Teezeit

Teekräuter3

Als erstes mal ein Geständnis: ich trinke keine Kaffee. Ich weiß, ich bin da in der Minderheit, und der stetig steigenden Anzahl an Coffeeshops zufolge, werden wir (Nicht-Kaffeetrinker) auch immer weniger. Ich mochte übrigens auch noch nie Kaffee. Weder mit Milch, noch mit Zucker, noch mit beiden. Weder bei Müdigkeit, bei Stress oder in geselliger Runde. Aber Tee. Ja, Tee trinke ich hin und wieder gerne. Nicht täglich mehrere Tassen. Aber wie heimelig ist es doch, mit einer Tasse Tee in der Hand auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen, während es draußen kalt ist und der Regen an die Scheibe prasselt. Als ich ein Kind war, hatten wir immer Teedosen mit herrlich duftenden Teemischungen in der Küche stehen. Mittlerweile ist meine „das-muss-ich-nicht-kaufen-sondern-kann-es-selber-machen“- Vorliebe auch beim Tee angekommen und so experimentiere ich seit zwei Jahren an meinen eigenen Teemischungen mit Kräutern, Blättern und Früchten aus dem Garten.

Sommerblumen

Und das mache ich so: zu den ein bis zwei Hauptkräutern (die für den Anlass, die Beschwerde oder die Wirkung entscheidend sind) gebe ich für den Geschmack ein paar Lieblingskräuter dazu und fülle mit Beerenblättern oder Blumenblüten (Rose, Malve) auf. Unten habe ich die Kräuter aufgelistet, die ich immer wieder für verschiedene Mischungen nehme. Die Auflistung ist so zu verstehen, dass nicht alle Kräuter und Früchte auf einmal in den Tee kommen (müssen), sondern immer nur ein oder zwei Komponenten je Kategorie.

Teekräuter (2)

Meine Favoriten sind:

Erkältungstee

Hauptkräuter: Salbei, Oregano, Thymian, Holunderblüten

Geschmackskräuter:  Zitronenmelisse, Kamille, Zitronenverbene

Füllkräuter: Brombeer,- oder Himbeerblätter, Kamille

Magen/Darmtee 

Hauptkräuter: Fenchel, Anis, Dill (Samen)

Geschmackskräuter: Apfelstücke

Füllkräuter: Rosen,- oder Malvenblüten

Wintertee         

Hauptkräuter: Ringelblumenblüten, Melisse, Ananassalbei,

Geschmackskräuter: Zimt, Vanille, Hagebutte, Orangenschalen

Füllkräuter: Kornblumen, Erdbeerblätter

Frühlingstee    

Hauptkräuter: Minze, Hibiskus, Apfel

Geschmackskräuter: Waldmeister (nur in kleinen Mengen), Erdbeeren

Füllkräuter: Gänseblümchen, Frauenmantel

Kindertee          

Hauptkräuter:   Apfelstücke, Hagebutte, Hibiskus, Pfefferminze 

Füllkräuter: Brombeer-, Himbeerblätter, bunte Blüten

Teezeit

Was ist Euer Lieblingstee?

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Herbstblätter und Quitten

fallenderblätter

War das nicht ein herrliches Herbstwochenende? Wir konnten uns kaum an den herrlichen Herbstfarben satt sehen. Daher konnten wir eigentlich nur eins machen, eine Wanderung durch den Herbstwald. Wandern mit Kindern ist ja immer so Ding. Entweder sie finden Stöcke, Pilze, gefährliche Abhänge oder Wurzeln zum Klettern, dann ist alles prima und sie schaffen 6 bis 8 km oder Gemurre oder aber der Wanderweg führt über breite asphaltierte Strassen oder kinderwagentaugliche Wege und man kann (im besten Fall) übel gelaunte Kinder hinter sich her ziehen. Will sagen: die Auswahl des Wanderwegs will gut durchdacht sein!

Essigbäume

Noch ein Tipp. Immer einen Beutel (oder ein Körbchen) mitnehmen. Wir kommen nie, aber auch wirklich nie ohne Herbstschätze aus dem Wald wieder. Und mit piksigen Bucheckerschalen oder einigen Zapfen in den Hosentaschen lässt es sich nicht mehr ganz so gut wandern (autsch).

itsme

Mein liebstes Sammelobjekt sind gerade bunte Blätter. An denen kann ich nur schwer vorbei gehen. Letztes Jahr haben wir die Blätter in Wachs konserviert, dieses Jahr presse ich sie einfach in der Blumenpresse. Die ersten fertigen Blätter hat mein Sechsjähriger mit Nadel, Faden und seinem Lieblingsstock zu einem kleinem Mobile verarbeitet (und ist super stolz darüber. Und ich erst ;-)).

