Kräutersommer

mittsommerblumen

Die meisten Kräuter und Wildpflanzen stehen jetzt, an den längsten Tagen im Jahr, in ihrer vollen Pracht auf den Wiesen, Waldrändern und im Garten. Ein guter Zeitpunkt, um die Pflanzen zu konservieren, denn nun ist ihre Heilkraft am grössten.

Aus Johanniskraut gewinne ich Rotöl, ein Öl, dass bei Sonnenbrand, aber auch bei Gelenkschmerzen hilft. Und bei von Wachstumsschmerzen geplagten Kindern.

Spitzwegerich und Ringelblumen geben ebenfalls ihre Heilkraft in das Öl ab, das später zu unseren Salben für „wilde Kinder“ verarbeitet wird. Gerade die Heilkraft des Spitzwegerichs finde ich immer wieder faszinierend. Letztens hatte ich mir bei Umgrabearbeiten eine offene Blase an der Handinnenfläche zu gezogen, die höllisch brannte. Ein Klecks Spitzwegerichsalbe darauf – und die Schmerzen waren innerhalb einer Minute einfach wie weggeblasen.

Viele Kräter nutze ich getrocknet als Würz- oder Teekräuter. Die heiße Luft der vergangene Woche haben die Pflanzenteile zum Glück schnell trocknen lassen.

Kräutertrocknen

Wenn sie dann rascheln oder sich leicht reiben lassen, sind die bereit in Gläsern verstaut zu werden. Neben verschiedenen Minz- und Salbeisorten, Verbene, Malven-, Korn-, und Ringelblumenblüten, lohnt es sich auch die Blätter von Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren für Teekreationen zu trocknen.

Teekräuter (2)

Aus Königskerze, Salbei, Beifuß und Rosmarin binde ich jetzt außerdem meine Smudge Sticks, meine Rücherbündel. Auch sie müssen gut durchtrocknen und werden dann dunkel gelagert, bis sie zu den Rauhnächten und zur Frühjahrsreinigung gebraucht werden.

Räuchersticks2

Und zu letzt, wenn er für die Bienen nicht mehr interessant ist, zieht der Lavendel in unser Haus. Als Duftstoff gegen die Motten und Beruhigungssäckcheninhalt für aufgewühlte Nerven.

Wenn man einmal in die wunderbare Welt der Kräuter- und Heilpflanzen eingestiegen ist, eröffnet sich einem ein ganz anderer Blick auf unsere heimischen Pflanzen. Eine Kräuterwanderung oder ein Pflanzenseminar ist ein guter Einstieg oder auch eine sinnvolle Vertiefung in das Thema, und wird mittlerweile an vielen Orten angeboten.

Liebe Grüße

Leni


Aus dem Fichtenwald

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Zu unserem Grundstück in der Eifel gehört auch ein kleiner Fichtenwald. Im Winter düster und immer ein wenig unheimlich, wirkt er im Frühling Dank der leuchtend grünen Triebe wieder freundlicher und ist einen wahrer Schatz in Sachen Heilmittel.  Die weichen, biegsamen Wipfeln die im Mai erscheinen (und deshalb auch Maiwipfel genannt werden) sind reich an einem ätherischen Öl, das zur Behandlung von Bronchitis, Erkältungskrankheiten, aber auch rheumatischen Beschwerden und Muskelkater eingesetzt werden kann. Eingelegt, z.B. in Zucker lässt sich aus den Wipfeln ein heilsamer Sirup herstellen.

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Für den Sirup sammelt man die Triebspitzen (immer nur wenig pro Baum) und schichtet jeweils die Fichtenspitzen und den Zucker abwechseln in ein voher sterilisiertes Einmachglas. Die letzte Schicht sollte Zucker sein. Ein Schuß Zitronensaft hinzugeben, verschließen und für zwei bis drei Wochen in der Sonne stehen lassen.

Zusehens verflüssigt sich der Zucker im Laufe der Wochen, bis er dann durch ein feines Sieb oder Tuch abgeseiht werden kann. In eine Flasche abgefüllt, hält er einige Monate.

Übrigens kann man die Maiwipfel auch einfach essen: Über den Salat gestreut oder in Essig eingelegt zu Käse, schmecken sie ganz köstlich.

