Hallo Januar!

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Ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr! Die ersten Tage im Januar fühlen sich immer so besonders an. So frei. So voller Möglichkeiten, voller Tatendrang und Inspiration. Eben weil in jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Und so weiß wie der Schnee und die leeren Kalenderseiten, fühlt sich auch der Januar an. Weiß, die Nicht-Farbe, steht für die Möglichkeiten, die noch schlummern und sich erst im Laufe des Jahres zuerkennen geben. Und auch Janus, der römische Gott und Namensgeber für den ersten Monat im Jahr, steht für den Anfang (und das Ende), für Türen und Tore. Er wird mit zwei Gesichtern dargestellt, das eine Gesicht blickt nach vorne, das andere nach hinten. Und es ist genau diese Zeit, am Anfang des Januars, wo man das letzte Jahr noch in der Seele hat, aber der Kopf bereits durch eine neue Tür geschritten ist, oder?

Außerdem ist der Januar so zusagen der „Hochwinter“. Statistisch gesehen fällt jetzt der meiste Schnee (toi, toi, toi). Und wenn erst einmal die dicken Flocken fallen, hält uns nichts mehr im Haus: ob Schneemann bauen, rodeln, Tierspuren suchen, Schneeballschlacht oder vielleicht sogar ein Iglu gestalten – es gibt so viele Dinge zu tun.

Wir freuen uns im Januar auf:

  • noch eine Woche Ferien!
  • leere Kalenderseiten und die Vorfreude auf Feste, Feiern, Urlaub und Geburtstage in 2019.
  • noch 5 Rauhnächte. Zeit zum Räuchern, Träumen und in die Zukunft schauen.
  • den Dreikönigstag am 6.1., den wir mit einem Kuchen und einem König (für einen Tag) feiern!
  • Motivation. Die ist jetzt am größten – also schnell die wichtigen Dinge angehen.
  • die Stunde der Wintervögel (vom 4.-6.1.). Der Nabu ruft wieder dazu auf, eine Stunde lang sich auf die Lauer zu legen und zu notieren, welche und wieviele Vögel in dieser Zeit zu sehen sind. Das kann man entweder im eigenen Garten oder auch gemeinsam mit anderen Vogelfreunden an einem Treffpunkt machen. Weitere Informationen dazu gibt es hier.
  • natürlich auf den Schnee. Aber auch den Frost. Mit seiner Hilfe können wir zauberhafte Eisskulpturen herstellen.
  • auf die Gartenplanung. Jetzt, wo es ruhig geworden ist im Garten, haben wir Zeit das Saatgut zu sortieren und die Beete neu zu planen.
  • die Wintersonne. Sie bringt den Schnee zum Glitzern und erhellt unser Gemüt.
  • unsere jährliche Saatgut-Verlosung Ende Januar! Schaut vorbei und macht mit!
  • Zimtschnecken. Warmen Kakao. Bücher. Kaminfeuer. Strickzeug.
  • Hyazinthen, Amaryllis, Tulpen – alles, was jetzt schon einen Hauch Farbe und Frühling ins Haus zaubert.

Ich wünsche Euch ein wunderbares Jahr und würde mich freuen, wenn Ihr uns an dieser Stelle weiterhin durch unser Familienjahr begleitet!

Liebe Grüße ♥

Leni


Frohe Weihnachten!

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Die Wintersonnenwende liegt bereits hinter uns, der Tag, der schon vor vielen Jahrtausenden und in vielen verschiedenen Kulturen als Tag des wiederkommenden Lichts gefeiert wurde und auch heute noch wird. Denn, man muss sich bewusst machen, dass unser christliches Weihnachten auf das heidnischen Wintersonnenwendsfest gestülpt wurde, der Kern aber doch der gleiche geblieben ist: die Freude über die Wiedergeburt des Lichtes, Hoffnung und Neuanfang. In unser christlichen Kultur sind die kommenden Tage (und eigentlich ja auch schon der Dezember an sich) geprägt von der Ankunft Jesus Christi. Und man muss kein gläubiger Christ zu sein, um die Legende der Geburt Jesus zu erzählen und zu hören. Denn hier geht es um nichts Geringeres als um das Wunder der Geburt eines Kindes. Ein Kind, in dem die Hoffnung der Welt liegt, wie in jedem Neugeborenen. Ein Kind, dass von Engeln begleitet auf die Erde kommt und dort mit Liebe empfangen wird, so wie jedes Kind empfangen werden sollte. Liebe und Hoffnung.