Blätter-Mobile

Das zweite Vorhaben an diesem Wochenende war die Quitten endlich zu verarbeiten. Mehrer Körbe voller zitronengelben, wohlriechenden Früchten warteten schon ungeduldig darauf entsaftet zu werden. Eigentlich kann man Quitten recht lange lagern. Da aber die Jungs fürs Ernten zuständig waren, und sie die Früchte mehr runtergeschüttelt haben als gepflückt (geht ja schließlich auch schneller, meinten sie), dachte ich mir, dass eine zügige Weiterverarbeitung wohl sinnvoll wäre.

Quitten

Die beste (und einzige?) Methode den Quitten ihren leckeren Saft zu entlocken ist das Entsaften im Dampfkochtopf. Denn obwohl die Quitten den Äpfeln ähnlich sehen – sie sind ganz das Gegenteil, nämlich knüppelhart.

Quittengelee1

Quitte

Alle Quitten haben wir dieses Wochenende noch nicht geschafft zu entsaften (immerhin wollten diese ungewöhnlich warmen und sonnigen Oktobertagen genossen werden) – aber immerhin können wir einige Gläser mit dem glibberigen und absolut köstlichen Quittengold jetzt für den Winter einlagern.

Quittengelee

Wie war Euer Wochenende?

Liebe Grüße

Leni

P.S.: Liebe Gesa, das Quittengelee geht diese Woche noch auf die Reise ;-)!

P.P.S.: Mehr Wochenenden gibt es bei WiB nachzulesen.


Kräuterzeit

Kräuterbündel

Auf der einen Seite genießen wir die Fülle des Sommers, die bunten Blumen, das reichliche Angebot an Obst und Gemüse, die vielen verschiedenen Kräuter, auf der anderen Seite müssen wir jetzt schon ein wenig an den Winter denken. Das erinnert mich an die Maus Frederick von Leo Lionni (muss ich das jetzt als Werbung kennzeichnen? – also gut: Werbung, unbezahlt), die, während alle anderen Mäuse Essen für den Winter horten, Farben und Erinnerungen sammelt. Vielleicht ist gut, sich einen Vorrat von beidem anzulegen. Und vor allem auch an Kräutern.

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Überall bei uns verteilt hängen und trocknen gerade Kräuter. Für meinen Gewürzschrank – z.B. Liebstöckl (für Wintersuppen), Rosmarin, Bohnenkraut, Thymian, Oregano (Pizza), Minze und Salbei, Estragon im Essig.  Für meine Teemischungen – z.B. Ringelblumen, Malven, Kornblumen, Beerenblätter, Zitronenverbene, Minze, Fenchel, Frauenmantel.

Da es gerade jetzt im Sommer so viele Kräuter sind, die ich konservieren möchte, habe ich mir aus Stöcken (wenn wir eins durch die Jungs immer im Garten haben, dann sind das Stöcke) und Haken zum Eindrehen mehr Platz zum Trocken von Kräutern geschaffen.

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Für Ölauszüge, Salben und Tinkturen – z.B. Johanniskraut, Ringelblumen, Spitzwegerich.

Räuchersticks1

Und für Räucherbündel. Das mache ich allerdings zum allerersten Mal. Aus dem Garten und von der Wiese hinter unserem Haus habe ich mir eine Königskerze, Beifuß, Rosmarin und Salbei besorgt und mit Naturfaserschnur zu länglichen Bündeln zusammengeschnürt (mit ein wenig Übung sehen sie vielleicht bald noch besser aus).

Räuchersticks

Nun trocknen die Bündel hängend, werden danach bis zum Winter aufgehoben und dann zur Reinigung zwischen den Jahren oder zum Jahresanfang geräuchert. Ich bin gespannt!

