Sein Huhn

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Als wir uns vor 1 1/2 Jahren auf dem Tiermarkt Hühner aussuchten, gab es ein Huhn, das meinem (jetzt) 5jährigen Sohn sofort auffiel und welches er unbedingt mit nach Hause nehmen wollte. Ein kleine Sperber-Henne, ganz jung und noch ohne Kamm. Dieses Huhn musste es sein, und kein anderes. Nun gut. Sie machte sich mit zwei weiteren Hühnern auf die Reise zu uns und wohnt seit dem in unserem Garten. Bei der Namensgebung seines Huhnes ließ mein Sohn zum Glück mit sich reden und wir überzeugten ihn, dass „Motorrad“ kein schöner Name für ein Huhn sei. Kurzum: sie bekam den Namen Tilla. Tilla ist heute zahm, lässt sich auf dem Arm herumtragen und sogar kuscheln. Und weil mein Sohn sein Huhn am liebsten mit ins Haus (und sicher auch mit ins Bett) nehmen würde zum Kuscheln, schenkte seine Patentante ihm zum Geburtstag ein Ebenbild von Tilla zum Kuscheln und Schmusen (im Haus).

Normalerweise stelle ich hier auf meinem Blog nur (DIY-) Projekte vor, die ich auch wirklich selber angefertigt habe und schmücke mich nicht mit fremden Federn (Entschuldigt bitte den doofen Wortwitz ;-)). In diesem Fall musste ich aber unbedingt eine Ausnahme machen, so klasse finde ich dieses Strickhuhn.

Die Anleitung zu dem Huhn stammt aus der Landlust und Ihr findet sie hier. Der Kamm und die Kehllappen sind entgegen der Anleitung jedoch gehäkelt, der obere Teil des Huhnes (ab der Fransenwolle) gestrickt. Der Körper ist zur Hälfte mit Kirschkernen und zu anderen Hälfte mit Füllwatte gefüllt.

 

Ich wünsche Euch einen (kreativen) Dienstag!

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Garten Anfang Dezember

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Mit dem ersten Dezember kam der Schnee. Dicke Flocken fielen (zur Freude aller hier) aus den Wolken und zauberten aus dem Garten eine wunderbare Schneelandschaft.

Am Samstag stellten wir Vogelfutter-Küchlein her aus Kokosfett und einer Vogelfutter-Mischung (die Anleitung von vorletztem Jahr findet Ihr hier ). Mittlerweile füttern wir die Vögel das ganze Jahr über, bzw. lassen die Samenstände von Sonnenblumen, Brokkoli, Radieschen und anderen Pflanzen für die Vögel einfach stehen. Letztens erst machte der Bericht eines Ornithologen in den Medien die Runde, der das Füttern der Vögel im Garten für unbedingt notwendig hält. Und nicht nur im Winter oder erst dann wenn Schnee liegt, da die Gartenvögel sonst einfach nicht genug Nahrung finden würden um sich und ihre Brut zu ernähren. Wir machen die Vogelfutterküchlein (oder die gefüllten Tannenzapfen) daher auch gerne auf Vorrat und als kleine Mitbringsel oder Geschenke, wenn wir irgendwo eingeladen sind.

Der Schnee lässt die Welt so wunderbar zur Ruhe kommen. Und auch unseren Garten. Alle Geräusche werden gedämpft, die Tiere ziehen sich zurück in ihren Winterschlaf, das Unkraut ist erst einmal verschwunden (was ein Glück). Das letzte Gemüse im Beet, der Kohl, Sellerie, Feldsalat, Spinat und Poree halten tapfer der weißen Bedeckung stand und dürfen nach und nach den Weg in unsere Küche antreten (gestern gab es Linsensuppe, mhh).

Die Jungs haben gestern bereits nach einem passenden Tannenbaum für Weihnachten gesucht. Auf unserem Grundstück stehen viele junge Fichten und große Tannen. Und auch die kleinen Tannenbäume der Kinder haben wir (fast) jedes Jahr erfolgreich wieder in den Boden eingepflanzt. Ich denke, nächstes Wochenende schlagen wir dann auch schon unseren Weihnachtsbaum.

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Heute haben wir uns erst einmal etwas anderes in Haus geholt. Unser Adventswichtel (die Kinder haben ihm den Namen „Rudi“ gegeben) hat heute morgen schon zwei Obstbaumzweige hereingeholt, denn heute ist Barbara-Tag!

