Herbstschätze – und was man daraus machen kann!

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Kein Spaziergang, kein auch nur kurzer Gang nach draußen, ohne das Sammeln von Herbstschätzen. Die Kinder (und auch Erwachsene :-)) werden magisch angezogen von den glänzenden Kastanien, den herunterfallenden Nüssen, den bunten Blättern und leuchtend roten Hagebutten. Ob in den Hosentaschen, den Gummistiefel (wirklich) oder einem Korb –  wir bringen immer etwas mit nach Hause. Doch, was kann man eigentlich mit den gesammelten Schätzen machen?

Die schönsten Herbstschätze und was wir daraus machen:

  • bunte Blätter

An Ort und Stelle machen wir gerne Laubkronen aus den Blättern (funktioniert gut mit großen Ahorn- oder Platanenblättern). Möchte man die Blätter länger aufheben, muss man sie pressen, um ihre Farbe und Form zu erhalten. Das dauert allerdings (bis sie völlig durchgetrocknet sind) ein-, bis zwei Wochen. Sind die Blätter dann gepresst, kann man sie wunderbar in einer Leuchtbox wie hier austellen oder Tiere daraus basteln wie hier. Schneller geht es jedoch indem man die Blätter in einem Tauchbad in (Bienen-)Wachs konserviert (wie nehmen dafür geschmolzene Kerzenreste). Dann kann man die Blätter zu einer Girlande binden wie zum Beispiel hier.

 

  • Eicheln und Eichelhüte

Die Hütchen von den Eicheln haben es mir jedes Jahr besonders angetan. Die fehlende Eicheln werden einfach gefilzt, gehäkelt oder durch eine Murmel ersetzen und als Kette tragen. Oder, wenn man richtig viele Hütchen gesammelt hat, lassen sich mit den Hütchen ganze Bilder oder Bilderrahmen gestalten.

  • Stöcke und Äste

Die Stöcke und Äste (die bei uns nach jedem Spaziergang vor unserer Tür zu finden sind) trocknen wir zunächst einmal. Danach werden sie in kleinere Stücke zersägt (in Scheiben und Stücke). Aus ihnen lässt sich zum Beispiel ein Postkartenhalter machen (das geht übrigens auch mit einer Handsäge ;-)). Oder ein Diorama.

  • Lampionblumen

Leider findet man diese Herbstschönheiten nicht so einfach im Wald und auf der Wiese. Aber es lohnt sich ihnen einen kleinen Platz im Garten zu überlassen (gerne im Schatten). Sie sind äußerst genügsam und langlebig. Und mit ihren leuchtend orangefarbenen Lampions lassen sich schöne Gestecke und Kränze binden. Aber auch einfach auf den Jahreszeitentisch oder in einer Schale drappiert, bringen sie Herbstfarben ins Haus.

 

  • Ahornnasen

Sehr süß ist die Idee mit den Ahornnasen-Libellen. Man kann sie aber auch gut auffädeln und als Girlande aufhängen.

  • Haselnüsse

Frische Haselnüsse sollte man am besten trocknen lassen (ausgebreitet), sonst fangen sie an zu schimmeln (gilt genauso für Walnüsse und Kastanien). Die beste Verwendung für die Haselnüsse ist natürlich sie zu essen. Vielleicht geröstet für Nuss-Nougat-Creme?  Oder gemahlen für die Weihnachtsbäckerei? Wer dann noch ein paar Nüsse abzweigen kann, bastelt diese Haselnuss-Pfeifenreiniger-Eichhörnchen.

 

  • Hagebutten

Habt Ihr schon mal Hagebuttenmarmelade probiert? Göttlich. Finde ich. Da man sie häufig nur im Feinkostladen findet (zu entsprechenden Preisen), lohnt es sich sie selbst herzustellen. Ein praktisches Rezept gibt es hier. Und auch Hagebuttentee (kein Vergleich zum Schullandheimtee aus Kindertagen) lässt sich ganz einfach aus den roten Früchten machen. Ob mit oder ohne Kerne ist Geschmackssache (ich puhle sie immer raus), wichtig ist nur, dass man die Früchte gut durchtrocknen lässt (z.B. im Backofen).