Kräuterstrauß

Wenn man einmal in die Welt der Kräuter, ihre Heilwirkungen und ihren Geschmack eingetaucht ist, kommt man aus dem Staunen (und dem Sammeln) kaum wieder heraus. Zumindest geht mir das  so. Denn nicht nur unsere Gemüsebeete werden jedes Jahr größer, auch die Kräuter bekommen jedes Jahr mehr Platz.

Ich wünsche Euch ein traumhaftes Sommerwochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

 

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Johannisfest

Mittsommer2

Unser Wochenende stand im Zeichen der Sommersonnenwende. Der Jahreskreis ist nun zur Hälfte beschritten, die Sonne hat ihren höchsten Stand. Die längsten Tage und kürzesten Nächte im Jahr haben die Menschen schon vor Hunderten von Jahren zum Feiern angeregt. Mit dem 24. Juni legte die Kirche über die heidnischen Sommersonnenwendenfeste den Geburtstag des Täufers Johannes. Das Johannisfest liegt der „heiligen Nacht“, dem „Heiligabend“ am 24. Dezember, im Jahreskreislauf genau gegenüber.

Blumenkränze für die Kinder, Sonnenbrot, Lagerfeuer, Kräuterbuschen, Glühwürmschensuche und Johannisbeeren. Wir feiern jedes Jahr unser eigenes kleines Johannisfest und laden uns liebe Freunde dazu ein. Dieses Jahr mussten wir das Johanni-Feuer und die Glühwürmchensuche leider absagen, genauso wie das gemeinsame Essen im Garten (das Essen fand dann einfach im Haus statt) – der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Johannisbeeren

Was aber auf jeden Fall blieb, war unsere traditionelle Johannisbeerenernte. Die schon dunkelroten, süßen Beeren, haben wir während einer Regenpause geerntet und zusammen verarbeitet.

Johannisbeerenpflücken

Fast 3 kg Johannisbeeren wanderten durch die Hände (und in die Münder) der Kinder. Den größten Teil kochten wir als Gelee ein. Mit dem süßen Duft dampfender Beeren in der Nase, erinnerten wir uns daran, wie viel Freude uns im Winter der Geschmack des Sommers in Form von Marmeladen und Gelees doch macht. Ach, wenn man doch den ganzen Sommer irgendwie konservieren könnte…

Johannisbeergelee

Der andere Teil der Johannisbeeren wanderte auf den Kuchen. Das Rezept dafür ist ganz einfach, die Kombination aus süßen Mandel und säuerlichen Beeren einfach mhhhh.

Johanisbeerkuchen

Für den Teig:
250gr Sahne
150 gr Zucker
1 EL (oder 1/2 Päckchen) Vanillezucker
300gr Mehl
4 Eier
1 Prise Salz
Zitronensaft
Alles verrühren, auf ein gefettetes Backblech streichen und bei 200 Grad Umluft 15 Minuten backen.
Für den Belag:
125 gr Butter
150 gr Zucker
1 El Vanillezucker (oder 1/2 Päckchen)
4 EL Milch
200 gr gehobelte Mandeln
200-300 gr Johannisbeeren
Belag auf den vorgebackenen Kuchenteig streichen, Johannisbeeren verteilen und abermals bei 200 Grad 10-15 Minuten im Ofen backen.

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Um die Sommersonnenwende herum ernten wir auch viele Kräuter aus dem Garten als Gewürzmittel, für  Teemischungen, Salben und Räucherbündel. In einem der nächsten Beiträge erzähle ich Euch mehr darüber :-).

Liebe Grüße

Leni

 

Wie andere Familien das Sommersonnenwen-Wochenende verbracht haben,
kann  man bei WiB nachlesen.

 


Gänseblümchensalbe

Gänseblümchensalbe

Wenn 15 Gänseblümchen unter einem Fuß passen ist es Frühling – und die beste Zeit  Gänseblümchensalbe herzustellen! Was nach einem Balsam für süße, niedliche und sanfte Kinder anhört, ist in Wirklichkeit etwas für die ganz Wilden: Gänseblümchen stehen in Sachen Heilwirkung gegen Stöße, Prellungen und Blutergüsse der Arnkia (wer kennt sie nicht, die Arnika-Globuli?) in nichts nach und bilden somit eine gute Grundlage für eine Salbe gegen blaue Flecken. Während die Arnika-Pflanze jedoch bei uns in Deutschland (und auch in einigen anderen Ländern) auf der roten Liste der bedrohten Pflanzenarten steht, wächst das Gänseblümchen ganz ungeniert auf (fast) jedem Rasen.

