5 Dinge zum Osterfest

IMG_1370

Das große Frühlingsfest steht vor der Tür – Zeit die letzten Vorbereitungen zu treffen und sich auf das Fest einzustimmen.

zicklein

1. Was bedeutet uns Ostern?

Wenn ich an Ostern denke, kommen mir direkt ein paar Kindheitserinnerungen in den Sinn. Und ich muss an den Super 8- Film von mir als Kleinkind denken, den mein Vater nur zu gerne in meiner Jugend zeigte. Wie ich mich (ungefähr zweijährig) über jedes gefundene Ostereier mächtig freue, es in mein Körbchen lege und so schwungvoll weiter gehe, dass die gesammelten Eier hinten wieder aus meinem Körbchen kullern. Was ich aber nicht bemerke. Und so freue ich mich über die vermeintlich neue Eier. Ja, Ostern ist ein tolles, magisches Fest (ein Hase der Eier versteckt, hallo?!).  Ich finde es eigentlich immer schade, wenn ich von Familien höre, die mit dem Osterfest so gar nichts anfangen können. Oder umgekehrt, es auf eine kommerzielle Art feiern, ohne echte Bedeutung für sich. Dabei kann Ostern uns im Jahreskreis so viel Kraft und Sinn geben – aber nur wenn wir auch mit unserer geistigen Haltung dahinter stehen.

Während in den meistern Sprachen die Bezeichnung für das große Frühlingsfest an das hebräische Pessachfest angelehnt ist, ist die etymologische Herkunft von „Ostern“ wohl der altgrieschische Name der (göttlichen) Morgenröte oder vielleicht auch die germanische Frühlingsgöttin Ostara. Letztere wird übrigens mit einem Hasen auf ihrem Arm dargestellt, das Symbol der Fruchtbarkeit. Unumstritten hingegen ist, das unsere Osterbräuche heidnische Wurzeln haben, die wiederum ihrerseits die Bilder in den gerade vorherrschenden Naturgegebenheiten widerspiegeln. So ist auch die christliche Umdeutung der heidnischen Frühlingsfeste in die Auferstehung Jesus Christus zu verstehen: er hat den Tod überwunden, so wie im Frühling die scheinbar tote Samen und ruhenden Bäume und Pflanzen zu neuem Leben erwachen.
Wir können jetzt in der Natur beobachten, wie die Vögel ihre Nester vorbereiten, wie die neu geborenen Lämmchen und Zicklein auf den Weiden um ihre Mütter herumspringen und die Kröten sich auf die Wanderung begeben. Die Knospen der Bäume öffnen sich und unter dem toten Laub des Waldes streckt sich neues Leben empor. Wenn wir in der Natur nach solchen Frühlingsboten Ausschau halten, helfen diese Bilder den Kindern, und auch uns Erwachsene, das Fest und seine Symbole, seine Metaphern zu verstehen, und die geistige Haltung dahinter für uns selber einzunehmen.

Die sich zeigende und auf das Neue entfachte Lebenskraft, das Wiederaustreiben des vermeintlich Toten, die Fruchtbarkeit, der Beginn des immer wiederkehrenden Kreislaufs – wenn ich nicht den Glauben an die christliche Auferstehungsgeschichte teile, so kann mir vielleicht die jahreszeitliche Spiritualität, der Einklang mit der Mutter Erde, Grund zum Feiern geben.

IMG_3611

2. Ostereier

Fast jedes Volk hat andere Vorstellungen von der Entstehung der Welt entwickelt. Das Ei als Urbild des Lebens zwischen Himmel und Erde, ist Teil vieler Schöpfungsmythen, und  an Ostern, gilt ihm unsere ganze Bewunderung.

Schmuckvoll verziert, jedes Ei als kleines Kunstwerk, so kennt man zum Beispiel die sorbisches Eier. Aber auch die alten Ägypter (davon geht man heute aus), haben schon gefärbte Eier als Grabbeigabe gespendet.

gefärbteeier

Neben den ausgeblasenen Eiern, die meine Kinder auf ganz unterschiedliche Art und Weise verzieren, und die ich jedes Jahr aufhebe, färbe ich die gekochten Eier am liebsten mit natürlichen Farben. Für blaue Eier nehme ich Rotkohl, Kurkuma für gelbe, und rote Beete für rötliche Eier. Auf 1 1/2 Liter Wasser kommen 1/4 vom Rotkohlkopf, zwei kleine Beete oder 1 EL Kurkuma, zusammen mit einem Schuß Essig. Ich reibe die Eier außerdem auch mit Essig ab, bevor ich sie im Färbebad aufkoche und langsam wieder abkühlen lasse. Die intensivste Farbwirkung bekommt man, wenn man die Eier über Stunden (vielleicht sogar über Nacht) im Sud ziehen lässt.

