Äpfel filzen

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September ist Apfelzeit. Unsere Apfelwimpelkette flattert wieder im Baum und gerade erst am Wochenende waren wir (wie jedes Jahr) auf der Plantage zum Äpfel pflücken. Ein paar Tage zuvor habe ich mit allen Kindern im KiGa Äpfel gefilzt und weil die so schön geworden sind und ich so viele Anfragen für eine Anleitung danach hatte, habe ich mich zu Hause noch einmal mit meinem großen Sohn ans Werk gemacht, einen Apfel nachgefilzt, die Arbeitsschritte fotografiert und für Euch beschrieben. Los geht´s!

Man benötigt:

naturbelassene Rohwolle * Filzwolle, rot, gelb oder grün *braune Filzwolle für den Stiel* eine kleine Filzplatte in Grün für das Blatt* ein Stück  Kernseife * ein Handtuch * eine Schüssel warmes Wasser * Nadel (sehr lang) und braunen Faden

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1. Den Kern des Apfels bildet die naturbelassene Rohwolle. Sie ist günstiger im Preis als die gefärbte Filzwolle oder Märchenwolle. Ein Strang dieser Wolle wird im ersten Schritt ein wenig auseinander gezupft und zu einem Ball aufgerollt.

2. Um den weißen Rohwollball werden jetzt (möglichst straff) Stränge von farbiger Wolle gelegt. Nimmt man mehrere Farben oder melierte Wolle wirkt der Farbverlauf besonders natürlich.

3. Der Ball wird nun in die Schüssel mit warmen Wasser getaucht. Es fängt an zu blubbern, Blasen steigen nach oben, die Luft in dem Ball entweicht. Sind keine Blasen mehr zu sehen, wird der Ball herausgenommen und ganz sanft ausgedrückt. Jetzt werden die Hände eingeseift und das eigentliche Filzen beginnt.

4. Vorsichtigt wird die Wolle glatt gestrichen, von einer Hand zu anderen Hand gereicht, leicht gedrückt, gestreichelt, umfasst und gerieben. Erst ganz sanft, dann langsam mit mehr mit Druck. Immer wieder dabei die wollige Kugel befeuchten und die Hände einseifen.

5. Hat sich die Wolle verschoben, so dass noch weiße Stellen zu sehen sind, oder haben sich Falten oder Knubbel gebildet, so kann man jetzt noch einen kleinen Strang farbige Wolle auseinanderziehen und erneut um den Ball legen. Wieder vorsichtig und langsam in den Händen kneten und streicheln und dann das Tempo und die Intensität steigern.

6. Hat sich alles gut miteinander verbunden, kann man nun den Ball mit Druck auf der Handfläche über das Handtuch kreisen lassen. Der Ball schrumpft dadurch ein wenig ein und nimmt an Festigkeit zu.

7. Die einzelnen Arbeitschritte brauchen Geduld, aber am Ende hält man einen festen und gut verfilzten Ball in der Hand. Dieser wird jetzt mit klaren Wasser ausgewaschen,  so dass keine Seifenrückstände zurückbleiben. Man kann auch einen Schuß Essig ins Wasser geben, um die Seife zu neutralisieren. Den Ball vorsichtig ausdrücken und trocknen lassen.

8. Aus einem Strang brauner Filzwolle wird der Stiel des Apfels gefilzt. Die Wolle und die Hände befeuchten und einseifen, und erst vorsichtig, dann mit Druck gleichmässig über das Handtuch rollen lassen (wie man eine Schlange aus Knete oder Teig rollen würde). Hat sich alles gut verfilzt, kann der Stiel abgewaschen werden.

9. Aus einem Stück grünem Filz ein Blatt ausschneiden. Den Stiel auf die gewünschte Länge kürzen.

10. Noch hat der Ball keine Apfelform. Diese kommt erst mit dem letzten Schritt. Mit einer (über-)langen Nadel und braunen Garn wird der Stiel und das Blatt angenäht, in dem immer von oben durch den ganzen Apfel durch nach unten gestochen wird. Das ist (je nachdem wie fest der Apfel gefilzt wurde) leider ein wenig mühsam. Außerdem muss man darauf achten, den Faden immer möglichst fest zu ziehen, während man einige Stiche von oben nach unten und umgekehrt durch den Apfel durchführt, damit die Form schön herausgearbeitet wird. Der letzte Stich endet auf der unteren Seite, wo man mit ein einigen Stichen noch den Blütenansatz andeuten kann.