Gänseblümchen

Was man braucht:

  • 2 – 3 Hände voll Gänseblümchen
  • 100 ml gutes Olivenöl
  • 15 gr Bienenwachs
  • 3 gr Lanolin (Wollwachs)
  • wenn man möchte, noch ein paar Tropfen eines ätherischen Öls (Lavendel, Orange, oä.)

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Wie man es macht:

Zuerst stellt man einen Ölauszug her. Das kann man auf zwei Wegen machen:

Für den kalten Ölauszug:

Die Gänseblümchenköpfe ein paar Tage trocknen lassen und dann in ein Glas legen und mit gutem Olivenöl auffüllen, bis alles bedeckt ist.  Auf der Fensterbank dann die Gläser für ca. 4 Wochen stehen lassen (täglich schütteln). Der kalte Auszug ist schonender, aber auch zeitaufwendig und birgt die Gefahr, dass die Pflanzenteile anfangen zu schimmeln.

Für den warmen Ölauszug:

Die Gänseblümchenköpfe liegen lassen, bis alle möglicherweise mit eingesammelten Tierchen fliehen konnten. Dann die Gänseblümchen in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Das Glas in ein heißes Wasserbad für 60 – 90 Minuten (bei 40 – 80 Gard) stellen. Danach noch einmal 2-3 Tage verschlossen nachziehen lassen.

Das Öl, nach dem Kalt-, oder Warmauszug,  wird dann durch ein Baumwolltuch (z.B. ein Moltontuch) abgeseiht, das bedeutet, man trennt jetzt gründlich die Pflanzenteile von dem Öl. Anschließend wiegt man das Öl und das Bienenwachs ab. Auf 100 ml Öl kommen ca. 15 gr (reiner) Bienenwachs. Öl und Bienenwachs werden dann im Wasserbad erwärmt, bis der Wachs flüssig geworden ist. Ich füge gerne noch etwas (ca. 3 Gramm) Wollwachs hinzu, der die Salbe etwas geschmeidiger macht. Allerdings verkürzt er auch die Haltbarkeit der Salbe. Unter Rühren lässt man das Gemisch wieder abkühlen und kann ganz zuletzt ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl hinzufügen, bevor man es in Tiegel abfüllt und aushärten lässt. Die Tiegel, die nicht sofortigen Gebrauch bestimmt sind, werden beschriftet und dann kühl, trocken und dunkel gelagert und sind ca. 1 Jahr haltbar.

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Anwendung:

Die Gänseblümchensalbe wird äußerlich angewendet bei blauen Flecken, Quetschungen und Prellungen.

Gänseblümchensalbe1

Neben der Gänseblümchensalbe gehört zu unserem Salbentrio für wilde Kinder auch noch die Spitzwegerichsalbe bei Brennesselquaddeln, Insektenstiche und Wunden und die Ringelblumensalbe für Schürfwunden und rissige Haut. Beide Rezepte gibt es hier.

So, wir sind gerüstet – für die kurze-Hosen-draußen-Abenteuer-Erlebnistage!

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Frühlingswald plus selbstgemachte Kräuterbutter

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Heute haben wir den Kindergarten (für meinen kleinen „Großen“) mal ausfallen lassen (schade, dass das mit der Schule nicht geht) und haben die Buschwindröschen im Wald besucht. Elfengleich recken sie Köpfe aus dem Grün und schmücken den noch kahlen Wald in frischem Frühlingsgrün. Die Jungs bemühten sich auf keines drauf zu treten (bei diesen riesigen Blütenteppichen eine echte Kunst).

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Aber nicht nur die Buschwindröschen breiten sich um diese Zeit im Wald aus, sondern auch der Bärlauch. Und da mittlerweile auch einige andere Kräuter in unserem Garten den Ruf des Frühlings gehört haben und innerhalb von Tagen neu gesprossen sind, habe ich heute direkt mal Kräuterbutter gemacht.

Neben dem Bärlauch nehme ich gerne Schnittlauch, wenige Blätter Sauerampfer, Pimpinelle, Dill und (der war allerdings gekauft) und Schnittknoblauch. Aber butterkompatibel sind auch noch ganz viele andere Frühlingsgesellen. Letztes Jahr haben die Kinder mal eine Blümchenbutter gemacht mit Löwenzahnblüten und Gänseblümchen (auch sehr lecker).

