Das Wochenende der Düfte

Kerzenschublade

Während das letzte Wochenende ja das der Heimlichkeiten war, stand dieses im Zeichen des Duftes. Unser Geruchssinn (oder wissenschaftlich: die olfaktorische Wahrnehmung) kann etwas ganz besonderes: er kann so hervorragend Erinnerungen hervorrufen wie kein anderer Sinn. Bei mir ist es der Stallgeruch, der mich, sobald ich ihn in der Nase habe, in meine Kindheit zurück katapultiert. Da stehe ich dann auf einmal, mit 15 Jahren und striegele mein Pferd. Und dann gibt es noch die Weihnachtsgerüche, die sofort ein kribbeliges Weihnachtsgefühl in der Magengegend hervorrufen. Allen voran ist das bei mir der Duft von Bienenwachs.

Kerzenrollen

Neben den Kerzen, die die Jungs  auf dem Waldorfbasar selber ziehen, rollen wir auch jedes Jahr ein paar Kerzen aus Bienenwachsplatten. Das können auch schon kleine Kinder mitmachen, so leicht geht es, vorausgesetzt man hat die Platten vorher auf der Heizung oder mit dem Fön ein wenig warm gemacht.

IMG_0221

Ein anderer feiner Weihnachtsgeruch ist der Plätzchenduft. Am Wochenende eröffneten wir endlich die Weihnachtsbäckerei und backten fleissig Butterplätzchen und Lebkuchen. Mit vier Kindern backen, heißt auch den Teig später überall wiederfinden. Unter den Füßen, in den Haaren, an den Stühlen, auf den Pullovern, im Gesicht, unter dem Tisch. Aber Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht.

Teigmachen

Die anderen zwei (für mich) typische Weihnachtsgerüche haben wir am Wochenden außerhalb unseres Hauses gefunden: der süße Duft von gebrannten Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt und der herbe Duft des Weihrauchs in der katholischen Kirche. Auch wenn ich nicht katholisch bin, so besuche ich gerne (alte) katholische Kirchen zur Adventszeit. Ich mag die sakrale Ästhetik dort, das immerwährende Flackern der Kerzen, die kunstvollen Krippen und eben den dort vorherrschenden latenten Geruch des Weihrauchs. Mit den Kindern zünde ich dann ein paar Kerzen an und nutze den Eindruck, den der kalte, stille, große Raum auf sie macht, zu einem Moment (es ist meistens wirklich nur ein Moment ;-)) der Andacht.

Ja, der Advent ist nicht nur besinnlich, sondern auch sinnlich.

Welcher Geruch löst bei Euch Weihnachtsgefühle aus?

Ich hoffe, Ihr hatten einen schönen 2. Advent und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Wochenende in Bildern


Das Wochenende der Heimlichkeiten

Zaubernuss

Das erste Adventswochenende war voller Heimlichkeiten.

Heimlich habe ich 26 Zaubernüsse für die Adventssäckchen der Klasse meines Sohnes hergestellt. Zaubernüsse, sind ausgehöhlte, vergoldete Walnüssen, die einen kleinen Schatz oder ein Rätsel beherbergen. Man knackt die Walnüsse so, dass zwei Hälften übrig bleiben (mein Mann ist mittlerweile Profi), holt das Innere vorsichtig heraus (ich sammele es immer zum Knabbern oder über den Salat in einem Glas) und vergoldet die Hälften. Dann legt man zum Beispiel einen kleinen Edelstein, einen Zettel mit einem Rätsel, Mini-Muscheln, Murmel oder was einem gefällt und die richtige Größe hat hinein, und klebt die Hälften wieder zusammen (und spielt manchmal ungewollt eine Runde Nuss-Memory). Zusammen mit einem Schokoladennikolaus, einer Mandarine, Erdnüssen (dort versteckt sich auch immer ein kleiner Nikolaus, wußtet Ihr das?) und ein Bienenwachsteelicht, habe ich die Zaubernüsse in kleine Säckchen gepackt, die dann zu Nikolaus an die Kinder verteilt werden. Ich habe noch kein Kind gesehen, was sich dem Zauber der goldenen Nuss entziehen kann – das ist dann auch der Grund, warum ich hier zu Hause heimlich am Abend basteln musste :-).