Wenn ich im Fichtenwäldchen unterwegs bin und die Maiwipfel pflücke, schaue ich auch gleich nach Baumharz. Die zähe Flüssigkeit, die so unbarmherzig an den Fingern kleben bleibt, tritt bei einer Verletzung der Baumes aus der Rinde aus und schützt den Baum vor dem Eindringen von Schädlingen, Bakterien, Pilzen und Wasser. Frisches Harz ist flüssig und verfestigt sich dann langsam zu Klumpen. Diese Klumpen schneide ich vorsichtig ab (auch hier gilt: Nicht zu viel nehmen und dem Baum keinen Schaden zufügen) und nutze sie für ein sehr wirkungsvolle Salbe.

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Die Herstellung der Salbe erfolgt im Prinzip wie die der anderen „Salben für wilde Kinder“, deren Rezepte ihr hier und hier findet. Einzig das Lösen des Harzes geht anders vonstatten. Hierfür nimmt man einen alten Topf und ein altes Sieb (oder Tuch), die beide nicht mehr gebraucht werden, denn das Harz lässt sich in der Regel nicht mehr entfernen. In Öl (100 ml auf 40 gr Harz) wird das Harz mit Hilfe von Wärme langsam im Topf gelöst und von den restlichen Bestandteilen getrennt, bis es durch das Sieb (oder Tuch) gefiltert wird.

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Mit seiner antibakteriellen und wundheilungsfördernden Wirkung, setzte ich die wunderbar duftende Pechsalbe (das Baumharz wird oft auch Baumpech genannt) vor allem bei kleinen Wunden wie Schnitten und Abschürfungen ein.

Übrigens: Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob Ihr eine Fichte oder Tanne vor Euch habt, ist das in diesem Fall nicht schlimm. Lediglich der Geschmack ist ein wenig anders – die Tannenspitzen schmecken bitterer als die Fichtenspitzen.

Liebe Grüße ♥

Leni


Im Seifenblasen-Fieber

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Der Magie der Seifenblasen kann man sich nur schwer entziehen. Diese bunt schillernden, federleichten, tanzenden Gebilde üben auf Kinder wie auf Erwachsene gleichermaßen Faszination aus. Daher ist eine kleine Flasche Seifenblasen auch immer ein schönes, kleines Mitbringsel. Noch schöner, und ganz ohne Plastikmüll, ist es allerdings, wenn man die Seifenlauge selber herstellen kann.

Es gibt viele Seifenblasenrezepte, einige mit Glyzerin (wird allerdings aus Erdöl/Palmöl hergstellt), einige mit recht abenteuerlichen Zutaten wie Maissirup oder Guarkernmehl. Ich habe keins der Rezepte ausprobiert, kann also nicht berichten, ob eines dieser Rezepte wirklich den Erfolg bringt, den es verspricht. Aber die Rezeptur, die bei uns auf Anhieb funktioniert hat, ist folgende:

900 ml (eventuell destilliert, falls zu kalkhaltig) Wasser

4 El (etwa 60 ml) Spülmittel

1 TL Kleister (in Pulverform)

Die Mischung eine halbe Stunde ruhen lassen. In der Zeit haben wir aus Draht Schlingen gebogen und sie an Stöcken befestigt – und schon ging es los!

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Ich weiß übrigens nicht, was meinen Kindern mehr Spaß macht: das Pusten oder das Zerplatzen lassen der Blasen 😉