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Viel Freude beim Filzen!

Wenn noch etwas unklar ist, bitte einfach Fragen 😉

Liebe Grüße ♥

Leni


Im Seifenblasen-Fieber

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Der Magie der Seifenblasen kann man sich nur schwer entziehen. Diese bunt schillernden, federleichten, tanzenden Gebilde üben auf Kinder wie auf Erwachsene gleichermaßen Faszination aus. Daher ist eine kleine Flasche Seifenblasen auch immer ein schönes, kleines Mitbringsel. Noch schöner, und ganz ohne Plastikmüll, ist es allerdings, wenn man die Seifenlauge selber herstellen kann.

Es gibt viele Seifenblasenrezepte, einige mit Glyzerin (wird allerdings aus Erdöl/Palmöl hergstellt), einige mit recht abenteuerlichen Zutaten wie Maissirup oder Guarkernmehl. Ich habe keins der Rezepte ausprobiert, kann also nicht berichten, ob eines dieser Rezepte wirklich den Erfolg bringt, den es verspricht. Aber die Rezeptur, die bei uns auf Anhieb funktioniert hat, ist folgende:

900 ml (eventuell destilliert, falls zu kalkhaltig) Wasser

4 El (etwa 60 ml) Spülmittel

1 TL Kleister (in Pulverform)

Die Mischung eine halbe Stunde ruhen lassen. In der Zeit haben wir aus Draht Schlingen gebogen und sie an Stöcken befestigt – und schon ging es los!

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Ich weiß übrigens nicht, was meinen Kindern mehr Spaß macht: das Pusten oder das Zerplatzen lassen der Blasen 😉

Liebe Grüße ♥

Leni


5 Dinge zum Osterfest

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Das große Frühlingsfest steht vor der Tür – Zeit die letzten Vorbereitungen zu treffen und sich auf das Fest einzustimmen.

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1. Was bedeutet uns Ostern?

Wenn ich an Ostern denke, kommen mir direkt ein paar Kindheitserinnerungen in den Sinn. Und ich muss an den Super 8- Film von mir als Kleinkind denken, den mein Vater nur zu gerne in meiner Jugend zeigte. Wie ich mich (ungefähr zweijährig) über jedes gefundene Ostereier mächtig freue, es in mein Körbchen lege und so schwungvoll weiter gehe, dass die gesammelten Eier hinten wieder aus meinem Körbchen kullern. Was ich aber nicht bemerke. Und so freue ich mich über die vermeintlich neue Eier. Ja, Ostern ist ein tolles, magisches Fest (ein Hase der Eier versteckt, hallo?!).  Ich finde es eigentlich immer schade, wenn ich von Familien höre, die mit dem Osterfest so gar nichts anfangen können. Oder umgekehrt, es auf eine kommerzielle Art feiern, ohne echte Bedeutung für sich. Dabei kann Ostern uns im Jahreskreis so viel Kraft und Sinn geben – aber nur wenn wir auch mit unserer geistigen Haltung dahinter stehen.

Während in den meistern Sprachen die Bezeichnung für das große Frühlingsfest an das hebräische Pessachfest angelehnt ist, ist die etymologische Herkunft von „Ostern“ wohl der altgrieschische Name der (göttlichen) Morgenröte oder vielleicht auch die germanische Frühlingsgöttin Ostara. Letztere wird übrigens mit einem Hasen auf ihrem Arm dargestellt, das Symbol der Fruchtbarkeit. Unumstritten hingegen ist, das unsere Osterbräuche heidnische Wurzeln haben, die wiederum ihrerseits die Bilder in den gerade vorherrschenden Naturgegebenheiten widerspiegeln. So ist auch die christliche Umdeutung der heidnischen Frühlingsfeste in die Auferstehung Jesus Christus zu verstehen: er hat den Tod überwunden, so wie im Frühling die scheinbar tote Samen und ruhenden Bäume und Pflanzen zu neuem Leben erwachen.
Wir können jetzt in der Natur beobachten, wie die Vögel ihre Nester vorbereiten, wie die neu geborenen Lämmchen und Zicklein auf den Weiden um ihre Mütter herumspringen und die Kröten sich auf die Wanderung begeben. Die Knospen der Bäume öffnen sich und unter dem toten Laub des Waldes streckt sich neues Leben empor. Wenn wir in der Natur nach solchen Frühlingsboten Ausschau halten, helfen diese Bilder den Kindern, und auch uns Erwachsene, das Fest und seine Symbole, seine Metaphern zu verstehen, und die geistige Haltung dahinter für uns selber einzunehmen.