Ich hoffe, Ihr hattet ein wunderbares (verschneites) Wochenende und wünsche Euch einen schönen Montag!

 

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Hallo Dezember!

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Der Dezember ist sinnlich. Der Duft von Tannengrün und Plätzchen, der Glanz der Kugeln und Lichter, der Geschmack von heißer Schokolade und Bratäpfeln, die Wärme des Feuers und der Bienenwachskerzen während draußen Frost, Kälte und (vielleicht auch) Schnee vorherrschen, gemeinsames Lesen und Backen. Den Dezember umhüllt Magie, Staunen und Funkeln, Erwartungen und Vorfreude, aber auch Trubel und Geselligkeit. Und der Dezember ist besinnlich. Gleich drei Heilige bringen gute Gaben und jede Adventskerze, die angezündet wird, bringt uns mehr Licht. Der dunkle, karge November wird abgelöst durch die frohen Erwartungen die der Dezember mit sich bringt. Wir feiern schließlich an Weihnachten nichts geringeres als die Rückkehr des Lichtes und das (neue) Leben!

Wir freuen uns im Dezember auf:

* die 24 Tage des Advents, die dieses Jahr bei uns durch einen Wichtel begleitet werden
* den Barbara-Tag (die heilige Barbara steht für Hoffnung) am 04.12. An diesem Tag schneiden wir Zweige von Obstbäumen und Forsythie und stellen sie in warmes Wasser. Die Wärme weckt die (unsichtbare) Kraft des Lebens, die in den blattlosen Zweigen steckt. Vielleicht blühen sie pünktlich zum Weihnachtsfest!
* den Nikolaus-Tag! Stiefel und Strümpfe werden in der Nacht zum 6. 12. mit allerlei Leckereien gefüllt.
* den Lucia-Tag (die heilige Lucia bringt das Licht in der dunklen Zeit) am 13.12. Wir kleben oder gießen kleine Kerzen in Walnussschalen uns setzen sie ins Wasser (als Symbol für Lucia, deren Legende besagt, sie habe ein Schiff voller Lebensmittel zu einer Stadt voller hungernder Menschen gebracht.
* warme Strickpullis, Kerzenschein und Christstollen.
* den Weihnachtsmarkt. Besonders schöne Weihnachtsmärkte findet man oft auf Burgen oder Schlössern und im Freilichtmuseum!
* das Wunschzettel schreiben (und malen).
* Bratapfel- Essen mit Freunden (das hat schon Tradition).
* Plätzchen backen und Weihnachtslieder singen.
* den Tannenbaum aussuchen (ein Bekannter von uns hat eine Tannenbaum-Plantage).
* das Schmücken des Hauses.
* Schnee!!
* die Vogelfütterung im Garten.
* das Adventsgärtlein im Kindergarten (so schön!).
* die Weihnachts- und Winterbücher, die endlich wieder in das Bücherregal dürfen.
* Geschenke basteln, Weihnachtskarten verschicken und lieben Menschen eine Freude machen.
* die längste Nacht im Jahr. Winter-Sonnenwende.
* Heiligabend und Weihnachten.
* die ruhige Zeit zwischen den Tagen.
* Silvester

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Ich wünsche Euch einen wunderbaren Dezember ♥!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Freutag

Der Adventswichtel und andere Vorbereitungen

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Der Advent naht mit großen Schritten (schon wieder so plötzlich, oder nicht?) – am Freitag ist bereits der erste Dezembertag. Zeit um den Adventskalender zu befüllen (aber noch nicht aufzuhängen; 2jährige sind einfach viel zu neugierig). Dieses  Jahr gibt es wieder eine Mischung aus Süßem und „Aktions“-Gutscheinen (also zum Beispiel Eislaufen gehen, Plätzchen backen, einen Weihnachtsmarkt besuchen, etc.) und zwei neuen Büchern (die sind auch bald in der neuen Bücherliste rechts dabei). Und: dieses Jahr haben wir einen Adventswichtel zu Besuch. Inspiriert durch die amerikanische, naja, Tradition, dem „Elf on the shelf“ zieht dieses Jahr ein Wichtel am ersten Dezember in unser Haus. Dieser Wichtel (der oben auf dem Bild zusehen ist und eher eine Waldorf-Ausgabe des Original-Wichtel ist) führt aber keine Liste darüber, wer nett ist oder immer sein Zimmer aufräumt und berichtet das dann dem Christkind, sondern begleitet uns einfach den Advent hindurch mit kleinen Rätseln und Aufgaben (zum Beispiel für die Nachbarn Plätzchen backen, jemandem ein Kompliment machen, etwas spenden, usw.). Und weil Wichtel von Natur aus gerne Schabernack machen, taucht unser Wichtel jeden Morgen woanders auf und verknotet mal die Schnürsenkel oder versteckt ein Adventskalendersäckchen. Die Jungs freuen sich schon sehr auf seine Ankunft und dürfen ihm dann auch einen Namen geben.