Liebe Grüße ♥

Leni


Wildkräutersuppe

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Der Frühling, wenn alles wieder anfängt zu sprießen, ist ein guter Zeitpunkt für eine Wildkräuterwanderung. Eine ganze Zeit lang, so schien es, waren Wildpflanzen in Vergessenheit geraten, doch in den letzten Jahren haben sie gerade wegen ihrer kulinarischen Bereicherung eine Renaissance erfahren. Doch welches Kraut kann ich essen und wo finde ich Wildkräuter? Die oberste Regel lautet: Was Du nicht hundertprozentig bestimmen kannst, das lass stehen! Denn ebenso wie im Reich der Pilze, gibt es auch schmackhafte Wildpflanzen, die ungenießbare oder gar giftige Doppelgänger haben. Und aus diesem Grund empfiehlt es sich, wenn man noch wenig oder keine Erfahrung mit Wildkräutern hat, eine geführte Wildkräuterwanderung mitzumachen. Die gibt es oft auch für Familien, so dass auf das Tempo und die Neugierde der Kinder besonders eingegangen wird.
Ansonsten gilt für „Anfänger“ (wie mich) nur Allerweltskräuter zu sammeln, die man auch wirklich ganz genau kennt. Was sich jetzt vielleicht etwas langweilig anhört (Allerweltskräuter), ist es keineswegs. Denn unter den vielen Wildkräutern, die man manchmal auch als Unkraut kennt, stecken wahre Schätzchen. Da wären zum Beispiel die Brennessel, die wegen ihren beeindruckenden Inhaltsstoffen auch gerne als Königin der Wildkräuter bezeichnet wird. Oder die Wegerich-Brothers, die jedem Wehwehchen etwas entgegenzusetzen haben. Oder Taubnessel, Gundermann, Giersch, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke und Nelkenwurz, um nur mal ein paar zu nennen.

Am besten sucht man sie dort, wo die Natur am wenigsten berührt ist, wo am besten keine Autos fahren und wo sich keine bekannten Hunde-Ausführ-Strecken befinden. Sonnige Tage nach Regenwetter bieten sich an, um mit einem Korb auf die Suche zu gehen. Und nur die hellen Frühjahrstriebe sollte man pflücken, und niemals ganze Pflanzen ausreißen.

Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die Wildkräuter zu verarbeiten. Das sollte man möglichst zügig und schonend machen, um die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu verlieren. Wie wäre es also mit einem Wildkräutersuppe?

wildkräuter

Bärlauchwald

Das Rezept:

  • 2 (große) mehlig oder vorwiegend festkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 EL Öl
  • 2 Bund Kräuter, z.B. Bärlauch, Brennessel, Giersch, Löwenzahn (nur wenig nehmen, er kann recht bitter schmecken), Sauerampfer, Spitzwegerich, Kerbel

Zwiebel und Knoblauch würfeln und im Öl anschwitzen, mit Gemüsebrühe löschen und die gewürfelten Kartoffeln hinein geben. 10 min. bei mittlerer Temperatur köcheln lassen. Kräuter waschen, grob hacken und mit in die Suppe geben. Ein, zweimal  umrühren, dann den Topf vom Herd nehmen und die Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – fertig! Wer möchte, kann die Suppe noch mit Gänseblümchen, Veilchen oder anderen essbaren Blumen dekorieren.

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„Mama, bist Du eigentlich eine Hexe?“, fragte mich mein Sechsjähriger als ich die Suppe gestern zubereitete. „Wieso?“ fragte ich zurück. “ Na, weil nur Hexen so fiese Sachen wie Brennnessel in Suppen werfen. Die brennen doch ganz doll, wenn man sie isst!“, antwortete er. Und wahrscheinlich kann ich für ihn jetzt tatsächlich hexen. Denn die Wildkräutersuppe hat nicht nur kein bißchen gebrannt, sie hat auch (nach anfänglicher Skepsis aller Kinder plus Mann) wirklich jedem geschmeckt.

Vielleicht Euch ja auch ;-)!

Liebe Grüße ♥

Leni


Unsere grüne Fensterbank – Sprossenanzucht

Sprossen

Jetzt, wo der Frühling vor der Tür steht, dreht sich alles um Wachstum. In der Natur, in unserem Körper, in unseren Köpfen. Das Thema ist latent immer allgegenwärtig. Manchmal kann man das Wachstum sehen, an der Kleidung, die den Kindern zu klein geworden ist über den Winter, oder in der Natur, wo die ersten Frühlingsblüher ihre Köpfe aus der Erde (oder mancherorts auch noch den Schnee) stecken. Doch manchmal geschieht es im Verborgenen, in den Gedanken, den Ideen. Ich finde es schön, das große Thema des Vorfrühlings auch den Kindern zu verdeutlichen. Die ersten Tomatensamen sind zwar schon in der Erde, brauchen aber gefühlt ewig, bis sie endlich keimen. Viele schneller geht es mit Sprossen. Klassisch, weil sie einfach und schmackhaft ist, ist die Kresse, die ohne Erde und großem Aufwand auf Watte wächst. Entdeckt habe ich aber für mich die Keimschale. Sie besteht aus einem Glas und einer Art Siebeinsatz, auf der die Samen gestreut werden. Das Glas wird bis zum Sieb mit Wasser gefüllt, so dass die Samen mit dem Wasser in Kontakt kommen. Und schon am nächsten Tag sind die ersten Samen gekeimt.