  • Walnüsse

Auch hier lautet natürlich der Verwendungszweck: knacken und essen. Manchmal sitzen wir alle ganze Winterabende bei Kerzenschein zusammen am Tisch, erzählend und Nüsse knackend. Wenn man die Nüsse vorsichtig knackt, so dass man zwei halbe Nussschalen hat (das kann bei uns nur meine Mann), lassen sich niedliche Betten für Wichtelkinder oder Eulenhöhlen herstellen. Oder man füllt Bienenwachs in die Schalen und hat kleine (schwimmende) Kerzen.

 

 

  • Zapfen

Ob groß oder klein, länglich oder oval. Zapfen sehen an sich schon so herbstlich/winterlich aus. Wir lagern sie gerne in einem großen Korb oder verknoten sie zu einer Girlande. Hat man dazu noch ein paar Kerzenreste übrig, eignen sich die Kiefernzapfen auch gut als Kaminanzünder.

  • Bucheckern und Bucheckerhülsen
  • Erlenzapfen

Aus Zapfen, Eicheln, Nüssen und Stöcken lassen sich kleine Tiere (oder ein ganzes Tiergehege) und Männchen basteln, Kürbisse verzieren oder ganze Feen- und Wichtelhäuser einrichten.

 

  • Zieräpfel und kleine Äpfel

Wir haben gleich mehrere Zieräpfelbäumchen in unserem Garten. Nicht nur weil sie im Frühling so wunderbar duftend blühen oder man aus den Früchten (habe ich zumindest mal gelesen) Zierapfelgelee machen kann, sondern weil diese kleinen Äpfel bis in den Januar am Baum hängen bleiben und den Vögeln als Futter dienen. Ein paar Äpfelchen pflücken wir uns aber dennoch,  z.B. als Schmuck für Gestecke und Kränze.

  • Samenstände von Mohn, Clematis

Die wilden Clematis-Ranken findet man recht häufig am Wegesrand, oft verwoben mit Sträuchern. Ein einfache, wie zauberhafte Idee, ist daraus ein Windlicht zu machen. Sehr keck sehen dagegen kleine Gesichter auf den Samenständen des Mohns aus, die  Mohn-Blumenfrauen. Überhaupt sehen die Mohnkapseln außergewöhnlich aus, und machen sich hervorragend als Naturstempel.

  • Kastanien

Oh ja, um Kastanien kommt man im Herbst nicht drumherum. Der Glanz und die Haptik verleiten uns einfach dazu sie mitzunehmen. Bis sie ganze Körbe füllen. Leider verlieren sie aber auch schnell wieder ihren Glanz; nachhelfen kann man dann mit etwas Öl. Und will man nicht Horden von Kastanienmännchen auf dem Fensterbrett stehen haben, bleiben einem noch folgende Möglichkeiten: Mandalas legen (sehr entspannend), Kastanien-Raketen basteln, Kastanienketten auffädeln oder Waschmittel daraus machen (aus eigener Erfahrung muss ich aber leider sagen, dass die Kastanien keine Super-Flecken-Entfernungskraft haben, aber für leichten Schmutz durchaus brauchbar, kostenlos und öko). Und bevor die Kastanien zu schimmeln anfangen: Wildparks freuen sich in der Regel über (nicht schimmelige) Kastanien und Eicheln für die Tiere.

 

Vielleicht war ja die ein oder andere Idee für Euch dabei?

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Selbstgemachte Salben für wilde Kinder

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Blaue Flecken, Kratzer, Schürfwunden, Brennesselquaddeln, Insektenstiche – gehören zu Kindern, die viel im Wald, auf den Wiesen, im Garten oder einfach „draußen“ sind natürlich dazu. Gut, wenn man schnelle Hilfe (und Trost) für alle Wehwehchen dabei hat. So sind in unserer Tasche neben Pflastern, Arnika Globuli und der Pinzette um Zecken zu entfernen, auch Ringelblumen-, und Spitzwegerichsalbe.