Die sich zeigende und auf das Neue entfachte Lebenskraft, das Wiederaustreiben des vermeintlich Toten, die Fruchtbarkeit, der Beginn des immer wiederkehrenden Kreislaufs – wenn ich nicht den Glauben an die christliche Auferstehungsgeschichte teile, so kann mir vielleicht die jahreszeitliche Spiritualität, der Einklang mit der Mutter Erde, Grund zum Feiern geben.

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2. Ostereier

Fast jedes Volk hat andere Vorstellungen von der Entstehung der Welt entwickelt. Das Ei als Urbild des Lebens zwischen Himmel und Erde, ist Teil vieler Schöpfungsmythen, und  an Ostern, gilt ihm unsere ganze Bewunderung.

Schmuckvoll verziert, jedes Ei als kleines Kunstwerk, so kennt man zum Beispiel die sorbisches Eier. Aber auch die alten Ägypter (davon geht man heute aus), haben schon gefärbte Eier als Grabbeigabe gespendet.

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Neben den ausgeblasenen Eiern, die meine Kinder auf ganz unterschiedliche Art und Weise verzieren, und die ich jedes Jahr aufhebe, färbe ich die gekochten Eier am liebsten mit natürlichen Farben. Für blaue Eier nehme ich Rotkohl, Kurkuma für gelbe, und rote Beete für rötliche Eier. Auf 1 1/2 Liter Wasser kommen 1/4 vom Rotkohlkopf, zwei kleine Beete oder 1 EL Kurkuma, zusammen mit einem Schuß Essig. Ich reibe die Eier außerdem auch mit Essig ab, bevor ich sie im Färbebad aufkoche und langsam wieder abkühlen lasse. Die intensivste Farbwirkung bekommt man, wenn man die Eier über Stunden (vielleicht sogar über Nacht) im Sud ziehen lässt.

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3. Osterhase

Der Hase steht natürlich auch für Fruchtbarkeit und bringt, sowie versteckt die bunten Ostereier im Garten. Besonders gerne mag ich „das Ostermärchen“ von Christian Morgenstern, das nicht nur die Geschichte des Osterhasen erzählt, sondern auch die des (heidnischen) Osterfestes.

Erinnert Ihr Euch noch an die Knospenmäntelchen der Magnolien, die ich gefunden hatte? Sie sahen ja schon aus wie kleine, flauschige Hasenohren, da lag es nahe, sie auch als solche zu verwenden. Zusammen mit zwei unterschiedlich großen Holzkugeln und einem Stück Band ist der Hase dann auch perfekt für den Osterstrauch.

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4. Ostergras

Das Samenkorn, das beerdigt und zur Ruhe gebettet wird und dadurch zum Leben erwacht –  das ist die starke Symbolik, die hinter der Tradition des Ostergrases steckt. Besonders schön finde ich aber den Jahreszeitenbogen, den wir durch das Getreide über das Jahr hinweg spannen. Vom Samenkorn, das vom Herbst über den Winter ruht,  zur Pflanze im Frühjahr und Sommer, von der reifen Ähre im Spätsommer zum Mehl im Herbst und schlussendlich zum Brot. Damit der Zusammenhang den Kindern begreiflich wird, pflanzen wir den Osterweizen nach Ostern in den Garten und lassen ihn Getreideähren bilden.

 

5.  Osterfeuer

Bei (fast) jedem germanisch-heidnischen Fest oder den Festen alter Kulturen spielt das Feuer eine große Rolle. Als Huldigung der Sonne, Reinigung, Vertreibung des Bösen oder Begrüßung bzw. Verabschiedung einer Jahreszeit. Das christliche Osterfeuer entstammt den heidnischen Frühlingsfeuern, die als Begrüßung der erstarkenden Frühlingssonne angezündet wurden.

Ich mag die Tradition des Osterfeuers, zu dem wir jedes Jahr zu Freunden eingeladen sind. Wenn alle schweigend in das gerade entfachte Feuer schauen, die Wärme des Feuers der kalten Frühlingsnächte trotzt und selbst die Kinder für einige Momente einfach nur innehalten und staunen.

