gebrauch bestimmt sind, werden beschriftet und dann kühl, trocken und dunkel gelagert und sind ca. 1 Jahr haltbar.

 

Bei uns sind diese kleinen Verletzungen an der Tagesordnung. Bei vier (lebhaften) Kindern gibt es immer irgendeine Schürfwunde oder Beule. Die Salben lindern den Schmerz der Verletzung und fördern die Wundheilung. Aber: Nichts geht über den Trost, die Berührung, das in-den-Arm-nehmen, beruhigende Worte. Mein Vater hat mir als Kind die Schmerzen immer „weggepustet“. Und ja, ich konnte tatsächlich den Schmerz wegfliegen sehen. Ich denke, es ist die Kraft des Glaubens, der Vorstellungskraft, der Liebe, die uns schnell wieder gesunden lässt.

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Die vielen, kleinen Narben und Blessuren erzählen von Abenteuern. Vom Leben. Bleibt wild Kinder, bleibt wild ♥!

Liebe Grüße

Leni

 

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Creadienstag
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Tomaten!

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Vor Jahren habe ich mal eine Tomatenfarm in Dänemark gesehen. Riesige Gewächshäuser, meterhohe Tomatenpflanzen und Kinder, die mit ihren kleinen Schubkarren durch die Reihen kurvten und die bunten Tomaten einsammelten. Auf der Farm wurden (ich glaube es waren) 80 verschiedene Sorten Tomaten angebaut, von fast kürbisgroß (na gut, ein kleiner Kürbis) bis johannisbeerenklein, von zartgelb über saftiggrün, von rosarot bis violett-schwarz, von würzig und säuerlich bis süß. Das hat mich so beeindruckt, dass ich seit dem jedes Jahr selber Tomaten aus Samen ziehe und anbaue. Natürlich in einem viel (sehr viel) bescheideneren Rahmen.

Von vielen Tomaten, die bei uns wachsen, weiß ich den Namen. Aber es sind auch einige dabei, die wir geschenkt bekommen haben oder die ich auf Wochenmärkten oder im Urlaub gekauft und die Samen aufbewahrt habe. Die heißen dann „Capri“ oder „Peters Tomate“.

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Das tolle an der Tomatenvielfalt ist, dass es für jedes Gericht auch die passende Tomate gibt. Jedes Jahr mit dabei in unserem Garten sind die „wilden“ Tomaten. Tomaten, die tatsächlich nur so groß sind wie Johannisbeeren, aber sehr süß schmecken, super robust sind und einen sehr hohen Ertrag haben. Nur wenig größer sind „Yellow Current“ (oder auch „Red Current“). Mein Liebling ist das „gelbe Birnchen“, einfach wegen ihrer schönen Form und des fruchtigen Geschmacks. Alle diese recht kleinen Tomaten finden ihren Weg in die Küche nur sehr selten (nein, eigentlich nie). Meistens werden sie vom Strauch gepflückt und landen direkt im Mund.

Die Cherrytomaten nehmen wir vor allem für Salate. Neben den roten und gelben Sorten, haben wir auch die gestreiften (wie z.B. „Red Boar“) und die violetten (in der so viele Bioflavonoide, also besonders gesunde sekundäre Pflanzenstoffe, stecken sollen), einfach damit es auf dem Teller nachher bunter ist.

Strauchtomaten (wie z.B. „Zebra“ und „Ceman“) sind super für Bruschetta, die Pizza, oder den Caprese-Salat.

Für Tomatensoßen und Ketchup (aber auch Chutney) heißt unser Favorit „San Marzano“ (eine Flaschen-, oder Eiertomate), einfach weil sie so ergiebig ist und würzig-fruchtig schmeckt.

„Ochsenherz“, die „Berner Rose“ und „Oaxacan“ (die dicken Fleischtomaten) sind dagegen perfekt für Tomatensuppe.

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Und ich finde für eine richtig gute Tomatensuppe braucht es auch gar nicht viel drumherum – wenn man aromatische Tomaten hat. Ein, zwei Zehen Knoblauch, eine rote Zwiebel, gutes Olivenöl, Salz, Pfeffer und Basilikum (das pflanze ich übrigens gerne zwischen die Tomaten). Alles (bis auf den Basilikum) im Öl anschwitzen, und dann köcheln lassen. Pürieren, passieren, servieren, genießen 😉

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Jetzt im September ist das Angebot an Tomaten groß. Eine gute Gelegenheit vielleicht auf dem nächsten Wochenmarkt, im Hofladen oder im Garten von Freunden eine neue (Lieblings-)Sorte zu entdecken :-)!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Der perfekte Pflaumenkuchen

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Der Spätsommer zeigt sich gerade von seiner schönsten Seite. Die warmen Temperaturen, das sanfte Licht, die ersten bunten Blätter – der Sommer klingt sanft aus. Nur wenige Zwetschgen hängen dieses Jahr an den betagten Bäumen auf den Pferdeweiden, aber es reicht gerade für ein Blech Zwetschgenkuchen. Manche Früchte sind bereits am Stiel ein wenig eingeschrumpelt, lassen sich leicht öffnen,bestechen durch ihre dunkelgelbe Fleischfarbe und einem unglaublich süßen Geschmack (und werden natürlich an Ort und Stelle gegessen).