Die Ringelblumen säen wir jedes Jahr in unseren Garten aus und verwenden sie hauptsächlich für Tee und Ringelblumenöl. Die Inhaltsstoffe der Ringelblume wirken wundheilend und entzündungshemmend, weshalb sie sich für die Herstellung einer Salbe zur Behandlung von (kleinen) Wunden und Abschürfungen (aber auch rissiger Haut und Windeldermatitis) sehr gut eignet.

Der Spitzwegerich ist ein echtes Superkraut, das ein weit gefächertes Wirkungsspektrum besitzt. Als Tee oder Sirup eingenommen hilft er bei Husten-, Lungen-, und Bronchialleiden, äußerlich angewendet wirkt er antibakteriell und schmerzlindernd. Er stoppt sofort das Brennen nach einer Berührung mit einer Brennessel und das Jucken eines Mückenstiches. Und weil er an vielen Stellen in der Natur wild wächst, ist er schnell zu Hand und kann, leicht zerrieben, sofort genutzt werden. Noch besser ist es aber, ihn immer dabei zu haben – in Form einer Tinktur oder Salbe.

 

Das Rezept:

  • Spitzwegerich
  • Ringelblumenblüten
  • gutes Bio-Olivenöl
  • reines Bienenwachs
  • optional: Wollwachs (Lanolin)
  • ein ätherisches Öl (z.B. Lavendel)

Für den kalten Ölauszug: Den Spitzwegerich (trocken und leicht welk) zerkleinern, in ein Glas füllen und mit gutem Olivenöl auffüllen, bis alle Blätter bedeckt sind. Die Ringelblumenblüten (ich habe sie vorher getrocknet, das minimiert die Schimmelgefahr) ebenfalls in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Auf der Fensterbank dann die Gläser für ein paar Wochen stehen lassen (täglich schütteln). Der kalte Auszug ist schonender, aber auch zeitaufwendig und birgt die Gefahr, dass die Pflanzenteile anfangen zu schimmeln. Daher ist auch ein warmer Ölauszug möglich.

Für den warmen Ölauszug:

Ebenfalls die Blätter und Blüten in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Das Glas in ein heißes Wasserbad für 30- 60 Minuten stellen. Danach noch einmal 2-3 Tage an einem warmen Ort nachziehen lassen.

Das Öl wird dann durch ein Baumwolltuch (z.B. ein Moltontuch) abgeseiht, das bedeutet, man trennt jetzt gründlich die Pflanzenteile von dem Öl. Anschließend wiegt man das Öl und das Bienenwachs ab. Auf 100 ml Öl kommen ca. 15 gr (reiner) Bienenwachs. Öl und Bienenwachs werden dann im Wasserbad erwärmt, bis der Wachs flüssig geworden ist. Ich füge gerne noch etwas (ca. 3 Gramm) Wollwachs hinzu, der die Salbe etwas geschmeidiger macht. Allerdings verkürzt er auch die Haltbarkeit der Salbe. Unter Rühren lässt man das Gemisch wieder abkühlen und kann ganz zuletzt ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl hinzufügen, bevor man es in Tiegel abfüllt und aushärten lässt. Die Tiegel, die nicht sofortigen Gebrauch bestimmt sind, werden beschriftet und dann kühl, trocken und dunkel gelagert und sind ca. 1 Jahr haltbar.

 

Bei uns sind diese kleinen Verletzungen an der Tagesordnung. Bei vier (lebhaften) Kindern gibt es immer irgendeine Schürfwunde oder Beule. Die Salben lindern den Schmerz der Verletzung und fördern die Wundheilung. Aber: Nichts geht über den Trost, die Berührung, das in-den-Arm-nehmen, beruhigende Worte. Mein Vater hat mir als Kind die Schmerzen immer „weggepustet“. Und ja, ich konnte tatsächlich den Schmerz wegfliegen sehen. Ich denke, es ist die Kraft des Glaubens, der Vorstellungskraft, der Liebe, die uns schnell wieder gesunden lässt.