Adventskalender

Dann denke ich mir ja noch jeden Tag eine Geschichte für unseren Adventswichtel Rudi aus (auf Instagram könnt ihr seine kleinen Abenteuer sehen). Der Kleinste hat Rudi nach seiner Ankunft am Samstag so sehr ins Herz geschlossen, dass er ihn fast den ganzen Tag mit sich herum getragen hat. Abends, wenn die Kinder schlafen verstecke ich Rudi und hinterlasse entweder kleine Hinweise oder eine Sternenspur. Wenn sie ihn finden, hat er zur Belohnung das Adventskalender-Säckchen bei sich, in dem sich mal etwas Süßes oder ein Gutschein für eine Adventsaktivität befindet (morgen verzieren wir zum Beispiel ein Lebkuchenhaus). Ich komme mir manchmal schon selbst vor wie ein Wichtel, der bei Kerzenschein große und kleine Geheimnisse ausheckt.

Tomte

Auch „heimlich“ zum ersten Dezember habe ich unsere Adventsspirale wieder aufgestellt. Jeden Tag wandert das kleine Licht ein Stück, vorbei an den Tannenzweigen, Tomte, den Kirschzweigen der heiligen Barbara, Sankt Nikolaus, den Walnusskerzen für den Lucia-Tag, den Waldtieren und später Maria und Josef. Dabei ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist auch als Erwachsener mit den tiefen, geistigen Bildern verbunden zu sein, hinter dem, was den Zauber des Advents ausmacht. Das ist mir am Anfang nicht leicht gefallen. Viele Traditionen und Bräuche aus meiner eigenen Kindheit musste ich erst wieder erwecken und neue für mich erfinden. Schauen, was zu mir, zu uns passt. Was ich authentisch vor meinen Kindern vertreten kann. Was „hinter“ dem Brauchtum steht, was es mir selbst bedeutet und wie es mich selbst erleuchten kann. Vielleicht es deshalb „unser Advent“ ein wenig eigen. Oder anders. Und ändert sich auch mal von Jahr zu Jahr. Die Hauptsache ist, dass es das ist, was uns zum Strahlen bringt und uns innere Wärme zaubert.

Rudisankunft

Ich hoffe, Ihr hattet ein schönes erstes Adventswochenende und wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Wochenende in Bildern


Hallo Dezember!

IMG_0270 (2)

Der Dezember ist sinnlich. Der Duft von Tannengrün und Plätzchen, der Glanz der Kugeln und Lichter, der Geschmack von heißer Schokolade und Bratäpfeln, die Wärme des Feuers und der Bienenwachskerzen während draußen Frost, Kälte und (vielleicht auch) Schnee vorherrschen, gemeinsames Lesen und Backen. Den Dezember umhüllt Magie, Staunen und Funkeln, Erwartungen und Vorfreude, aber auch Trubel und Geselligkeit. Und der Dezember ist besinnlich, wenn man es zu lässt. Gleich drei Heilige bringen gute Gaben und jede Adventskerze, die angezündet wird, bringt uns mehr Licht. Der dunkle, karge November wird abgelöst durch die frohen Erwartungen die der Dezember mit sich bringt. Wir feiern schließlich an Weihnachten nichts geringeres als die Rückkehr des Lichtes, die Hoffnung und das (neue) Leben!

Wir freuen uns im Dezember auf:

