Mandarinenkisten-Garten

Mandarinenkistengarten

Eine kleine Tradition bei uns im Februar ist der Mini-Garten, den die Jungs jedes Jahr neu anlegen. Mal in einer alten Keksdose, mal in einer Mandarinenkiste, was eben gerade zur Hand ist. Die Mandarinenkisten (die ich ganz oft behalte, weil ich immer denke, dass man mit denen bestimmt noch irgendwas anfangen kann), muss man vorher noch mit ein wenig Folie auskleiden, damit durch die Ritzen weder Erde noch Wasser kommt. Und dann kann es losgehen. Ob Bauernfelder, Hühnerauslauf oder Schrebergarten – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, genauso wenig wie der Auswahl an Samen. Vielleicht ein paar Sonnenblumensamen, die vom Vogelfutter übrig sind, Kresse, Bohnen- oder Zitronenkerne, Getreide oder Blumensamen?

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Tag um Tag verändert sich der Garten, von ordentlich gepflegt zu ziemlich verwildert, er will gewässert und gepflegt werden – bis er dann so verfilzt ist, dass wir ihn auflösen müssen. Die Kresse kommt aufs Brot, die Bohnen (hier: dicke Bohnen, die schon früh raus dürfen) ins Beet, das Getreidegras zu den Hühnern und die Sonnenblumen (die man übrigens als Sprossen auch essen kann) dürfen in Töpfen weiterwachsen.

Und was drinnen im Kleinen so viel Spaß gemacht, geht jetzt im März auch draußen weiter: die Winterschläfer haben (zumindest bei uns – ich habe vor ein paar Tagen abends einen Dachs durch unsere Straße laufen sehen) schon ihr Quartier verlassen und das bedeutet, dass wir jetzt im Garten aufräumen und die Beete neu anlegen können!

 

Liebe Grüße ♥

Leni


Hühner im Garten

Henni1

Fast drei Jahre haben wir jetzt unsere Hühner, und mir ist aufgefallen, dass ich noch gar nicht viel zu ihnen geschrieben habe. Auf Instagram habe ich neulich mal dazu aufgerufen, mir Fragen zu den Hühnern zu stellen, schließlich gibt es ja (glücklicherweise) immer mehr Familien, die sich überlegen Hühner in ihren Garten zu halten. Dass es so viele Fragen werden würden, und so viel Interesse an der Hühnerhaltung besteht, hätte ich dann doch nicht gedacht. Deshalb habe ich die Fragen mit herüber auf den Blog genommen, um sie alle und ausführlicher beantworten zu können und auch allen anderen Lesern nicht vorzuenthalten.

Mit drei Hühnern haben wir damals angefangen, und halten mittlerweile 6 Hühner in unserem Garten. Rosie, Priscilla, Frieda, Henni, Braunie und Ente heißen unsere Hennen, jeder aus unserer Familie hat eine eigene. Wir freuen uns über ihre Eier – sollten sie aber später mal keine Eier mehr legen, dürfen sie trotzdem bis an ihr Lebensende bei uns bleiben. Einen Hahn hätten wir zwar auch gerne, aber die Nachbarn ringsum fanden nur die Hühner akzeptabel, einen tagtäglichen Weckruf jedoch nicht, weshalb die Damen unter sich bleiben (müssen).

Braucht man einen Hahn?

Nein. Hennen legen auch ohne Hahn Eier und kommen (in kleinen Gruppen) auch prima ohne Hahn aus.

Kann ich einfach so Hühner halten?

Die Haltung von Hühnern ist selbst in Wohngebieten in der Regel erlaubt, bei Mietern ist das Einverständnis des Vermieters natürlich einzuholen. Ich glaube, wichtig ist es im Vorfeld die Nachbarn mit ins Boot zu holen – das kann Ärger jeglicher Art ersparen.

Muss ich Hühner irgendwo melden?

Bei uns in NRW muss man die Hühner der Tierseuchenkasse melden und zahlt (für 6 Hühner) 10 Euro im Jahr.

Eier

Stinken Hühner?

Nein, eigentlich nicht. Es riecht nach Tier, ja, aber ich finde, die Kaninchen, die wir mal hatten rochen strenger.

Wieviel Zeit und Arbeitsaufwand nehmen Hühner in Anspruch?

