Ein novemberischer Tannenwald für den Jahreszeitentisch

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Die Martinswoche ist nun vorbei, Sankt Martin mit Pferd, der Bettler und die Gänse sind wieder von den Jahreszeitentischen verschwunden. Für die Advents- und Weihnachtsdekoration ist es noch zu früh (finde ich; wir fangen immer erst nach dem Totensonntag an den Adentsglanz ins Haus zu bringen) und somit füllt die „Lücke“ ein kleiner Tannenwald aus gehäkelten Bäumen und Hagebutten aus dem Garten. Die Tannenbäumchen sind schnell gemacht, wenn man einmal den Dreh heraus hat (keine Angst, man muss kein Häkelprofi sein ;-)), und können in vielen Farbvariationen und mit immer wieder neuen Stickereien ganz unterschiedlicher Akzente im Tannenwald setzen.

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Man braucht:

* Wolle in Tannengrün oder Winterweiß plus entsprechende Häkelnadel

* Filzwolle in grün oder weiß zum Füllen

* Aststücke 5 – 10 cm lang

* Stickgarn oder goldene Schnur plus Sticknadel

So geht es:

(LM= Luftmaschen, Stb= großes Stäbchen)

  1. 4 LM zum Ring mit einer Kettmasche schließen.
  2. 3 LM mit einem Stb in den Ring + 2 weitere Stb in den Ring + 1 LM + 4 Stb in den Ring
  3. wenden, 3 LM und ein Stb in das erste Stäbchen der ersten Runde häkeln, dann in jedes weitere Stb der Vorrunde 1 Stb (3) bis zur Mitte. In die Mitte (kleiner Ring) kommen 2 Stb + 1 LM + 2 Stb. Dann wieder 1 Stb in jedes Vorrundenstäbchen, in die letzte Masche kommen 2 Stb ( also insgesamt 5 Stb).
  4. wenden. 3 LM +1 Stb in die erste Masche, danach 1 Stb in jedes Vorrundenstäbchen bis zur Mitte. Wieder 2 Stb + 1 LM +1 Stb in den mittleren kleinen Ring. Danach weiter 1 Stb pro Masche und in die letzte Masche zwei Stb (insgesamt 8 Stb).
  5. wenden und wieder genauso häkeln wie vorher beschrieben, 1 LM + x Stb – 2 Stb + 1 LM + 2 Stb in den Ring – x Stb zurück + 2 Stb in die letzte Masche (insgesamt also 11 Stb).
  6. Den Faden abschneiden und verknoten.
  7. Mit dem neuen Faden in die 10. Masche 3 LM + 1 Stb häkeln, bis zur Mitte wieder in jede Masche ein Stb, in die Mitte wieder 2 Stb + 1 Fm +2 Stb. Zurück die gleiche Anzahl Stb (insgesamt 6 pro Seite), in die letzte Masche 2 Stb.
  8. wenden und wie unter 4. beschrieben fortfahren (insgesamt 9 Stb pro Seite).
  9. Den Faden abschneiden und verknoten.
  10. Mit dem neuen Faden in die 8. Masche 3 LM + 1Stb häkeln, dann weitermachen wie unter 7 (insgesamt 7 Stb pro Seite).
  11. Den Faden abschneiden und verknoten.

 

Die erste Seite ist fertig! Für den Tannenbaum braucht man jetzt noch eine Seite, dann kann man sie besticken und (oder direkt) zusammenhäkeln (z. b. mit Wolle in einem anderen Farbton). Ein Stück muss unten frei bleiben, damit man die Bäumchen noch befüllen und mit einem Aststück als Stamm versehen kann. Steht das Bäumchen nicht von alleine, kann man eine es mit Heißkleber auf eine kleine Astscheibe kleben.

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Nach und nach und Tag für Tag wird der Tannenwald bei uns schon größer (und heimeliger): durch Waldbewohner, Zapfen, Moos und andere kleine Schätze, die die Kinder hinzufügen.

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Liebe Grüße ♥

Leni

P.S.: Falls bei der Anleitung irgendetwas unklar ist, einfach fragen :-)!