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Die noch etwas festeren Früchte mit grün-gelben Fruchtfleisch eignen sich sehr gut zum Backen. Ich liebe den klassischen Zwetschgendatschi, der aus Hefeteig gemacht wird. Dazu Sahne und den Geruch von Filterkaffee – eine wunderbare Kindheitserinnerung.

Das Rezept:

  • 500 gr Mehl
  • 1 Würfel Hefe
  • 250 ml warme Milch
  • 60 gr Zucker
  • 2 Eier
  • 150 gr weiche Butter
  • 1 Prise Salz
  • Zimtzucker zum Bestreuen oder Schlagsahne
  • etwa 2,5 Kilo Zwetschgen

So geht´s:

Den Würfel Hefe in die warme Milch bröckeln. Mehl und Zucker in einer Schüssel geben und eine Mulde drücken. Hefe und Milch in die Mulde geben und ein paar Minuten stehen lassen. Dann die Eier, Butter und die Prise Salz dazu geben und verkneten. Abgedeckt 30 Minuten gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. In der Zeit die Zwetschgen entkernen und einschneiden (nachdem ich mir mal einen Zwetschgenkern unter den Fingernagel gerammt habe, ein Teil von dem Kern stecken geblieben ist und sich entzündet hat, benutze ich übrigens einen Zwetschgen-Entkerner).

Den Teig nochmals durchkneten und dann auf das Backblech ausrollen, mit den Zwetschgen belegen und bei Umluft 180 Grad 30-40 Minuten backen.

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Hefezöpfe, Dampfnudeln, Zimtschnecken – ich mag den Hefeteig. Kenne aber auch viele Hobbybäcker, die mit der Hefe ungern backen aus Angst, der Teig würde nicht aufgehen. Daher hier noch schnell ein paar Tipps zum Hefeteig:

  • Kneten, kneten, kneten. Am besten von Hand.
  • Den Hefeteig mit einem (sauberen) Geschirrhandtuch abdecken, damit er genügend Sauerstoff bekommt.
  • Den Teig an einem warmen Ort (neben der Heizung oder bei 40 Grad im Backofen) ruhen lassen.
  • Milch (oder Wasser) sollten lauwarm sein (auf keinen Fall zu heiß oder kochend), alle anderen Zutaten sollten Zimmertemperatur haben.
  • Den Teig nicht zu lange gehen lassen. Hat er sich verdoppelt, ist er fertig.
  • Ich arbeite lieber mit frischer Hefe. Sollte man aber nur Trockenhefe zur Hand haben, gilt: ein Beutel Trockenhefe entspricht einem halben Würfel frischer Hefe.

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Genießt die Pflaumen- und Zwetschgenzeit 🙂

Liebe Grüße

Leni


Beeren, Beeren, Beerentarte

Die Beerensaison geht hier gerade in die nächste Runde. Während wir uns von den Johannisbeeren und Stachelbeeren aus unserem Garten jetzt so langsam verabschieden müssen, können wir jetzt die Blaubeeren endlich begrüßen. Und die sind hier bei allen sehr beliebt (besonders bei den Hühnern, leider). Deshalb ist es auch gar nicht so einfach ein paar Beeren für meinen Kuchen zusammen zu bekommen (oder für das Müsli am Morgen). Aber zum Glück schmeckt diese Tarte immer richtig lecker (und immer ein wenig anders) – egal mit welchen Beeren (und in welcher Mischung)!

Für den Teig:

100 gr Zucker
250 gr Mehl
125 gr kalte Butter
1 Ei
Prise Salz

Alle Zutaten zu einem Teig verkneten, in eine Tarteform drücken und kalt stellen.

Für den Belag:

80 gr geschmolzene Butter
2 Eier (Eigelb vom Eiweiß trennen)
50 gr Zucker
250 gr Quark
25 gr Mehl
1 El Vanillezucker
Prise Salz

Beeren (z.B. Johannisbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren)

Alles bis auf die Eiweiße miteinander verrühren (ein wenig Butter zurücklassen). Die Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unterheben. Die Quarkmasse auf dem Teig verteilen, Beeren darüber streuen und mit der restlichen Butter übergießen.

Bei 180 Grad (vorgeheizt) für ca. 40 Minuten in den Ofen schieben. Nach dem Abkühlen (wer mag) mit Puderzucker bestäuben.