Jeden Tag die Hühner morgens raus lassen und abends wieder in den Stall bringen, frisches Wasser, frisches Futter und den Stall grob ausmisten, zwei mal die Woche komplett ausmisten. Vielleicht 10-20 Minuten am Tag? Die meiste Zeit beschäftigen sich meine Jungs mit den Hühnern (das Ausmisten bleibt aber ehrlicherweise irgendwie immer an mir und meinem Mann hängen, ähem).

Wieviel Platz brauchen Hühner? Wie groß müssen Stall und Auslauf sein?

Nach EU-Bio-Verordnung teilen sich 6 Hennen einen Quadratmeter begehbare Fläche im Stallraum und vier Quadratmeter Auslauf pro Huhn ist vorgeschrieben. Größer ist natürlich immer schöner. Unser Stall ist vielleicht 2-2,5 Quadratmeter, der Auslauf ist etwa 60 Quadratmeter groß (auf dem Bild unten war er noch mit drei Hühnern wesentlich kleiner – und grüner). Außerdem dürfen die Hühner (wenn wir da sind) in den restlichen Garten.

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Stimmt es, dass man den ganzen Garten voll Hühnerkacke hat?

Ähm…ja! Hühner lassen alles fallen, wo sie gerade stehen und laufen. Barfuß durch den Garten gehen, führt also manchmal zu unangenehmen Überraschungen.

Wohin mit dem Hühnermist?

Wir packen ihn auf den Kompost. Das gibt einen richtig guten Dünger für die Pflanzen.

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Welches Futter füttert man Hühnern am besten?

Neben dem „normalen“ Hühnerfutter, bekommen unsere Hühner noch ein Ergänzungsfutter mit Austernschalen (Kalk) und Frischfutter (was gerade an Abfall aus der Küche anfällt, mal Reis oder Salatblätter, Nudeln oder kleinen Möhrenstücke). Aber am allerliebsten fressen sie Wassermelonen im Sommer, gekochte Kartoffeln und Spaghetti.

Machen Hühner viel kaputt im Garten?

Klares JA. Sie scharren den Rasen weg, die Blumenzwiebeln aus und picken Gemüse und Kräuter weg. Man muss also Hühner-Sperrzonen einrichten, wenn man auch noch einen Kohlrabi ernten will oder weiterhin Blumen im Garten schätzt. Aber dafür, das muss man ihnen lassen,  haben die Hühner diese fiesen, gefräßigen Nacktschnecken komplett vertrieben (oder besser verspeist?).

Kann man verschiedene Rassen zusammenhalten?

Wir haben einen Sperber, einen Marans, einen Königsberger, einen Araucaner, einen Sussex und ein schwedisches Blumenhuhn – und es klappt prima. Hühner sind zum Glück keine Rassisten.

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Werden Hühner zutraulich?

Absolut! Wenn man sich mit ihnen beschäftigt, werden sie sogar zum Teil sehr anhänglich. Bei einem Huhn muss ich immer die Tür vom Haus in den Garten schließen, sonst ist sie drinnen und läuft durch die Zimmer. Und alle Hühner haben einen unterschiedlichen Charakter. Bei uns gibt es die freche, die gemütliche, die Glucke (unsere Oberhenne), die scheue, die abenteuerlustige und die, die immer am schnellsten angerannt kommt, wenn man sie ruft.

Was macht man, wenn das Huhn krank wird?

Ich habe schon ein paar Mal gedacht, ein Huhn wäre krank. Zum Glück, war es dann nur in der Mauser oder ihm machte die Hitze im Sommer zu schaffen. Einmal jedoch lag eines unserer Hühner ganz plötzlich und ohne Vorwarnung tot im Garten. Wir wissen bis heute nicht wirklich, warum und woran es gestorben ist. Aber mit kranken Hühner würden wir (wie mit jedem anderen Tier auch) zum Tierarzt gehen. Auch wenn manche Menschen finden, dass die (vielleicht hohen) Tierarztkosten für ein krankes Huhn, das ja (in der Regel) einen sehr geringen Anschaffungspreis hatte und als Nutztier angesehen wird, in keinem Verhältnis stehen – wir sehen unsere Hühner als Haustiere an und würden, wenn sie (wirklich) mal krank sind, sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Hühnerfütterung

Ich hoffe, ich konnte denen, die sich für Hühner interessieren, einen kleinen Einblick geben. Wenn Ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar. Ich würde mich freuen.