* die 24 Tage des Advents
* den Barbara-Tag (die heilige Barbara steht für Hoffnung) am 04.12. An diesem Tag schneiden wir Zweige von Obstbäumen und Forsythie und stellen sie in warmes Wasser. Die Wärme weckt die (unsichtbare) Kraft des Lebens, die in den blattlosen Zweigen steckt. Vielleicht blühen sie pünktlich zum Weihnachtsfest!
* den Nikolaus-Tag! Stiefel oder Strümpfe werden in der Nacht zum 6. 12. mit allerlei Leckereien gefüllt.
* den Lucia-Tag (die heilige Lucia bringt das Licht in der dunklen Zeit) am 13.12. Wir kleben oder gießen kleine Kerzen in Walnussschalen uns setzen sie ins Wasser (als Symbol für Lucia, deren Legende besagt, sie habe ein Schiff voller Lebensmittel zu einer Stadt voller hungernder Menschen gebracht).
* warme Strickpullis, Kerzenschein und Christstollen.
* den Weihnachtsmarkt. Besonders schöne Weihnachtsmärkte findet man oft auf Burgen oder Schlössern und in Freilichtmuseen!
* das Wunschzettel schreiben (und malen).
* Bratapfel- Essen mit Freunden.
* Plätzchen backen und Weihnachtslieder singen.
* den Tannenbaum aussuchen.
* das Schmücken des Hauses.
* Schnee!!
* die Vogelfütterung im Garten.
* das Adventsgärtlein im Kindergarten (so schön!).
* die Weihnachts- und Winterbücher, die endlich wieder in das Bücherregal dürfen.
* Geschenke basteln, Weihnachtskarten verschicken und lieben Menschen eine Freude machen.
* die längste Nacht im Jahr. Winter-Sonnenwende.
* Heiligabend und Weihnachten.
* die ruhige Zeit zwischen den Tagen.
* Silvester

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Dezember!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Caros Grünzeug

 

 


Honig-Marzipan und Rentiernasen

IMG_0475

Die Adventszeit ist von vielen Ritualen und Bräuchen geprägt. Die Feststimmung ist überall zu spüren. Es wird gebastelt und gebacken, genascht und gesungen. Besonders gerne naschen wir Marzipan, das gehört für mich zur Adventszeit wie Tannengrün und Weihnachtslieder. Bevor der Adventstrubel los geht, stelle ich noch schnell das Marzipan her, es hält sich sehr lange (aber Achtung: der Duft bei der Zubereitung lockt immer kleine Helfer an!). Am liebsten mag ich Honigmarzipan. Das ist nicht ganz so süß, wie normales Marzipan, und hat ein feines Aroma. Noch von unserem Besuch beim Imker, haben wir einige Töpfchen Honig übrig, ein Stück vom Frühling, den die Bienen gesammelt und konserviert haben.

Man braucht:

100 gr Mandeln (mit Haut)

50 gr Honig (alternativ vegan mit Kokosblütensirup)

1 TL Rosenwasser (gibt es in der Apotheke)

3 Tropfen Bittermandelaroma

So geht´s:

Die Mandeln mit heißem Wasser übergießen und dann die braune Haut abpellen. Man kann auch direkt weiße Mandeln kaufen, allerdings habe ich (bis jetzt) noch keine in guter Qualität gefunden. Die Mandeln mit dem Mixer oder Pürierstab fein hacken, ab und zu auflockern und so lange weitermachen bis es eine Mandelmasse ergibt. Dann Honig, Rosenwasser und Bittermandelaroma dazu geben und so lange verkneten, bis die Masse geschmeidig ist. Die Masse zu einer Rolle oder einem Rechteck formen und gegebenenfalls weiterverarbeiten.

*Hat man nicht das Equipment oder einfach nicht so viel Zeit, kann man auch bereits gemahlene Mandeln nehmen. Die sind in der Regel etwas trockener, daher braucht man eventuell etwas mehr (Rosen-)Wasser.

Marzipankartoffeln

Aus der herrlich duftenden Honigmarzipanmasse mache ich Marzipankartoffeln oder wie die Kinder sagen: Rentiernasen! Die bringt Rudi, unser Adventswichtel mit (bei ihm zu Hause ist das eine Delikatesse ;-)). Dazu formt man kleine Kugeln aus der Masse und wälzt sie in einem Gemisch aus Kakao und Puderzucker (1:2). Nett verpackt, machen sie sich aber auch prima als adventliche Aufmerksamkeit für Freunde und Bekannte.

Den Rest des Marzipans verbrauchen wir dann in der Weihnachtsbäckerei, für Bethmännchen, oder ummanteln kleine Marzipanstücke mit flüssiger Schokolade (so lecker!).