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Wie feiert ihr das große Frühlingsfest?

Ich wünsche Euch frohe Ostern und sonnige Frühlingstage!

Liebe Grüße ♥

Leni

 


Wettermännchen

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Eigentlich spricht man ja dem April eine gewisse Launigkeit zu, was das Wetter betrifft. „Der April macht was er will“, heißt es so schön. Doch dieses Jahr will wohl der März die Rolle des Unsteten übernehmen und hat sich die letzten Tagen richtig ins Zeug gelegt: kurze Regenschauer, gefolgt vom schönsten Sonnenschein, Sturmböen, Graupel, Regenbögen und Schnee. Und das alles binnen einer Stunde.

Das brachte uns auf die Idee uns mal wieder näher mit dem Wetter zu beschäftigen und Wetterwichtel zu basteln.

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Für die Wichtel benötigt man Holzspielfiguren (die findet man in zum Beispiel in Bastelgeschäften), Filz, Stickgarn, Sticknadel und Kleber. Jeder Wichtel bekommt ein Mäntelchen und einen Hut. Auf das Mäntelchen wird das jeweilige Wettersymbol gestickt und dann entweder auf den Holzkörper geklebt oder hinten mit einfachen Stichen geschlossen. Die Hüte sind alle ein wenig verschieden geworden – jedes Kind (und auch ich) hatte da seine ganz eigene Technik ;-).

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Meine großen Kinder finden es sehr spannend mehr über das Wetter und Wetterphänomene zu erfahren. Letztes Jahr habe ich mit ihnen eine kleine Messstation im Garten aufgebaut, bestehend aus einem Becher, mit dem man die gefallene Regenmenge messen kann, einem Thermometer, einem gebastelten Windrad und einem Barometer. Über einem Monat haben wir jeden Tag unsere Messungen und Beobachtungen in ein Wettertagebuch eingetragen. Wir haben uns vorgenommen dieses Jahr wieder zur gleichen Zeit die Wetterdaten aufzuschreiben, die Daten so vergleichen und auch den Zusammenhang von Vegetation und Wetter nachvollziehen zu können (dabei lerne ich als Hobbygärtnerin übrigens genau so viel wie sie).

Für meinen Dreijährigen sind jetzt die Wetterwichtel sozusagen der Einstieg ins Thema Wetter. Passend zum Wetter draußen, darf immer das Männchen mit dem dazugehörigen Symbol auf einem Holzklotz stehen. Vieler Erklärung bedarf es bei kleinen Kindern ja nicht – ganz im Gegenteil. Für ihn machen bei uns Frau Holle und Herr Petrus das Wetter. Und wenn man sich als Erwachsener auch noch mal auf die Welt der (kleinen) Kinder einlässt, hat man vielleicht das Glück auch wieder die Magie zu sehen, die in jeder Schneeflocke und jedem Regenbogen steckt. Oder wie John Ruskin einmal sagte: “ Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter“.

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Ein Bimmelbommelblumenstrauß

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Der Januar strahlte in einem reinen Weiß oder wahlweise auch (matschigem) Braun, im Februar brauche ich einfach wieder Farbe im Haus.

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Pompoms (oder Bimmelbommel, wie mein Kleinster sagt) sind so herrlich einfach zu machen, dass so gar kleine Kinder daran Freude haben. Und die Restwolle von verschiedensten Winterstrickprojekten ist damit dann auch endlich verarbeitet. Ich habe mir vor Jahren schon ein „professionelles“ Pompomset gekauft (was sich wirklich gelohnt hat), man kann die Pompoms aber auch mit Hilfe von Pappkreisen oder sogar einer Gabel basteln.

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Hat man genug Bommel beisammen, braucht man sie nur noch auf mit Flüssig- oder Heißkleber auf Stöcke zu kleben (wenn wir EINS immer auf Vorrat haben, dann Stöcke;-)).

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Bis zum Karneval (der dieses Jahr recht spät gefeiert wird) kommen nach und nach bunter Farbtupfer im Haus dazu, z.B. mit den Faltkreisen, Kreppblumen oder Hexentreppen. Das hebt die Laune. Besonders dann, wenn der Blick aus dem Fenster wieder einmal einen trüben, kalten und ungemütlichen Wintertag in Aussicht stellt.