 

Liebe Grüße ♥

Leni


Wachsen

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Im Januar halte ich tatsächlich noch meine Füße still, aber sobald das Kalenderblatt sich auf Februar wendet, kribbelt es in meinen Fingern. Das Saatgut ist sortiert, der Beetplan für dieses Jahr ist auch schon (fast) fertig. Die Saatgutkataloge flattern so langsam ins Haus und locken mit Altbewährtem und Neugezüchtetem, mit Raritäten und Kuriositäten. Seit Wochen schon sammele ich Eierschalen für die Aussaat und freue mich darüber, dass der Herr (oder Frau) Maulwurf endlich wieder aktiv ist und frische Hügel in unserem Garten hinterlässt. Vom gepflegten, englischen Rasen haben wir uns schon vor Jahren verabschiedet, Kinder und Hühner sei Dank, daher ärgern uns auch Erdansammlungen nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil. Die Maulswurfserde ist, gemischt mit Sand aus dem Sandkasten, meine liebste und zudem kostenlose Aussaaterde.

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Ich warte noch bis Mitte Februar bis die Tomatensamen in die Erde kommen, aber Schnittlauch, Kresse und Schnittknoblauch stehen bereits auf der Fensterbank und auch der Mini-Garten der Kinder wird bald angelegt (wenn ich nur die alte Keksdose, die wir immer verwendet haben wiederfinden würde) und dann wird auch der dicke Bohnen-Wettbewerb eröffnet (welche Bohne wächst am schnellsten?).

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Ihr seht, ich bin voller Vollfreude. Und nicht nur ich. Bei „Hej Hanse“ werden gerade Saatgutbänder gebastelt, die Hackbauern haben schon ausgesät und berichten von ihrer Pflanzenlampe, Uli von Lowredeyes hat noch Samenscheiben in petto und über die schönen Samentütchen von den Naturkindern freue ich mich jedes Jahr aufs Neue.

Tontöpfe

Und noch etwas sehen wir gerne beim Wachsen zu. Den Frühlingszwiebelblumen. Hätte ich im Herbst daran gedacht, ein paar Blumenzwiebeln nicht in die Erde, sondern in einen Topf zu pflanzen, dann wäre mir der Gang ins Gartencenter erspart geblieben (und vor allem die Abteilung mit den Saatgut, die -löblich, löblich – jetzt auch Biosaatgut von meinen bevorzugten Saatguterzeugern führt). Aber sei es drum. Schnell umgetopf in ein Glas, können die Kinder nicht nur darüber staunen, wie schnell die Traubenhyazinthen ihre Blütenstengel nach oben schieben, sondern sehen auch die Entwicklung des Wurzelwerks unterhalb der Zwiebel. Aber am erstaunlichsten finde ich immer wieder, wie überhaupt aus so einer kleinen, unscheinbaren, fast vertrocknet wirkenden Traubenhyazinthenzwiebel so viel blühendes Leben wächst.

Frühlingsblüher

Was darf bei Euch wachsen (außer Liebe) ?

Liebe Grüße ♥

Leni

 


Teezeit

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Als erstes mal ein Geständnis: ich trinke keine Kaffee. Ich weiß, ich bin da in der Minderheit, und der stetig steigenden Anzahl an Coffeeshops zufolge, werden wir (Nicht-Kaffeetrinker) auch immer weniger. Ich mochte übrigens auch noch nie Kaffee. Weder mit Milch, noch mit Zucker, noch mit beiden. Weder bei Müdigkeit, bei Stress oder in geselliger Runde. Aber Tee. Ja, Tee trinke ich hin und wieder gerne. Nicht täglich mehrere Tassen. Aber wie heimelig ist es doch, mit einer Tasse Tee in der Hand auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen, während es draußen kalt ist und der Regen an die Scheibe prasselt. Als ich ein Kind war, hatten wir immer Teedosen mit herrlich duftenden Teemischungen in der Küche stehen. Mittlerweile ist meine „das-muss-ich-nicht-kaufen-sondern-kann-es-selber-machen“- Vorliebe auch beim Tee angekommen und so experimentiere ich seit zwei Jahren an meinen eigenen Teemischungen mit Kräutern, Blättern und Früchten aus dem Garten.