In diesem Sinne, tauche ich jetzt ab in die Weihnachtsstimmung, die hier bei uns aus einer Mischung aus hibbeliger Vorfreude, sich wie Kaugummi ziehender Zeit gepaart mit plötzlich hier und da aufploppenden Stresses, funkelnden Augen und großen Erwartungen besteht. Und wir sehen uns (hoffentlich) nach Weihnachten oder spätestens im neuen Jahr mit neuen Geschichten, Bildern, Ideen und Projekten (es schwirren gerade so viele in meinem Kopf herum) wieder!

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An dieser Stelle möchte ich Euch noch einmal herzlich danken. Dafür, dass Ihr hier seid, Kommentare schreibt, Herzchen hinterlasst und mich jeden Tag aufs Neue inspiriert. Das bringt mir so viel Freude!

Ich wünsche Euch ein entspanntes, sinnliches, freudenreiches und wunderbares Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben. Meine Gedanken und Gebete sind aber vor allen bei denen, die nicht so viel Glück haben. Ich wünsche Euch, dass auch Euch das Licht der Weihnacht erreicht und Euch Hoffnung und Liebe bringt ♥!

Eure Leni


Das Wochenende der Düfte

Kerzenschublade

Während das letzte Wochenende ja das der Heimlichkeiten war, stand dieses im Zeichen des Duftes. Unser Geruchssinn (oder wissenschaftlich: die olfaktorische Wahrnehmung) kann etwas ganz besonderes: er kann so hervorragend Erinnerungen hervorrufen wie kein anderer Sinn. Bei mir ist es der Stallgeruch, der mich, sobald ich ihn in der Nase habe, in meine Kindheit zurück katapultiert. Da stehe ich dann auf einmal, mit 15 Jahren und striegele mein Pferd. Und dann gibt es noch die Weihnachtsgerüche, die sofort ein kribbeliges Weihnachtsgefühl in der Magengegend hervorrufen. Allen voran ist das bei mir der Duft von Bienenwachs.

Kerzenrollen

Neben den Kerzen, die die Jungs  auf dem Waldorfbasar selber ziehen, rollen wir auch jedes Jahr ein paar Kerzen aus Bienenwachsplatten. Das können auch schon kleine Kinder mitmachen, so leicht geht es, vorausgesetzt man hat die Platten vorher auf der Heizung oder mit dem Fön ein wenig warm gemacht.

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Ein anderer feiner Weihnachtsgeruch ist der Plätzchenduft. Am Wochenende eröffneten wir endlich die Weihnachtsbäckerei und backten fleissig Butterplätzchen und Lebkuchen. Mit vier Kindern backen, heißt auch den Teig später überall wiederfinden. Unter den Füßen, in den Haaren, an den Stühlen, auf den Pullovern, im Gesicht, unter dem Tisch. Aber Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht.

Teigmachen

Die anderen zwei (für mich) typische Weihnachtsgerüche haben wir am Wochenden außerhalb unseres Hauses gefunden: der süße Duft von gebrannten Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt und der herbe Duft des Weihrauchs in der katholischen Kirche. Auch wenn ich nicht katholisch bin, so besuche ich gerne (alte) katholische Kirchen zur Adventszeit. Ich mag die sakrale Ästhetik dort, das immerwährende Flackern der Kerzen, die kunstvollen Krippen und eben den dort vorherrschenden latenten Geruch des Weihrauchs. Mit den Kindern zünde ich dann ein paar Kerzen an und nutze den Eindruck, den der kalte, stille, große Raum auf sie macht, zu einem Moment (es ist meistens wirklich nur ein Moment ;-)) der Andacht.

Ja, der Advent ist nicht nur besinnlich, sondern auch sinnlich.

Welcher Geruch löst bei Euch Weihnachtsgefühle aus?

Ich hoffe, Ihr hatten einen schönen 2. Advent und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Das Wochenende der Heimlichkeiten

Zaubernuss

Das erste Adventswochenende war voller Heimlichkeiten.