Habt einen schönen Dienstag!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Theater der Schatten

schattentheater2Wie heißt es so schön? „Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt, mach Limonade daraus“! Und wenn der Winter Dir das Tageslicht nimmt, nutze die Dunkelheit doch einfach für ein Schattentheater!

Man mag sich nur vorstellen, wie unsere weit entfernten Vorfahren früher in ihren Höhlen um das Feuer herum saßen und mit ihren Händen Schatten auf die kargen Höhlenwände fallen ließen, um sich zu gegenseitig zu unterhalten. Oder wie künstlerisch und poetisch das Schattentheater der Chinesen vor vielen hundert Jahren gewesen sein muss. So oder so, hat das geheimnisvolle Zusammenspiel von Licht und Schatten Menschen seit jeher in seinen Bann gezogen. Und ob einfache Schattenbilder oder stimmungsvolle Inszenierung, hier wird der Fantasie freien Lauf gelassen, man taucht ab in eine einzigartige, kreative Welt, die irgendwie unheimlich und archaisch, aber auch magisch und wunderbar zu gleich ist.

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Man braucht:

schwarzen Fotokarton

Schaschlikspieße oder andere Holzstäbe

Schere, Bleistift, Kleber, Tesafilm

eine Lichtquelle (z.B. die Schreibtischlampe)

weißes Bettlaken oder ein anderes weißes Stück Stoff

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Manchmal braucht es nur einen kleinen Anstoß, und schon sind Kinder Feuer und Flamme für eine Idee. So war es mit dem Schattentheater. Meine drei großen Jungs haben sich eine Geschichte ausgesucht (toll sind z.B. Märchen) und dann zusammen die Figuren aufgemalt und ausgeschnitten. Einer hatte die Rolle des Erzählers, die beiden anderen bewegten die Figuren – und mein Kleinster erfreute sich an der Vorstellung. Praktischerweise haben wir eine Art Holzhäuschen im Spielzimmer mit einem Fenster, das sie perfekte Bühne für das Theater lieferte. Man kann aber zum Beispiel auch einfach ein Laken zwischen einen Türrahmen hängen und den unteren Teil mit einer Wolldecke abteilen oder aus einem großen Karton eine Bühne ausschneiden.

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„Lucem demonstrat umbra“, sagt der Lateiner („erst der Schatten zeigt das Licht“), und damit wünsche ich Euch einen schönen Dienstag!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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8 schöne Winterprojekte für Kinder

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Wenn ich an diese nass-kalten Tage, die der Winter (zumindest in unseren Breitengraden) mit sich bringt, denke, dann wünsche ich mir (ganz ehrlich) oft den Frühling herbei. Andererseits  – wann haben wir sonst im Jahr die Zeit so ausgiebig zu werkeln, zu basteln, zu malen und zu gestalten? Und deshalb stelle ich Euch heute meine 8 Lieblingsprojekte vor:

  1. Papierschneeflocken

So einfach gemacht, auch, oder besser ganz besonders für Kindergartenkinder. Eine schöne Anleitung dazu gibt es auf den tollen Blog „Lieblingsbande“, eine ganze Reihe Gestaltungsmöglichkeiten hier.

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2. Frostskulpturen

Der Frost verziert auf so wunderbare Weise Gräser und Bäume mit glitzernden Eiskristallen. Und wenn das Thermometer unter 0 Grad fällt, können wir mit Hilfe des Frostes auch kunstvolle Skulpturen und Windlichter erschaffen. Ein paar Exemplare vom letzten Jahr findet Ihr hier, tolle Ideen zum Beispiel hier.

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3. Frau Holle

Wenn Frau Holle, die „gute Mutter Erde“, ihre Kopfkissen ausschüttelt, fängt es bei uns zu schneien, das erzählte mir meine Großmutter als ich ein Kind war. Vielleicht gehört deshalb Frau Holle unbedingt auf unseren winterlichen Jahreszeitentisch. Besonders schön, finde ich diese beiden Ideen hier und hier. Aber bis wir die fertig haben (wenn überhaupt), lasse ich die Kinder einfach ein Bild von Frau Holle malen, während ich ihnen das Märchen dazu vorlese.