Sommerblumen

Und das mache ich so: zu den ein bis zwei Hauptkräutern (die für den Anlass, die Beschwerde oder die Wirkung entscheidend sind) gebe ich für den Geschmack ein paar Lieblingskräuter dazu und fülle mit Beerenblättern oder Blumenblüten (Rose, Malve) auf. Unten habe ich die Kräuter aufgelistet, die ich immer wieder für verschiedene Mischungen nehme. Die Auflistung ist so zu verstehen, dass nicht alle Kräuter und Früchte auf einmal in den Tee kommen (müssen), sondern immer nur ein oder zwei Komponenten je Kategorie.

Teekräuter (2)

Meine Favoriten sind:

Erkältungstee

Hauptkräuter: Salbei, Oregano, Thymian, Holunderblüten

Geschmackskräuter:  Zitronenmelisse, Kamille, Zitronenverbene

Füllkräuter: Brombeer,- oder Himbeerblätter, Kamille

Magen/Darmtee 

Hauptkräuter: Fenchel, Anis, Dill (Samen)

Geschmackskräuter: Apfelstücke

Füllkräuter: Rosen,- oder Malvenblüten

Wintertee         

Hauptkräuter: Ringelblumenblüten, Melisse, Ananassalbei,

Geschmackskräuter: Zimt, Vanille, Hagebutte, Orangenschalen

Füllkräuter: Kornblumen, Erdbeerblätter

Frühlingstee    

Hauptkräuter: Minze, Hibiskus, Apfel

Geschmackskräuter: Waldmeister (nur in kleinen Mengen), Erdbeeren

Füllkräuter: Gänseblümchen, Frauenmantel

Kindertee          

Hauptkräuter:   Apfelstücke, Hagebutte, Hibiskus, Pfefferminze 

Füllkräuter: Brombeer-, Himbeerblätter, bunte Blüten

Teezeit

Was ist Euer Lieblingstee?

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Herbstblätter und Quitten

fallenderblätter

War das nicht ein herrliches Herbstwochenende? Wir konnten uns kaum an den herrlichen Herbstfarben satt sehen. Daher konnten wir eigentlich nur eins machen, eine Wanderung durch den Herbstwald. Wandern mit Kindern ist ja immer so Ding. Entweder sie finden Stöcke, Pilze, gefährliche Abhänge oder Wurzeln zum Klettern, dann ist alles prima und sie schaffen 6 bis 8 km oder Gemurre oder aber der Wanderweg führt über breite asphaltierte Strassen oder kinderwagentaugliche Wege und man kann (im besten Fall) übel gelaunte Kinder hinter sich her ziehen. Will sagen: die Auswahl des Wanderwegs will gut durchdacht sein!

Essigbäume

Noch ein Tipp. Immer einen Beutel (oder ein Körbchen) mitnehmen. Wir kommen nie, aber auch wirklich nie ohne Herbstschätze aus dem Wald wieder. Und mit piksigen Bucheckerschalen oder einigen Zapfen in den Hosentaschen lässt es sich nicht mehr ganz so gut wandern (autsch).

itsme

Mein liebstes Sammelobjekt sind gerade bunte Blätter. An denen kann ich nur schwer vorbei gehen. Letztes Jahr haben wir die Blätter in Wachs konserviert, dieses Jahr presse ich sie einfach in der Blumenpresse. Die ersten fertigen Blätter hat mein Sechsjähriger mit Nadel, Faden und seinem Lieblingsstock zu einem kleinem Mobile verarbeitet (und ist super stolz darüber. Und ich erst ;-)).

Blätter-Mobile

Das zweite Vorhaben an diesem Wochenende war die Quitten endlich zu verarbeiten. Mehrer Körbe voller zitronengelben, wohlriechenden Früchten warteten schon ungeduldig darauf entsaftet zu werden. Eigentlich kann man Quitten recht lange lagern. Da aber die Jungs fürs Ernten zuständig waren, und sie die Früchte mehr runtergeschüttelt haben als gepflückt (geht ja schließlich auch schneller, meinten sie), dachte ich mir, dass eine zügige Weiterverarbeitung wohl sinnvoll wäre.

Quitten

Die beste (und einzige?) Methode den Quitten ihren leckeren Saft zu entlocken ist das Entsaften im Dampfkochtopf. Denn obwohl die Quitten den Äpfeln ähnlich sehen – sie sind ganz das Gegenteil, nämlich knüppelhart.