eierfärben

3. Osterhase

Der Hase steht natürlich auch für Fruchtbarkeit und bringt, sowie versteckt die bunten Ostereier im Garten. Besonders gerne mag ich „das Ostermärchen“ von Christian Morgenstern, das nicht nur die Geschichte des Osterhasen erzählt, sondern auch die des (heidnischen) Osterfestes.

Erinnert Ihr Euch noch an die Knospenmäntelchen der Magnolien, die ich gefunden hatte? Sie sahen ja schon aus wie kleine, flauschige Hasenohren, da lag es nahe, sie auch als solche zu verwenden. Zusammen mit zwei unterschiedlich großen Holzkugeln und einem Stück Band ist der Hase dann auch perfekt für den Osterstrauch.

hasenöhrchenfertig

4. Ostergras

Das Samenkorn, das beerdigt und zur Ruhe gebettet wird und dadurch zum Leben erwacht –  das ist die starke Symbolik, die hinter der Tradition des Ostergrases steckt. Besonders schön finde ich aber den Jahreszeitenbogen, den wir durch das Getreide über das Jahr hinweg spannen. Vom Samenkorn, das vom Herbst über den Winter ruht,  zur Pflanze im Frühjahr und Sommer, von der reifen Ähre im Spätsommer zum Mehl im Herbst und schlussendlich zum Brot. Damit der Zusammenhang den Kindern begreiflich wird, pflanzen wir den Osterweizen nach Ostern in den Garten und lassen ihn Getreideähren bilden.

 

5.  Osterfeuer

Bei (fast) jedem germanisch-heidnischen Fest oder den Festen alter Kulturen spielt das Feuer eine große Rolle. Als Huldigung der Sonne, Reinigung, Vertreibung des Bösen oder Begrüßung bzw. Verabschiedung einer Jahreszeit. Das christliche Osterfeuer entstammt den heidnischen Frühlingsfeuern, die als Begrüßung der erstarkenden Frühlingssonne angezündet wurden.

Ich mag die Tradition des Osterfeuers, zu dem wir jedes Jahr zu Freunden eingeladen sind. Wenn alle schweigend in das gerade entfachte Feuer schauen, die Wärme des Feuers der kalten Frühlingsnächte trotzt und selbst die Kinder für einige Momente einfach nur innehalten und staunen.

IMG_9743

Wie feiert ihr das große Frühlingsfest?

Ich wünsche Euch frohe Ostern und sonnige Frühlingstage!

Liebe Grüße ♥

Leni

 


Hallo April!

IMG_2041

Der April ist mein persönlicher Wonnemonat. Alles blüht und summt, zwitschert und duftet. Er ist ein Monat für alle Sinne. Und während im März die Farben Grün und Gelb dominierten, ist der April einfach nur eins: bunt. Tulpen in allen Farben, weiße und rosafarbene Obstbaumblüten, lila Flieder, blaue Traubenhyazinthen. Jetzt beginnt ein wahres Blütenfeuerwerk. Phänologisch betrachtet befinden wir uns im April übrigens im Vollfrühling. Ein perfektes Wort für diese Zeit, oder?! Und dieses Jahr ist der April wieder in Feierlaune: er darf Ostern ausrichten (und meinen Geburtstag).

Wir freuen uns im April auf:

* Ostern. Das Fest des Frühlings.

* Kräuter. Sauerampfer, Waldmeister, Giersch und so viele mehr. Ganz frisch aus dem Garten und der Natur. Und wer sich bei den Wildkräutern noch unsicher ist: jetzt werden wieder viele Kräuterwanderungen angeboten!

* die Launen des Aprils. Denn das wechselhafte Wetter lässt alles in Beet und Garten noch besser sprießen.

* ein Picknick auf einer Löwenzahnwiese. Oder im Wald bei den Buschwindröschen. Oder vielleicht doch lieber unter einem blühenden Apfelbaum?

* Sommerschuhe. Die Winterstiefel dürfen jetzt wieder in den Keller.

* Oster- und Frühlingsmärkte. Hier gibt es Einzigartiges von Kleinkunsthandwerkern und Gärtnern in fröhlicher Atmosphäre.