P.P.S.: Die Tannenbäumen eignen sich auch prima als kleines Weichnachtsgeschenk!

Verlinkt mit Caros GrünzeugCaros Grünzeug.

 

 


Hallo November!

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Herbstblätter bedecken den Boden wie ein großer, heller Teppich und lassen die Bäume nackt zurück. Das grüne Gras verblasst zu braun und die Nächte bringen den Raureif über das Land, der alles verzaubert. Die Natur legt sich zur Ruhe, die Dunkelheit nimmt sich jeden Tag ein Stück mehr vom Licht. Der November ist voll Melancholie, so still und oft auch trüb, und weckt in uns das Bedürfnis nach Rückzug, Gemütlichkeit und Geborgenheit. Er erlaubt es uns sich zu besinnen. Zur Ruhe zu kommen. Bevor der Weihnachtstrubel beginnt.

Wir freuen uns im November auf:
* Allerheiligen und Allerseelen. Zeit sich zu besinnen. Wir zünden eine Kerze für jeden von uns gegangenen lieben Menschen an und schwelgen in Erinnerungen bei der Durchsicht alter Bilder.
* Sankt Martin, Laternen, Lieder und Weckmänner.
* Spaziergänge im Wald. Hier findet man die schönste Dekoration für den bevorstehenden Advent.
* Amaryllis. Wir holen Mitte November die dicken Knollen wieder aus dem Keller und stellen sie ans Fenster. Am Anfang geben wir der Amaryllis nur wenig Wasser, sonst treibt sie nur Blätter und keine Blüten. Mit etwas Glück blüht sie pünktlich zum Weihnachtsfest.
* Frostverzierte Blätter.
* Stricken. Auf der Couch mit einer Tasse Lieblingstee.
* Kaminabende und Kerzenlicht.
*Feldsalat und Mandarinen. Und Hagebuttenmarmelade.
* Kunst- und Handarbeitsbasare. Wie zum Beispiel von den Waldorfschulen. Die sind immer so zauberhaft und schön gestaltet.
* Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne und Früchtepunsch.
* schon auf Weihnachten. Jetzt ist die beste Zeit in Ruhe Wunschlisten und Plätzchenrezepte, Weihnachtskarten und Adventskalender zusammenzustellen.
* den ersten Frost, der Rosenkohl und Grünkohl so richtig gut schmecken lässt.

 

 

Ich wünsche Euch einen wunderbaren November!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Herbstkönig

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Ich liebe diese Herbstfarben. Den Nebel am Morgen. Das Rascheln der Blätter unter den Füßen. Die schönsten Herbstblätter nehmen wir mit nach Hause, pressen sie in der Blumenpresse oder konservieren sie in flüssigem Wachs. Für Girlanden und Mobiles, Bilder und einfach so zum Basteln. Aus den großen Ahornblättern machen wir jedoch etwas besonderes: Blätterkronen.

Dafür falten wir das Ahornblatt und entfernen den Stengel. Diesen benutzen wir dann als Verbindung zweier Blätter miteinander, in dem wir den Stengel durch beide Blätter zweimal stecken. Eine ähnliche Anleitung für die Blätterkrone  habe ich auch hier gefunden.

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Wir haben hier gleich zwei Herbstkönige gekrönt – vielleicht kommt ja noch der ein oder andere dazu ;-)!

Liebe Grüße

Leni

 

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Creadienstag

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Caros Grünzeug

 


Hallo Oktober!

Oktober

Wenn das Jahr ein Musikstück wäre, wäre der September das Crescendo, das allmähliche Lauterwerden der Musik. Die ersten Blätter verfärben sich, das satte Grün des Frühlings und des Sommers weicht den Farben des Herbstes. Der Oktober aber ist der Höhepunkt des Stückes, laut, bunt und wild. Manche Bäume sehen aus als stünden sie in Flammen – so spektakulär ist ihr Laubwerk in rot, orange und gelb. Ebenso leuchten uns die Hagebutten, Vogelbeeren und Schlehen und Sanddorn entgegen. Die Herbstwinde rütteln an den Bäumen, lassen die Blätter wild durch Luft wehen und schmücken die Wege mit einem raschelnden Blätterteppich. Die Natur zündet ein letztes Feuerwerk ab, bevor im November die Töne wieder ruhiger werden.