Quittengelee1

Quitte

Alle Quitten haben wir dieses Wochenende noch nicht geschafft zu entsaften (immerhin wollten diese ungewöhnlich warmen und sonnigen Oktobertagen genossen werden) – aber immerhin können wir einige Gläser mit dem glibberigen und absolut köstlichen Quittengold jetzt für den Winter einlagern.

Quittengelee

Wie war Euer Wochenende?

Liebe Grüße

Leni

P.S.: Liebe Gesa, das Quittengelee geht diese Woche noch auf die Reise ;-)!

P.P.S.: Mehr Wochenenden gibt es bei WiB nachzulesen.


Herbstkönig

Blätterkrone6

Ich liebe diese Herbstfarben. Den Nebel am Morgen. Das Rascheln der Blätter unter den Füßen. Die schönsten Herbstblätter nehmen wir mit nach Hause, pressen sie in der Blumenpresse oder konservieren sie in flüssigem Wachs. Für Girlanden und Mobiles, Bilder und einfach so zum Basteln. Aus den großen Ahornblättern machen wir jedoch etwas besonderes: Blätterkronen.

Dafür falten wir das Ahornblatt und entfernen den Stengel. Diesen benutzen wir dann als Verbindung zweier Blätter miteinander, in dem wir den Stengel durch beide Blätter zweimal stecken. Eine ähnliche Anleitung für die Blätterkrone  habe ich auch hier gefunden.

Blätterkrone3

Wir haben hier gleich zwei Herbstkönige gekrönt – vielleicht kommt ja noch der ein oder andere dazu ;-)!

Liebe Grüße

Leni

 

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Creadienstag

HoT

Caros Grünzeug

 


Wir feiern Erntedank

DahlienundKastanien2

Ich glaube, wenn man Obst und Gemüse (wenn auch nur im Kleinen) selber anbaut, bekommt man erst ein Gefühl dafür, wie wunderbar das Zusammenspiel von Sonne und Regen, Erde und Pflanzen, Nützlingen und Schädlingen funktioniert, und wie abhängig der Mensch doch eigentlich davon ist, dass sich alles so gut zusammenfügt. Wenn man einen feinen, kleinen Samen im Frühjahr in die Erde brachte, hegte und pflegte bis eine stattliche Pflanze daraus wuchs, und im Spätsommer dann die wortwörtlichen Früchte der ganzen Arbeit genießen durfte, wird man tatsächlich ein wenig demütig. Und vor allem dankbar. Für den Reichtum der uns umgibt. Für die Sorglosigkeit. Sicher, selbst durch Ernteausfälle ist unsere Existenz hier nicht wirklich bedroht, und die Supermarktregale sind täglich voll mit allen möglichen Nahrungsmitteln. Daher mag das Erntedankfest für viele Menschen vielleicht die Bedeutung verloren haben. Für uns aber stand das vergangene Wochenende fest im Zeichen von Erntedank.

Quittentransport

Romanesco

Trauben

Am den Tagen vorher, haben wir die Quitten (so viele Früchte hatten wir noch nie am Baum) und Trauben, die noch verbliebenen Kürbisse und Kohlköpfe gepflückt und geerntet, die letzten Dahlien vom Selberpflück-Feld geschnitten und sind noch einmal über die Wiesen gezogen, um Kastanien und Nüsse zu sammeln (egal wieviel Körbe voll Kastanien wir schon zu Hause haben, an diesen glänzenden Handschmeichlern können wir einfach nicht vorbei gehen).

Oktobermagie

Am Samstag waren wir dann noch auf dem Herbstmarkt von Schloss Dyck. Meine Schwiegermutter wohnt ganz in der Nähe, weshalb wir, wann immer wie bei ihr zur Besuch sind, einmal durch den Schlosspark spazieren und zu diesem Zweck eine Dauerkarte besitzen. Jetzt im Herbst bildet das bunte Laub der vielen verschiedenen Bäume eine traumhafte Kulisse für den Markt.

