Die schnellste Bohne der Stadt

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Schon als Kind habe ich gerne Bohnenrennen veranstaltet. Bohnen keimen nämlich unheimlich schnell und man kann ihnen beim Wachsen förmlich zusehen. Dieses Jahr sind die Kinder gegeneinander angetreten; es galt zu beweisen, wer den grünsten Daumen besitzt. Jedes bekam einen Topf, Erde und eine Feuerbohne. Dann ging es los. Zunächst ungeduldig, später staunend, standen die Kinder jeden Tag ein paar Mal vor ihrem Topf.

vierbohnen

Das große Thema des Frühlings ist Wachsen. Erneuerung. Neues Leben. Man kann es draußen in der Natur sehen und erleben. Und man kann es auch zuhause im Kleinen erschaffen. Mit jedem Samenkorn, den man in die Erde bringt.

Diese Bücher haben mir und meinen Kindern viele Anregungen und Ideen an die Hand gegeben:

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wachsenbücher

Ihr Lieben, bleibt gesund und frohen Mutes!

Liebe Grüße ♥

Leni


Ein einfacher, adventlicher Türkranz

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Nach dem Ewigkeitssonntag beginne ich jedes Jahr mit den Vorbereitungen für den Advent. Ich denke mir Geschichten für unseren Adventswichtel Rudi aus, binde einen Adventskranz, ziehe, rolle und gieße duftende Bienenwachskerzen, suche mir meine Lieblingsplätzchenrezepte raus und schmücke unsere Eingangstür mit einem Türkranz. Wie unser diesjähriger Türkranz entstanden ist, zeige ich euch hier und jetzt.

reben

Von den dichten Weintraubenreben am Haus habe ich mir ein paar lange Zweige abgeschnitten und zu einem Ring gelegt. Wenn man die Rebenzweige ineinander verflechtet (wie hier bei den Birkenreisig-Kränze), halten sie auch ohne Draht. Natürlich kann man auch andere biegsame Zweige nehmen. Zum Beispiel Clematisranken oder Haselnussruten.

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Desweiteren habe ich Tannenzweige, Zieräpfel und Ilex (leider ohne die typischen roten Beeren – die hatten sich schon die Vögel stibizt) aus dem Garten geholt; die Erlenzapfen stammen von Spaziergängen.

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Mit dünnen Bastedraht habe ich zuerst die Zweige an einem Stück des Rebenrohlings befestigt und dann nach und nach die anderen Naturschätze.

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Ich wünsche Euch einen guten Start in die letzte Novemberwoche!

Liebe Grüße ♥

Leni


Bunte Blümchenbutter

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Der Juli zeigt sich im Garten und auf den Wiesen von seiner bunten Seite: Ringelblumen und Hibiskus, Borretsch und Malven und sogar die ersten Sonnenblumen blühen jetzt. Um ein wenig von der Pracht zu konservieren, machen wir Blütenbutter.

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Zutaten:

125 gr Butter

2 Hände voll Blüten, z.B. von

  • Kapuzinerkresse
  • Malven
  • Ringelblume
  • Borretsch
  • Klee
  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Rosen
  • Hornveilchen
  • Taglilien
  • Taubnessel
  • Sonnenblumen

Salz und ein paar Tropfen Zitronensaft

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Zubereitung:

Butter weich werden lassen und in eine Schüssel geben. Blütenblätter abzupfen und wenn nötig zerkleinern. Blütenblätter, Salz und Zitronensaft zur Butter geben und cremig rühren.

Die Butter kann man sehr gut in kleine Gläser portionieren oder in einen Eiswürfelbehälter und einfrieren.

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„Konfettibutter“ nennen es meine Kinder, und sie schmeckt wirklich jedem hier richig gut ;-).

Liebe Grüße ♥

Leni


Kräutersommer

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Die meisten Kräuter und Wildpflanzen stehen jetzt, an den längsten Tagen im Jahr, in ihrer vollen Pracht auf den Wiesen, Waldrändern und im Garten. Ein guter Zeitpunkt, um die Pflanzen zu konservieren, denn nun ist ihre Heilkraft am grössten.

Aus Johanniskraut gewinne ich Rotöl, ein Öl, dass bei Sonnenbrand, aber auch bei Gelenkschmerzen hilft. Und bei von Wachstumsschmerzen geplagten Kindern.

