Selbstgemachte Salben für wilde Kinder

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Blaue Flecken, Kratzer, Schürfwunden, Brennesselquaddeln, Insektenstiche – gehören zu Kindern, die viel im Wald, auf den Wiesen, im Garten oder einfach „draußen“ sind natürlich dazu. Gut, wenn man schnelle Hilfe (und Trost) für alle Wehwehchen dabei hat. So sind in unserer Tasche neben Pflastern, Arnika Globuli und der Pinzette um Zecken zu entfernen, auch Ringelblumen-, und Spitzwegerichsalbe.

Die Ringelblumen säen wir jedes Jahr in unseren Garten aus und verwenden sie hauptsächlich für Tee und Ringelblumenöl. Die Inhaltsstoffe der Ringelblume wirken wundheilend und entzündungshemmend, weshalb sie sich für die Herstellung einer Salbe zur Behandlung von (kleinen) Wunden und Abschürfungen (aber auch rissiger Haut und Windeldermatitis) sehr gut eignet.

Der Spitzwegerich ist ein echtes Superkraut, das ein weit gefächertes Wirkungsspektrum besitzt. Als Tee oder Sirup eingenommen hilft er bei Husten-, Lungen-, und Bronchialleiden, äußerlich angewendet wirkt er antibakteriell und schmerzlindernd. Er stoppt sofort das Brennen nach einer Berührung mit einer Brennessel und das Jucken eines Mückenstiches. Und weil er an vielen Stellen in der Natur wild wächst, ist er schnell zu Hand und kann, leicht zerrieben, sofort genutzt werden. Noch besser ist es aber, ihn immer dabei zu haben – in Form einer Tinktur oder Salbe.

 

Das Rezept:

  • Spitzwegerich
  • Ringelblumenblüten
  • gutes Bio-Olivenöl
  • reines Bienenwachs
  • optional: Wollwachs (Lanolin)
  • ein ätherisches Öl (z.B. Lavendel)

Für den kalten Ölauszug: Den Spitzwegerich (trocken und leicht welk) zerkleinern, in ein Glas füllen und mit gutem Olivenöl auffüllen, bis alle Blätter bedeckt sind. Die Ringelblumenblüten (ich habe sie vorher getrocknet, das minimiert die Schimmelgefahr) ebenfalls in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Auf der Fensterbank dann die Gläser für ein paar Wochen stehen lassen (täglich schütteln). Der kalte Auszug ist schonender, aber auch zeitaufwendig und birgt die Gefahr, dass die Pflanzenteile anfangen zu schimmeln. Daher ist auch ein warmer Ölauszug möglich.

Für den warmen Ölauszug:

Ebenfalls die Blätter und Blüten in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Das Glas in ein heißes Wasserbad für 30- 60 Minuten stellen. Danach noch einmal 2-3 Tage an einem warmen Ort nachziehen lassen.

Das Öl wird dann durch ein Baumwolltuch (z.B. ein Moltontuch) abgeseiht, das bedeutet, man trennt jetzt gründlich die Pflanzenteile von dem Öl. Anschließend wiegt man das Öl und das Bienenwachs ab. Auf 100 ml Öl kommen ca. 15 gr (reiner) Bienenwachs. Öl und Bienenwachs werden dann im Wasserbad erwärmt, bis der Wachs flüssig geworden ist. Ich füge gerne noch etwas (ca. 3 Gramm) Wollwachs hinzu, der die Salbe etwas geschmeidiger macht. Allerdings verkürzt er auch die Haltbarkeit der Salbe. Unter Rühren lässt man das Gemisch wieder abkühlen und kann ganz zuletzt ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl hinzufügen, bevor man es in Tiegel abfüllt und aushärten lässt. Die Tiegel, die nicht sofortigen Gebrauch bestimmt sind, werden beschriftet und dann kühl, trocken und dunkel gelagert und sind ca. 1 Jahr haltbar.

 

Bei uns sind diese kleinen Verletzungen an der Tagesordnung. Bei vier (lebhaften) Kindern gibt es immer irgendeine Schürfwunde oder Beule. Die Salben lindern den Schmerz der Verletzung und fördern die Wundheilung. Aber: Nichts geht über den Trost, die Berührung, das in-den-Arm-nehmen, beruhigende Worte. Mein Vater hat mir als Kind die Schmerzen immer „weggepustet“. Und ja, ich konnte tatsächlich den Schmerz wegfliegen sehen. Ich denke, es ist die Kraft des Glaubens, der Vorstellungskraft, der Liebe, die uns schnell wieder gesunden lässt.

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Die vielen, kleinen Narben und Blessuren erzählen von Abenteuern. Vom Leben. Bleibt wild Kinder, bleibt wild ♥!

Liebe Grüße

Leni

 

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2 Gedanken zu “Selbstgemachte Salben für wilde Kinder

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