Die kalten Temperaturen in der Nacht mahnen uns, dass der Winter naht. Wir machen es uns mit Kerzen und Decken gemütlich. Die milden Temperaturen am Tag schicken uns raus in die Natur. Vor allem in den Wald. Aber der Oktober hat noch so viel mehr zu bieten.

Wir freuen uns auf:

  • das Erntedankfest! Während Michaeli das Herbstfest ist, welches wir nur für uns in der Familie zelebrieren, feiern wir Entedank mit der Gemeinde und sogar dem ganzen Dorf.
  • den Tag der deutschen Einheit.
  • Kerzenlicht und Gemütlichkeit. Stricken und Lesen. Tee und Kakao.
  • Herbstmärkte. Schlösser, Parks und hübsche Altstädte bieten oft die Kulisse für Kunst-, Handwerks-, und Gartenmärkte im Herbst.
  • Herbstferien!
  • Kürbissuppe. In allen Variationen. Mal asiatisch angehaucht, mal scharf, mal pur.
  • Pilze. Hoffentlich. Endlich.
  • den Frühling. Denn jetzt kommen noch schnell die Zwiebeln der Frühlingsblüher in den Boden (wenn sie denn dort nicht schon sind).
  • Spaziergänge im Wald mit Blättergeraschel unter den Füßen.
  • Herbstschätze.
  • Astern und Dahlien.
  • Laubhaufenspringen.
  • auf das Knoblauchstecken. Für eine frühe und gute Knoblauch-Ernte im nächsten Jahr.
  • Unser kleines Kürbishaus.
  • Halloween/Samhain! Die gruseligste Nacht im Jahr. Wie und warum wir sie feiern, steht hier.

 

 

Ich wünsche Euch einen magischen Oktober!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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5 Dinge

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5 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1.Äpfel. Der September steht bei uns im Zeichen des Apfels. Anfang des Monats hänge ich die Wimpelkette wieder auf, die meine Kinder mal vor Jahren mittels Apfeldruck verziert haben und stelle die gefilzten Äpfel auf den Jahreszeitentisch. Rot strahlen bereits die 7 Äpfel, die unsere letztes Jahr gepflanzten Jungbäume zusammen tragen – ganz wunderbar, aber bis wir tatsächlich mal (hoffentlich) körbeweise unsere eigenen Äpfel ernten können, pflücken wir wie jedes Jahr beim Bio-Bauern.

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Mit dem Traktor geht es auf die Plantage, mit der Schubkarre dann durch die Reihen der hohen Apfelbäume.

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2. Stricken.

Den Sommer über habe ich die Stricknadeln ruhen lassen, doch mit dem Herbst und den tollen Inspirationen und Anleitungen vom Blog PetiteKnit (unbezahlte, unbeauftragte Werbung) mag ich gerade mein Strickzeug gar nicht aus der Hand geben. Ein Kinderpullover soll es werden. Zum Glück tragen meine Jungs gerne selbstgemachte Kleidung – einzige Einschränkung: sie darf nicht kratzen. Deshalb gehe ich bevorzugt in den Wollladen, der ein paar Dörfer weiter zu finden ist. Der hat zwar keine riesige Auswahl an Wolle, dafür aber sehr fachkundige Strickerinnen, die einem nicht nur bei der richtigen Wollauswahl, sondern auch bei den Strickanleitungen helfen (für mich super wichtig)  ;-).