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Für die Kräuterbutter die Butter in Würfel schneiden und bei Zimmertemperatur weich werden lassen. Die Kräuter (gegebenenfalls) waschen, abtrocknen und fein hacken. Zusammen mit Salz und Pfeffer mit der Butter vermengen.

Frühlingskräuterbutter2

Ich mache immer gleich zwei Portionen (500 Gramm Butter), fülle sie dann in Gläser ab und friere einen Teil für den Sommer ein.

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Wenn man die Gläser mit einem Etikett versieht, hat man außerdem ein kulinarisches Mitbringsel für Freunde. Zusammen mit einem Bund frischer Frühlingskräuter toppt es garantiert jeden Blumenstrauß ;-).

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Eifel-Garten plus eins der leckeresten Bärlauchrezepte!

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Auch in der Eifel ist an diesem Wochenende der Frühling angekommen. Die Jungs hatten Freunde eingeladen mit in unseren Eifelgarten zukommen. Während die „großen“ Kinder den Wald erkundeten, hatte ich zwei kleine Helfer im Gemüsegarten (hilfreiche Tipps zum Gärtnern mit Kindern gibt es übrigens hier). Die Beete, auf denen im Winter noch Grünkohl, Rosenkohl und Feldsalat gestanden hatten mussten jetzt wieder für die neuen Pflanzen hergerichtet werden.

Das Gewächshaus brauchte neue Erde (und saubere Scheiben), bevor die ersten Gurkenjungpflanzen einziehen durften. Und auch der Kohlrabi und der Salat haben bereits einen Platz im Beet bekommen. Noch sehen die Pflanzen recht kümmerlich aus, aber in ein paar Wochen können wir wahrscheinlich schon die ersten Knollen und Blätter ernten.

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Mit leeren Händen mussten wir aber trotzdem nicht nach Hause gehen. Der Bärlauch sprießt und ziert den Wald mit einem grünen Teppich. Einen Korb voll haben wir mitgenommen, einmal für Kräuterbutter und zum anderen für  eins der leckersten Bärlauch-Gerichte, die ich kenne: Bärlauch-Quinoa-Puffer!

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Die Puffer sind wirklich ganz einfach und schnell zubereitet und schmecken auch Kindern (wichtig ;-)). Der Rotkohl gibt dem ganzen Gericht eine herrliche Farbe, aber ehrlicherweise wollte keins der Kinder auch nur ein Fitzelchen davon auf seinem Teller haben. Banausen.

Hier kommt das Rezept:

QuinoaBärlauchPuffer

Bärlauch-Quinoa-Puffer (für 3 Personen und 6 Kinder)

  • 150 gr Quinoa
  • 180 gr Feta (bei uns ist das eine Packung)
  • 1 Bund Bärlauch
  • 3 Eier
  • Rotkohl
  • Joghurt
  • Zitronensaft
  • Salz/Pfeffer

Den Quinoa nach Packungsanleitung kochen und in einer Schüssel mit dem zerkleinerten Feta, dem in kleinen Streifen geschnittenen Bärlauch und drei Eiern vermengen. Salzen und Pfeffern. In einer Pfanne Öl heiss werden lassen und die zu kleinen Küchlein geformte Quinoa-Masse hineingeben. Nach ca. drei Minuten von beiden Seiten ausbraten. Derweil den Rotkohl in dünne Scheiben schneiden und mit Salz und Zitronensaft einmal durchkneten. Den Joghurt in eine kleine Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Alles zusammen auf einem Teller anrichten. Guten Appetit!

BärlauchQuinoa

Es tut so gut, die warmen Sonnenstrahlen endlich wieder auf der Haut zu spüren. Ich hoffe, Ihr habt die Frühlingssonne an diesem Wochenende auch genießen können!

Liebe Grüße

Leni

 

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WiB

 

 


Januar im Garten plus Verlosung

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Die Schneeglöckchen recken schon ihre Stängel aus der Erde und der Duftschneeball verströmt gerade schon den ersten Duft vom Frühling. Kein Wunder also, dass ich (gedanklich) schon mitten in der neuen Gartensaison bin und gerade mit Vorliebe Gartenbücher wälze. Vor einer Woche lag bei uns dann der erste Saatgutkatalog im Briefkasten und erinnerte mich daran, dass es Zeit wird mein Saatgut zu sortieren, alles was im Sommer und Herbst bis jetzt lose und unbeschriftet in Tütchen und Gläsern (und Hosentaschen, ähem) steckt zu beschriften und neu zu ordnen.