Heimlich habe ich 26 Zaubernüsse für die Adventssäckchen der Klasse meines Sohnes hergestellt. Zaubernüsse, sind ausgehöhlte, vergoldete Walnüssen, die einen kleinen Schatz oder ein Rätsel beherbergen. Man knackt die Walnüsse so, dass zwei Hälften übrig bleiben (mein Mann ist mittlerweile Profi), holt das Innere vorsichtig heraus (ich sammele es immer zum Knabbern oder über den Salat in einem Glas) und vergoldet die Hälften. Dann legt man zum Beispiel einen kleinen Edelstein, einen Zettel mit einem Rätsel, Mini-Muscheln, Murmel oder was einem gefällt und die richtige Größe hat hinein, und klebt die Hälften wieder zusammen (und spielt manchmal ungewollt eine Runde Nuss-Memory). Zusammen mit einem Schokoladennikolaus, einer Mandarine, Erdnüssen (dort versteckt sich auch immer ein kleiner Nikolaus, wußtet Ihr das?) und ein Bienenwachsteelicht, habe ich die Zaubernüsse in kleine Säckchen gepackt, die dann zu Nikolaus an die Kinder verteilt werden. Ich habe noch kein Kind gesehen, was sich dem Zauber der goldenen Nuss entziehen kann – das ist dann auch der Grund, warum ich hier zu Hause heimlich am Abend basteln musste :-).

Adventskalender

Dann denke ich mir ja noch jeden Tag eine Geschichte für unseren Adventswichtel Rudi aus (auf Instagram könnt ihr seine kleinen Abenteuer sehen). Der Kleinste hat Rudi nach seiner Ankunft am Samstag so sehr ins Herz geschlossen, dass er ihn fast den ganzen Tag mit sich herum getragen hat. Abends, wenn die Kinder schlafen verstecke ich Rudi und hinterlasse entweder kleine Hinweise oder eine Sternenspur. Wenn sie ihn finden, hat er zur Belohnung das Adventskalender-Säckchen bei sich, in dem sich mal etwas Süßes oder ein Gutschein für eine Adventsaktivität befindet (morgen verzieren wir zum Beispiel ein Lebkuchenhaus). Ich komme mir manchmal schon selbst vor wie ein Wichtel, der bei Kerzenschein große und kleine Geheimnisse ausheckt.

Tomte

Auch „heimlich“ zum ersten Dezember habe ich unsere Adventsspirale wieder aufgestellt. Jeden Tag wandert das kleine Licht ein Stück, vorbei an den Tannenzweigen, Tomte, den Kirschzweigen der heiligen Barbara, Sankt Nikolaus, den Walnusskerzen für den Lucia-Tag, den Waldtieren und später Maria und Josef. Dabei ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist auch als Erwachsener mit den tiefen, geistigen Bildern verbunden zu sein, hinter dem, was den Zauber des Advents ausmacht. Das ist mir am Anfang nicht leicht gefallen. Viele Traditionen und Bräuche aus meiner eigenen Kindheit musste ich erst wieder erwecken und neue für mich erfinden. Schauen, was zu mir, zu uns passt. Was ich authentisch vor meinen Kindern vertreten kann. Was „hinter“ dem Brauchtum steht, was es mir selbst bedeutet und wie es mich selbst erleuchten kann. Vielleicht es deshalb „unser Advent“ ein wenig eigen. Oder anders. Und ändert sich auch mal von Jahr zu Jahr. Die Hauptsache ist, dass es das ist, was uns zum Strahlen bringt und uns innere Wärme zaubert.

Rudisankunft

Ich hoffe, Ihr hattet ein schönes erstes Adventswochenende und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Hallo Dezember!

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Der Dezember ist sinnlich. Der Duft von Tannengrün und Plätzchen, der Glanz der Kugeln und Lichter, der Geschmack von heißer Schokolade und Bratäpfeln, die Wärme des Feuers und der Bienenwachskerzen während draußen Frost, Kälte und (vielleicht auch) Schnee vorherrschen, gemeinsames Lesen und Backen. Den Dezember umhüllt Magie, Staunen und Funkeln, Erwartungen und Vorfreude, aber auch Trubel und Geselligkeit. Und der Dezember ist besinnlich, wenn man es zu lässt. Gleich drei Heilige bringen gute Gaben und jede Adventskerze, die angezündet wird, bringt uns mehr Licht. Der dunkle, karge November wird abgelöst durch die frohen Erwartungen die der Dezember mit sich bringt. Wir feiern schließlich an Weihnachten nichts geringeres als die Rückkehr des Lichtes, die Hoffnung und das (neue) Leben!