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Die vielen, kleinen Narben und Blessuren erzählen von Abenteuern. Vom Leben. Bleibt wild Kinder, bleibt wild ♥!

Liebe Grüße

Leni

 

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Birkenreisig-Kränze

Die Märzbiesen* der letzten Woche haben die Birken hier ordentlich durchgeschüttelt – und uns Material zum Basteln geliefert. Birkenreisig ist sehr biegsam, perfekt um kleine (oder natürlich auch große) Kränze zu binden.

Für die Kränze braucht man nur möglichst lange Birkenzweige, kein Draht, keinen Rohling.

Zuerst biegt man die Zweige zu einem Kreis, so dass zu beiden Seiten noch Zweige herausstehen. Die heraushängenden Zweige dreht man jetzt um den bereits geformten Kranz, immer von außen nach innen. Kleine Ästchen stehen am Ende noch ab – das lässt den Kranz so schön natürlich aussehen.

Die kleinen Kränzen kann man jetzt noch schmücken. Vielleicht mit Blumen oder Federn (dank unserer Hühner haben wir davon eine ganze Menge ;-)).
Für die kleinen Jahreszeitentische der Kinder haben wir aus dem Reisig nach dem gleichen Prinzip auch kleine Nester geformt und mit Moos ausgestattet. Nicht so perfekt wie echte Vogelnester (wir haben eine verlassenes Nest in der Hecke gefunden – ein kleines Kunstwerk, wirklich), aber als Dekoration für den Frühling und Ostern wunderschön.

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag!
Liebe Grüße
Leni

* Märzbiesen sind hier im Rheinland kurze Hagel- oder Schneeschauer im Frühling 🙂

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Handemade on Tuesday


Hallo Februar!

Ach, eigentlich mag ich den Februar nicht. Der Schnee ist bei uns weg, geblieben sind Matsch, Nässe und grauer Himmel. Und selbst wenn es wieder schneit – eigentlich möchte ich jetzt Frühling haben. Doch der Februar zieht den Winter noch einmal in die Länge. Überall sieht man Schnupfnasen, der Körper sehnt sich nach Wärme und Sonnenstrahlen.
Aber dann, wenn die Sonne wieder herauskommt und die ersten Schneeglöckchen ihre Köpfe aus der Erde strecken, dann bekommt man einen Vorgeschmack auf den Frühling.

Und es gibt noch ein paar Dinge, die den Februar glänzen lassen.

Wir freuen uns im Februar auf:  

* die erste Aussaat. Jetzt dürfen bereits Tomaten-, Paprika- und Chilli-Samen in die Erde und bekommen einen Platz auf der Fensterbank.

* Lichtmess am 02. Februar. Oder wie wir ihn nennen: den Pfannekuchen-Tag!

* dicke Bohnen. Die dürfen schon (je nach Witterung) Mitte Februar in das Beet. Und für uns heißt das: endlich wieder Erde an den Händen 🙂

* Karneval. Hier im Rheinland auch die 5. Jahreszeit. Dieses Jahr mit einem Römer, einem Wikinger, einem Huhn und einer Hummel.

* den Valentinstag ♥

* die Gewinner der Saatgut-Verlosung! Am Wochenende wird ausgelost!

* auf  Caroline Hosmanns „Feiern mit den Naturkindern“. Ich darf ein Exemplar verlosen!

Habt einen schönen Februar!

Liebe Grüße
Leni


Saatgut gewinnen

Im Januar beginnt bei uns das neue Gartenjahr. Während die Beete im Garten unter Schnee liegen und der Boden gefroren ist, sortieren wir die Schätze des Spätsommers: die Samen. Jedes Jahr lasssen wir ein oder zwei Exemplare jeder Gemüsepflanze blühen und sich versamen (dazu ist das Buch „Pflanzensamen“ von Josie Jeffrey sehr hilffreich). So ernten wir unsere eigenen Samen für das kommende Gartenjahr und machen mit den Blüten (sehr beeindruckend blüht zum Beispiel der Brokkoli) auch den Bienen und anderen Insekten eine Freude.