 

Durch die windigen Tagen vor dem Wochenende kamen viele Tannenzweige (und Bäume) runter – ein Spaziergang im Wald brachte uns somit den ersten adventlichen Schmuck (und Duft) ins Haus.

 

Und drei Dinge, die unweigerlich für uns zur Winter und Weihnachtszeit gehören, haben an diesem Wochenende auch schon Einzug gehalten: Zimtschnecken (das Rezept gibt es hier), das Waldschattenspiel (meine Jungs lieben es) und bunte Fenstersterne.

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Der kleine Wichtel darf sich bis Freitag noch in meinem Kleiderschrank ausruhen, dann ist sie wieder da. Die schöne Adventszeit.

 

Ich wünsche Euch einen guten Start in die Woche!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Montagsfreuden

Lieblings-Spielzeug

IMG_9946Mitte, Ende November. Es ist immer noch Herbst, aber der Übergang zum Winter, dem Advent, der Weihnachtszeit ist schon spürbar. Diese Zeit, diese letzten Tage im November, sind so angenehm ruhig. Alles läuft ein wenig langsamer und man kann sich auf das besinnen, was einem im Advent und in der Weihnachtszeit wichtig ist, um was es eigentlich geht. Nein, das sind nicht die Geschenke. Trotzdem machen wir uns so viele Gedanken darüber, wem wir mit was eine Freude machen können. Und das gehört auch einfach dazu, denn natürlich wäre Weihnachten ohne Geschenke kein „richtiges“ Weihnachten. Genauso wie sich der Beschenkte über ein tolles Geschenk freut, ist es für den Schenkenden beglückend zu sehen, dass er jemandem eine Freude gemacht hat. Doch was macht ein tolles Geschenk aus? Für uns Erwachsene mag die Antwort darauf recht, nun ja, individuell ausfallen. In der Regel wissen wir ja was wir uns wünschen und können unseren Wunsch äußern. Bei (kleinen) Kindern ist es etwas anderes. Das, was sie sich gerade im Moment wünschen (wenn sie sich überhaupt dahingehend äußern können), kann morgen wieder etwas anderes sein. Aber Geschenke wie Spielzeug sollten Kindern möglichst lange (oder nachhaltig) Freude bereiten. Gerade Eltern von kleinen Kindern stellen sich oft die Frage, was für Spielzeug sich für die Kleinen den besonders eignet. Jetzt, da mein viertes Kind aus dem Babyalter raus ist (seufz) und (oft) wunderbar mit den anderen Kindern mitspielt, kann ich tatsächlich sagen, es gibt einiges, mit dem meine Kinder eine lange Zeit gespielt haben und mit dem sie immer noch gerne spielen. Spielzeug, das die Fantasie anregt, zum Rollenspiel einlädt. Eins davon ist der Kaufladen und die Kinderküche.

Gefunden haben wir unseren Kaufladen damals in den Kleinanzeigen, als wir eigentlich einen gebrauchten Fahrradanhänger suchten. Er ist nicht besonders groß, nicht originell oder gar selbstgebaut, aber, mein Gott, ich weiß nicht wieviel imaginäres Geld ich dort schon gegen gefilzte Äpfel oder gestrickte Kürbisse eintauschen musste. Direkt neben dem Kaufladen steht die Kinderküche, mittlerweile schon die zweite, nachdem das Vorgängermodell (Marke Eigenbau) eine Matschküche (der Renner: Küche + Matsch) wurde. Wie und aus was man alles Kinderküchen bauen kann (sogar aus einem Stuhl!), kann man übrigens immer wieder staunend auf Pinterest bewundern.