Ich wünsche Euch einen schönen Mittwoch!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 


Advent mit Rudi

IMG_1489 (2)

Am letzten Wochenende waren wir auf dem Martinimarkt der Waldorfschule, mit seinem wunderbar geschmückten Ständen, den vielen, kleinen Seelendingen, die dort verkauft werden und dem leckeren Essen. Am schönsten finden wir aber jedes Jahr das Kerzenziehen, das dort angeboten wird. Fast andächtig wandern die Kinder, in dem mit Herbstlaub und Ästen geschmückten Raum von Wachstopf zu Wachstopf, und tunken die Dochte immer wieder hinein, um sie dann wieder antrocknen zu lassen. Die Kerzen, die die Kinder wenn sie fertig sind voller Stolz verpacken, sind krumm und schief und auch nicht ebenmäßig dick, aber es sind mit Abstand die schönsten Kerzen, die ich kenne, denn sie sind mit so viel Hingabe gemacht.

Kerzenziehen

Mit dem Martinimarkt, dem Duft der Bienenwachskerzen, den ersten Lichkterketten in den Bäumen unserer Straße und dem ersten Frost kam auch die Frage wieder, wann denn endlich der Advent anfängt. Und noch viel wichtiger: ob Rudi dieses Jahr wieder kommt!

Rudi, das ist unser Weihnachtswichtel, der die Adventszeit bei uns verbringt. Bewegen kann er sich nur nachts, wenn alle schlafen. Dann wandert er durch Haus, macht Schabernack und denkt sich Aufgaben und kleine Rätsel aus. Am Morgen gilt es dann zu allererst Rudi zu finden, denn er hat auch das Adventsäckchen für den Tag oder gibt einen Hinweis darauf. Letztes Jahr war Rudi das erste Mal bei uns und hat nicht nur den Kindern viel Freude bereitet, sondern auch mir. Einfach durch die Vorfreude auf die strahlenden Gesichter, die Heimlichkeiten, den Zauber, an den nur Kinder glauben, und das Ausdenken der vielen kleinen Geschichten.

 

Ja, er wird dieses Jahr wieder kommen. Und so sitze ich nun hier, bei der wundervollen Musik von Josh Garrels Album „The Light Came Down“ (kennt Ihr das schon? — unbezahlte, unbeauftrage Werbung) und denke mir für jeden Tag des Advents Dinge aus, die diese Zeit bis Weihnachten bedeutsam machen. Das ist übrigens nicht so viel Arbeit, wie es sich annhört. Ganz im Gegenteil. Wenn ich mir vorstelle, vier Adventskalender mit 96 (!) kleinen (vielleicht völlig überflüssigen) Kleinigkeiten füllen zu müssen, bekomme ich ein klein wenig Schnappatmung. Mit dem Adventswichtel zusammen bekommen die Kinder mal eine gemeinsame Aktion geschenkt (Plätzchen backen, Kerzen rollen, Wunschzettel schreiben, Geld für einen guten Zweck sammeln und spenden, Lebkuchenhaus verzieren, Weihnachtsgrüße verschicken, Bratäpfel essen, Weihnachtslieder üben, Weihnachtsgeschenke basteln, Lagerfeuer machen, Tannenbaum schlagen und schmücken, Lucia-Walnusskerzen gießen, Barbara-Zweige schneiden), mal ein Ausflug (zum Weihnachtsmarkt, Schlittschuh laufen, in den Wildpark), mal eine Geschichten-, oder Filmabend, mal ein Stück Schokolade oder Marzipan.  Und wenn ich merke, dass es mir alles zu viel wird, dass ich zu viele Dinge in die Adventszeit rein packen möchte, dass es in Stress ausartet und der Zauber dadurch verloren geht, dann tausche ich einfach eine Aktion schnell gegen eine Zaubernuss (das sind goldene, ausgehöhlte Nüsse, die ein Rätsel enthalten) oder gegen ein Stück Lebkuchen aus – Rudi ist da zum Glück sehr flexibel ;-). Ich glaube, es ist wichtig, durch diese wunderbare Zeit, in der wir die Ankunft des Lichts erwarten, nicht zu hasten, sondern hin und wieder einfach nur innezuhalten und zu genießen. Den Duft von Tannenzweigen, das sanfte Licht der Kerzen, den Geschmack von Weihnachtsgebäck, der Klang der Musik und vor allem: die Familie, die Gemeinschaft.