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Wovon habe ich ausreichend dieses Jahr (Tomaten!) und was muss ich nachbestellen? Was will ich dieses Jahr wohin pflanzen? Seit ein paar Jahren führe ich ein Garten(tage)buch, in dem ich Aussaattermine, Anbaupläne, Sorten und Erträge, Schädlinge, Düngergaben und eine Klimatabelle eintrage – ich kann das jedem Gärtner nur empfehlen; es erleichtert die Planung ungemein.

Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle ein kleines Samenpaket verlost  – und es hat mir eine große Freude bereitet! Es war nicht nur schön, all die lieben und interessanten Kommentare dazu zu lesen, ich habe von den Gewinnern des Saatgutes ein paar Monate später auch Bilder von den angebauten Radieschen, Tomaten und der Kapuzinerkresse zugeschickt bekommen (und mich so gefreut)!

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Viele, die letztes Jahr mitgemacht hatten, schrieben, dass sie sozusagen „Gartenanfänger“ seien, gerade einen Garten oder eine Parzelle im Schrebergarten erworben/gepachtet hätten. Deshalb habe ich mir für dieses Jahr überlegt, nicht nur Samen, sondern auch noch ein Gartenbuch dazu zuverlosen! In dem Gartenbuch findet alles wissenswerte zum Thema Gartengestaltung, Pflanzenprofile, Bodenpflege und (was ich richtig klasse finde) einen Arbeitskalender für jeden Monat.

 

Ihr könnt das Gartenbuch „Gartenjahr“ vom GU Verlag gewinnen plus ein Saatgutpaket, bestehend aus folgenden Samen von:

1. bunten Radieschen (rote, gelbe, violette, weiße und weiß-rote)
2. Kapuzinerkresse in unterschiedlichen Variationen
3. unserer Lieblings-Tomatensorte (leider namenlos, aber es ist eine kompakt wachsende Sorte mit kleinen, süßen Früchten),
die alle mit viel Liebe in unserem (ökologisch) bewirtschaften Garten gewachsen sind ♥!

Radieschen, Kapuzinerkresse und Tomaten gedeihen im Garten (die Tomaten auch ohne Regenschutz) oder auf dem Balkon und sind so pflegeleicht, das sie ganz hervorragend von und mit Kindern gepflanzt und gepflegt werden können.

Wenn Ihr mitmachen möchtet, hinterlasst doch einfach hier auf dem Blog, auf Facebook oder Instagram bis zum 26.02.2018 einen Kommentar und (falls Ihr anonym schreibt) eine Emailadresse, damit ich Euch im Falle des Gewinns auch benachrichtigen kann.

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Übrigens habe ich mir auch gerade die Termine für die Saatgutbörsen und -festivals dieses Jahr in meinen Terminplaner eingetragen (viele Termine findet man z.B. unter http://www.nutzpflanzenvielfalt.de) und bin erfreut darüber, dass jedes Jahr mehr Veranstaltungen dieser Art dazu kommen. Das zeigt doch, dass das Interesse am Garten, am eigenen Gemüse- und Obstanbau und an (Heil-)Kräutern weiterhin steigt. Wie wunderbar!

 

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 


Hagebuttenmarmelade

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Letztes Jahr im Herbst machten wir alle zusammen bei einer Wildkräuterführung mit (wer es nochmal nachlesen möchte, hier ist der Post). Neben den vielen Wildkräutern, deren Verwendung und Wirkung wir erklärt bekamen, beeindruckte mich der Geschmack der Hagebutte am meisten. Unsere Expertin in Sachen Wildpflanzen pflückte damals einige Hagebutten vom Strauch, überreichte sie uns, ließ uns die bereits weiche Früchte zwischen den Fingern aufdrücken und forderte uns auf das Mus, das aus den Hagebutten quoll, abzulutschen. Seit diesem Moment mag ich Hagebutten nicht nur als schöne Herbstdeko oder als Tee, sondern liebe sie auch als Aufstrich.