Spitzwegerich und Ringelblumen geben ebenfalls ihre Heilkraft in das Öl ab, das später zu unseren Salben für „wilde Kinder“ verarbeitet wird. Gerade die Heilkraft des Spitzwegerichs finde ich immer wieder faszinierend. Letztens hatte ich mir bei Umgrabearbeiten eine offene Blase an der Handinnenfläche zu gezogen, die höllisch brannte. Ein Klecks Spitzwegerichsalbe darauf – und die Schmerzen waren innerhalb einer Minute einfach wie weggeblasen.

Viele Kräter nutze ich getrocknet als Würz- oder Teekräuter. Die heiße Luft der vergangene Woche haben die Pflanzenteile zum Glück schnell trocknen lassen.

Kräutertrocknen

Wenn sie dann rascheln oder sich leicht reiben lassen, sind die bereit in Gläsern verstaut zu werden. Neben verschiedenen Minz- und Salbeisorten, Verbene, Malven-, Korn-, und Ringelblumenblüten, lohnt es sich auch die Blätter von Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren für Teekreationen zu trocknen.

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Aus Königskerze, Salbei, Beifuß und Rosmarin binde ich jetzt außerdem meine Smudge Sticks, meine Rücherbündel. Auch sie müssen gut durchtrocknen und werden dann dunkel gelagert, bis sie zu den Rauhnächten und zur Frühjahrsreinigung gebraucht werden.

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Und zu letzt, wenn er für die Bienen nicht mehr interessant ist, zieht der Lavendel in unser Haus. Als Duftstoff gegen die Motten und Beruhigungssäckcheninhalt für aufgewühlte Nerven.

Wenn man einmal in die wunderbare Welt der Kräuter- und Heilpflanzen eingestiegen ist, eröffnet sich einem ein ganz anderer Blick auf unsere heimischen Pflanzen. Eine Kräuterwanderung oder ein Pflanzenseminar ist ein guter Einstieg oder auch eine sinnvolle Vertiefung in das Thema, und wird mittlerweile an vielen Orten angeboten.

Liebe Grüße

Leni


Aus dem Fichtenwald

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Zu unserem Grundstück in der Eifel gehört auch ein kleiner Fichtenwald. Im Winter düster und immer ein wenig unheimlich, wirkt er im Frühling Dank der leuchtend grünen Triebe wieder freundlicher und ist einen wahrer Schatz in Sachen Heilmittel.  Die weichen, biegsamen Wipfeln die im Mai erscheinen (und deshalb auch Maiwipfel genannt werden) sind reich an einem ätherischen Öl, das zur Behandlung von Bronchitis, Erkältungskrankheiten, aber auch rheumatischen Beschwerden und Muskelkater eingesetzt werden kann. Eingelegt, z.B. in Zucker lässt sich aus den Wipfeln ein heilsamer Sirup herstellen.

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Für den Sirup sammelt man die Triebspitzen (immer nur wenig pro Baum) und schichtet jeweils die Fichtenspitzen und den Zucker abwechseln in ein voher sterilisiertes Einmachglas. Die letzte Schicht sollte Zucker sein. Ein Schuß Zitronensaft hinzugeben, verschließen und für zwei bis drei Wochen in der Sonne stehen lassen.

Zusehens verflüssigt sich der Zucker im Laufe der Wochen, bis er dann durch ein feines Sieb oder Tuch abgeseiht werden kann. In eine Flasche abgefüllt, hält er einige Monate.

Übrigens kann man die Maiwipfel auch einfach essen: Über den Salat gestreut oder in Essig eingelegt zu Käse, schmecken sie ganz köstlich.

Wenn ich im Fichtenwäldchen unterwegs bin und die Maiwipfel pflücke, schaue ich auch gleich nach Baumharz. Die zähe Flüssigkeit, die so unbarmherzig an den Fingern kleben bleibt, tritt bei einer Verletzung der Baumes aus der Rinde aus und schützt den Baum vor dem Eindringen von Schädlingen, Bakterien, Pilzen und Wasser. Frisches Harz ist flüssig und verfestigt sich dann langsam zu Klumpen. Diese Klumpen schneide ich vorsichtig ab (auch hier gilt: Nicht zu viel nehmen und dem Baum keinen Schaden zufügen) und nutze sie für ein sehr wirkungsvolle Salbe.