Kürbisse

Während wir das Herbstfest Michaeli im kleinen, familiären Rahmen und mehr für uns zelebrieren, feiern wir das zweite Herbstfest, Erntedank, mit Freunden, der Gemeinde und dem ganzen Dorf.  Die Kinder bringen ihre Körbchen mit Herbst- und Ernteschätzen mit, die später zusammen um den Altar herum drapiert werden, die Blaskapelle spielt „Alle Guten Gaben“ und nach dem Gottesdienst sitzen alle noch bei Apfel- und Pflaumenkuchen beieinander, während die Kinder nach dem größten Kürbis und der größten Zucchini suchen.

Dankbarkeit, für das was uns die Natur schenkt oder (wenn man es von der christlichen Seite her sieht) für die Gaben, die von Gott kommen. Das ist der Gedanke von Erntedank, dem Fest, das schon in der vorchristlichen Zeit gefeiert wurde. Und diesen Gedanken tragen wir in der Spätsommer-, und Herbstzeit, in der wir entweder selber Obst und Gemüse, Nüsse und Pilze geerntet und gesammelt haben oder einfach die Vielfalt an Nahrungsmittel sehen und schmecken dürfen, mit uns im Herzen.

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Wochenende in Bildern

 

 

 

 


Saatgut sammeln

Samen

Das Saatgut ist für den Gärtnern das Alpha und das Omega – Anfang und Ende des Gartenjahres. Und während der August uns mit seiner Opulenz sowieso schon auf Trab hält (die Abenden verbringe ich regelmäßig beim Einkochen in der Küche), gilt es jetzt hier und da schon die Samen von Gemüse und Blumen einzusammeln.

Das alles mit einem (recht winzigen) Samenkorn beginnt, will man kaum glauben, wenn man die mannshohen Tomatenpflanzen oder die riesigen Kürbispflanzen sieht. Und doch – alles ist perfekt angelegt in diesen kleinen Samen, geschützt durch Schoten, Früchte und Kapseln. Die Natur bringt mich immer wieder zum Staunen.

Dillsamen

Was ich gerade an Saatgut schon ernten kann, sind vor allem die Samenstände der Kräuter wie Dill, Liebstöckl, Schnittlauch, Ruccola und Gewürzfenchel. Aber auch Radieschen, Bohnen, Mangold, Salat, Tomaten und vieles mehr. Einiges ist durch die regenarme Zeit schon trocken genug um abgepackt, beschriftet und einsortiert zu werden. Anderes muss noch ein wenig nachtrocknen (zum Beispiel, die Samen, die aus einer Frucht stammen).

Feuerbohnen

Besonders schön und farbenfroh sind die Feuerbohnen. Ich habe sie im Frühjahr auf einer Saatgutböse erworben (ich habe sogar noch das Gesicht der Dame hinter dem Stand vor Augen). Viele Bohnenkerne brauchen wir nicht als Saatgut für nächstes Jahr. Eine Hand voll kommt nächstes Jahr wieder in die Erde, eine Hand voll wird weiter getauscht und der Rest landet im Kochtopf.

Ringelblumensamen

Die Samengewinnung ist übrigens (bei den meisten Pflanzen) nicht schwer. Ich habe mal ein paar erste Tipps zusammengeschrieben:

  1. Nur von samenfesten Sorten lohnt es sich Saatgut zu gewinnen.
  2. Bei selbstbefruchtenden Pflanzen (z.B. Tomaten) besteht keine Verkreuzungsgefahr. Hat man von einer fremdbefruchtenden Pflanze (z.B. Kürbis) mehrere Sorten (oder der Nachbar), muss man die Pflanzen, deren Saatgut man gewinnen möchte isolieren und von Hand bestäuben, um Samen zu gewinnen, die genau die Eigenschaften der Mutterpflanze haben.
  3. Einjährige Pflanzen bilden direkt Samen. Man lässt sie blühen und die Samen heranreifen.
  4. Zweijährige Pflanzen (z.B. Möhren) bilden erst im zweiten Jahr Samen. Entweder sie bleiben so lange in der Erde oder man gräbt sie aus, lässt sie überwintern und setzt sie dann wieder in die Erde zurück.
  5. Um Samen aus Früchten zu gewinnen, löst man das Fruchtfleisch vom Samen ab (z.B. bei der Tomate) und trocknet die Samen auf einem Küchenhandtuch.
  6. Alle Samen sollten trocken sein, bevor man sie abpackt und beschriftet (wichtig). Dann werden sie dunkel, kühl und trocken gelagert.