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3. Kinder mit Kameras

Kaum zu glauben, aber vor zehn Jahren war die einzige Kamera, die ich mit auf Reisen nahm, noch eine Einweg-Kamera aus dem Drogeriemarkt. Dann folgte eine kleine (Achtung: Markennennung) Canon-Kamera, handlich für die Hosentasche und erst vor gut drei Jahren bekam ich zu Weihnachten (m)eine Spielgelreflexkamera geschenkt, mit der ich die meisten meiner Bilder mache. Aber auch  die Kameras am Telefon sind heute top, und da man das Smartphone ja auch schließlich ständig bei sich trägt, ist es soviel einfacher geworden Momente, Situationen und Dinge einzufangen. Das hat Vor- und Nachteile, wie wir alle wissen. Vor ein paar Tagen fiel mir dann aber meine alte Canon-Kamera wieder in die Hände, und ich gab sie (bestückt mit einer neuen Speicherkarte) meinen Kindern. Meine Kinder haben (noch?) kein Smartphone, weshalb sie fasziniert den Rest des Tages damit beschäftigt waren Fotos zu schießen und Filme zu drehen. Als ich abends die Bilder auf dem Laptop durchgesehen habe, war ich total überrascht. Gut, natürlich waren viele verwackelte, unscharfe Bodenfotos dabei, Füße, abgeschnittene Köpfe und Nasennahaufnahmen, aber auch richtig viele tolle Momentaufnahmen und witzige Kurzfilme aus einer ganz andere Perspektiven als meine üblichen Bilder. Und man kann die Freude und Begeisterung, die in jedem Bild steckt, förmlich sehen. Sehr inspirierend.

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4. Schälnüsse

Wenn gerade erst die grüne, dicke Schale der Walnüsse aufgeplatzt ist, sind wir schon zur Stelle. Denn dann sind die Nüsse noch so frisch, dass sich die feine Haut, die sich um die Kerne befindet und später eintrocknet, noch abziehen lässt. Mit der noch frischen Haut schmecken die Nusskerne leicht bitter, hat man die Haut entfernt, entfaltet sich der volle Schälnussgeschmack. Einziger Nachteil: man bekommt unweigerlich gelb-braune Verfärbungen an den Händen („Du hast Nusshände!“, sagen meine Kinder dann).

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Aber wie bekommt man die Schälnüsse vom Baum? Ha, das ist der Teil, den meine Jungs am liebsten mögen. Entweder man schüttelt die Zweige und hofft, das meine keine Nuss auf den Kopf bekommt (ist das dann auch eine Kopfnuss?) oder man sucht sich einen dicken Stock und versucht damit die Nüsse heraus zu schlagen. So oder so macht es Spaß, wobei Jungs und Stöcke ja sowieso eine besondere Beziehung zu einander pflegen.

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5. Neue Hühner

Über zwei Jahre haben wir nun unsere kleine Hühnertruppe und nun ist es passiert. Ein Huhn ist gestorben. Wir waren alle bestürzt, haben geweint, getrauert und das Huhn zu Grabe getragen. Woran unsere liebe Erika gestorben ist, wissen wir nicht. Sie lag einfach eines Morgens tot im Stall. Über den Tod unserer Henne bin ich natürlich nicht glücklich (schließlich wollte ich Euch ja von Dingen erzählen, die mich glücklich machen), aber Leid und Freud liegen oft auch nah beieinander. So sind wir immer noch ein wenig traurig, freuen uns aber sehr über zwei neue Hühner, die jetzt bei uns eingezogen sind: eine dicke, flauschige Sussex-Henne namens Prisilla und ein ganz junge, schwarze Araucaner-Henne namens Rosi (von ihr ein Bild zu machen ist schwierig, sie ist einfach zu schnell).

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Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

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12v12
Freitagslieblinge
Caros Grünzeug

Lagerfeuer-Waffeln

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Dank dem Ende der Sommerferien, dem Schulbeginn und der Einschulung unseres dritten Schulkindes, war die letzte Woche hier sehr trubelig. Wieder in den Schulalltagsrhythmus kommen, ein Einschulungsfest ausrichten und all die anderen Dinge organisieren, die sich den Sommer über angesammelt haben und gerne zur Seite geschoben worden („es ist ja schließlich Sommer, den muss man genießen“)  – sagen wir so: ich habe mich sehr auf ein ruhiges, geselliges Wochenende gefreut. Auf Freunde, Zeit in der Natur verbringen, fröhliche Kinder, Ungezwungenheit und ganz wenig Küchenzauber. Auf Sommervergnügen und Herbstgenuss. Auf Lagerfeuer und Waffeln.