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Die Herstellung der Salbe erfolgt im Prinzip wie die der anderen „Salben für wilde Kinder“, deren Rezepte ihr hier und hier findet. Einzig das Lösen des Harzes geht anders vonstatten. Hierfür nimmt man einen alten Topf und ein altes Sieb (oder Tuch), die beide nicht mehr gebraucht werden, denn das Harz lässt sich in der Regel nicht mehr entfernen. In Öl (100 ml auf 40 gr Harz) wird das Harz mit Hilfe von Wärme langsam im Topf gelöst und von den restlichen Bestandteilen getrennt, bis es durch das Sieb (oder Tuch) gefiltert wird.

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Mit seiner antibakteriellen und wundheilungsfördernden Wirkung, setzte ich die wunderbar duftende Pechsalbe (das Baumharz wird oft auch Baumpech genannt) vor allem bei kleinen Wunden wie Schnitten und Abschürfungen ein.

Übrigens: Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob Ihr eine Fichte oder Tanne vor Euch habt, ist das in diesem Fall nicht schlimm. Lediglich der Geschmack ist ein wenig anders – die Tannenspitzen schmecken bitterer als die Fichtenspitzen.

Liebe Grüße ♥

Leni


Ein neuer Hühnerstall

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Nachdem unser alter Hühnerstall zu klein geworden war (schließlich kamen in den letzten Jahren stetig mehr Hühner dazu) und auch hier und da immer mehr kaputt ging, musste ein neuer Stall her. Wir haben im Vorfeld viel hin und her überlegt. Komplett selber bauen, ein gebrauchtes Spiel- oder Gartenhäuschen kaufen und umbauen oder doch einen Fertigbausatz nehmen? Letztendlich haben wir uns (auch um die Nerven meines Mannes zu schonen, der unsere Ideen handwerklich umsetzten muss) auf einen Kompromiss geeinigt. Der Hüherstall ist gekauft und musste nur aufgebaut werden, die Innenausstattung (z.B. Sitzstangen aus Birkenästen haben) die Jungs selbst geplant und gebaut. Auch den Standort des Hühnerstalls haben wir gewechselt – hoffentlich kann sich der alte Platz jetzt erholen und wieder ergrünen. Die Jungs haben sich als Farbe für den Stall ein „Schwedenrot“ gewünscht, und so haben wir jetzt ein Stück von Bullerbü in unserem Garten ;-).

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 

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Im Garten Ende April

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Die Kaulquappen tummeln sich im Wasser, die Erdhummeln brummen wie alte Propellermaschinen und die Vögel singen in den Bäumen ihr schönstes Balzlied – endlich ist es auch in der Eifel Frühling geworden.

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Nicht nur der April ist fast schon vorüber, auch die Osterferien neigen sich dem Ende. Und letztere haben wir genutzt, um die Beete in der Froschhütte (unserem Eifelgrundstück) wieder herzurichten. Weil den Komposthaufen seit letztem Jahr eine Kreuzotter ihr Zuhause nennt, und wir seit dem einen großen Bogen um ihn machen, mussten wir frischen Kompost vom Hof holen, um die angelegten Beete mit Dünger zu versorgen.

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In die Erde kamen vor allem die Kartoffeln. Natürlich nicht ohne unser kleines Ritual: wir legen zu jeder Kartoffel ein Blatt Beinwell mit in den Boden. Ob es wirklich hilft, oder wir nur dem Aberglauben erlegen sind, weiß ich nicht. Aber – wir hatten noch nie, nicht nur einen Kartoffelkäfer auf dem Kartoffelkraut.

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Dieses Jahr haben wir mal wieder auf bereits erprobte Kartoffelsorten, aber auch auf ein paar (für uns) Neuentdeckungen gesetzt. Das sind neben „La Ratte“ und dem „Bamberger Hörnchen“, noch die blaue Sorte „Vitolette“, die „Highland Burgundy red“ und der Klassiker, die „Belana“.

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Mit den Kartoffeln und Zwiebeln haben wir auch allerlei Jungpflanzen in die Erde gebracht, Gurken und Zucchini ins Gewächshaus gesetzt und jede Menge Blumen und Gemüse ausgesät. Dadurch, dass wir im Herbst die Beete mit Laub bedecken (alter Permakultut-Trick), bleibt die Erde im Frühjahr wunderbar krümmelig, feucht und lebendig. Wie eine Schutzschicht beschützt das Herbstlaub die Erde vor dem Austrocknen, hält das Unkraut zurück und lässt die vielen kleinen Lebewesen im Boden ungestört ihre Arbeit tun.