IMG_7891

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Wochenende in Bildern.


Sankt Martin

Laterne

(Der Beitrag enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung)

Bei uns hat die Martinswoche begonnen und damit eine wunderbare Zeit, denn wir alle mögen die stimmungsvollen Tage um den Sankt Martinstag sehr. Die Natur zieht sich zurück, die bunten Blätter fallen zu Boden, das Licht schwindet. Wie beglückend ist es jetzt ein Licht in dunkler Nacht vor sich zu tragen, unter Gesang und Stille, durch die Straßen und über die Felder.

Laternen. Die Laternen werden bei uns bereits im Kindergarten und in der Schule gebastelt. Eine schöne und einfache Laterne, auch für Zuhause, ist die „Waldorf-Laterne“. Die Kinder malen mit Aquarellfarben auf rechteckiges (Aquarell-) Papier, das nach dem Trocknen mit ein wenig Öl (z.B. Babyöl) eingerieben und in „Käseschachteln“ eingeklebt wird. Mit Draht wird die Laterne dann an einen Stock befestigt. Möchte man auf die Käseschachteln verzichten, kann man mit der gleichen Technik auch eine Faltlaterne basteln. Eine anderes Modell ist die runde Laterne (ähnlich wie diese hier), die mit Hilfe eines Luftballons und Kleister hergestellt wird. Verziert mit Herbstlaub oder Sternen, wird sie ebenfalls mit Draht an einem Stock befestigt. Wir nehmen immer echte Kerzen, um die Laternen zu illuminieren. Dadurch leuchten die Laternen wunderbar warm und die Kinder gehen viel achtsamer mit ihnen um.

Weckmänner

Gebäck. Hier, in meiner Heimat, bekommt jedes Kind zu Sankt Martin einen Weckmann. Und der (warum auch immer), trägt immer eine Pfeife aus Ton. Mittlerweile haben wir eine ganz stattliche Tonpfeifensammlung, so dass wir gleich an mehreren Tagen Weckmänner backen und die Pfeifen immer wieder benutzen können. Ein Rezept für die Weckmänner findet ihr hier.

Es muss ja keine echte Gans zu Sankt Martin sein (ganz im Gegenteil) – diese Martinsgänse von Tanja retten (Gänse-)Leben und schmecken bestimmt total lecker!

Liedertext

Lieder. Es gibt richtig viele schöne Sankt Martins-, und Laternenlieder (hier im Rheinland sogar auf Kölsch). Neu entdeckt habe ich Eveline auf Youtube, die Herbstlieder wunderschön singt (auf deutsch, englisch und niederländisch). Bisher findet man sechs Lieder bei ihr – hoffentlich werden es noch mehr!

IMG_9896

Die Legende. Die Legende, des römischen Soldaten Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilt, steht (neben dem Laternenlicht) im Mittelpunkt des Festes. Bei uns zu Hause stehen bereits seit einigen Tagen die beiden Protagonisten in Holz auf dem Jahreszeitentisch, zusammen mit diesem kleinen Martinsbüchlein. Beim, oder nach dem Lesen, spielen die Kinder immer gerne die Mantelszene mit den Figuren nach und verinnerlichen so das, was dieses Fest uns an Geisteshaltung mitgeben soll.

Helfen und Teilen. Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

 

Ich wünsche Euch ein schönes Sankt Martins-, oder Laternenfest.

Liebe Grüße ♥

Leni


Letzte Vorbereitungen für Halloween

Kürbislaterne

Wie jedes Jahr, haben wir auch dieses Jahr wieder alle zusammen ein kleines Kürbishaus gestaltet. Jetzt, wo nach der Zeitumstellung die Dunkelheit früher in den Tag hereinbricht, steht er, illuminiert von einem Teelicht, draußen vor dem Fenster. So heimelig.