4. gefilzte Schneemänner

Zusammen (Nass-)Filzen ist eine besonders schöne Art der Beschäftigung, besonders im Winter. Das warme Wasser und die Haptik der Wolle, der Geruch von Seife und Schaf und das fast meditative Rollen und Drücken, Streicheln und Reiben regt die Sinneswahrnehmung an und fördert die Konzentration. Und selbst kleine Kinder (und kleine Hände) können aus (weißer) Wolle schon Bälle formen. Für den Schneemann werden sie nach dem Trocknen noch aufeinander gesetzt und mit einer Nadel zusammen filzt. Ebenso kommen die Augen, Knöpfe und die Nase auf die Wollkugeln. Am Ende wird noch der Hut festgeklebt und der Schneemann ist fertig. Bestechender Vorteil: er schmilzt nicht im Haus ;-)!

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5. Seifenblasen gefrieren lassen

Ich muss zugeben, bei uns hat das mit diesen gefrorenen, zauberhaften und fragilen Kunstwerken, die man zum Beispiel auf Instagram bewundern kann, nicht geklappt. Immer platzen die Seifenblasen, bevor sie gefrieren konnten. Aber vielleicht kommt es auch auf die Seifenblasenmischung an? Die einen empfehlen zum Beispiel Maissirup, die anderen Zucker mit in die Seifenblasenmischung zu geben. Ich glaube, wir probieren es das nächste Mal nach dieser Anleitung aus.

6. winterliche Windlichter

Habt Ihr noch ein paar große Gurkengläser, die eigentlich zum Altglas sollten, zu Hause? Hervorragend! Die lassen sich nämlich im Handumdrehen zu winterlichen Windlichtern umgestalten. Wir haben sie nach dieser Anleitung hier gebastelt, jedoch statt dem Schneespray weiße Deckfarbe aufgetupft.

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7. Diorama

Ich finde Dioramas so schön. Ich hebe schon immer kleine Holzverpackungskisten auf, für das nächste, bestimmt kommende Diorama-Projekt, das ich mit den Kindern umsetzten möchte. Zwei meiner winterlichen Favoriten findet Ihr hier und hier.

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8. Winterkranz

Wenn ich die gesammelten Kiefern-, und Lärchenzapfen, Birkenreisig Erlenzweige zu lange als Deko herumliegen lassen, gerät mein Mann in Versuchung sie als Kaminanzünder zu verwenden – um dem entgegen zu wirken, binde ich mit den Kindern geschwind ein paar Kränze. Die müssen nicht gleichmäßig rund sein (finde ich), und ohne Tannengrün, roten Beeren und goldenen Ornamenten wirken sie auch nicht mehr weihnachtlich. Und falls es kein Kranz sein soll – vielleicht mögt Ihr etwas Farbe in die Räume bringen! Wie bei diesem herrlichen Zapfenstrauss hier!

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Vielleicht war ja bei meinen Lieblingsprojekten auch etwas für Euch dabei?

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße ♥

Leni

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Advent mit Rudi

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Am letzten Wochenende waren wir auf dem Martinimarkt der Waldorfschule, mit seinem wunderbar geschmückten Ständen, den vielen, kleinen Seelendingen, die dort verkauft werden und dem leckeren Essen. Am schönsten finden wir aber jedes Jahr das Kerzenziehen, das dort angeboten wird. Fast andächtig wandern die Kinder, in dem mit Herbstlaub und Ästen geschmückten Raum von Wachstopf zu Wachstopf, und tunken die Dochte immer wieder hinein, um sie dann wieder antrocknen zu lassen. Die Kerzen, die die Kinder wenn sie fertig sind voller Stolz verpacken, sind krumm und schief und auch nicht ebenmäßig dick, aber es sind mit Abstand die schönsten Kerzen, die ich kenne, denn sie sind mit so viel Hingabe gemacht.

Kerzenziehen

Mit dem Martinimarkt, dem Duft der Bienenwachskerzen, den ersten Lichkterketten in den Bäumen unserer Straße und dem ersten Frost kam auch die Frage wieder, wann denn endlich der Advent anfängt. Und noch viel wichtiger: ob Rudi dieses Jahr wieder kommt!