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Wir haben über die Jahre eine große Liebe zum Lagerfeuer entwickelt. Als wärmende Quelle der Gemütlichkeit, Abenteuer für die Kinder und archaische Form der Essenszubereitung. Und man kann so viel mehr auf dem Feuer zubereiten als Würstchen auf dem Stock oder Marshmallows. Zum Beispiel Kartoffeln (im Lehmmantel). Oder Popcorn. Oder Suppe. Oder eben Waffeln. Dazu benötigt man nur ein Waffeleisen speziell fürs Lagerfeuer (ist nicht so teuer wie es sich anhört) und ein Rezept für einen richtig guten Waffelteig. Letzteres bekommt Ihr von mir ;-)!

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Rezept für Waffeln (ca. 10 Stück):

500 gr Mehl (ich mische ganz gerne Vollkorn- und Weizenmehl)

250 gr weiche Butter

200 gr Zucker

5 Eier

3 TL  oder 1 Päckchen Vanillezucker

500 ml Milch

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Es ist übrigens immer gut, ein paar Waffeln mehr einzukalkulieren. Schnell lässt man (oder Mann) das Waffeleisen zu lange im Feuer und dann gibt es statt caramellfarbener, fluffiger Waffel, angebrannte Frisbeescheibe (die tatsächlich erstaunlich gut fliegt, ähem).

Zu den Waffeln schmeckt (passend zum September) Apfelmus ganz wunderbar oder Pflaumenkompott (das man am Lagerfeuer ganz ohne Wespenärger genießen kann).

So. Entspannt, mit den schönen Erinnerungen vom Wochenende, rauchiger Kleidung in der Waschtonne und einen vollen Terminkalender (so viele Elternabende) starten wir hier morgen in die neue Woche – und Euch wünsche ich einen schönen Sonntagabend!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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WiB
Sonntagsglück
Caros Grünzeug

Hallo September!

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Die Kälte am Morgen, der Tau im Garten, auf den Wiesen und den Feldern, die immer früher einsetzende Dämmerung, die ersten fallenden Blätter – alle Weichen sind auf Herbst gestellt. Nach den vielen herrlichen, warmen, leichten und unbeschwerten Tagen und Wochen fällt es schwer den Sommer gehen zu lassen, gleichzeitig freue ich mich auf die farbliche Pracht und kulinarische Fülle des Herbstes. Der September macht uns den Übergang zwischen Sommer und Herbst ein wenig leichter. Die Tage sind noch warm, das Licht so schön golden, der Garten steht in voller Pracht. Wie könnte man da den September nicht mögen?

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Wir freuen uns im September auf:

* unser Apfelfest. Die Wimpelkette mit dem Apfeldruck hängt bald wieder im Kinderzimmer, der Duft von Apfelkuchen im ganzen Haus. Unser Apfelbauer lädt zur Selbsternte ein, genau so wie die Streuobstwiese hinter unserem Haus. Und sogar die kleinen Bäumchen, die wir letztes Jahr erst in den Garten gepflanzt haben, tragen jetzt (zusammen 7) rotbäckige Früchte. Wir freuen uns auf Apfelmus, Apfelsaft, Apfelstrudel.
* den Weltkindertag am 20. September. Auf Instagram zeigen viele Menschen auf der ganzen Welt, wie sie diesen Tag mit ihren Kindern feiern. So inspirierend.
* Drachen steigen lassen. Jedes Jahr wieder spannend. Welcher Drache wohl dieses Jahr am höchsten steigt (und wer lässt seinen Drachen aus Versehen los)?
* die ersten Walnüsse oder auch Schälnüsse genannt (die mag ich so gerne).
* Pilze. Bisher war es viel zu trocken bei uns für Pilze. Aber vielleicht wird der September ein guter Pilzmonat?
* Weinfeste. Vielleicht wird es kein gutes Pilzjahr – aber ein gutes Weinjahr ist es jetzt schon! Im September wird das hier in der Gegend gebührend gefeiert.
* neues Bastelmaterial, wie Kastanien, Eicheln und Bucheckern. Was man Schönes aus den Herbstschätzen machen kann, könnt Ihr hier nachlesen.
* Pflaumen /Zwetschgen, Birnen, Weintrauben, Haselnüsse, Quitten, rote Beete, Kartoffeln, die letzten Tomaten und noch vieles mehr.
* die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Jetzt packen wir die Kerzen wieder aus (und der Bienenwachsduft kehrt zurück).
* die ersten bunten Blätter. Die schönsten nehmen wir mit nach Hause und pressen sie oder überziehen sie mit Bienenwachs um sie zu konservieren.
* die Kartoffelnachlese bei den Bauern.
* Das Michaelsfest. Am 29. September feiern wir „Michaeli“, mit kleinen Mutproben und einem Brot in Schwert- (oder Drachen-) Form.
* Herbstblumensträuße mit Dahlien, Ringelblumen, Astern, Sonnenblumen, Lampionblumen, und Zinnien.