Wichtelhaus

Meinen beiden großen Kinder sind morgen zu Halloweenpartys eingeladen, aber ich hoffe doch sehr, dass danach noch ein bißchen Zeit für unser kleines Samhainfest bleibt.

Um die Beutel für die Partygeschenke der Feierlichkeit anzupassen (wir verpacken ja nicht so gerne in Geschenkpapier), haben wir einfach ein paar Jack O´Laterns auf die Beutel gestempelt.

Kürbisstempel

Das ging ganz einfach – als Stempel haben wir einen halben Apfel genommen, den wir mit dem Messer Augen, Nase und das gruseligen Grinsen eingeschnitzt haben. Danach haben wir mit Stofffarbe erst in Orange den Kürbis gedruckt, und dann später mit brauner Farbe noch freihändig den Stiel aufgemalt. Nach dem Bügeln ist die Farbe fixiert und jetzt sind die Beutel fertig für ihren Einsatz morgen.

Und natürlich darf das Original nicht fehlen. Was wäre Halloween ohne die Kürbislaterne?!

Jackolatern

Ich wünsche Euch ein gruseliges Halloween und einen magischen Samhain!

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥ Creadienstag


Wir feiern Erntedank

DahlienundKastanien2

Ich glaube, wenn man Obst und Gemüse (wenn auch nur im Kleinen) selber anbaut, bekommt man erst ein Gefühl dafür, wie wunderbar das Zusammenspiel von Sonne und Regen, Erde und Pflanzen, Nützlingen und Schädlingen funktioniert, und wie abhängig der Mensch doch eigentlich davon ist, dass sich alles so gut zusammenfügt. Wenn man einen feinen, kleinen Samen im Frühjahr in die Erde brachte, hegte und pflegte bis eine stattliche Pflanze daraus wuchs, und im Spätsommer dann die wortwörtlichen Früchte der ganzen Arbeit genießen durfte, wird man tatsächlich ein wenig demütig. Und vor allem dankbar. Für den Reichtum der uns umgibt. Für die Sorglosigkeit. Sicher, selbst durch Ernteausfälle ist unsere Existenz hier nicht wirklich bedroht, und die Supermarktregale sind täglich voll mit allen möglichen Nahrungsmitteln. Daher mag das Erntedankfest für viele Menschen vielleicht die Bedeutung verloren haben. Für uns aber stand das vergangene Wochenende fest im Zeichen von Erntedank.

Quittentransport

Romanesco

Trauben

Am den Tagen vorher, haben wir die Quitten (so viele Früchte hatten wir noch nie am Baum) und Trauben, die noch verbliebenen Kürbisse und Kohlköpfe gepflückt und geerntet, die letzten Dahlien vom Selberpflück-Feld geschnitten und sind noch einmal über die Wiesen gezogen, um Kastanien und Nüsse zu sammeln (egal wieviel Körbe voll Kastanien wir schon zu Hause haben, an diesen glänzenden Handschmeichlern können wir einfach nicht vorbei gehen).

Oktobermagie

Am Samstag waren wir dann noch auf dem Herbstmarkt von Schloss Dyck. Meine Schwiegermutter wohnt ganz in der Nähe, weshalb wir, wann immer wie bei ihr zur Besuch sind, einmal durch den Schlosspark spazieren und zu diesem Zweck eine Dauerkarte besitzen. Jetzt im Herbst bildet das bunte Laub der vielen verschiedenen Bäume eine traumhafte Kulisse für den Markt.

Kürbisse

Während wir das Herbstfest Michaeli im kleinen, familiären Rahmen und mehr für uns zelebrieren, feiern wir das zweite Herbstfest, Erntedank, mit Freunden, der Gemeinde und dem ganzen Dorf.  Die Kinder bringen ihre Körbchen mit Herbst- und Ernteschätzen mit, die später zusammen um den Altar herum drapiert werden, die Blaskapelle spielt „Alle Guten Gaben“ und nach dem Gottesdienst sitzen alle noch bei Apfel- und Pflaumenkuchen beieinander, während die Kinder nach dem größten Kürbis und der größten Zucchini suchen.