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Nach der Arbeit gab es für jeden Helfer noch ein Fußbad – sehr entspannend für kleine, dreckige Füße ;-).

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Wie sieht es bei Euch im Garten aus?

Tanzt gut in den Mai!

Liebe Grüße ♥

Leni


Wildkräutersuppe

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Der Frühling, wenn alles wieder anfängt zu sprießen, ist ein guter Zeitpunkt für eine Wildkräuterwanderung. Eine ganze Zeit lang, so schien es, waren Wildpflanzen in Vergessenheit geraten, doch in den letzten Jahren haben sie gerade wegen ihrer kulinarischen Bereicherung eine Renaissance erfahren. Doch welches Kraut kann ich essen und wo finde ich Wildkräuter? Die oberste Regel lautet: Was Du nicht hundertprozentig bestimmen kannst, das lass stehen! Denn ebenso wie im Reich der Pilze, gibt es auch schmackhafte Wildpflanzen, die ungenießbare oder gar giftige Doppelgänger haben. Und aus diesem Grund empfiehlt es sich, wenn man noch wenig oder keine Erfahrung mit Wildkräutern hat, eine geführte Wildkräuterwanderung mitzumachen. Die gibt es oft auch für Familien, so dass auf das Tempo und die Neugierde der Kinder besonders eingegangen wird.
Ansonsten gilt für „Anfänger“ (wie mich) nur Allerweltskräuter zu sammeln, die man auch wirklich ganz genau kennt. Was sich jetzt vielleicht etwas langweilig anhört (Allerweltskräuter), ist es keineswegs. Denn unter den vielen Wildkräutern, die man manchmal auch als Unkraut kennt, stecken wahre Schätzchen. Da wären zum Beispiel die Brennessel, die wegen ihren beeindruckenden Inhaltsstoffen auch gerne als Königin der Wildkräuter bezeichnet wird. Oder die Wegerich-Brothers, die jedem Wehwehchen etwas entgegenzusetzen haben. Oder Taubnessel, Gundermann, Giersch, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke und Nelkenwurz, um nur mal ein paar zu nennen.

Am besten sucht man sie dort, wo die Natur am wenigsten berührt ist, wo am besten keine Autos fahren und wo sich keine bekannten Hunde-Ausführ-Strecken befinden. Sonnige Tage nach Regenwetter bieten sich an, um mit einem Korb auf die Suche zu gehen. Und nur die hellen Frühjahrstriebe sollte man pflücken, und niemals ganze Pflanzen ausreißen.

Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten, die Wildkräuter zu verarbeiten. Das sollte man möglichst zügig und schonend machen, um die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu verlieren. Wie wäre es also mit einem Wildkräutersuppe?

wildkräuter

Bärlauchwald

Das Rezept:

  • 2 (große) mehlig oder vorwiegend festkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 EL Öl
  • 2 Bund Kräuter, z.B. Bärlauch, Brennessel, Giersch, Löwenzahn (nur wenig nehmen, er kann recht bitter schmecken), Sauerampfer, Spitzwegerich, Kerbel

Zwiebel und Knoblauch würfeln und im Öl anschwitzen, mit Gemüsebrühe löschen und die gewürfelten Kartoffeln hinein geben. 10 min. bei mittlerer Temperatur köcheln lassen. Kräuter waschen, grob hacken und mit in die Suppe geben. Ein, zweimal  umrühren, dann den Topf vom Herd nehmen und die Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – fertig! Wer möchte, kann die Suppe noch mit Gänseblümchen, Veilchen oder anderen essbaren Blumen dekorieren.

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„Mama, bist Du eigentlich eine Hexe?“, fragte mich mein Sechsjähriger als ich die Suppe gestern zubereitete. „Wieso?“ fragte ich zurück. “ Na, weil nur Hexen so fiese Sachen wie Brennnessel in Suppen werfen. Die brennen doch ganz doll, wenn man sie isst!“, antwortete er. Und wahrscheinlich kann ich für ihn jetzt tatsächlich hexen. Denn die Wildkräutersuppe hat nicht nur kein bißchen gebrannt, sie hat auch (nach anfänglicher Skepsis aller Kinder plus Mann) wirklich jedem geschmeckt.

Vielleicht Euch ja auch ;-)!