* die ersten Radieschen und Salate aus dem Garten. Außerdem kommen jetzt (bei uns) die Kartoffeln in die Erde.

* den ersten Spargel. So lecker!

* die Osterferien. Zeit, um den April zu genießen.

* auf Vogelgezwitscher. Alle Vögel sind jetzt wieder da, sagt ein schönes Frühlingslied. Und in den ersten Morgenstunden, wenn es draußen ansonsten noch ruhig ist, hört man sie am lautesten singen.

* Flieder. Am Ende des Monats öffnet er bereits seine Blüten. So ein betörender Duft.

* Rharbarber. Für Kompott, Kuchen und leckere Schorlen.

* die Walpurgisnacht!

Ich wünsche Euch einen bezaubernden April!

Liebe Grüße ♥

Leni


Mandarinenkisten-Garten

Mandarinenkistengarten

Eine kleine Tradition bei uns im Februar ist der Mini-Garten, den die Jungs jedes Jahr neu anlegen. Mal in einer alten Keksdose, mal in einer Mandarinenkiste, was eben gerade zur Hand ist. Die Mandarinenkisten (die ich ganz oft behalte, weil ich immer denke, dass man mit denen bestimmt noch irgendwas anfangen kann), muss man vorher noch mit ein wenig Folie auskleiden, damit durch die Ritzen weder Erde noch Wasser kommt. Und dann kann es losgehen. Ob Bauernfelder, Hühnerauslauf oder Schrebergarten – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, genauso wenig wie der Auswahl an Samen. Vielleicht ein paar Sonnenblumensamen, die vom Vogelfutter übrig sind, Kresse, Bohnen- oder Zitronenkerne, Getreide oder Blumensamen?

minigartenwp

Tag um Tag verändert sich der Garten, von ordentlich gepflegt zu ziemlich verwildert, er will gewässert und gepflegt werden – bis er dann so verfilzt ist, dass wir ihn auflösen müssen. Die Kresse kommt aufs Brot, die Bohnen (hier: dicke Bohnen, die schon früh raus dürfen) ins Beet, das Getreidegras zu den Hühnern und die Sonnenblumen (die man übrigens als Sprossen auch essen kann) dürfen in Töpfen weiterwachsen.

Und was drinnen im Kleinen so viel Spaß gemacht, geht jetzt im März auch draußen weiter: die Winterschläfer haben (zumindest bei uns – ich habe vor ein paar Tagen abends einen Dachs durch unsere Straße laufen sehen) schon ihr Quartier verlassen und das bedeutet, dass wir jetzt im Garten aufräumen und die Beete neu anlegen können!

 

Liebe Grüße ♥

Leni


Hallo März!

IMG_8108

Der März holt das zurück, was der Winter durch Kälte und Dunkelheit zurückgehalten hat: neues Leben erwacht. Der Garten kommt zur neuer Farbe durch Krokusse, Forsythien, Traubenhyazinthen und vielen anderen Frühjahrsblühern, die Tiere kommen aus ihren Winterquartieren und die Vögel erfreuen uns wieder mit morgendlichem Gezwitscher. Mancher Anblick schien fast vergessen nach einem ganzen Jahr. Die Tür zum Garten steht bei uns jetzt tagsüber wieder offen, die frische Luft ist berauschend, und die Kinder verlegen ihren Spielplatz jetzt immer öfter von drinnen nach draußen. Die dicken Winterjacken kommen zurück in den Kleiderschrank. Alles fühlt sich jetzt leichter an. Auch in der Küche. Vergessen sind die kräftigen Wintersuppen, die uns so schön von innen gewärmt haben. Wir lieben jetzt das frische Grün der Kräuter.

Der März steht für Erneuerung. Nicht nur in der Natur. Auch in der Familie. Manchmal sind es nur kleine, banalen Dingen die erneuert werden müssen, wie die Bücher im Regal (tschüß Winterbücher und hallo Frühlingsbücher) oder das Morgenritual, das im März schon mit Sonnenlicht beginnen kann. Manchmal sind es aber große Pläne, Entscheidungen und Vorhaben, die sich mit dem Schwung des Frühlings erst ergeben.