In meinem Gartenbuch plane ich bereits im Januar die Beete für das Frühjahr, den Sommer, Herbst und Winter. Ich beachte dabei die Fruchtfolge, Vor- und Nachkultur und natürlich die „Nachbarschaftsvorlieben“ der verschiedenen Gemüsepflanzen. Die Hochbeete wiederum, die jedes Jahr neu geschichtet werden, werden fast immer gleich bepflanzt. Nach einigen Jahren weiß man, welche Pflanze sich an welchen Ort und in welcher Gesellschaft sich wohlfühlt. Das Gartenbuch erinnert mich außerdem daran, welche Sorten besonders schmackhaft waren (gerade bei den Tomaten kann man leicht den Überblick verlieren), welche ein Misserfolg waren (ich lasse die Finger von Artischocken), was ich wann und wie gedüngt habe. Im letzten Jahr haben die Kinder noch eine Niederschlagstabelle in das Gartenbuch eingefügt. Mit Hilfe einer selbstgebastelten Regenauffangstation (einem Messbecher) und einem Thermometer, haben wir die Wetterdaten von April bis September gesammelt. Erst wenn man sein Obst und Gemüse selber anbaut, merkt man wichtig die Wetterbeobachtung und wie groß der Einfluss des Wetters auf den Ernteerfolg ist (auch wenn man als Konsument, der im Laden seine Lebensmittel kauft, davon wenig spürt).
Jetzt im Januar prüfe ich meine Saatgut-Bestände. Auch wenn wir einiges an Saatgut selber ziehen und ernten – vieles (wie zum Beispiel Möhren, die sich erst im zweiten Jahr versamen) kaufen und tauschen wir.

Gute Bezugsquellen sind Dreschflegel, Bingenheimersaatgut (auch in gut sortierten Biomärkten erhältlich), Ven, Vern und Reinsaat (für den österreichischen Raum), die sich für den Erhalt der Vielfalt von Pflanzen einsetzen. Abstand nehmen würde ich von Saatgut aus dem Baumarkt. Das dort verkaufte Saatgut stammt in der Regel von Unternehmen, die zugleich auch Pflanzenschutzmittel produzieren (z.B. Monsanto) und ist nicht sortenfest (das bedeutet, dass die Pflanzen nicht nachbaufähig sind).
Ein guter Ort um mehr über den Anbau von Obst, Gemüse, Blumen, die Saatgutgewinnung und  ökologisches Gärtnern zu erfahren sind Saatgutbörsen. Mittlerweile gibt es in vielen Städten solche Börsen, an denen man Saatgut tauschen oder kaufen kann. Termine findet man zum Beispiel unter www.nutzpflanzenvielfalt.de. Oder man besucht das Saagutfestival in Düsseldorf am 11. März (wir waren vor zwei Jahren dort – sehr empfehlenswert). Natürlich kann man Saatgut auch online tauschen. Mittlerweile gibt es nicht nur Facebook-Gruppen, sondern auch ganze Plattformen. Ich persönlich möchte allerdings den Menschen sehen, mit dem ich das Saatgut tausche (da bin ich altmodisch ;-)).

Am Anfang steht das Samenkorn. Zu sehen, wie aus einem einzigen, winzigen Samenkorn, das vom Herbst bis zum Frühjahr im Samentütchen ruhte (oder auch länger), eine stattliche Pflanze wird, ist immer sensationell. Nicht nur für Kinder.
Die Jungs und ich haben überlegt, welche Pflanzen am besten für Fensterbank, Balkon und/oder Garten geeignet sind, lecker und gut aussehen und trotzdem (so ein wenig) extravagant daherkommen.
Und die Samen dieser Pflanzen möchten wir mit euch teilen!

Wir verlosen drei Saatgut-Päckchen mit Samen von:

1. bunten Radieschen (rote, gelbe, violette, weiße und weiß-rote)
2. Kapuzinerkresse in unterschiedlichen Variationen
3. unserer Lieblings-Tomatensorte (eine kompakt wachsende Sorte mit kleinen, süßen Früchten),
die alle mit viel Liebe in unserem  (ökologisch) bewirtschaften Garten  gewachsen sind ♥

Wenn Ihr mitmachen möchtet, hinterlasst doch einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag, bei Facebook oder Instagram. Teilnahmeschluss ist der 01.02.2017.