 

Auf der einen Hälfte ließen wir Radieschen wachsen, auf der anderen Alfalfa, die sich miteinander ein Wettwachsen lieferten. Die frisch gekeimten Radieschensprossen schmecken nussig, mild und passen wunderbar zu Salaten, die ein paar Tage weiter gewachsen Sprossen bilden lange Wurzeln und strecken ihr Grün in die Höhe, so dass sie wie Kresse einfach abgeschnitten werden zum Verzehr. Jetzt haben sie eine leicht scharfe, senfige Note und verleihen Gerichten aller Art oder Butterbroten eine tolle Würze. Die Alfalfasprossen sind nach ca. 7 Tagen (und erst dann) fertig zum Verzehr und sind genauso wie die anderen Sprossen und Keimlinge reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und Antioxidantien.

Sprossenbowl

Die Sprossen kommen übrigens ohne Erde aus, da die Samen einen Energiespeicher mit den wichtigsten Inhaltsstoffen, aus denen die wachsende Sprosse zehren kann, besitzen. Erst wenn die Pflanze größer wird, benötigt sie mehr Nährstoffe.

Neben Kresse, Radieschen und Alfalfa, eignen sich noch zur Sprossenzucht Getreidesorten wie Dinkel, Kamut und Roggen, aber auch Bockshornkleesamen, Brokkolisamen, Erbsen, Kichererbsen, Kürbissamen, Linsen, Mungbohnen, Rettich, Roggen, Rucola, Senf (gelb), und Sonnenblumenkerne.

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit Caros Grünzeug und dem Freutag

 


Dreikönigskuchen

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Waren das aufregende Wochen! Der weihnachtliche Zauber, die Zeit der Heimlichkeiten, des Glitzers und des Lichts. Gefeiert haben wir, gut gegessen und mit der Familie Zeit verbracht. Die Rauhnächte verschafften uns die Zeit, das alte Jahr würdig zu verabschieden und Pläne für das bereits auf der Schwelle stehende Jahr zu machen, das mit einem großen Knall plötzlich da war und jetzt immer noch so ruhig und unbeschrieben vor uns liegt. Und mit dem 6. Januar, dem Tag der drei heiligen Könige, endet nicht nur der Weg der Weisen zum Jesuskind, auch die Rauhnächte enden hier.

Sie waren nicht zu dritt, sie waren keine Könige und man kennt auch nicht ihren Namen – und doch hat sich das Brauchtum und die damit verbundene Symbolik der drei Könige aus dem Morgenland bis heute erhalten. Neben den Sternsingern gehört der Dreikönigskuchen, der in England als „King’s Cake“, in Frankreich als „Galette des Rois“ und in Spanien und Mexico als „Roscón de Reyes“ bekannt ist, zu den bekanntesten Traditionen, den der Tag der heiligen drei Könige mit sich bringt. Während die Rezepturen des Dreikönigskuchen durchaus unterschiedlich sind, haben alle Kuchen dennoch eine Gemeinsamkeit: es wird eine Münze, Bohne oder Porzellanfigur eingebacken, die denjenigen, der sie findet, für einen Tag zum Familienkönig macht. Ich weiß noch, wie vor einigen Jahren Freunde aus Frankreich uns vom „Bohnenkönig“ erzählt haben –  mir hat diese Tradition so gut gefallen, dass es seit dem auch bei uns am Tag der heiligen drei Könige (manchmal auch am darauf folgenden Sonntag, da der Dreikönigstag bei uns kein Feiertag ist) einen Königskuchen gibt, allerdings mit einer darin versteckten Mandel. Wer sie findet, darf sich die goldene Krone aufsetzen, ist der König oder in meinem Fall die Königin (was leider noch nie vor kam) für diesen Tag und darf ein Spiel bestimmen, das wir dann alle zusammen spielen.