Wir freuen uns im Dezember auf:

* die 24 Tage des Advents
* den Barbara-Tag (die heilige Barbara steht für Hoffnung) am 04.12. An diesem Tag schneiden wir Zweige von Obstbäumen und Forsythie und stellen sie in warmes Wasser. Die Wärme weckt die (unsichtbare) Kraft des Lebens, die in den blattlosen Zweigen steckt. Vielleicht blühen sie pünktlich zum Weihnachtsfest!
* den Nikolaus-Tag! Stiefel oder Strümpfe werden in der Nacht zum 6. 12. mit allerlei Leckereien gefüllt.
* den Lucia-Tag (die heilige Lucia bringt das Licht in der dunklen Zeit) am 13.12. Wir kleben oder gießen kleine Kerzen in Walnussschalen uns setzen sie ins Wasser (als Symbol für Lucia, deren Legende besagt, sie habe ein Schiff voller Lebensmittel zu einer Stadt voller hungernder Menschen gebracht).
* warme Strickpullis, Kerzenschein und Christstollen.
* den Weihnachtsmarkt. Besonders schöne Weihnachtsmärkte findet man oft auf Burgen oder Schlössern und in Freilichtmuseen!
* das Wunschzettel schreiben (und malen).
* Bratapfel- Essen mit Freunden.
* Plätzchen backen und Weihnachtslieder singen.
* den Tannenbaum aussuchen.
* das Schmücken des Hauses.
* Schnee!!
* die Vogelfütterung im Garten.
* das Adventsgärtlein im Kindergarten (so schön!).
* die Weihnachts- und Winterbücher, die endlich wieder in das Bücherregal dürfen.
* Geschenke basteln, Weihnachtskarten verschicken und lieben Menschen eine Freude machen.
* die längste Nacht im Jahr. Winter-Sonnenwende.
* Heiligabend und Weihnachten.
* die ruhige Zeit zwischen den Tagen.
* Silvester

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Dezember!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Caros Grünzeug

 

 


Honig-Marzipan und Rentiernasen

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Die Adventszeit ist von vielen Ritualen und Bräuchen geprägt. Die Feststimmung ist überall zu spüren. Es wird gebastelt und gebacken, genascht und gesungen. Besonders gerne naschen wir Marzipan, das gehört für mich zur Adventszeit wie Tannengrün und Weihnachtslieder. Bevor der Adventstrubel los geht, stelle ich noch schnell das Marzipan her, es hält sich sehr lange (aber Achtung: der Duft bei der Zubereitung lockt immer kleine Helfer an!). Am liebsten mag ich Honigmarzipan. Das ist nicht ganz so süß, wie normales Marzipan, und hat ein feines Aroma. Noch von unserem Besuch beim Imker, haben wir einige Töpfchen Honig übrig, ein Stück vom Frühling, den die Bienen gesammelt und konserviert haben.

Man braucht:

100 gr Mandeln (mit Haut)

50 gr Honig (alternativ vegan mit Kokosblütensirup)

1 TL Rosenwasser (gibt es in der Apotheke)

3 Tropfen Bittermandelaroma

So geht´s:

Die Mandeln mit heißem Wasser übergießen und dann die braune Haut abpellen. Man kann auch direkt weiße Mandeln kaufen, allerdings habe ich (bis jetzt) noch keine in guter Qualität gefunden. Die Mandeln mit dem Mixer oder Pürierstab fein hacken, ab und zu auflockern und so lange weitermachen bis es eine Mandelmasse ergibt. Dann Honig, Rosenwasser und Bittermandelaroma dazu geben und so lange verkneten, bis die Masse geschmeidig ist. Die Masse zu einer Rolle oder einem Rechteck formen und gegebenenfalls weiterverarbeiten.

*Hat man nicht das Equipment oder einfach nicht so viel Zeit, kann man auch bereits gemahlene Mandeln nehmen. Die sind in der Regel etwas trockener, daher braucht man eventuell etwas mehr (Rosen-)Wasser.

Marzipankartoffeln

Aus der herrlich duftenden Honigmarzipanmasse mache ich Marzipankartoffeln oder wie die Kinder sagen: Rentiernasen! Die bringt Rudi, unser Adventswichtel mit (bei ihm zu Hause ist das eine Delikatesse ;-)). Dazu formt man kleine Kugeln aus der Masse und wälzt sie in einem Gemisch aus Kakao und Puderzucker (1:2). Nett verpackt, machen sie sich aber auch prima als adventliche Aufmerksamkeit für Freunde und Bekannte.