Die Wald-Heidelbeeren sind hier übrigens auch schon fast reif  – ich denke, wir werden in der nächsten Zeit mal den Eifelwald besuchen (es muss ja nicht immer Schweden sein ;-))

Guten Appetit!

Liebe Grüße
Leni

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Freutag 


Aus dem Garten auf den Teller: Spargel-Kartoffelsalat

Wenn man mich fragen würde, was man unbedingt im Garten oder Hochbeet anbauen sollte, hmm, mich da festzulegen, würde mir schwer fallen. Es gibt so vieles an Kräutern und Gemüse, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Besonders freue ich mich im April und Mai auf den Schnittlauch, Ruccola, Dill und die Radieschen. Sie sind alle recht anspruchslos und unkompliziert im Anbau, blühen wunderschön und verleihen jedem Salat, jedem Kräuterquark und jedem Butterbrot das gewisse Etwas.

Die Jungs und ich lieben Kartoffelsalat (natürlich am liebsten mit unseren eigenen Kartoffeln aus dem Garten). Und mittlerweile sind wir recht kreativ, was die Kartoffelsalatvariationsmöglichkeiten betrifft. Mal mit Gurken und Dill, mit dicken Bohnen und Bohnenkraut, mit Brokkoliröschen oder Blumenkohl, ja sogar mit Wirsing und Linsen. Und jetzt im Mai, wo der Spargel Hochsaison hat, natürlich mit grünem Spargel und Radieschen, Schnittlauch und Ruccola.

Wir nehmen für eine Schüssel Kartoffelsalat:
1,5 kg festkochende Kartoffeln
1 Bund (500 gr. ) grünen Spargel
1 Bund Radieschen
1 Handvoll Ruccola
Schnittlauch oder Frühlingszwiebel, gerne auch Dill
Weißweinessig
Olivenöl
150 ml Gemüsebrühe
eine Prise Zucker (alternativ Agavendicksaft, Honig, oä.)
ein Tl Senf 
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Kartoffeln kochen, pellen und in Scheiben schneiden. Die Enden des Spargels abschneiden (gegebenenfalls das untere Drittel schälen) und die Stangen blanchieren. Radieschen waschen und schneiden, ebenso den Schnittlauch (und/oder die Frühlingszwiebel).  Das Dressing aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Zucker (oder Agavendicksaft, Honig, etc.), Senf und Gemüsebrühe mischen. Alles zusammen in eine Schüssel geben und ein wenig ziehen lassen. Zuletzt den Ruccola dazu geben und noch einmal durchmischen.

Guten Appetit!

Ich wünsche Euch einen schönen Feiertag!

Liebe Grüße
Leni


Frühlingspicknick

Der Frühling zeigt sich gerade von seiner schönsten Seite. Die blühenden Apfelbäume, das hohe Gras auf den Wiesen, der Sonnenschein und die milden Temperaturen laden geradewegs dazu ein Picknickdecke und Essen mitzunehmen und ein Stück Kuchen draußen zu genießen.

Der Rhabarber aus unserem Garten hat (nach drei Jahren) endlich die Größe erreicht hat, in der er es verkraftet ein paar Stangen abzugeben. Daher habe ich die Äpfel von meinen Lieblingsapfelkuchen durch Rhabarber (plus ein wenig mehr Zucker) ersetzt. Der Kuchen geht ruckizucki, das Rezept findet ihr hier!  
Mit dem Kuchen und einer Wasserflasche in der Hand und den Jungs im Bollerwagen (der eigentliche Plan war den Kuchen im Bollerwagen von den Jungs ziehen zu lassen – aber Ihr wisst ja es kommt immer anders als man plant ;-)) fuhren wir nachmittags zu den Streuobstwiesen. Die Jungs sprangen dort durchs hohe Gras (zu Hause gab es dann einen Zecken-Check) und kletterten auf die Bäume, aßen zwischendurch ein paar Gabeln vom Kuchen und spielten verstecken. Mein Sechsjähriger verlor nach einem Sprung von einem umgefallenen Baum seinen ersten Wackelzahn – gefunden haben wir den Zahn im hohen Gras zwar nicht mehr, aber die Freude über die erste Zahnlücke war natürlich groß.
An solchen Tagen läuft die Zeit wieder langsamer. Mein Herz schlägt langsamer und weitet sich. Am liebsten würde ich diese Tag in ein Glas stecken und für immer bei mir tragen. Sie konservieren.

Nun ja, Bollerwagen (und Fahrrad), Picknickdecke und Kissen sind auf jeden Fall schon mal griffbereit. Für das nächste Picknick.