Hinter unserem Haus wachsen recht viele Hagebutten, die durch den ersten Frost, den wir hier schon hatten, bereits weich sind. Gestern gingen wir mit einem Korb (und Gartenhandschuhen) los und pflückten die roten Früchte. Von jedem Strauch nur eine Hand voll, der Rest ist den Tieren vorbehalten. Wieder zu Hause angekommen, wusch ich die Hagebutten und entfernte den Blütenansatz und die Stiele. Ein paar noch feste Hagebutten legte ich zum Trocknen für Tee beiseite, alle anderen kamen einen Topf und wurden aufgekocht. Anschließend passierte ich das Mus durch ein Sieb und kochte die jetzt kernfreie Masse abermals mit Gelierzucker auf.

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Ein (kleines) Glas Hagebuttenmarmelade. Mehr ist von den vielen Hagebutten nicht übrig geblieben. Aber: es war jede Mühe wert (finden übrigens auch meine Jungs) 🙂 !

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Liebe Grüße

Leni

 

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Karminrot
Geborgen wachsen
Caros Grünzeug

Herbstschätze – und was man daraus machen kann!

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Kein Spaziergang, kein auch nur kurzer Gang nach draußen, ohne das Sammeln von Herbstschätzen. Die Kinder (und auch Erwachsene :-)) werden magisch angezogen von den glänzenden Kastanien, den herunterfallenden Nüssen, den bunten Blättern und leuchtend roten Hagebutten. Ob in den Hosentaschen, den Gummistiefel (wirklich) oder einem Korb –  wir bringen immer etwas mit nach Hause. Doch, was kann man eigentlich mit den gesammelten Schätzen machen?

Die schönsten Herbstschätze und was wir daraus machen:

  • bunte Blätter

An Ort und Stelle machen wir gerne Laubkronen aus den Blättern (funktioniert gut mit großen Ahorn- oder Platanenblättern). Möchte man die Blätter länger aufheben, muss man sie pressen, um ihre Farbe und Form zu erhalten. Das dauert allerdings (bis sie völlig durchgetrocknet sind) ein-, bis zwei Wochen. Sind die Blätter dann gepresst, kann man sie wunderbar in einer Leuchtbox wie hier austellen oder Tiere daraus basteln wie hier. Schneller geht es jedoch indem man die Blätter in einem Tauchbad in (Bienen-)Wachs konserviert (wie nehmen dafür geschmolzene Kerzenreste). Dann kann man die Blätter zu einer Girlande binden wie zum Beispiel hier.

 

  • Eicheln und Eichelhüte

Die Hütchen von den Eicheln haben es mir jedes Jahr besonders angetan. Die fehlende Eicheln werden einfach gefilzt, gehäkelt oder durch eine Murmel ersetzen und als Kette tragen. Oder, wenn man richtig viele Hütchen gesammelt hat, lassen sich mit den Hütchen ganze Bilder oder Bilderrahmen gestalten.

  • Stöcke und Äste

Die Stöcke und Äste (die bei uns nach jedem Spaziergang vor unserer Tür zu finden sind) trocknen wir zunächst einmal. Danach werden sie in kleinere Stücke zersägt (in Scheiben und Stücke). Aus ihnen lässt sich zum Beispiel ein Postkartenhalter machen (das geht übrigens auch mit einer Handsäge ;-)). Oder ein Diorama.

  • Lampionblumen

Leider findet man diese Herbstschönheiten nicht so einfach im Wald und auf der Wiese. Aber es lohnt sich ihnen einen kleinen Platz im Garten zu überlassen (gerne im Schatten). Sie sind äußerst genügsam und langlebig. Und mit ihren leuchtend orangefarbenen Lampions lassen sich schöne Gestecke und Kränze binden. Aber auch einfach auf den Jahreszeitentisch oder in einer Schale drappiert, bringen sie Herbstfarben ins Haus.

 

  • Ahornnasen

Sehr süß ist die Idee mit den Ahornnasen-Libellen. Man kann sie aber auch gut auffädeln und als Girlande aufhängen.

  • Haselnüsse

Frische Haselnüsse sollte man am besten trocknen lassen (ausgebreitet), sonst fangen sie an zu schimmeln (gilt genauso für Walnüsse und Kastanien). Die beste Verwendung für die Haselnüsse ist natürlich sie zu essen. Vielleicht geröstet für Nuss-Nougat-Creme?  Oder gemahlen für die Weihnachtsbäckerei? Wer dann noch ein paar Nüsse abzweigen kann, bastelt diese Haselnuss-Pfeifenreiniger-Eichhörnchen.