Wer gerne mehr über die Gewinnung von eigenem Saatgut lesen und lernen möchte, dem empfehle ich folgende Bücher. Für Einsteiger das sehr preisgünstige und „schlanke“ Werk  „Pflanzensamen“ von Josie Jeffrey (der Einfachheit halber ist das ein Amazon-Partner-Programm-Link* also Werbung!). Dort findet man eine Anleitung über das Erstellen einer eigenen Samenbank, Tipps zu Tauschbörsen und Samenpotraits zu vielen Pflanzen. Für weiter gehende Informationen und ein tieferes Verständnis über die Samengewinnung (insbesondere der Befruchtungsbiologie), empfehle ich das umfassende Werk das „Handbuch Samengärtnerei“ von Andrea Heistinger (ebenfalls ein Partnerlink* und damit Werbung).

 

Wenn Ihr noch Tipps oder Fragen zur Samengewinnung habt – immer her damit ;-)!

Habt ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

*Die Datenschutzerklärung zu Partnerlinks findet Ihr hier.

 

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Frau Holle und der Holundersirup

Holunder

Mitte August (manchmal auch ein wenig später) ist Holunderbeerenzeit. Jetzt glänzen die tiefschwarzen Beeren, die sich in Trauben an den Holundersträuchern befinden- so fern man im Frühling nicht alle Blütendolden für Sirup abgeschnitten hatte 😉 .

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Wir haben gleich mehrere Holundersträucher auf unserem Grundstück (ist man abergläubisch, so darf man sie auch nicht entfernen; das würde Unglück bringen), aber trotzdem fiel die Ernte der Holunderbeeren an diesem Wochenende eher mau aus. Dieses Jahr waren die Vögel wohl sehr hungrig. Für die Kinder war der Zwetschgenbaum interessanter – kann man diese Früchte doch sofort genießen. Denn die Holunderbeeren sind roh giftig und werden erst durch Erhitzen genießbar.

Erntekorb1

Den Holundersirup mache ich so:

Nach dem Waschen trenne ich die Beeren mit Hilfe einer Gabel von Stielen und sortiere die noch unreifen Beeren aus. Bleiben ein paar Stielreste übrig, ist das nicht schlimm. Die Beeren kommen in einem Topf, ein fingerbreit Wasser darüber und werden einmal aufgekocht. Danach lasse ich sie noch 5 – 10 Minuten köcheln. Über einen zweiten Topf breite ich ein Tuch aus (ich nehme immer gerne die alten Spucktücher meiner Kinder) und fülle die Beerenmasse hinein. Der Saft tropft durch das Tuch in den Topf, die restlichen Bestandteile bleiben zurück. Ist die Masse abgekühlt, wringe ich das Tuch noch einmal richtig aus und presse den restlichen Saft durch. Fertig ist der Holundersaft. Damit er haltbar wird, koche ich ihn erneut auf, diesmal mit Zucker. Das Verhältnis Saft zu Zucker ist Geschmackssache. 2 zu 1 (also 2 Teile Saft, ein Teil Zucker) ist mein Mischverhältnis, ich habe aber auch schon Rezepte gesehen, in denen das Mischverhältnis 1 zu 1 ist. Einmal aufgekocht bis der Zucker sich aufgelöst hat, fülle ich den Sirup dann in vorher sterilisierte Flaschen (oder wie in diesem Jahr in nur eine Flasche). Haltbar ist der Sirup (verschlossen) bis zu einem Jahr.

Holunderbeeren

Was kann man mit dem Sirup machen? Der Holunder ist ein altes Heilmittel. Die Beeren enthalten viel Vitamin C und sollen das Immunsystem stärken. Ich mische den Sirup mit heißem Wasser sobald sich eine Erkältung bei mir oder vor allem bei den Jungs bemerkbar macht. Und weil die Erkältungen und grippalen Infekte uns ja meistens in der kalten Jahreszeit plagen, erzähle ich meinen Kindern, während sie das Heißgetränk zu sich nehmen, das Märchen von Frau Holle. Im bayrischen Raum heißt der Holunder auch Hollerbusch, daran erkennt man schon den etymologischen Ursprung zu der germanische „Mutter Erde“, der Göttin Holder oder Holla. Ihr Sitz war  – der Holunderstrauch. Aus Holda wurde dann Frau Holle, die alte Frau in der Anderswelt, die die Fleißigen belohnt und die Faulen bestraft. Schüttelt Frau Holle im Märchen der Gebrüder Grimm ihr Bettzeug aus, so fängt es auf der Erde an zu schneien (in der winterlichen Erkältungshochzeit ein gern gesehenes Szenario). Und damit sich der Kreis nun wieder schließt: ich bin mir sicher, dass die magische Frau Holle dem Holunder seine Wirkkraft gibt (erzähle ich den Kindern). Und siehe da, es geht ihnen (meistens) nach dem Getränk schon viel besser :-).