Liebe Grüße
Leni

P.S: Es gibt so viele gute Gründe sein eigenes Essen anzubauen. Im Dokumentarfilm „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ (mein Weihnachtsgeschenk) überlegen die Aktivisten wie der Kollaps der Erde aufzuhalten ist. Ein Teil der Lösung (die aus vielen kleinen Puzzlestücken besteht) ist die (teilweise) Selbstversorgung der Menschen mit Nahrung (auch und gerade in der Stadt).
Lasst uns einfach anfangen :-)!

 
P.P.S: Grüne Ideen findet man jede Woche auch bei den Naturkindern!


Ein Spätsommertag

Dieser September weiß uns zu begeistern. Nicht nur, dass er unglaublich viel zu bieten hat (Äpfel, Birnen, Kürbisse, Kastanien, Eicheln, bunte Blätter, usw.), er schenkt uns auch noch das Wetter um so oft draußen zu sein wie nur möglich.

Losgegangen mit Bollerwagen, Picknickdecke, Apfelkuchen (das Rezept für unseren Lieblings-Apfelkuchen folgt die nächsten Tage), einem Korb (man weiß nie was man findet) und Opa.
Zurückgekommen mit müden, glücklichen Kindern (und natürlich auch mit Opa) und den letzten Zwetschgen und ersten Birnen für dieses Jahr.
Es sind solche Tage, die ich tief einatme, aufnehme, die mich erden, mich stärken und die ich so liebe.

Habt eine schöne Spätsommer-Woche!
Liebe Grüße
Leni

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Eine Kräuter- und Beerenwanderung

Dass Kräuterwanderungen im März und April sehr beliebt sind, liegt an dem frischen Grün, dass die Natur im Frühjahr für uns bereit stellt. Alles, was jetzt aus dem Boden kommt, ist noch jung, zart und besonders schmackhaft. Denken wir nur an den Bärlauch oder die Knoblauchrauke.
Dass der Herbst aber auch eine ideale Zeit für Kräuterwanderungen ist, wissen wir jetzt Dank der Kräuterpädagogin Susanne Bauer, die uns rund um das Haus Bollheim (ein Demeter-Hof im Kreis Zülpich, in der Nähe von Köln) mitnahm und uns die Vielfalt der herbstlichen Kräuter-und Beerenwelt zeigte.
Jetzt im Herbst geht es weniger um die Ernte der Blätter der Pflanzen als viel mehr um deren Samen, erklärte sie uns. So zum Beispiel bei der Brennnessel. Im Frühjahr sind die jungen Brennnesselpflanzen beliebte Küchengäste, werden zum Beispiel wie Spinat zubereitet (bei weitaus mehr gesunden Inhaltsstoffen). Im Herbst hingegen kann man die Samen der Brennessel sammeln und rösten. Der Geschmack der Samen ist leicht nussig, der Anwendungsbereich ähnlich dem der so beliebten Chiasamen.
Ausgerüstet mit einer Lupe wurden die Wildkräuter über zwei Stunden lang eingehend betrachtet, betastet und verkostet. Damit es für die Kinder aber nicht zu langweilig wurde, und die anderen Teilnehmer der Wanderung in Ruhe Fragen stellen konnten, boten Strohballen und Apfelbäume eine willkommene Abwechslung, genau so wie die Riesen Klette, mit deren Samenbälle man tolle Wurfspiele machen kann und (wer hätte das gedacht) deren Wurzeln, Blätter und Stiele essbar sind.
Kennengelernt haben wir unter anderem Malven, Weißdorn, Schafgarbe, Hagebutten, Schlehen, Gundermann, Kamille, wilde Möhre, Klee und Spitzwegerich. Letzterer ist auf Spaziergängen mit Kindern besonders hilfreich, da er eine antiseptische Wirkung hat. Pflückt man seine Blätter und drückt sie zusammen bis der Saft leicht austritt, kann man ihn als erste Hilfe Maßnahme bei Insektenstichen, Wunden und Brennnesselquaddeln verwenden. Hat man ihn nicht frisch im Garten, lohnt es sich eine Tinktur aus seinen Blättern herzustellen und zu Hause aufzubewahren.
Ein Highlight für die Kinder war dann noch die Herstellung von (Kräuter-) Butter. Dafür
gaben wir Sahne in ein Einmachglas mit kleingehackten Kräutern und dann durfte jeder reihum das Glas schütteln. Es dauerte nicht lange, und (sehr zum Erstaunen der Kinder) ein dicker Klumpen Butter hatte sich im Glas gebildet.