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Für den Dreikönigskuchen nehme ich einen einfachen, süßen Hefeteig:

  • 500 gr Mehl (ich nehme immer gerne zumindest eine Hälfte Vollkornmehl)
  • 1/2  Würfel Hefe
  • 3 Esslöffel Honig (oder Zucker)
  • 1 Prise Salz
  • 60 gr weiche Butter
  • 225 ml warme Milch (je höher der Anteil an Vollkornmehl ist, desto mehr Flüssigkeit benötigt man)
  • 1 Ei
  • eine Mandel

Die Zutaten zu einem Teig verkneten und mindestens eine halbe Stunde gehen lassen. Wenn der Kuchen schon (wie bei uns) zum Frühstück auf den Tisch kommen soll, empfiehlt es sich den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen zu lassen. Danach den Teig nochmals durchkneten, zu einer großer und 8 kleineren Kugeln formen, die Mandel in eine der (kleinen) Kugel verstecken und auf dem Backblech in Form einer Blume arrangieren. Wenn man möchte, kann man den Kuchen noch mit einem verquirlten Ei bestreichen  – ich lasse ihn gerne pur und bestäube ihn nach dem Backen mit Puderzucker. Die Backzeit beträgt 20-30 Minuten bei 180 Grad Umluft (vorgeheizt).

Ich gebe extra wenig Zucker in den Teig, weil die Kinder ihr Stück Kuchen gerne mit Butter und Marmelade essen.

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Eine Krone für den König ist schnell gebastelt. Zum Beispiel aus der restlichen Goldfolie, die noch von Weihnachten herum liegt. Oder goldfarbenen Tonpapier. Etwas anspruchsvoller, aber dafür jedes Jahr wiederverwendbar, ist eine Krone aus Filz oder ein gehäkeltes Krönchen.

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Der Dreikönigstag verabschiedet (für uns) die wunderbare Weihnachtszeit, und mit dem 6. Januar enden (meistens) für uns auch die Weihnachtsferien. Am Morgen, wenn alle Kinder wach sind, und die drei Könige die Krippe erreicht haben, darf sich reihum jeder ein Stück des Kuchens aussuchen. Derjenige, der die Mandel in seinem Stück entdeckt, bekommt die goldene Krone und den Umhang. Auch wenn die Kinder, die die Mandel nicht gefunden haben, im ersten Moment enttäuscht sind – eigentlich freuen sich kurz danach alle darauf, zusammen ein Spiel zu spielen, den restlichen Kuchen zu essen und den letzten Ferientag zu genießen.

Ich wünsche Euch einen schönen Dreikönigstag!

Liebe Grüße ♥

Leni


Honig-Marzipan und Rentiernasen

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Die Adventszeit ist von vielen Ritualen und Bräuchen geprägt. Die Feststimmung ist überall zu spüren. Es wird gebastelt und gebacken, genascht und gesungen. Besonders gerne naschen wir Marzipan, das gehört für mich zur Adventszeit wie Tannengrün und Weihnachtslieder. Bevor der Adventstrubel los geht, stelle ich noch schnell das Marzipan her, es hält sich sehr lange (aber Achtung: der Duft bei der Zubereitung lockt immer kleine Helfer an!). Am liebsten mag ich Honigmarzipan. Das ist nicht ganz so süß, wie normales Marzipan, und hat ein feines Aroma. Noch von unserem Besuch beim Imker, haben wir einige Töpfchen Honig übrig, ein Stück vom Frühling, den die Bienen gesammelt und konserviert haben.

Man braucht:

100 gr Mandeln (mit Haut)

50 gr Honig (alternativ vegan mit Kokosblütensirup)

1 TL Rosenwasser (gibt es in der Apotheke)

3 Tropfen Bittermandelaroma

So geht´s:

Die Mandeln mit heißem Wasser übergießen und dann die braune Haut abpellen. Man kann auch direkt weiße Mandeln kaufen, allerdings habe ich (bis jetzt) noch keine in guter Qualität gefunden. Die Mandeln mit dem Mixer oder Pürierstab fein hacken, ab und zu auflockern und so lange weitermachen bis es eine Mandelmasse ergibt. Dann Honig, Rosenwasser und Bittermandelaroma dazu geben und so lange verkneten, bis die Masse geschmeidig ist. Die Masse zu einer Rolle oder einem Rechteck formen und gegebenenfalls weiterverarbeiten.