Im Kaufladen und der Küche wird tatsächlich das Leben nachgeahmt. Wenn alle meine vier Kinder zusammen spielen, eröffnen sie wieder „ihr“ Restaurant. Die Schulkinder schreiben die Speisekarte, der Kellner nimmt die Bestellung auf, der Küchenchef kauft die Lebensmittel im Kaufladen und der Koch bereitet die Speisen zu. Gast, ist der, der gerade zur Verfügung steht (meistens der Opa). Oder sie veranstalten ein Picknick und bereiten einen Korb mit Essen und Trinken vor.

Die Utensilien der Küche und des Kaufladens sind peu à peu dazu gekommen. Mal habe ich ein paar Äpfel und Birnen genäht, mal Kürbisse gestrickt oder Porree gefilzt. Zu Weihnachten oder zum Geburtstag kamen dann ein Rührgerät und eine Kasse aus Holz dazu und jede Menge Holz-Klett-Gemüse. Im Frühling haben wir Holz-Eier für den Kaufladen bemalt, im Herbst kleine (recht bruchsichere) Fläschchen mit selbst gemalten Traubensaft- und Apfelsaft-Etiketten beklebt, und im Advent stehen Bienenwachskerzen und Nüsse zum Verkauf im Kinderkaufladenregal.

Es ist immer wieder eine Freude Kindern beim Spielen zu zusehen. Wie sie alles um sich herum vergessen, sich ganz dem Spiel widmen. Und wie phantasiereich sie doch sind. Eigentlich bräuchten sie wohl gar keinen Kaufladen um „Kaufladen“ zu spielen. Sondern nur ein paar Stühle und Tücher. Aber stellen wir uns doch nur einmal vor, unsere Kinder würden einen Stuhl und ein Tuch als Geschenk unter dem Tannenbaum auspacken. Nein, lieber nicht ;-).

 

Was sind Eure Spielzeugfavoriten?

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 

 

 

 


Bienenwachsduftkerzen

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November ist Kerzenzeit. Morgens am Frühstückstisch brennt bei uns bereits die erste Kerze und nachmittags, wenn es draußen diesig ist und zu dämmern beginnt, zünden wir wieder die Kerzen an. Kerzen geben einfach das Gefühl von Geborgenheit, sie lassen alles gleich viel sanfter und heimeliger erscheinen (oder sind einfach eine Zutat für „hygge“, wie man jetzt sagt ;-)). Seit wir jedes Jahr unseren Imker besuchen, sind uns die Bienenwachskerzen am liebsten. In unserer „Weihnachtswichtelwerkstatt“ (so nenne ich unser Adventsbasteln gerne) rollen wir die Bienenwachsplatten von der Imkerei zu Kerzen und auf dem Adventsbasar der Waldorfschule können die Kinder selber Bienenwachskerzen ziehen. Wer einmal Bienenwachskerzen (oder Bienenwachs überhaupt) kauft, wird feststellen, dass sie (zum Teil sehr viel) teurer sind als Kerzen aus Paraffin (Erdöl) oder Stearin (tierischen oder pflanzlichen Fetten). Das liegt zum einen daran, dass es ein Naturprodukt ist, zum anderen natürlich auch daran, dass das Angebot an Bienenwachs begrenzt ist. Ein Grund mehr, Kerzenreste nicht wegzuschmeißen, sondern sie zusammeln, einzuschmelzen und neue Kerzen daraus zu gießen.

Bienenwachskerzen haben einen ganz eigenen, angenehmen Duft. Für die Advents- und Weihnachtszeit gebe ich aber gerne noch ein paar Tropfen eines ätherischen Öls dazu. Das überdeckt den natürlichen Duft des Wachses nicht, sondern unterstützt ihn mit um eine leichte, fruchtige oder süßliche Nuance.