Den Abschluss der Führung bildete die Verkostung am Ausgangspunkt der Wanderung. Dort durften wir nicht nur die selbst geschüttelte Kräuterbutter probieren sondern auch eingelegte schwarze Walnüsse, Rosen- und Holundergelee und unglaublich leckere, leuchtend rote Hagebutten-Konfitüre.

Der Herbst ist gerade erst eingezogen, die beste Zeit also um wilde Beeren und Kräuter zu sammeln und haltbar zu machen. Um das Wissen, was man jetzt gerade alles pflücken kann und darf und wie man es am besten konserviert, sind wir jetzt ein wenig reicher.
Wer Lust bekommen hat auch mal eine herbstliche Führung mitzumachen, dem empfehle ich den NaBu als Ansprechpartner und Vermittler oder (wer im Raum Bonn/Köln zu Hause ist) natürlich Susanne Bauer zu kontaktieren.

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Ein Glas voller Wünsche

Nachdem sich die Löwenzahn-Wiese hinter unserem Haus in eine Pusteblumen/ Butterblumen-Wiese verwandelt hat, ist sie ein noch beliebterer Platz für meine Kinder geworden. Eifrig werden die weißen Löwenzahnbäusche von meinen Jungs gesammelt, um dann in alle Windrichtungen weggepustet zu werden. Als Kind verband ich mit dem Pusten der Pusteblumen die Äußerung eines Wunsches, ähnlich dem Auspusten der Kerzen auf dem Geburtstagskuchen. Darum, und um die doch so schnell vergängliche Schönheit der Pusteblumen ein wenig länger zu konservieren, haben wir einige von ihnen in einem Glas gesammelt. Dort machen sie sich neben unserem Jahreszeitentisch sehr hübsch. Vielleicht werden sie aber auch zu einem kleinen Geschenk für eine liebe Freundin. Wunscherfüller kann man immer gebrauchen 🙂

Und Euch wünsche ich einen guten Start in diese kurze Arbeits/Schulwoche!

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Die Idee stammt von  Pinterest


Der Tomatenwettbewerb

Egal ob es im Februar noch schneit oder schon der Frühling eingetroffen ist, die erste Aussaat beginnt bei uns immer um die gleiche Zeit. Dann setzten wir uns alle an den Tisch, jeder mit einem Eierkarton, Aussaaterde und Sprühflasche gerüstet. Vor uns steht der Karton mit den Samentütchen. Fast alle Samen kommen von unseren eigenen Tomaten oder stammen von Samenbörsen aus dem letzten Jahr. Viele Tomaten haben im Laufe der Jahre und ihrer Vermehrung ihren Namen verloren (es gibt ja schließlich auch so unglaublich viele verschiedene Sorten) und haben von uns kurzerhand neue Namen bekommen. Jetzt haben wir Sorten wie „WikingerTomate“ (sieht einem Horn ähnlich), „HatMehrAls34Früchte“(vor zwei Jahren hörte der Zahlenraum bei meinem großen Sohn bei 34 auf) oder „gelbe Jamjam“. Mein großes Kind ist außerdem zuständig für die Katalogisierung des Saatguts. Nach dem Trocknen der Samen auf Küchenpapier werden die Samen in Papiertütchen verstaut und beschriftet. In einem Samenbuch halten wir das Datum, den Namen, Eigenschaften und Aussehen fest. So ist es einfacher einen Überlick zu behalten (und nebenher lernen die Kinder wie man sich eine Saatgutbank aufbaut).
Jedes Kind darf sich 6 Tomatensorten aussuchen und in seinen Eierkarton pflanzen. Beliebt sind bei den Jungs vor allem Wildtomaten und Sorten mit kleinen, vielen und süßen Früchten. Für die Pflege und das Pikieren ist jedes Kind selbst verantwortlich. Manchmal entbrennt zwischen den Jungs ein regelrechter Wettbewerb darum welche Tomate zuerst keimt oder am schnellsten wächst.
Nicht alle Jungpflanzen kommen am Ende auch bei uns in den Topf, ins Beet oder Gewächshaus. Leider reicht der Platz einfach nicht aus (wie gerne hätte ich eine Tomatenfarm…). Einen Teil geben wir dem Kindergarten und Freunden ab.