*Hat man nicht das Equipment oder einfach nicht so viel Zeit, kann man auch bereits gemahlene Mandeln nehmen. Die sind in der Regel etwas trockener, daher braucht man eventuell etwas mehr (Rosen-)Wasser.

Marzipankartoffeln

Aus der herrlich duftenden Honigmarzipanmasse mache ich Marzipankartoffeln oder wie die Kinder sagen: Rentiernasen! Die bringt Rudi, unser Adventswichtel mit (bei ihm zu Hause ist das eine Delikatesse ;-)). Dazu formt man kleine Kugeln aus der Masse und wälzt sie in einem Gemisch aus Kakao und Puderzucker (1:2). Nett verpackt, machen sie sich aber auch prima als adventliche Aufmerksamkeit für Freunde und Bekannte.

Den Rest des Marzipans verbrauchen wir dann in der Weihnachtsbäckerei, für Bethmännchen, oder ummanteln kleine Marzipanstücke mit flüssiger Schokolade (so lecker!).

Ich wünsche Euch einen schönen Mittwoch!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 


Teezeit

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Als erstes mal ein Geständnis: ich trinke keine Kaffee. Ich weiß, ich bin da in der Minderheit, und der stetig steigenden Anzahl an Coffeeshops zufolge, werden wir (Nicht-Kaffeetrinker) auch immer weniger. Ich mochte übrigens auch noch nie Kaffee. Weder mit Milch, noch mit Zucker, noch mit beiden. Weder bei Müdigkeit, bei Stress oder in geselliger Runde. Aber Tee. Ja, Tee trinke ich hin und wieder gerne. Nicht täglich mehrere Tassen. Aber wie heimelig ist es doch, mit einer Tasse Tee in der Hand auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen, während es draußen kalt ist und der Regen an die Scheibe prasselt. Als ich ein Kind war, hatten wir immer Teedosen mit herrlich duftenden Teemischungen in der Küche stehen. Mittlerweile ist meine „das-muss-ich-nicht-kaufen-sondern-kann-es-selber-machen“- Vorliebe auch beim Tee angekommen und so experimentiere ich seit zwei Jahren an meinen eigenen Teemischungen mit Kräutern, Blättern und Früchten aus dem Garten.

Sommerblumen

Und das mache ich so: zu den ein bis zwei Hauptkräutern (die für den Anlass, die Beschwerde oder die Wirkung entscheidend sind) gebe ich für den Geschmack ein paar Lieblingskräuter dazu und fülle mit Beerenblättern oder Blumenblüten (Rose, Malve) auf. Unten habe ich die Kräuter aufgelistet, die ich immer wieder für verschiedene Mischungen nehme. Die Auflistung ist so zu verstehen, dass nicht alle Kräuter und Früchte auf einmal in den Tee kommen (müssen), sondern immer nur ein oder zwei Komponenten je Kategorie.

Teekräuter (2)

Meine Favoriten sind:

Erkältungstee

Hauptkräuter: Salbei, Oregano, Thymian, Holunderblüten

Geschmackskräuter:  Zitronenmelisse, Kamille, Zitronenverbene

Füllkräuter: Brombeer,- oder Himbeerblätter, Kamille

Magen/Darmtee 

Hauptkräuter: Fenchel, Anis, Dill (Samen)

Geschmackskräuter: Apfelstücke

Füllkräuter: Rosen,- oder Malvenblüten

Wintertee         

Hauptkräuter: Ringelblumenblüten, Melisse, Ananassalbei,

Geschmackskräuter: Zimt, Vanille, Hagebutte, Orangenschalen

Füllkräuter: Kornblumen, Erdbeerblätter

Frühlingstee    

Hauptkräuter: Minze, Hibiskus, Apfel

Geschmackskräuter: Waldmeister (nur in kleinen Mengen), Erdbeeren

Füllkräuter: Gänseblümchen, Frauenmantel

Kindertee          

Hauptkräuter:   Apfelstücke, Hagebutte, Hibiskus, Pfefferminze 

Füllkräuter: Brombeer-, Himbeerblätter, bunte Blüten

Teezeit

Was ist Euer Lieblingstee?