Den Rest des Marzipans verbrauchen wir dann in der Weihnachtsbäckerei, für Bethmännchen, oder ummanteln kleine Marzipanstücke mit flüssiger Schokolade (so lecker!).

Ich wünsche Euch einen schönen Mittwoch!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 


Advent mit Rudi

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Am letzten Wochenende waren wir auf dem Martinimarkt der Waldorfschule, mit seinem wunderbar geschmückten Ständen, den vielen, kleinen Seelendingen, die dort verkauft werden und dem leckeren Essen. Am schönsten finden wir aber jedes Jahr das Kerzenziehen, das dort angeboten wird. Fast andächtig wandern die Kinder, in dem mit Herbstlaub und Ästen geschmückten Raum von Wachstopf zu Wachstopf, und tunken die Dochte immer wieder hinein, um sie dann wieder antrocknen zu lassen. Die Kerzen, die die Kinder wenn sie fertig sind voller Stolz verpacken, sind krumm und schief und auch nicht ebenmäßig dick, aber es sind mit Abstand die schönsten Kerzen, die ich kenne, denn sie sind mit so viel Hingabe gemacht.

Kerzenziehen

Mit dem Martinimarkt, dem Duft der Bienenwachskerzen, den ersten Lichkterketten in den Bäumen unserer Straße und dem ersten Frost kam auch die Frage wieder, wann denn endlich der Advent anfängt. Und noch viel wichtiger: ob Rudi dieses Jahr wieder kommt!

Rudi, das ist unser Weihnachtswichtel, der die Adventszeit bei uns verbringt. Bewegen kann er sich nur nachts, wenn alle schlafen. Dann wandert er durch Haus, macht Schabernack und denkt sich Aufgaben und kleine Rätsel aus. Am Morgen gilt es dann zu allererst Rudi zu finden, denn er hat auch das Adventsäckchen für den Tag oder gibt einen Hinweis darauf. Letztes Jahr war Rudi das erste Mal bei uns und hat nicht nur den Kindern viel Freude bereitet, sondern auch mir. Einfach durch die Vorfreude auf die strahlenden Gesichter, die Heimlichkeiten, den Zauber, an den nur Kinder glauben, und das Ausdenken der vielen kleinen Geschichten.

 

Ja, er wird dieses Jahr wieder kommen. Und so sitze ich nun hier, bei der wundervollen Musik von Josh Garrels Album „The Light Came Down“ (kennt Ihr das schon? — unbezahlte, unbeauftrage Werbung) und denke mir für jeden Tag des Advents Dinge aus, die diese Zeit bis Weihnachten bedeutsam machen. Das ist übrigens nicht so viel Arbeit, wie es sich annhört. Ganz im Gegenteil. Wenn ich mir vorstelle, vier Adventskalender mit 96 (!) kleinen (vielleicht völlig überflüssigen) Kleinigkeiten füllen zu müssen, bekomme ich ein klein wenig Schnappatmung. Mit dem Adventswichtel zusammen bekommen die Kinder mal eine gemeinsame Aktion geschenkt (Plätzchen backen, Kerzen rollen, Wunschzettel schreiben, Geld für einen guten Zweck sammeln und spenden, Lebkuchenhaus verzieren, Weihnachtsgrüße verschicken, Bratäpfel essen, Weihnachtslieder üben, Weihnachtsgeschenke basteln, Lagerfeuer machen, Tannenbaum schlagen und schmücken, Lucia-Walnusskerzen gießen, Barbara-Zweige schneiden), mal ein Ausflug (zum Weihnachtsmarkt, Schlittschuh laufen, in den Wildpark), mal eine Geschichten-, oder Filmabend, mal ein Stück Schokolade oder Marzipan.  Und wenn ich merke, dass es mir alles zu viel wird, dass ich zu viele Dinge in die Adventszeit rein packen möchte, dass es in Stress ausartet und der Zauber dadurch verloren geht, dann tausche ich einfach eine Aktion schnell gegen eine Zaubernuss (das sind goldene, ausgehöhlte Nüsse, die ein Rätsel enthalten) oder gegen ein Stück Lebkuchen aus – Rudi ist da zum Glück sehr flexibel ;-). Ich glaube, es ist wichtig, durch diese wunderbare Zeit, in der wir die Ankunft des Lichts erwarten, nicht zu hasten, sondern hin und wieder einfach nur innezuhalten und zu genießen. Den Duft von Tannenzweigen, das sanfte Licht der Kerzen, den Geschmack von Weihnachtsgebäck, der Klang der Musik und vor allem: die Familie, die Gemeinschaft.