Der März hat viele Gesichter. Einmal gibt er sanft preis, was in der Erde und in den Bäumen geschlummert hat, schenkt uns die ersten warmen Tage und mehr Licht. Seine Farben sind gelb und grün. Gelb wie die Forythien, Schlüsselblumen, Huflattich, die Narzissen und die frisch geschlüpften Hühnerküken und grün wie das frische Gras und Kraut. Aber dann kann der März auch toben, stürmen, kalt und nass sein. „Märzbiesen“, so heißen bei uns die kalten, windigen Regenschauer, die zwar nur von kurzer Dauer sind, aber Dich trotzdem bis auf die Haut nass machen können und oft auch mit Graupel daherkommen. Aber ob Frost oder Schneeflocken: ER ist nicht aufzuhalten. Der Frühling kommt – und zwar im März!

 

Wir freuen uns im März auf:

  • die restlichen Karnevalstage! Der März beginnt mit närrischen Treiben.
  • die ersten Kräuter und besonders auf den Bärlauch. Bärlauchquark und Kräuterbutter. Es lohnt sich jetzt außerdem auf Wildkräuterwanderung zu gehen!
  • die Frühlingsblumen. Krokusse, Anemonen, Narzissen, Forsythien, Schlüsselblumen uns so viele mehr.
  •  Spaziergänge im Wald. Jetzt kann man die Bäume glucksen hören. Wirklich. Wenn man sein Ohr (oder ein Stethoskop) an den Baumstamm legt, hört man jetzt ein Rauschen und Glucksen. Das sind die Baumsäfte. Einfach mal ausprobieren!
  •  den Frühjahrsputz. Zeit sich von unnötigen Dingen zu befreien und das Sonnenlicht mit sauberen Fenstern zu begrüßen.
  •  die Aussaat von Salat, Kohlrabi, Spinat, Radieschen und Möhren.
  •  das Verstauen der Winterjacken, Mützen und Handschuhe.
  •  die Rückkehr der Zugvögel. Und die Vogelkonzerte am Morgen.
  •  den Garten. Die frische Luft. Das erste Grün.
  •  die Vorbereitungen für Ostern (auch wenn das Osterfest erst im April ist): das Säen des Ostergrases, das Auspusten der Eier, das Basteln der Deko.
  •  die Rückkehr unserer Lieblings-Frühjahrsbücher ins Bücherregal.
  •  Fahrrad fahren. Mit Sonne im Gesicht, den Duft von Frühlingsblumen in der Nase. Herrlich!

 

Ich wünsche Euch einen wunderbaren März!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit dem Freutag.

 

 


6 Dinge

Februar

6 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1. Die ersten Schneeglöckchen. Denn sie kündigen (nach dem phänologischen Kalender) den Vorfrühling! Vor-Frühling! Da steckt schon Frühling drin ;-)!

IMG_7996

2. Ein zauberhafter Kinofilm (enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung). Alle zusammen haben wir uns am Wochenende einen Ausflug in den Norden Finnlands gemacht – so haben wir uns zumindest gefühlt, denn bei dem Film „Ailos Reise“ kommt man den Rentieren unglaublich nah und fängt bei den malerischen Schneelandschaften tatsächlich an zu frösteln, so eindrucksvoll sind die Bilder. Wir mussten ein wenig suchen, um den Film sehen zu können; er läuft wohl nur in ausgewählten Kinos. Aber wenn Ihr die Möglichkeit habt ihn zu sehen – unbedingt machen!

reiniger

3. Frühlingsputz. Das (Vor-)Frühlingslicht bringt es an den Tag: die Zimmer und Fenster haben dringend eine gründliche Reinigung nötig. Das nötige Reinigungsmittel habe ich schon angesetzt: aus (Weißwein-)Essig, Orangenschalen und Rosmarin lässt sich ein wirklich wirkungsvoller und umwelt- wie kinderverträglicher Reiniger herstellen (der auch noch toll duftet).

Hände

4. Mit Kindern philosophieren. Kinder fragen ja Non-Stop am Tag. Also meine Kinder zumindest. Manchmal sind hochphilosophische Fragen in der Monatgsmorgenhektik, manchmal sind es Fragen, die ich schon gefühlt hundert Mal beantwortet habe, und manchmal erwischen mich Fragen völlig unerwartet und unvorbereitet, so dass ich über eine Antwort erst einmal nachdenken bzw. nachschlagen muss. Eine naturwissenschaftlich korrekte Antwort ist aber (bei Kindergartenkindern und I-Dötzchen) gar nicht nötig, habe ich gerade erst gelesen. Kinder würden durch Fragen versuchen ihren Platz in der Welt zu finden und Zusammenhänge zu verstehen. Und deshalb dürfe die Antwort gerne eine Einladung an das Kind sein, selbst ein wenig zu philosophieren. Weil dafür im Alltag aber oft wenig Zeit bleibt, hatte ich mir vorgenommen, die Fragen einfach zu notieren und abends oder am Wochenende eine kleine Philosophenrunde einzuführen. Gesagt, getan. Die Themen am Sonntagabend: Warum ertrinken Fische nicht? Und warum fressen manche Tiere Fleisch und andere nicht? Jedes Kind durfte erzählen, was es darüber dachte, dann wurde überlegt, ob die aufgestellten Thesen richtig sein könnten. Wir haben lange diskutiert, geredet, gelacht. Und ich bin mit der Erkenntnis ins Bett gegangen, das Kinder so herrlich frei sind in ihrem Denken.  Und das wir das jetzt jede Woche versuchen zu machen.