Liebe Grüße ♥

Leni


Mandarinenkisten-Garten

Mandarinenkistengarten

Eine kleine Tradition bei uns im Februar ist der Mini-Garten, den die Jungs jedes Jahr neu anlegen. Mal in einer alten Keksdose, mal in einer Mandarinenkiste, was eben gerade zur Hand ist. Die Mandarinenkisten (die ich ganz oft behalte, weil ich immer denke, dass man mit denen bestimmt noch irgendwas anfangen kann), muss man vorher noch mit ein wenig Folie auskleiden, damit durch die Ritzen weder Erde noch Wasser kommt. Und dann kann es losgehen. Ob Bauernfelder, Hühnerauslauf oder Schrebergarten – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, genauso wenig wie der Auswahl an Samen. Vielleicht ein paar Sonnenblumensamen, die vom Vogelfutter übrig sind, Kresse, Bohnen- oder Zitronenkerne, Getreide oder Blumensamen?

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Tag um Tag verändert sich der Garten, von ordentlich gepflegt zu ziemlich verwildert, er will gewässert und gepflegt werden – bis er dann so verfilzt ist, dass wir ihn auflösen müssen. Die Kresse kommt aufs Brot, die Bohnen (hier: dicke Bohnen, die schon früh raus dürfen) ins Beet, das Getreidegras zu den Hühnern und die Sonnenblumen (die man übrigens als Sprossen auch essen kann) dürfen in Töpfen weiterwachsen.

Und was drinnen im Kleinen so viel Spaß gemacht, geht jetzt im März auch draußen weiter: die Winterschläfer haben (zumindest bei uns – ich habe vor ein paar Tagen abends einen Dachs durch unsere Straße laufen sehen) schon ihr Quartier verlassen und das bedeutet, dass wir jetzt im Garten aufräumen und die Beete neu anlegen können!

 

Liebe Grüße ♥

Leni


Hühner im Garten

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Fast drei Jahre haben wir jetzt unsere Hühner, und mir ist aufgefallen, dass ich noch gar nicht viel zu ihnen geschrieben habe. Auf Instagram habe ich neulich mal dazu aufgerufen, mir Fragen zu den Hühnern zu stellen, schließlich gibt es ja (glücklicherweise) immer mehr Familien, die sich überlegen Hühner in ihren Garten zu halten. Dass es so viele Fragen werden würden, und so viel Interesse an der Hühnerhaltung besteht, hätte ich dann doch nicht gedacht. Deshalb habe ich die Fragen mit herüber auf den Blog genommen, um sie alle und ausführlicher beantworten zu können und auch allen anderen Lesern nicht vorzuenthalten.

Mit drei Hühnern haben wir damals angefangen, und halten mittlerweile 6 Hühner in unserem Garten. Rosie, Priscilla, Frieda, Henni, Braunie und Ente heißen unsere Hennen, jeder aus unserer Familie hat eine eigene. Wir freuen uns über ihre Eier – sollten sie aber später mal keine Eier mehr legen, dürfen sie trotzdem bis an ihr Lebensende bei uns bleiben. Einen Hahn hätten wir zwar auch gerne, aber die Nachbarn ringsum fanden nur die Hühner akzeptabel, einen tagtäglichen Weckruf jedoch nicht, weshalb die Damen unter sich bleiben (müssen).

Braucht man einen Hahn?

Nein. Hennen legen auch ohne Hahn Eier und kommen (in kleinen Gruppen) auch prima ohne Hahn aus.

Kann ich einfach so Hühner halten?

Die Haltung von Hühnern ist selbst in Wohngebieten in der Regel erlaubt, bei Mietern ist das Einverständnis des Vermieters natürlich einzuholen. Ich glaube, wichtig ist es im Vorfeld die Nachbarn mit ins Boot zu holen – das kann Ärger jeglicher Art ersparen.

Muss ich Hühner irgendwo melden?

Bei uns in NRW muss man die Hühner der Tierseuchenkasse melden und zahlt (für 6 Hühner) 10 Euro im Jahr.

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Stinken Hühner?

Nein, eigentlich nicht. Es riecht nach Tier, ja, aber ich finde, die Kaninchen, die wir mal hatten rochen strenger.

Wieviel Zeit und Arbeitsaufwand nehmen Hühner in Anspruch?