Damit die Tomaten jedem Kind zugeordnet werden können, stecken wir farbige und beschriftete Stecker in die Töpfe. Jedes Kind hat eine eigene Farbe. So sehen die Kinder auf einen Blick wie es ihren Pflanzen geht.
Mal sehen, wer dieses Jahr die schnellste, die größte und die leckerste Tomate hat.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!
Leni
P.S. Guckt mal beim Grünzeug vorbei. Dort gibt es jede Woche tolle Beiträge zum Thema Natur und Kinder!

Ein neues Gartenjahr beginnt

Nachdem es auch bei uns geschneit hat, liegt der Garten jetzt im wohlverdienten Winterschlaf. Bis vor einer Woche konnten wir noch Kapuzinerkresse, Petersilie und Radieschen (verrückt,oder?) ernten.Viel zu tun ist jetzt draußen nicht mehr, nur der Rosenkohl (der durch den Frost sogar noch schmackhafter wird), der Grünkohl und der Feldsalat bleiben noch im Beet und werden nach Bedarf geerntet.

Drinnen hingegen, beginnt unser neues Gartenjahr bereits im Januar. Es ist jetzt an der Zeit die Beete schon einmal gedanklich mit Gemüse zu füllen. Dafür habe ich ein Gartenbuch, ein Ringbuch, in dem ich jedes Jahr aufschreibe, was ich wann und wo gesät und gepflanzt habe, was besonders gut gewachsen ist, was nicht schmeckte oder nur einen geringen Ertrag brachte und was auf jeden Fall wieder ins Beet muss. Außerdem klebe ich Fotos von der Arbeit im Garten, den Kindern beim Ernten und besonders schönen Gemüseexemplaren in das Gartenbuch und mache Skizzen, so ist das Buch nicht nur hilfreich, sondern auch ein Buch mit Wissen, Erfahrung und Erinnerungen, das ich meine Kindern einmal weitergeben kann.

In den Beeten in der Eifel halte ich eine strenge Fruchtfolge ein, d.h. ich habe vier gleichgroße Beete die jedes Jahr in der Zusammensetzung von Stark- und Schwachzehrern anders bepflanzt werden. Ein Beet liegt dabei abwechselnd brach oder wird mit Gründünger bepflanzt. Die Hochbeete zu Hause bepflanze ich hingegen immer gleich, nachdem ich im Frühjahr die Schichten des Beetes erneuert habe.

Außerdem sichte ich jetzt meine Samenbestände und bestelle neues Saatgut. Ein fester Termin ist aber auch das jährliche Saatgutfestival oder die Saatguttauschbörse, die es mittlerweile in vielen Städten gibt (Termine für das Rheinland findet ihr auf der Familienjahr-Facebookseite). Hier bekommt man Raritäten und samenfestes Saatgut zu kleinen Preisen und kann sich nebenbei noch wunderbar mit Gleichgesinnten austauschen.

Und Ende des Monats ist es dann auch schon soweit: die ersten Tomatensamen dürfen in die Erde und bekommen einen Platz auf der Fensterbank. Endlich!

Liebe Grüße
Leni

P.S. Heute am Freitag ist es wieder Zeit für Grünzeug bei Caro. Schaut mal vorbei!