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Liebe Grüße ♥

Leni

 

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Sankt Martin

Laterne

(Der Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung)

Bei uns hat die Martinswoche begonnen und damit eine wunderbare Zeit, denn wir alle mögen die stimmungsvollen Tage um den Sankt Martinstag sehr. Die Natur zieht sich zurück, die bunten Blätter fallen zu Boden, das Licht schwindet. Wie beglückend ist es jetzt ein Licht in dunkler Nacht vor sich zu tragen, unter Gesang und Stille, durch die Straßen und über die Felder.

Laternen. Die Laternen werden bei uns bereits im Kindergarten und in der Schule gebastelt. Eine schöne und einfache Laterne, auch für Zuhause, ist die „Waldorf-Laterne“. Die Kinder malen mit Aquarellfarben auf rechteckiges (Aquarell-) Papier, das nach dem Trocknen mit ein wenig Öl (z.B. Babyöl) eingerieben und in „Käseschachteln“ eingeklebt wird. Mit Draht wird die Laterne dann an einen Stock befestigt. Möchte man auf die Käseschachteln verzichten, kann man mit der gleichen Technik auch eine Faltlaterne basteln. Eine anderes Modell ist die runde Laterne (ähnlich wie diese hier), die mit Hilfe eines Luftballons und Kleister hergestellt wird. Verziert mit Herbstlaub oder Sternen, wird sie ebenfalls mit Draht an einem Stock befestigt. Wir nehmen immer echte Kerzen, um die Laternen zu illuminieren. Dadurch leuchten die Laternen wunderbar warm und die Kinder gehen viel achtsamer mit ihnen um.

Weckmänner

Gebäck. Hier, in meiner Heimat, bekommt jedes Kind zu Sankt Martin einen Weckmann. Und der (warum auch immer), trägt immer eine Pfeife aus Ton. Mittlerweile haben wir eine ganz stattliche Tonpfeifensammlung, so dass wir gleich an mehreren Tagen Weckmänner backen und die Pfeifen immer wieder benutzen können. Ein Rezept für die Weckmänner findet ihr hier.

Es muss ja keine echte Gans zu Sankt Martin sein (ganz im Gegenteil) – diese Martinsgänse von Tanja retten (Gänse-)Leben und schmecken bestimmt total lecker!

Liedertext

Lieder. Es gibt richtig viele schöne Sankt Martins-, und Laternenlieder (hier im Rheinland sogar auf Kölsch). Neu entdeckt habe ich Eveline auf Youtube, die Herbstlieder wunderschön singt (auf deutsch, englisch und niederländisch). Bisher findet man sechs Lieder bei ihr – hoffentlich werden es noch mehr!

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Die Legende. Die Legende, des römischen Soldaten Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilt, steht (neben dem Laternenlicht) im Mittelpunkt des Festes. Bei uns zu Hause stehen bereits seit einigen Tagen die beiden Protagonisten in Holz auf dem Jahreszeitentisch, zusammen mit diesem kleinen Martinsbüchlein. Beim, oder nach dem Lesen, spielen die Kinder immer gerne die Mantelszene mit den Figuren nach und verinnerlichen so das, was dieses Fest uns an Geisteshaltung mitgeben soll.

Helfen und Teilen. Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

 

Ich wünsche Euch ein schönes Sankt Martins-, oder Laternenfest.

Liebe Grüße ♥

Leni


Letzte Vorbereitungen für Halloween

Kürbislaterne

Wie jedes Jahr, haben wir auch dieses Jahr wieder alle zusammen ein kleines Kürbishaus gestaltet. Jetzt, wo nach der Zeitumstellung die Dunkelheit früher in den Tag hereinbricht, steht er, illuminiert von einem Teelicht, draußen vor dem Fenster. So heimelig.

Wichtelhaus

Meinen beiden großen Kinder sind morgen zu Halloweenpartys eingeladen, aber ich hoffe doch sehr, dass danach noch ein bißchen Zeit für unser kleines Samhainfest bleibt.