aussaattomaten1

5. Aussaat. Der Startschuss ist gefallen, die Gartensaison eröffnet! Gestern haben wir die allerersten Tomaten ausgesät. Wie auch letztes Jahr in Eierschalen, einfach weil es so gut funktioniert, quasi umsonst und nachhaltig ist. Und zu den Produzentinnen haben wir auch einen guten Draht!

6. Im Februar werden vielerorts die Bäume auf den Stadt- und Kommunalflächen zurück geschnitten, da ab März bis Ende September der Rückschnitt zum Schutz der (brütenden) Vögel verboten ist. Das ist eine gute Gelegenheit, sich ein paar abgeschnittene, umherliegende Zweige ins Haus zu holen und ins Wasser zu stellen. Im warmen Wohnraum gehen die Knospen rasch auf und zaubern das erste, frische Grün ins Haus. Gut eignen sich z.B. Kastanien und Walnusszweige.

zweige

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag!

Liebe Grüße ♥

Leni

 

Verlinkt mit: 6 Dinge plus 6 Bilder = mein 12v12 ;-), Creadienstag


Wachsen

IMG_1373

Im Januar halte ich tatsächlich noch meine Füße still, aber sobald das Kalenderblatt sich auf Februar wendet, kribbelt es in meinen Fingern. Das Saatgut ist sortiert, der Beetplan für dieses Jahr ist auch schon (fast) fertig. Die Saatgutkataloge flattern so langsam ins Haus und locken mit Altbewährtem und Neugezüchtetem, mit Raritäten und Kuriositäten. Seit Wochen schon sammele ich Eierschalen für die Aussaat und freue mich darüber, dass der Herr (oder Frau) Maulwurf endlich wieder aktiv ist und frische Hügel in unserem Garten hinterlässt. Vom gepflegten, englischen Rasen haben wir uns schon vor Jahren verabschiedet, Kinder und Hühner sei Dank, daher ärgern uns auch Erdansammlungen nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil. Die Maulswurfserde ist, gemischt mit Sand aus dem Sandkasten, meine liebste und zudem kostenlose Aussaaterde.

IMG_0820

Ich warte noch bis Mitte Februar bis die Tomatensamen in die Erde kommen, aber Schnittlauch, Kresse und Schnittknoblauch stehen bereits auf der Fensterbank und auch der Mini-Garten der Kinder wird bald angelegt (wenn ich nur die alte Keksdose, die wir immer verwendet haben wiederfinden würde) und dann wird auch der dicke Bohnen-Wettbewerb eröffnet (welche Bohne wächst am schnellsten?).

IMG_7938

Ihr seht, ich bin voller Vollfreude. Und nicht nur ich. Bei „Hej Hanse“ werden gerade Saatgutbänder gebastelt, die Hackbauern haben schon ausgesät und berichten von ihrer Pflanzenlampe, Uli von Lowredeyes hat noch Samenscheiben in petto und über die schönen Samentütchen von den Naturkindern freue ich mich jedes Jahr aufs Neue.

Tontöpfe

Und noch etwas sehen wir gerne beim Wachsen zu. Den Frühlingszwiebelblumen. Hätte ich im Herbst daran gedacht, ein paar Blumenzwiebeln nicht in die Erde, sondern in einen Topf zu pflanzen, dann wäre mir der Gang ins Gartencenter erspart geblieben (und vor allem die Abteilung mit den Saatgut, die -löblich, löblich – jetzt auch Biosaatgut von meinen bevorzugten Saatguterzeugern führt). Aber sei es drum. Schnell umgetopf in ein Glas, können die Kinder nicht nur darüber staunen, wie schnell die Traubenhyazinthen ihre Blütenstengel nach oben schieben, sondern sehen auch die Entwicklung des Wurzelwerks unterhalb der Zwiebel. Aber am erstaunlichsten finde ich immer wieder, wie überhaupt aus so einer kleinen, unscheinbaren, fast vertrocknet wirkenden Traubenhyazinthenzwiebel so viel blühendes Leben wächst.