Holundersirup

Ich wünsche Euch einen guten Start in die Woche!

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Garten Mitte August

Mirabellenernte

Der August belohnt uns so reichlich. Nach den drei Wochen, die wir in Schweden waren, lief ich zu allererst in den Garten, um zu sehen was reif war, was wir verpasst hatten oder was die Sommerhitze nicht überlebt hatte. Und zum Glück mussten wir nur ein Todesopfer beklagen: den Rasen. Aber da man ihn nicht essen kann, was soll´s. So müssen wir ihn auch nicht mähen (und säen einfach im Herbst nochmal nach).

Kürbisleiter

Den Kürbissen hatten wir im Mai eine Leiter gebaut. Mit etwas Hilfe, klettern sie jetzt bis ganz nach oben und lassen ihre Früchte dekorativ baumeln. Das weckt in mir die Vorfreude auf den Herbst und auf Kürbissuppe.

Mangold

Wirsing

Die Fülle des Sommers. Mangold, Bohnen, Gurken, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch und der erste Wirsing. Über einen Teil des Rot- und Weißkohls haben sich die Raupen so sehr darüber hergemacht, dass kein Blatt mehr übrig geblieben ist. Dafür schwirren jetzt sehr viel mehr Kohlweißlinge durch die Luft als vor unserem Urlaub ;-).

Und Mirabellen. Letztes Jahr trug unser Baum nicht eine einzige Frucht – dieses Jahr hängt er proppenvoll. Neben Kuchen und Kompott fehlt mir einfach die Zeit zur Verarbeitung (die Tomaten hängen ebenfalls in der Warteschleife), so dass ich wohl einen Teil einfrieren muss. Dachte ich. Bis meine Jungs eine Geschäftsidee hatten…

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Aus einer alten Weinkiste und Kantholz bauten sie sich einen Mirabellen-Verkaufsstand!

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Mit dem selbstgebauten Stand, den Mirabellen in Pappschachteln und viel Geduld setzten sie sich vor unser Haus auf die Straße und warteten auf Kundschaft (hier kommt nicht oft jemand vorbei). Und tatsächlich: ein paar Schachteln wurden sie los, wenn auch mehr verschenkt als verkauft. Aber es machte ihnen viel Spaß und zur Belohnung gab es dann warmen Mirabellenkuchen (mit Schlagsahne, yumyum).

Mirabellenkuchen

Neben dem Obst und Gemüse freue ich mich auch gerade sehr über die Blumen, Kräuter und die ersten Samen. Die Zinnien und Ringelblumen blühen unermüdlich und in immer neuen Farbvariationen. Damit ich für das nächste Jahr genügend Saatgut habe, sammele ich jetzt schon die trockenen Schoten von den Wicken, Radieschen und den Bohnen, den Samen von Dill und Fenchel, Kapuzinerkresse und Rucola und vielem mehr ein. Die Kräuter bündele ich zum Trocknen oder lege sie ausgebreitet auf ein Küchentuch. Bei den sommerlich-trockenen Wetter dauert es nur wenige Tage bis sie durchgetrocknet sind.

Sommerblumen

Zinnie1

Kräuter

Der August gehört definitiv dem Garten. So viel was abgeerntet und verarbeitet werden will (oder einfach direkt gegessen wird). So viel was gerade heranreift. Habe ich Euch schon von den Brombeeren erzählt oder den jetzt schon reifen Trauben (viel zu früh)? Ach, ich könnte hier noch so viel schreiben – aber die Küche wartet auf mich. Oder genauer gesagt, die Tomaten wollen zu Soße und Ketchup verarbeitet werden. Und dann ist heute auch wieder eine Sternschnuppen-Nacht. Das wird ein langer Abend…:-)

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntagabend!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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