Habt Ihr auch solche Orte, an die es Euch immer zurückzieht? Das würde ich gerne hören (oder besser lesen)!
Habt einen schönen Freitag!
Liebe Grüße
Leni

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Kresse Delikatesse

Anfang März zeigen sich bei uns im Garten bereits die grüne Spitzen einiger Kräuter. Vom Bärlauch zum Beispiel, aber auch Schnittlauch, Waldmeister und Brennessel lassen nun nicht mehr lange auf sich warten.
Auf der Fensterbank säen wir schon seit ein paar Wochen in regelmäßigen Abständen Kresse in Schalen und Töpfe. Und wir lieben sie. Weil sie so anspruchslos ist (sie wächst nicht nur auf und in Erde, sondern auch auf Watte oder Vlies), superschnell keimt (schon nach einem Tag) und jeden Salat und jedes Butterbrot kulinarisch abrundet.

Und wenn wir gerade wieder viel Kresse in der Küche stehen haben, gibt es Kresse-Kartoffelsuppe.
Man nehme:
1 Zwiebel, klein geschnitten, und
etwa 400 gr festkochende Kartoffeln, geschält und in Würfel geschnitten, und brate sie in einen Topf mit (Oliven-)Öl ein wenig an.
Dann mit ca. 1/2 Liter Gemüsebrühe (wer die Suppe lieber etwas „dünner“ haben möchte, nimmt mehr) ablöschen und zugedeckt 15 Minuten köcheln lassen.
Mit 2 Händen Kresse und einem Schuß Sahne anpürieren (nicht zu sehr, sonst wird es eher Püree).
Zum Servieren mit Mandelblättchen und Kresse garnieren.
Lecker!

Habt eine schöne Woche!

Liebe Grüße
Leni

P.S.: Lässt man die Kresse übrigens wachsen (dann aber in der Erde), wird sie bis zu einem Meter hoch und blüht rosafarbend. 
P.P.S.: Ein besserer Post-Titel ist mir nicht eingefallen. Entschuldigung dafür.


Den Winter spüren und schmecken

Wir wohnen im Rheinland. Nein, das Rheinland gehört nicht zu den schneereichsten Regionen Deutschlands, weshalb bei uns die Freude riesengroß ist wenn hier endlich die ersten Flocken aus den Wolken fallen. In Windeseile werden die Schneeanzüge und Schneeschuhe, Mützen, Schals und Handschuhe angezogen und es geht hinaus. Während die Kinder sofort anfangen zu bauen und sich Schneeballschlachten zu liefern, genieße ich den Schneefall. Denn wenn der Schnee fällt, herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Der Himmel hat eine grau-rötliche Farbe angenommen und obwohl die Sonne verschwunden ist, wirkt die Welt hell und zugleich gedämpft. Und wenn ich die dicken Flocken fallen sehe, muss ich unweigerlich an Frau Holle denken. Der erste Schnee im Jahr (oder im Winter) ist etwas besonderes. Und hat für mich auch immer etwas magisches. Keine Schneeflocke gleicht der anderen und es gibt so viele verschiedene Arten von Schnee (das Lexikon nennt zum Beispiel Harsch, Griesel und Firn  –  letzteren wird man im Rheinland aber sicher nicht finden).
Der Schnee gestaltet die Landschaft und Natur komplett neu und eröffnet vielfältige Gestaltungsräume. Aus ihm kann man Schneepaläste und Gestalten bauen (letztes Jahr hatten wir gar keinen Schnee –  vielleicht bin ich deshalb so enthusiastisch :-)).
Im Gegensatz zu der Kälte und der Feuchtigkeit draußen im Schnee, stehen die wohlige Wärme im Haus, die kuschelige Kleidung und – Soulfood. Eintöpfe, Wintergemüse, Wintersalat und süßes Gebäck. Während wir im Dezember Weihnachtsgebäck und Januar Krapfen backen, sind im Januar Zimtschnecken angesagt. Und die backen wir wie folgt:

Das Zimtschnecken – Familienrezept:

Für den Teig:
500 gr Mehl
120 gr Zucker
100 gr geschmolzene Butter
1 Würfel Hefe aufgelöst in
280 ml warmer Milch
1 Prise Salz

Die Zutaten zu einem Teig verarbeiten  und diesen dann 30 min. zugedeckt gehen lassen.
Danach den Teig nochmals durchkneten, halbieren und zu einem Rechteck ausrollen.
Mit (der Hälfte von)
100 gr weicher Butter bestreichen und
150 gr Rohrzucker vermischt mit
2 EL Zimt bestreuen
und die Teigplatte der Länge nach zusammenrollen. Mit einem Messer Scheiben von der Rolle abschneiden und auf ein Backblech legen.
Mit der anderen Hälfte des Teigs ebenso verfahren.
Die Schnecken bei  180 Grad Umluft (vorgeheizt) 15 Minuten backen. Fertig!

Wir genießen dann mal den Schnee (so lange er noch liegt)!
Habt einen schönen Dienstag!