 

Was man für die Duftkerzen braucht:

  • Kerzenreste
  • Docht
  • zwei Töpfe für das Wasserbad
  • Gläser, z.B. Weckgläser oder Einmachgläser
  • Duftöl (z.B. Vanille oder Orange)
  • kleine Hölzchen (zum Beispiel Schaschlikspieße)

So geht´s:

Die Kerzenreste kommen (leicht zerkleinert) in das Wasserbad. Wenn der das Wachs anfängt zu schmelzen, kürzt man die Dochte auf die richtige Länge (bzw. ein wenig mehr) und klebt mit einem Spritzer flüssigem Bienenwachses das eine Ende des Dochtes in die Mitte des Glases (das funktioniert gut mit einem Hölzchen). Das andere Ende wickelt man um das Hölzchen, so bleibt der Docht straff und in der Mitte der Kerze. Ist das Bienenwachs flüssig, träufelt man das Duftöl hinein und gießt vorsichtig so viel Wachs in das Glas, das der Boden bedeckt ist und lässt es ein wenig abkühlen  (sonst löst sich der Docht wieder vom Boden des Glases ab). Danach füllt man das Glas bis zur gewünschten Menge. Ist das Wachs erkaltet, schneidet man den Docht auf die gewünschte Länge ab.

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Die Duftkerzen eignen sich übrigens auch prima als Geschenk. Einfach den Deckel aufsetzen (bei den Weckgläsern noch die Klammern dran klippen) – fertig!

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag!

Liebe Grüße

Leni

 

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Hagebuttenmarmelade

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Letztes Jahr im Herbst machten wir alle zusammen bei einer Wildkräuterführung mit (wer es nochmal nachlesen möchte, hier ist der Post). Neben den vielen Wildkräutern, deren Verwendung und Wirkung wir erklärt bekamen, beeindruckte mich der Geschmack der Hagebutte am meisten. Unsere Expertin in Sachen Wildpflanzen pflückte damals einige Hagebutten vom Strauch, überreichte sie uns, ließ uns die bereits weiche Früchte zwischen den Fingern aufdrücken und forderte uns auf das Mus, das aus den Hagebutten quoll, abzulutschen. Seit diesem Moment mag ich Hagebutten nicht nur als schöne Herbstdeko oder als Tee, sondern liebe sie auch als Aufstrich.

Hinter unserem Haus wachsen recht viele Hagebutten, die durch den ersten Frost, den wir hier schon hatten, bereits weich sind. Gestern gingen wir mit einem Korb (und Gartenhandschuhen) los und pflückten die roten Früchte. Von jedem Strauch nur eine Hand voll, der Rest ist den Tieren vorbehalten. Wieder zu Hause angekommen, wusch ich die Hagebutten und entfernte den Blütenansatz und die Stiele. Ein paar noch feste Hagebutten legte ich zum Trocknen für Tee beiseite, alle anderen kamen einen Topf und wurden aufgekocht. Anschließend passierte ich das Mus durch ein Sieb und kochte die jetzt kernfreie Masse abermals mit Gelierzucker auf.

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Ein (kleines) Glas Hagebuttenmarmelade. Mehr ist von den vielen Hagebutten nicht übrig geblieben. Aber: es war jede Mühe wert (finden übrigens auch meine Jungs) 🙂 !

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße

Leni

 

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Sankt Martin (mit Weckmannrezept)

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Wir feiern diese Woche Sankt Martin, mit all seinen Traditionen und Ritualen. Die übrigens hier im Rheinland doch ein wenig anders sind als im übrigen Teil der Republik. Nirgendwo sonst findet man Martinsvereine und Komitees, die die Martinszüge mit Fackeln und Laternen und einem Sankt Martin auf dem Pferd in jedem Stadtteil und jedem Dorf organisieren (im Rheinland nehmen wir Traditionen sehr ernst ;-)). Sogar eigene, kölsche Martinslieder haben wir hier. Der Martinszug endet schließlich an einem großen Feuer, an dem die „Mantelteilung“ nachgespielt wird. Dann gibt es für alle Kinder Weckmänner. Später ziehen die Kinder noch mit ihren Laternen von Haus zu Haus und singen Martinslieder gegen Süßigkeiten (das „Schnörzen“ oder „Gribschen“).