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Wie wir Michaeli feiern

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Mit der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche beginnt für uns die Michaeli-Woche. Jetzt kommen neben den Herbstschätzen auch der Drache und der Ritter Georg auf den Jahreszeitentisch und die Kinder basteln sich Schwerter aus Holzbrettern oder Stöcken. Das Michaelsfest haben wir erst im Waldorfkindergarten kennengelernt und dann, einfach weil unsere Kinder es immer so toll fanden, nach der Kindergartenzeit der Schulkinder (sie gehen ja leider nicht auf eine Waldorfschule) mit in unser Familienjahr übernommen.

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Michaeli (29.9.) gehört neben Sankt Martin (11.11.) und Sankt Nikolaus (06.12.) zu den drei Festen, die bildhaft dazu beitragen sollen, uns auf Weihnachten vorzubereiten. Der Erzengel Michael ist es, der in der biblischen Darstellung den Teufel in Gestalt eines Drachens im Himmelreich besiegt. Der Legende nach besiegt der Ritter Georg hingegen einen Drachen auf der Erde und befreit damit eine Königstochter, die geopfert werden sollte. Beide Gestalten stehen bildhaft für Mut, Tapferkeit und Willenskraft, die sich gegen das Böse richtet. Mit dem Schwinden des Lichts und der Wärme (die Tag-und Nacht-Gleiche), schwinden auch die Lebenskräfte der Natur. Alle Zeichen stehen auf Rückzug, Vergänglichkeit und Ruhe und Abschied von der Fülle und der Leichtigkeit des Sommers. Mit der Herbstzeit beginnt die innere Einkehr, die Suche nach unserem inneren Licht (das an Weihnachten wiedergeboren wird). Wir kämpfen gegen die Schwere, die die Dunkelheit und Kälte mit sich bringt. Das Michaelsfest erinnert uns daran stark und mutig zu sein, unsere guten Kräfte zu wecken, uns unseren Aufgaben zu stellen und uns der Wahrheit verpflichtet zu fühlen.

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Für die Kinder (besonders für meine Jungs) ist die Geschichte des Ritters Georg, der mutig mit seinem Schwert einen Drachen besiegt, natürlich sehr ansprechend. Wir lesen in dieser Woche meistens am Abend ein Märchen, eine Geschichte oder Sage rund um Ritter und /oder Drachen wie „Die Königstochter in der Flammenburg“ oder auch die „Siegfried“-Sage (ein wenig entschärft). Und manchmal erzählen sie sich selbst kleine Geschichten, die da dann von Jedi handeln (an Star Wars kommt anscheinend keiner vorbei), die gegen das Böse kämpfen. Aber auch mich, muss ich sagen, bestärken die Geschichten rund um Sankt Michael darin, mich gegen das zu stellen, was auf der Welt und um uns herum passiert. Lügen, Zerstörung, Gewalt und den unstillbaren Konsum.

Wenn es das Wetter (und der Terminkalender) zu lässt, gehen wir Drachen steigen lassen. Wir haben die Flugdrachen tatsächlich in Drachenform, so werden die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes zu Drachenbändigern 😉 .

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Unser Waffenarsenal, was Holzschwerter, Lanzen, Schilde und Bögen betrifft, ist nach den all den Jahren beträchtlich; dennoch macht es den Jungs immer noch Spaß neue Schwerter und Lanzen zu basteln, zu schnitzen und zu sägen. Und es ist so schön zu sehen, wie stolz sie sind, wenn sie dann ihr eigenes (oft noch recht krumm und schiefes) Schwert tragen. Auch eine kleine Mutprobe gehört zu Michaeli dazu. Mal ist es ein Sprung vom Baum auf Kissen und Laub, mal ein Kampf gegen den schwarzen Ritter (mein Mann).