Um die Beutel für die Partygeschenke der Feierlichkeit anzupassen (wir verpacken ja nicht so gerne in Geschenkpapier), haben wir einfach ein paar Jack O´Laterns auf die Beutel gestempelt.

Kürbisstempel

Das ging ganz einfach – als Stempel haben wir einen halben Apfel genommen, den wir mit dem Messer Augen, Nase und das gruseligen Grinsen eingeschnitzt haben. Danach haben wir mit Stofffarbe erst in Orange den Kürbis gedruckt, und dann später mit brauner Farbe noch freihändig den Stiel aufgemalt. Nach dem Bügeln ist die Farbe fixiert und jetzt sind die Beutel fertig für ihren Einsatz morgen.

Und natürlich darf das Original nicht fehlen. Was wäre Halloween ohne die Kürbislaterne?!

Jackolatern

Ich wünsche Euch ein gruseliges Halloween und einen magischen Samhain!

Liebe Grüße

Leni

 

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Wir feiern Erntedank

DahlienundKastanien2

Ich glaube, wenn man Obst und Gemüse (wenn auch nur im Kleinen) selber anbaut, bekommt man erst ein Gefühl dafür, wie wunderbar das Zusammenspiel von Sonne und Regen, Erde und Pflanzen, Nützlingen und Schädlingen funktioniert, und wie abhängig der Mensch doch eigentlich davon ist, dass sich alles so gut zusammenfügt. Wenn man einen feinen, kleinen Samen im Frühjahr in die Erde brachte, hegte und pflegte bis eine stattliche Pflanze daraus wuchs, und im Spätsommer dann die wortwörtlichen Früchte der ganzen Arbeit genießen durfte, wird man tatsächlich ein wenig demütig. Und vor allem dankbar. Für den Reichtum der uns umgibt. Für die Sorglosigkeit. Sicher, selbst durch Ernteausfälle ist unsere Existenz hier nicht wirklich bedroht, und die Supermarktregale sind täglich voll mit allen möglichen Nahrungsmitteln. Daher mag das Erntedankfest für viele Menschen vielleicht die Bedeutung verloren haben. Für uns aber stand das vergangene Wochenende fest im Zeichen von Erntedank.

Quittentransport

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Trauben

Am den Tagen vorher, haben wir die Quitten (so viele Früchte hatten wir noch nie am Baum) und Trauben, die noch verbliebenen Kürbisse und Kohlköpfe gepflückt und geerntet, die letzten Dahlien vom Selberpflück-Feld geschnitten und sind noch einmal über die Wiesen gezogen, um Kastanien und Nüsse zu sammeln (egal wieviel Körbe voll Kastanien wir schon zu Hause haben, an diesen glänzenden Handschmeichlern können wir einfach nicht vorbei gehen).

Oktobermagie

Am Samstag waren wir dann noch auf dem Herbstmarkt von Schloss Dyck. Meine Schwiegermutter wohnt ganz in der Nähe, weshalb wir, wann immer wie bei ihr zur Besuch sind, einmal durch den Schlosspark spazieren und zu diesem Zweck eine Dauerkarte besitzen. Jetzt im Herbst bildet das bunte Laub der vielen verschiedenen Bäume eine traumhafte Kulisse für den Markt.

Kürbisse

Während wir das Herbstfest Michaeli im kleinen, familiären Rahmen und mehr für uns zelebrieren, feiern wir das zweite Herbstfest, Erntedank, mit Freunden, der Gemeinde und dem ganzen Dorf.  Die Kinder bringen ihre Körbchen mit Herbst- und Ernteschätzen mit, die später zusammen um den Altar herum drapiert werden, die Blaskapelle spielt „Alle Guten Gaben“ und nach dem Gottesdienst sitzen alle noch bei Apfel- und Pflaumenkuchen beieinander, während die Kinder nach dem größten Kürbis und der größten Zucchini suchen.

Dankbarkeit, für das was uns die Natur schenkt oder (wenn man es von der christlichen Seite her sieht) für die Gaben, die von Gott kommen. Das ist der Gedanke von Erntedank, dem Fest, das schon in der vorchristlichen Zeit gefeiert wurde. Und diesen Gedanken tragen wir in der Spätsommer-, und Herbstzeit, in der wir entweder selber Obst und Gemüse, Nüsse und Pilze geerntet und gesammelt haben oder einfach die Vielfalt an Nahrungsmittel sehen und schmecken dürfen, mit uns im Herzen.

 

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥

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