Ich kann mich noch erinnern, als ich mit meinem dritten Kind in der Rückbildungsgymnastik war (das erste Mal überhaupt, ähem) . Es war Anfang November und alle Frauen bastelten im Kurs Martinslaternen (anstatt Übungen zumachen). Unsere Kinder waren gerade mal sechs Monate alt und all diese frisch gebackenen Mütter wollten unbedingt Laternen basteln, um mit ihren Kindern mit auf den Zug zugehen. Mittlerweile ist es mein 7. Zugjahr, und weitere 7 werden noch folgen (ab der weiterführenden Schule gehen die Kinder eigentlich nicht mehr mit). Wir haben Züge erlebt, an denen es plötzlich zu regnen anfing und alle Eltern ihre mitgebrachten Plastiktüten auspackten und um die Laterne banden – nur wir nicht. Ich hatte nicht an eine Plastiktüte gedacht (geschweige denn das wir durchsichtige Tüten hätten) und unsere Laterne war innerhalb von Minuten ein matschiger Papphaufen (mit weinendem Kind daneben). Oder einen Zug ohne Kapelle (es war wie ein Totenmarsch). Und einen  Zug mit betrunkenen Sankt Martin. Aber ach, Martinszüge sind einfach irgendwie heimelig und erinnern mich an meine Kindheit.

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Was auch auf keinen Fall fehlen darf: Weckmänner! Man kann sie schon ab Mitte Oktober in jeder Bäckerei kaufen oder aber selbst backen (auch wenn ich zugeben muss, dass die Bäckereiweckmänner bei einem Schönheitswettbewerb besser abschneiden würden).

 

Für die Weckmänner nehme ich ein Hefeteig. Das Grundrezept ergibt so in etwa 5 große Weckmänner (oder 7 kleine). Man braucht:

  • 500 gr Mehl
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 80 gr Zucker
  • 300 ml warme Milch
  • 100 weiche Butter
  • 2 Eier
  • Prise Salz
  • abgeriebene Zitrone
  • 1 EL Vanillezucker
  • Eigelb oder geschmolzene Butter zum Bestreichen

So geht´s:

Den Würfel Hefe in die warme Milch bröckeln. Mehl und Zucker in einer Schüssel geben und eine Mulde drücken. Hefe und Milch in die Mulde geben und ein paar Minuten stehen lassen. Dann die Eier, Butter und die Prise Salz dazu geben und verkneten. Abgedeckt 30 Minuten gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Und dann kann es losgehen. Wir haben eine kleinen Männchen-Ausstecher, man kann die Männchen aber auch freihändig gestalten. Traditionell bekommen sie noch Rosinenaugen (und Knöpfe) und natürlich die Tonpfeife. Bevor sie bei ca. 180 Grad Umluft (vorgeheizt) in den Ofen kommen, kann man sie noch mit Butter oder Eigelb einpinseln (dann werden sie schön braun).

 

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Feiert Ihr Sankt Martin? Und wen ja, wie?

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag und eine schöne Martinswoche!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Garten Anfang November

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Wir sind dieses Jahr wirklich gesegnet mit einem milden, sonnigen Herbst. Selbst der November, der sonst so trübe, dunkle Monat, schenkt uns zu Beginn so viele schöne Tage. Keine Spur von Novemberblues. Und wo lässt sich die Zeit gerade besser verbringen als draußen, im Wald, in der Natur (die kuscheligen, regnerischen Tage auf dem Sofa können noch warten ;-)). Dieses Wochenende, das letzte Herbstferienwochenende, haben wir größenteils im Garten verbracht.

 

 

Über die Hälfte der Beete sind jetzt leer, abgeerntet. Und damit die Erde und ihre Bewohner vor Trockenheit und Frost geschützt sind, decken wir die Beete mit Laub ab. Dafür befreiten wir (oder besser gesagt meine fleissigen Helfer) die Rasenflächen und Wege von den Blättern und verteilten sie (etwa 5 cm) locker über den Boden der Beete. Das übrige Laub sammelten wir (nach einer ausgiebigen Laubschlacht natürlich) in einer geschützen Ecke im Garten für die Igel. Bis auf Eichenlaub, das zu viele Gerbstoffe enthält, eignen sich übrigens meines Wissens alles Laub zum Abdecken der Erde. Und das Ergebnis im Frühling ist verblüffend: unter den schon fast zersetzten Blättern konnten die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen ungestört während des Winters aktiv bleiben. Schiebt man im Frühjahr das Laub zur Seite, findet man feinkrümelige, gut riechende, dunkle Erde darunter. Oder es ist eben nicht verblüffend, würde mein Bekannter jetzt sagen, ein Permakulturexperte, der selber ein großes Stück Land (als Schaugarten seines Permakulturvereins) pflegt. Denn alle Böden, auf denen Pflanzen und Bäume (in der freien Natur) wachsen, sind stetig bedeckt. Das ist der biologische Kreislauf.