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Das eigentliche „Fest“ ist das Abendessen, welches wir meistens am Samstag oder Sonntag um den 29. September herum gemeinsam zubereiten. Dafür backen wir ein Brot in Form eines Drachens (manchmal braucht man ein wenig Fantasie, um ihn zu erkennen), der mit Cashewkernen als Klauen und Mandel als Rückenschuppen bestückt wird. Dazu gibt es Drachenblutsuppe – eine einfache Tomatensuppe aus den letzten, aromatischenTomaten aus unseren Garten (oder gekauften Tomaten, wenn der Frost früher kam als gedacht). Schwierig ist es dann nur noch zu entscheiden oder zu losen, wer den (Brot-) Drachen dann als Erster anschneiden darf.

Michaeli

Feiert Ihr Michaeli? Und wenn ja, wie?

Ich wünsche Euch weiterhin wunderbare Herbsttage!

Liebe Grüße ♥

Leni


Brotboxen-Mantra und poppige Power-Muffins

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Drei Schulkinder haben wir jetzt. Auch mein wildester, kleiner Kerl sitzt jetzt am Vormittag in seiner Klasse und lernt Lesen, Schreiben und Rechnen. So unterschiedlich wie die Kinder sind, so leicht oder schwer fällt ihnen auch der Schulalltag. Das frühe Aufstehen, für den einen überhaupt kein Problem, für den anderen jeden Tag eine Überwindung, egal wie früh man am Vorabend ins Bett gegangen ist. Das Lerntempo in der Schule, das soziale Gefüge, die Hausaufgaben und vieles mehr, nehmen meine Kinder ganz unterschiedlich wahr. Wenn ich dann merke, dass es für eins meiner Kinder ein „schwerer“ Tag wird, stecke ich in seine Brotbox ein kleines Kärtchen. Für die Kinder, die schon lesen können, mit einem lieben Satz auf der einen und einem kleinen Rätsel oder einer Aufmunterung auf der anderen Seite (geschrieben mit Bleistift, damit ich immer wieder etwas Neues darauf schreiben kann), für meinen Erstklässler mit Symbolen und Bildern.

Angefangen hatte ich damit vor zwei Jahren, nur mit einem kleinen Zettelchen in der Brotbox, als mein ältester Sohn sein erstes Referat halten sollte und ganz aufgeregt war. Weil er sich so riesig darüber gefreut hatte, schrieb ich ihm immer wieder mal kleine Nachrichten und Rätsel (er knobelt so gerne und irgendwann lösten auch seine Mitschüler die kleinen Rätsel begeistert mit). Und auch bei meinen anderen Kindern merke ich, dass es ihnen hilft, liebe und aufbauende Worte immer wieder zu lesen und auch so ein bißchen zu einem Mantra werden zu lassen, gerade wenn sie sich im Schulalltag mal verlassen oder gestresst fühlen.

Brotboxen (2)

Den längsten Tag haben an unserer Schule alle Kinder mittwochs mit 5 bzw. 6 Schulstunden.  Damit meinen Jungs der Tag nicht zu lang wird, bekommen sie dann immer Obst-Nuss-Muffins in die Brotbox. Die lassen sich prima schon am Dienstagabend vorbereiten, schmecken wirklich lecker (auch wenn nicht so schön wie „richtige“ Muffins aussehen, sagt mein Sohn ;-)) und liefern einiges an Energie.

Knusprige Muffins:

6 große oder 10 kleine Muffins:

60 gr Mehl (Dinkel-, oder Weizenvollkornmehl)

50 gr gemahlene Haselnüsse

20 gr Rohrohrzucker oder Honig

25 gr Amarant Pops

1 großes oder zwei kleine Eier

50 gr Rapsöl

1 Prise Salz

1 Prise Zimt oder Vanille

150 gr Obst (z.B. Blaubeeren oder Äpfel oder Pfirsiche oder Obstsalat)

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf die Amarant Pops und das Obst verrühren. Obst klein schneiden (die Beeren nicht) oder zusammen mit den Amarant Pops unter die Teigmasse geben. In kleine Portionen auf das Backblech oder in Muffinförmchen geben und bei 180 Grad Umluft 20 (kleine Portion) oder 30 Minuten backen.

Herbstmood

Liebe Grüße

Leni

 

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