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Der Sommer verabschiedet sich mit einem Farben- und Früchtefest. Und auch wenn jetzt der Schulalltag unseren Rhythmus wieder bestimmt, versuchen wir so viel Raum und Zeit wie möglich frei zu halten, um es mit allen Sinnen zu genießen.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren September!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Frau Holle und der Holundersirup

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Mitte August (manchmal auch ein wenig später) ist Holunderbeerenzeit. Jetzt glänzen die tiefschwarzen Beeren, die sich in Trauben an den Holundersträuchern befinden- so fern man im Frühling nicht alle Blütendolden für Sirup abgeschnitten hatte 😉 .

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Wir haben gleich mehrere Holundersträucher auf unserem Grundstück (ist man abergläubisch, so darf man sie auch nicht entfernen; das würde Unglück bringen), aber trotzdem fiel die Ernte der Holunderbeeren an diesem Wochenende eher mau aus. Dieses Jahr waren die Vögel wohl sehr hungrig. Für die Kinder war der Zwetschgenbaum interessanter – kann man diese Früchte doch sofort genießen. Denn die Holunderbeeren sind roh giftig und werden erst durch Erhitzen genießbar.

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Den Holundersirup mache ich so:

Nach dem Waschen trenne ich die Beeren mit Hilfe einer Gabel von Stielen und sortiere die noch unreifen Beeren aus. Bleiben ein paar Stielreste übrig, ist das nicht schlimm. Die Beeren kommen in einem Topf, ein fingerbreit Wasser darüber und werden einmal aufgekocht. Danach lasse ich sie noch 5 – 10 Minuten köcheln. Über einen zweiten Topf breite ich ein Tuch aus (ich nehme immer gerne die alten Spucktücher meiner Kinder) und fülle die Beerenmasse hinein. Der Saft tropft durch das Tuch in den Topf, die restlichen Bestandteile bleiben zurück. Ist die Masse abgekühlt, wringe ich das Tuch noch einmal richtig aus und presse den restlichen Saft durch. Fertig ist der Holundersaft. Damit er haltbar wird, koche ich ihn erneut auf, diesmal mit Zucker. Das Verhältnis Saft zu Zucker ist Geschmackssache. 2 zu 1 (also 2 Teile Saft, ein Teil Zucker) ist mein Mischverhältnis, ich habe aber auch schon Rezepte gesehen, in denen das Mischverhältnis 1 zu 1 ist. Einmal aufgekocht bis der Zucker sich aufgelöst hat, fülle ich den Sirup dann in vorher sterilisierte Flaschen (oder wie in diesem Jahr in nur eine Flasche). Haltbar ist der Sirup (verschlossen) bis zu einem Jahr.