Jeden Tag die Hühner morgens raus lassen und abends wieder in den Stall bringen, frisches Wasser, frisches Futter und den Stall grob ausmisten, zwei mal die Woche komplett ausmisten. Vielleicht 10-20 Minuten am Tag? Die meiste Zeit beschäftigen sich meine Jungs mit den Hühnern (das Ausmisten bleibt aber ehrlicherweise irgendwie immer an mir und meinem Mann hängen, ähem).

Wieviel Platz brauchen Hühner? Wie groß müssen Stall und Auslauf sein?

Nach EU-Bio-Verordnung teilen sich 6 Hennen einen Quadratmeter begehbare Fläche im Stallraum und vier Quadratmeter Auslauf pro Huhn ist vorgeschrieben. Größer ist natürlich immer schöner. Unser Stall ist vielleicht 2-2,5 Quadratmeter, der Auslauf ist etwa 60 Quadratmeter groß (auf dem Bild unten war er noch mit drei Hühnern wesentlich kleiner – und grüner). Außerdem dürfen die Hühner (wenn wir da sind) in den restlichen Garten.

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Stimmt es, dass man den ganzen Garten voll Hühnerkacke hat?

Ähm…ja! Hühner lassen alles fallen, wo sie gerade stehen und laufen. Barfuß durch den Garten gehen, führt also manchmal zu unangenehmen Überraschungen.

Wohin mit dem Hühnermist?

Wir packen ihn auf den Kompost. Das gibt einen richtig guten Dünger für die Pflanzen.

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Welches Futter füttert man Hühnern am besten?

Neben dem „normalen“ Hühnerfutter, bekommen unsere Hühner noch ein Ergänzungsfutter mit Austernschalen (Kalk) und Frischfutter (was gerade an Abfall aus der Küche anfällt, mal Reis oder Salatblätter, Nudeln oder kleinen Möhrenstücke). Aber am allerliebsten fressen sie Wassermelonen im Sommer, gekochte Kartoffeln und Spaghetti.

Machen Hühner viel kaputt im Garten?

Klares JA. Sie scharren den Rasen weg, die Blumenzwiebeln aus und picken Gemüse und Kräuter weg. Man muss also Hühner-Sperrzonen einrichten, wenn man auch noch einen Kohlrabi ernten will oder weiterhin Blumen im Garten schätzt. Aber dafür, das muss man ihnen lassen,  haben die Hühner diese fiesen, gefräßigen Nacktschnecken komplett vertrieben (oder besser verspeist?).

Kann man verschiedene Rassen zusammenhalten?

Wir haben einen Sperber, einen Marans, einen Königsberger, einen Araucaner, einen Sussex und ein schwedisches Blumenhuhn – und es klappt prima. Hühner sind zum Glück keine Rassisten.

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Werden Hühner zutraulich?

Absolut! Wenn man sich mit ihnen beschäftigt, werden sie sogar zum Teil sehr anhänglich. Bei einem Huhn muss ich immer die Tür vom Haus in den Garten schließen, sonst ist sie drinnen und läuft durch die Zimmer. Und alle Hühner haben einen unterschiedlichen Charakter. Bei uns gibt es die freche, die gemütliche, die Glucke (unsere Oberhenne), die scheue, die abenteuerlustige und die, die immer am schnellsten angerannt kommt, wenn man sie ruft.

Was macht man, wenn das Huhn krank wird?

Ich habe schon ein paar Mal gedacht, ein Huhn wäre krank. Zum Glück, war es dann nur in der Mauser oder ihm machte die Hitze im Sommer zu schaffen. Einmal jedoch lag eines unserer Hühner ganz plötzlich und ohne Vorwarnung tot im Garten. Wir wissen bis heute nicht wirklich, warum und woran es gestorben ist. Aber mit kranken Hühner würden wir (wie mit jedem anderen Tier auch) zum Tierarzt gehen. Auch wenn manche Menschen finden, dass die (vielleicht hohen) Tierarztkosten für ein krankes Huhn, das ja (in der Regel) einen sehr geringen Anschaffungspreis hatte und als Nutztier angesehen wird, in keinem Verhältnis stehen – wir sehen unsere Hühner als Haustiere an und würden, wenn sie (wirklich) mal krank sind, sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Hühnerfütterung

Ich hoffe, ich konnte denen, die sich für Hühner interessieren, einen kleinen Einblick geben. Wenn Ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar. Ich würde mich freuen.

 

Liebe Grüße ♥

Leni