 

 

Was sich gerade in meiner Küche stapelt, ist der Kohl (wer hätte gedacht, dass die Raupen soviel übrig lassen?). Weißkohl und Rotkohl. Letzteren friere ich gekocht ein oder lasse ihn (genauso wie den Weißkohl) in Gläsern fermentieren (wenn es was geworden ist, stelle ich Euch mein Rezept dafür mal ein). Vom Grünkohl zupfe ich immer nur die unteren Blätter ab, z.B. für Smoothies, so kann man ihn fast den ganzen Winter über wachsen lassen. Ansonsten ernten wir gerade den ersten Feldsalat (juhuu), weiterhin Spinat (auch immer gerne für Smoothies) und die letzten Möhren (nein, die sind nicht verkrüppelt, sondern das sind runde Möhren der Sorte „Pariser Markt“). Und dazu jede Menge Samen. Radieschen, Blumenkohl und Brokkoli, Ringelblumen, Buschbohnen und Sonnenblumenkerne (die können sich die Vögel im Winter aus den Samenständen picken).

 

 

Jetzt ist der Garten fertig für die Winterruhe (der Frost wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen). Das Gartenjahr neigt sich dem Ende.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntagabend!

Liebe Grüße

Leni

 

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Hallo November!

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Herbstblätter bedecken den Boden wie ein großer, heller Teppich und lassen die Bäume nackt zurück. Das grüne Grass verblasst zu braun und die Nächte bringen den Raureif über das Land. Die Natur legt sich zur Ruhe, die Dunkelheit nimmt sich jeden Tag ein Stück mehr vom Licht. Der November ist voll Melancholie, so still und trüb, und weckt in uns das Bedürfnis nach Rückzug, Gemütlichkeit und Geborgenheit. Er erlaubt es uns sich zu besinnen. Zur Ruhe zu kommen. Bevor der Weihnachtstrubel beginnt.

 

 

Wir freuen uns im November auf:
* Allerheiligen und Allerseelen. Zeit sich zu besinnen.
* Sankt Martin, Laternen, Lieder und Weckmänner.
* Spaziergänge im Wald. Hier findet man die schönste Dekoration für den bevorstehenden Advent.
* Amaryllis. Wir holen Mitte November die dicken Knollen wieder aus dem Keller und stellen sie ans Fenster. Am Anfang geben wir der Amaryllis nur wenig Wasser, sonst treibt sie nur Blätter und keine Blüten. Mit etwas Glück blüht sie pünktlich zum Weihnachtsfest.
* Frostverzierte Blätter.
* Stricken. Jetzt kommen noch schnell Mützen und Schals auf die Nadeln.
* Kaminabende.
* Kunst- und Handarbeitsbasare. Wie zum Beispiel von den Waldorfschulen. Die sind immer so zauberhaft und schön gestaltet.
* Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne und Früchtepunsch.
* schon auf Weihnachten. Jetzt ist die beste Zeit in Ruhe Wunschlisten und Plätzchenrezepte, Weihnachtskarten und Adventskalender zusammenzustellen.
* den ersten Frost, der Rosenkohl und Grünkohl so richtig gut schmecken lässt.

 

 

Nun weicht er nicht mehr von der Erde,
Der graue Nebel, unbewegt;
Er deckt das Feld und deckt die Herde,
Den Wald und was im Wald sich regt.
Er fällt des Nachts in schweren Tropfen
Durchs welke Laub von Baum zu Baum,
Als wollten Elfengeister klopfen
Den Sommer wach aus seinem Traum.
Der aber schläft, von kühlen Schauern
Tief eingehüllt, im Totenkleid.
O welch ein stilles, sanftes Trauern
Beschleicht das Herz in dieser Zeit!
Im Grund der Seele winkt es leise,
Und vom dahingeschwundnen Glück
Beschwört in ihrem Zauberkreise
Erinnrung uns den Traum zurück.
(Hermann von Lingg)

 

Ich wünsche Euch eine gemütlichen November!

Liebe Grüße

Leni

 

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