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Was kann man mit dem Sirup machen? Der Holunder ist ein altes Heilmittel. Die Beeren enthalten viel Vitamin C und sollen das Immunsystem stärken. Ich mische den Sirup mit heißem Wasser sobald sich eine Erkältung bei mir oder vor allem bei den Jungs bemerkbar macht. Und weil die Erkältungen und grippalen Infekte uns ja meistens in der kalten Jahreszeit plagen, erzähle ich meinen Kindern, während sie das Heißgetränk zu sich nehmen, das Märchen von Frau Holle. Im bayrischen Raum heißt der Holunder auch Hollerbusch, daran erkennt man schon den etymologischen Ursprung zu der germanische „Mutter Erde“, der Göttin Holder oder Holla. Ihr Sitz war  – der Holunderstrauch. Aus Holda wurde dann Frau Holle, die alte Frau in der Anderswelt, die die Fleißigen belohnt und die Faulen bestraft. Schüttelt Frau Holle im Märchen der Gebrüder Grimm ihr Bettzeug aus, so fängt es auf der Erde an zu schneien (in der winterlichen Erkältungshochzeit ein gern gesehenes Szenario). Und damit sich der Kreis nun wieder schließt: ich bin mir sicher, dass die magische Frau Holle dem Holunder seine Wirkkraft gibt (erzähle ich den Kindern). Und siehe da, es geht ihnen (meistens) nach dem Getränk schon viel besser :-).

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Ich wünsche Euch einen guten Start in die Woche!

Liebe Grüße

Leni

 

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WiB
Gartenglück
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Sternschnuppen-Nächte

Draußenschlafen

Wir hatten hier letzte Woche viele heiße Tage und tropische Nächte. So warm war es nachts, dass es uns allen schwer fiel zu schlafen (unser Schlafzimmer ist außerdem auch noch unter dem Dach). Also haben wir kurzerhand das Bettlager nach draußen auf die Terrasse verlegt. Hier geht stetig ein leichter Wind und es ist bedeutend kühler als im aufgeheizten Haus. Und: es war ein richtiges, kleines Abenteuer.

Statt der weißen, schnöden Schlafzimmerdecke, die wir sonst vor dem Einschlafen erblicken, schmückten nun unendlich viele funkelnde Sterne den Nachthimmel und ließen uns erahnen, wie klein wir eigentlich im Vergleich zum Universum sind.

Schon seit einiger Zeit habe ich die Stellarium App (unbezahlte, unbeauftragte Werbung) auf meinem Telefon. Das ist ein Planetarium, mit der Funktion Sternbezeichnungen, Sternbilder, Sternkonstellationen, Planeten und Satelliten für Deinen Standort anzuzeigen (auf dem Rechner ist die Anwendung kostenlos, als App leider nicht – aber es lohnt sich).  Und der Clou an der App ist, dass sich der Sternenhimmel immer wieder neu ausrichtet, je nachdem wohin ich mein Telefon halte. Außerdem kann man auch Planeten und Sterne heranzoomen. Mit Hilfe der App konnten wir die Sterne am Himmel zu Sternbildern zusammenfügen (und uns darüber wundern, was die Menschen damals am Himmel zu glauben sahen) und haben sogar Mars und Jupiter gefunden.

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Jedes Jahr, um den 12. August herum, lohnt sich der Blick in den nächtlichen Himmel noch mehr. Man kann dann nämlich besonders viele Sternschnuppen sehen. Das sind die „Tränen des Laurentius“ oder auch Perseiden. Eigentlich sind die Sternschnuppen eine Staubspur, die ein Komet hinterlässt, und die jedes Jahr von der Erde gekreuzt wird. Sichtbar werden diese Staubteilchen als Sternschnuppen von Mitte Juli bis Ende August, doch jetzt, an diesem Wochenende, erreicht der Strom den Höhepunkt mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Der (vermeintliche) Ursprung der Sternschnuppen liegt im Sternbild Perseus (daher der Name Perseiden). Die Stellarium App braucht man übrigens nicht, um die Sternschnuppen zu finden. Es reicht, einfach in den (wolkenlosen) Nachthimmel zu blicken. Aber wer schon immer mal sein Tierkreiszeichen am Himmel erkennen wollte und wissen wollte, welche Satelliten über seinen Kopf kreisen – dem sei die App oder auch die Rechner-Version hiermit noch einmal empfohlen.

Wenn es das Wetter zu lässt, übernachten wir also am Wochenende wieder draußen. Und überlegen uns schon einmal, was man sich alles wünschen könnte 😉

Draußenschlafen

Ich wünsche Euch wunderbar sternenklare Wochenend-Sommernächte!