Rudi, das ist unser Weihnachtswichtel, der die Adventszeit bei uns verbringt. Bewegen kann er sich nur nachts, wenn alle schlafen. Dann wandert er durch Haus, macht Schabernack und denkt sich Aufgaben und kleine Rätsel aus. Am Morgen gilt es dann zu allererst Rudi zu finden, denn er hat auch das Adventsäckchen für den Tag oder gibt einen Hinweis darauf. Letztes Jahr war Rudi das erste Mal bei uns und hat nicht nur den Kindern viel Freude bereitet, sondern auch mir. Einfach durch die Vorfreude auf die strahlenden Gesichter, die Heimlichkeiten, den Zauber, an den nur Kinder glauben, und das Ausdenken der vielen kleinen Geschichten.

 

Ja, er wird dieses Jahr wieder kommen. Und so sitze ich nun hier, bei der wundervollen Musik von Josh Garrels Album „The Light Came Down“ (kennt Ihr das schon? — unbezahlte, unbeauftrage Werbung) und denke mir für jeden Tag des Advents Dinge aus, die diese Zeit bis Weihnachten bedeutsam machen. Das ist übrigens nicht so viel Arbeit, wie es sich annhört. Ganz im Gegenteil. Wenn ich mir vorstelle, vier Adventskalender mit 96 (!) kleinen (vielleicht völlig überflüssigen) Kleinigkeiten füllen zu müssen, bekomme ich ein klein wenig Schnappatmung. Mit dem Adventswichtel zusammen bekommen die Kinder mal eine gemeinsame Aktion geschenkt (Plätzchen backen, Kerzen rollen, Wunschzettel schreiben, Geld für einen guten Zweck sammeln und spenden, Lebkuchenhaus verzieren, Weihnachtsgrüße verschicken, Bratäpfel essen, Weihnachtslieder üben, Weihnachtsgeschenke basteln, Lagerfeuer machen, Tannenbaum schlagen und schmücken, Lucia-Walnusskerzen gießen, Barbara-Zweige schneiden), mal ein Ausflug (zum Weihnachtsmarkt, Schlittschuh laufen, in den Wildpark), mal eine Geschichten-, oder Filmabend, mal ein Stück Schokolade oder Marzipan.  Und wenn ich merke, dass es mir alles zu viel wird, dass ich zu viele Dinge in die Adventszeit rein packen möchte, dass es in Stress ausartet und der Zauber dadurch verloren geht, dann tausche ich einfach eine Aktion schnell gegen eine Zaubernuss (das sind goldene, ausgehöhlte Nüsse, die ein Rätsel enthalten) oder gegen ein Stück Lebkuchen aus – Rudi ist da zum Glück sehr flexibel ;-). Ich glaube, es ist wichtig, durch diese wunderbare Zeit, in der wir die Ankunft des Lichts erwarten, nicht zu hasten, sondern hin und wieder einfach nur innezuhalten und zu genießen. Den Duft von Tannenzweigen, das sanfte Licht der Kerzen, den Geschmack von Weihnachtsgebäck, der Klang der Musik und vor allem: die Familie, die Gemeinschaft.

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Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Ein novemberischer Tannenwald für den Jahreszeitentisch

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Die Martinswoche ist nun vorbei, Sankt Martin mit Pferd, der Bettler und die Gänse sind wieder von den Jahreszeitentischen verschwunden. Für die Advents- und Weihnachtsdekoration ist es noch zu früh (finde ich; wir fangen immer erst nach dem Totensonntag an den Adentsglanz ins Haus zu bringen) und somit füllt die „Lücke“ ein kleiner Tannenwald aus gehäkelten Bäumen und Hagebutten aus dem Garten. Die Tannenbäumchen sind schnell gemacht, wenn man einmal den Dreh heraus hat (keine Angst, man muss kein Häkelprofi sein ;-)), und können in vielen Farbvariationen und mit immer wieder neuen Stickereien ganz unterschiedlicher Akzente im Tannenwald setzen.