Dankbarkeit, für das was uns die Natur schenkt oder (wenn man es von der christlichen Seite her sieht) für die Gaben, die von Gott kommen. Das ist der Gedanke von Erntedank, dem Fest, das schon in der vorchristlichen Zeit gefeiert wurde. Und diesen Gedanken tragen wir in der Spätsommer-, und Herbstzeit, in der wir entweder selber Obst und Gemüse, Nüsse und Pilze geerntet und gesammelt haben oder einfach die Vielfalt an Nahrungsmittel sehen und schmecken dürfen, mit uns im Herzen.

 

Liebe Grüße

Leni

 

Verlinkt mit ♥

Wochenende in Bildern

 

 

 

 


Hallo Oktober!

Oktober

Wenn das Jahr ein Musikstück wäre, wäre der September das Crescendo, das allmähliche Lauterwerden der Musik. Die ersten Blätter verfärben sich, das satte Grün des Frühlings und des Sommers weicht den Farben des Herbstes. Der Oktober aber ist der Höhepunkt des Stückes, laut, bunt und wild. Manche Bäume sehen aus als stünden sie in Flammen – so spektakulär ist ihr Laubwerk in rot, orange und gelb. Ebenso leuchten uns die Hagebutten, Vogelbeeren und Schlehen und Sanddorn entgegen. Die Herbstwinde rütteln an den Bäumen, lassen die Blätter wild durch Luft wehen und schmücken die Wege mit einem raschelnden Blätterteppich. Die Natur zündet ein letztes Feuerwerk ab, bevor im November die Töne wieder ruhiger werden.

Die kalten Temperaturen in der Nacht mahnen uns, dass der Winter naht. Wir machen es uns mit Kerzen und Decken gemütlich. Die milden Temperaturen am Tag schicken uns raus in die Natur. Vor allem in den Wald. Aber der Oktober hat noch so viel mehr zu bieten.

Wir freuen uns auf:

  • das Erntedankfest! Während Michaeli das Herbstfest ist, welches wir nur für uns in der Familie zelebrieren, feiern wir Entedank mit der Gemeinde und sogar dem ganzen Dorf.
  • den Tag der deutschen Einheit.
  • Kerzenlicht und Gemütlichkeit. Stricken und Lesen. Tee und Kakao.
  • Herbstmärkte. Schlösser, Parks und hübsche Altstädte bieten oft die Kulisse für Kunst-, Handwerks-, und Gartenmärkte im Herbst.
  • Herbstferien!
  • Kürbissuppe. In allen Variationen. Mal asiatisch angehaucht, mal scharf, mal pur.
  • Pilze. Hoffentlich. Endlich.
  • den Frühling. Denn jetzt kommen noch schnell die Zwiebeln der Frühlingsblüher in den Boden (wenn sie denn dort nicht schon sind).
  • Spaziergänge im Wald mit Blättergeraschel unter den Füßen.
  • Herbstschätze.
  • Astern und Dahlien.
  • Laubhaufenspringen.
  • auf das Knoblauchstecken. Für eine frühe und gute Knoblauch-Ernte im nächsten Jahr.
  • Unser kleines Kürbishaus.
  • Halloween/Samhain! Die gruseligste Nacht im Jahr. Wie und warum wir sie feiern, steht hier.

 

 

 

Ich wünsche Euch einen magischen Oktober!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit Der Zitronenfalterin/Oktobermotto


Wie wir Michaeli feiern

Michaeli4

Mit der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche beginnt für uns die Michaeli-Woche. Jetzt kommen neben den Herbstschätzen auch der Drache und der Ritter Georg auf den Jahreszeitentisch und die Kinder basteln sich Schwerter aus Holzbrettern oder Stöcken. Das Michaelsfest haben wir erst im Waldorfkindergarten kennengelernt und dann, einfach weil unsere Kinder es immer so toll fanden, nach der Kindergartenzeit der Schulkinder (sie gehen ja leider nicht auf eine Waldorfschule) mit in unser Familienjahr übernommen.