 

Liebe Grüße

Leni

 

 

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Samstagsplausch

 

 


5 Dinge

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(Der Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte, aber ehrliche Werbung)

5 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1.Schmetterlinge

Die Sommerblumen und die Sommerfliedersträucher im Garten blühen und versammeln die Schmetterlinge um und an sich. Kohlweißlinge, Zitronenfalter, Pfauenaugen, Distelfalter und sogar Landkärtchen, Kaisermäntel, Schwalbenschwänze und Admirale. Selbst mein wildestes Kind bleibt minutenlang wie gebannt stehen und beobachtet wie die Schmetterlinge ihren Rüssel flink von einer Blüte in die nächste tauchen – so faszinierend sind die bunten Falter. Und wer sich (wie ich) nicht sicher ist, welchen hübschen Schmetterling er gerade betrachtet, dem hilft diese Liste vom Nabu bestimmt weiter.

Beerentarte

2. Beerentarte

Die letzten Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren zusammen mit den ersten Heidelbeeren aus dem Garten machen sich ganz hervorragend auf meinem Lieblingsbeerenkuchen. Und weil diese Beerentarte schon über Jahre hinweg der Hit bei uns zur Beerenzeit ist, gibt es hier noch einmal das Rezept dazu ;-).

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3. Naturkindmagazin

Was, wenn es ein kostenloses Familien-Magazin geben würde für alle Naturliebhaber, Momentesammler, Selbermacher, Jahreszeitenzelebrierer, Natürlichkeitsbewunderer, Bio-Symphatisanten, Tierfreunde, Achtsamkeitsanhänger, Weltverbesserer und Kinderlachenverehrer? Es hätte einen Riesenerfolg! Und das freut mich sehr. Nicht nur, weil die Menschen, die hinter dem „Naturkindmagazin“ stehen (wie die liebe Rebecca) einfach total sympathisch sind oder die Mütter, die in der ersten Ausgabe zur Wort kommen einfach viel zu erzählen haben (wie die liebe Aline von http://www.urnaturaen.de), sondern auch weil alles in diesem Magazin einfach meinen Nerv trifft. Vielleicht auch Euren? Das „Naturkindmagazin“ gibt zum Mitnehmen bei vielen Bioläden oder Online unter http://www.naturkindmagazin.de.

Naturkindmagazin

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4. Erntefreuden

Jeden Tag mit meinem Korb in den Garten zu ziehen und eigenes Gemüse in die Küche zu bringen: ein Riesengeschenk! Und auch wenn es bei uns nicht wirklich ganz zur Selbstversorgung reicht, so hat sich unser Einstellung zu Lebensmitteln im Allgemeinen so grundlegend in den letzten Jahren dahin gehend verändert, dass wir sie viel bewußter konsumieren, verarbeiten und essen. Im Kindergarten sprechen die Kinder vor jeder Mahlzeit den schönen Spruch von Hans Christian Andersen auf: „Erde, die uns dies gebracht, Sonne die es reif gemacht. Liebe Sonne, liebe Erde, Euer nie vergessen werde.“ Und jedes Jahr, wenn ich das Obst und Gemüse heranreifen sehe, sehe wie aus einem kleinen Samen eine prächtige Pflanze heranwächst, dann empfinde ich genau diese Dankbarkeit.

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5. Ferienbeginn

Morgen ist es so weit. Wer hätte gedacht, dass man dieses kribbelige Gefühl der Vorfreude auf die Sommerferien auch noch als Eltern haben kann? Zumindest geht es mir so. Unser To-Do-Liste hängt am Kühlschrank (ein paar Dinge darauf sind sogar schon abgehakt), die Wetterprognose kündigt ein Sommerhoch an und die Wassermelonen, Eis und selbstgemachte Limo lagern im Kühlschrank – wir sind bereit!

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Und damit verabschiede ich mich in die Sommerpause! Ich wünsche ich Euch eine wunderbare Ferien- und Urlaubszeit! Ich hoffe, Ihr könnt richtige viele tolle Momente sammeln, Sonne und Freude tanken und Zeit mit Eurer Familie verbringen. Und ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen! Entweder auf Instagram oder ab Ende August auch wieder hier. Bis bald!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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