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Man braucht:

* Wolle in Tannengrün oder Winterweiß plus entsprechende Häkelnadel

* Filzwolle in grün oder weiß zum Füllen

* Aststücke 5 – 10 cm lang

* Stickgarn oder goldene Schnur plus Sticknadel

So geht es:

(LM= Luftmaschen, Stb= großes Stäbchen)

  1. 4 LM zum Ring mit einer Kettmasche schließen.
  2. 3 LM mit einem Stb in den Ring + 2 weitere Stb in den Ring + 1 LM + 4 Stb in den Ring
  3. wenden, 3 LM und ein Stb in das erste Stäbchen der ersten Runde häkeln, dann in jedes weitere Stb der Vorrunde 1 Stb (3) bis zur Mitte. In die Mitte (kleiner Ring) kommen 2 Stb + 1 LM + 2 Stb. Dann wieder 1 Stb in jedes Vorrundenstäbchen, in die letzte Masche kommen 2 Stb ( also insgesamt 5 Stb).
  4. wenden. 3 LM +1 Stb in die erste Masche, danach 1 Stb in jedes Vorrundenstäbchen bis zur Mitte. Wieder 2 Stb + 1 LM +1 Stb in den mittleren kleinen Ring. Danach weiter 1 Stb pro Masche und in die letzte Masche zwei Stb (insgesamt 8 Stb).
  5. wenden und wieder genauso häkeln wie vorher beschrieben, 1 LM + x Stb – 2 Stb + 1 LM + 2 Stb in den Ring – x Stb zurück + 2 Stb in die letzte Masche (insgesamt also 11 Stb).
  6. Den Faden abschneiden und verknoten.
  7. Mit dem neuen Faden in die 10. Masche 3 LM + 1 Stb häkeln, bis zur Mitte wieder in jede Masche ein Stb, in die Mitte wieder 2 Stb + 1 Fm +2 Stb. Zurück die gleiche Anzahl Stb (insgesamt 6 pro Seite), in die letzte Masche 2 Stb.
  8. wenden und wie unter 4. beschrieben fortfahren (insgesamt 9 Stb pro Seite).
  9. Den Faden abschneiden und verknoten.
  10. Mit dem neuen Faden in die 8. Masche 3 LM + 1Stb häkeln, dann weitermachen wie unter 7 (insgesamt 7 Stb pro Seite).
  11. Den Faden abschneiden und verknoten.

Die erste Seite ist fertig! Für den Tannenbaum braucht man jetzt noch eine Seite, dann kann man sie besticken und (oder direkt) zusammenhäkeln (z. b. mit Wolle in einem anderen Farbton). Ein Stück muss unten frei bleiben, damit man die Bäumchen noch befüllen und mit einem Aststück als Stamm versehen kann. Steht das Bäumchen nicht von alleine, kann man eine es mit Heißkleber auf eine kleine Astscheibe kleben.

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Nach und nach und Tag für Tag wird der Tannenwald bei uns schon größer (und heimeliger): durch Waldbewohner, Zapfen, Moos und andere kleine Schätze, die die Kinder hinzufügen.

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Liebe Grüße ♥

Leni

P.S.: Falls bei der Anleitung irgendetwas unklar ist, einfach fragen :-)!

P.P.S.: Die Tannenbäumen eignen sich auch prima als kleines Weichnachtsgeschenk!

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Letzte Vorbereitungen für Halloween

Kürbislaterne

Wie jedes Jahr, haben wir auch dieses Jahr wieder alle zusammen ein kleines Kürbishaus gestaltet. Jetzt, wo nach der Zeitumstellung die Dunkelheit früher in den Tag hereinbricht, steht er, illuminiert von einem Teelicht, draußen vor dem Fenster. So heimelig.

Wichtelhaus

Meinen beiden großen Kinder sind morgen zu Halloweenpartys eingeladen, aber ich hoffe doch sehr, dass danach noch ein bißchen Zeit für unser kleines Samhainfest bleibt.

Um die Beutel für die Partygeschenke der Feierlichkeit anzupassen (wir verpacken ja nicht so gerne in Geschenkpapier), haben wir einfach ein paar Jack O´Laterns auf die Beutel gestempelt.

Kürbisstempel

Das ging ganz einfach – als Stempel haben wir einen halben Apfel genommen, den wir mit dem Messer Augen, Nase und das gruseligen Grinsen eingeschnitzt haben. Danach haben wir mit Stofffarbe erst in Orange den Kürbis gedruckt, und dann später mit brauner Farbe noch freihändig den Stiel aufgemalt. Nach dem Bügeln ist die Farbe fixiert und jetzt sind die Beutel fertig für ihren Einsatz morgen.

Und natürlich darf das Original nicht fehlen. Was wäre Halloween ohne die Kürbislaterne?!

Jackolatern

Ich wünsche Euch ein gruseliges Halloween und einen magischen Samhain!

Liebe Grüße

Leni

 

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