Michaelischwert3

Michaeli (29.9.) gehört neben Sankt Martin (11.11.) und Sankt Nikolaus (06.12.) zu den drei Festen, die bildhaft dazu beitragen sollen, uns auf Weihnachten vorzubereiten. Der Erzengel Michael ist es, der in der biblischen Darstellung den Teufel in Gestalt eines Drachens im Himmelreich besiegt. Der Legende nach besiegt der Ritter Georg hingegen einen Drachen auf der Erde und befreit damit eine Königstochter, die geopfert werden sollte. Beide Gestalten stehen bildhaft für Mut, Tapferkeit und Willenskraft, die sich gegen das Böse richtet. Mit dem Schwinden des Lichts und der Wärme (die Tag-und Nacht-Gleiche), schwinden auch die Lebenskräfte der Natur. Alle Zeichen stehen auf Rückzug, Vergänglichkeit und Ruhe und Abschied von der Fülle und der Leichtigkeit des Sommers. Mit der Herbstzeit beginnt die innere Einkehr, die Suche nach unserem inneren Licht (das an Weihnachten wiedergeboren wird). Wir kämpfen gegen die Schwere, die die Dunkelheit und Kälte mit sich bringt. Das Michaelsfest erinnert uns daran stark und mutig zu sein, unsere guten Kräfte zu wecken, uns unseren Aufgaben zu stellen und uns der Wahrheit verpflichtet zu fühlen.

michaelischwert1

Für die Kinder (besonders für meine Jungs) ist die Geschichte des Ritters Georg, der mutig mit seinem Schwert einen Drachen besiegt, natürlich sehr ansprechend. Wir lesen in dieser Woche meistens am Abend ein Märchen, eine Geschichte oder Sage rund um Ritter und /oder Drachen wie „Die Königstochter in der Flammenburg“ oder auch die „Siegfried“-Sage (ein wenig entschärft). Und manchmal erzählen sie sich selbst kleine Geschichten, die da dann von Jedi handeln (an Star Wars kommt anscheinend keiner vorbei), die gegen das Böse kämpfen. Aber auch mich, muss ich sagen, bestärken die Geschichten rund um Sankt Michael darin, mich gegen das zu stellen, was auf der Welt und um uns herum passiert. Lügen, Zerstörung, Gewalt und den unstillbaren Konsum.

Wenn es das Wetter (und der Terminkalender) zu lässt, gehen wir Drachen steigen lassen. Wir haben die Flugdrachen tatsächlich in Drachenform, so werden die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes zu Drachenbändigern 😉 .

Drachensteigenlassen1

Unser Waffenarsenal, was Holzschwerter, Lanzen, Schilde und Bögen betrifft, ist nach den all den Jahren beträchtlich; dennoch macht es den Jungs immer noch Spaß neue Schwerter und Lanzen zu basteln, zu schnitzen und zu sägen. Und es ist so schön zu sehen, wie stolz sie sind, wenn sie dann ihr eigenes (oft noch recht krumm und schiefes) Schwert tragen. Auch eine kleine Mutprobe gehört zu Michaeli dazu. Mal ist es ein Sprung vom Baum auf Kissen und Laub, mal ein Kampf gegen den schwarzen Ritter (mein Mann).

Michaeli2

Das eigentliche „Fest“ ist das Abendessen, welches wir meistens am Samstag oder Sonntag um den 29. September herum gemeinsam zubereiten. Dafür backen wir ein Brot in Form eines Drachens (manchmal braucht man ein wenig Fantasie, um ihn zu erkennen), der mit Cashewkernen als Klauen und Mandel als Rückenschuppen bestückt wird. Dazu gibt es Drachenblutsuppe – eine einfache Tomatensuppe aus den letzten, aromatischenTomaten aus unseren Garten (oder gekauften Tomaten, wenn der Frost früher kam als gedacht). Schwierig ist es dann nur noch zu entscheiden oder zu losen, wer den (Brot-) Drachen dann als Erster anschneiden darf.

Michaeli

Feiert Ihr Michaeli? Und wenn ja, wie?

Ich wünsche Euch weiterhin wunderbare Herbsttage!

Liebe Grüße ♥

Leni