 

  • Hagebutten

Habt Ihr schon mal Hagebuttenmarmelade probiert? Göttlich. Finde ich. Da man sie häufig nur im Feinkostladen findet (zu entsprechenden Preisen), lohnt es sich sie selbst herzustellen. Ein praktisches Rezept gibt es hier. Und auch Hagebuttentee (kein Vergleich zum Schullandheimtee aus Kindertagen) lässt sich ganz einfach aus den roten Früchten machen. Ob mit oder ohne Kerne ist Geschmackssache (ich puhle sie immer raus), wichtig ist nur, dass man die Früchte gut durchtrocknen lässt (z.B. im Backofen).

  • Walnüsse

Auch hier lautet natürlich der Verwendungszweck: knacken und essen. Manchmal sitzen wir alle ganze Winterabende bei Kerzenschein zusammen am Tisch, erzählend und Nüsse knackend. Wenn man die Nüsse vorsichtig knackt, so dass man zwei halbe Nussschalen hat (das kann bei uns nur meine Mann), lassen sich niedliche Betten für Wichtelkinder oder Eulenhöhlen herstellen. Oder man füllt Bienenwachs in die Schalen und hat kleine (schwimmende) Kerzen.

 

 

  • Zapfen

Ob groß oder klein, länglich oder oval. Zapfen sehen an sich schon so herbstlich/winterlich aus. Wir lagern sie gerne in einem großen Korb oder verknoten sie zu einer Girlande. Hat man dazu noch ein paar Kerzenreste übrig, eignen sich die Kiefernzapfen auch gut als Kaminanzünder.

  • Bucheckern und Bucheckerhülsen
  • Erlenzapfen

Aus Zapfen, Eicheln, Nüssen und Stöcken lassen sich kleine Tiere (oder ein ganzes Tiergehege) und Männchen basteln, Kürbisse verzieren oder ganze Feen- und Wichtelhäuser einrichten.

 

  • Zieräpfel und kleine Äpfel

Wir haben gleich mehrere Zieräpfelbäumchen in unserem Garten. Nicht nur weil sie im Frühling so wunderbar duftend blühen oder man aus den Früchten (habe ich zumindest mal gelesen) Zierapfelgelee machen kann, sondern weil diese kleinen Äpfel bis in den Januar am Baum hängen bleiben und den Vögeln als Futter dienen. Ein paar Äpfelchen pflücken wir uns aber dennoch,  z.B. als Schmuck für Gestecke und Kränze.

  • Samenstände von Mohn, Clematis

Die wilden Clematis-Ranken findet man recht häufig am Wegesrand, oft verwoben mit Sträuchern. Ein einfache, wie zauberhafte Idee, ist daraus ein Windlicht zu machen. Sehr keck sehen dagegen kleine Gesichter auf den Samenständen des Mohns aus, die  Mohn-Blumenfrauen. Überhaupt sehen die Mohnkapseln außergewöhnlich aus, und machen sich hervorragend als Naturstempel.

  • Kastanien

Oh ja, um Kastanien kommt man im Herbst nicht drumherum. Der Glanz und die Haptik verleiten uns einfach dazu sie mitzunehmen. Bis sie ganze Körbe füllen. Leider verlieren sie aber auch schnell wieder ihren Glanz; nachhelfen kann man dann mit etwas Öl. Und will man nicht Horden von Kastanienmännchen auf dem Fensterbrett stehen haben, bleiben einem noch folgende Möglichkeiten: Mandalas legen (sehr entspannend), Kastanien-Raketen basteln, Kastanienketten auffädeln oder Waschmittel daraus machen (aus eigener Erfahrung muss ich aber leider sagen, dass die Kastanien keine Super-Flecken-Entfernungskraft haben, aber für leichten Schmutz durchaus brauchbar, kostenlos und öko). Und bevor die Kastanien zu schimmeln anfangen: Wildparks freuen sich in der Regel über (nicht schimmelige) Kastanien und Eicheln für die Tiere.

 

Vielleicht war ja die ein oder andere Idee für Euch dabei?

 

Liebe Grüße

Leni

 

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