Frühlingsblüher

Was darf bei Euch wachsen (außer Liebe) ?

Liebe Grüße ♥

Leni

 


Hallo Februar!

img_8004

Draußen liegt immer noch der Schnee, der gestern in zarten Flocken von Himmel fiel. Scheinbar hat sich zwischen dem Januar und dem Februar nichts verändert. Und doch. Kleine grüne Stengel gucken hier und da aus der Erde (und dem Schnee) und kündigen an, was bevor steht: der Vorfrühling kommt! Darauf freuen wir uns mit einem kleinen Fest morgen, Lichtmess oder wie es bei uns heißt, das Schneeglöckchenfest. Februar. Sein Name ist wohl abgeleitet von dem lateinischen Wort „februare“ = reinigen. Da muss ich sofort an Mütterchen Tau denken, die Figur aus „Olle reist zu König Winter“ von Elsa Beskow, die mit ihrem Besen den Schnee tauen lässt und die Erde auf die Ankunft es Frühlings vorbereitet. „Ihr Besen wirbelte das welke Laub vom Vorjahr auf, und alle Leute bekamen Schnupfen“, so heißt es dort. Und nicht nur die Natur sieht nach dem Schnee irgendwie unaufgeräumt aus. Jetzt, wo an Lichtmess die Tage wieder länger werden, und die Sonne an Kraft gewinnt, tut es uns gut uns selbst und unser Zuhause „zu reinigen“; sei es durch Fasten (oder den Verzicht auf Alkohol, Fleisch, Zucker, etc.), Räuchern oder einem Frühlingsputz. Und auch die Natur stellt uns im Februar die ersten Kräuter für eine Reinigung von innen zur Verfügung: zum Beispiel den Bärlauch, mit seiner Blut reinigenden Wirkung, der jetzt bereits Mitte/ Ende des Monats aus dem Boden schießt.

Und ja, der Februar ist ein Schnupfenmonat. Die vielen kalten Tage haben unser Immunsystem ganz schön gefordert. Vielleicht kommt sein Name ja auch von dem lateinischen Wort für „Fieber“= febris? Aber ob reinigend oder fiebrig, der Februar hält noch eine ganze Menge mehr für uns bereit.

Wir freuen uns im Februar auf:

  • Lichtmess oder Imbolc. Licht und Erneuerung.
  • Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse.
  • Karneval! Die fünfte Jahreszeit im Rheinland, die der Februar sich dieses Jahr mit dem März teilt. Alles steht Kopf und der Winter darf jetzt bitte endlich gehen.
  • reichlich Schmalzgebäck. Ob Mutzen oder Berliner, Krapfen oder Quarkbällchen – lecker sind sie alle.
  • die ersten Kräuter. Neben dem Bärlauch kommt bei uns im Garten auch schon der Schnittlauch und Fenchel durch die Erde. Kresse, Dill und Kerbel haben jetzt einen Platz an der Fensterbank.
  • Valentinstag ♥!
  • sind die Samen schon sortiert, kann es Ende Februar mit der Aussaat von Tomaten und Paprika losgehen. Und auch dicke Bohnen dürfen schon in die Erde.
  • Frühling im Haus. Jetzt hole ich mir gerne schon die ersten Tulpen oder duftende Hyazinthen herein.
  • Farbtupfer. Die Dekoration und der Jahreszeitentisch werden jetzt wieder bunter. Ob Kreppblumen, Faltkreise oder Pompomblumen – farbenfrohe Basteleien bringen gute Laune.
  • Wintergemüse und winterliche Suppen mit frischen Kräutern von der Fensterbank oder aus dem Garten.

 

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Februar! Und bleibt gesund 😉

Liebe Grüße

Leni


Dreikönigskuchen

IMG_0384

Waren das aufregende Wochen! Der weihnachtliche Zauber, die Zeit der Heimlichkeiten, des Glitzers und des Lichts. Gefeiert haben wir, gut gegessen und mit der Familie Zeit verbracht. Die Rauhnächte verschafften uns die Zeit, das alte Jahr würdig zu verabschieden und Pläne für das bereits auf der Schwelle stehende Jahr zu machen, das mit einem großen Knall plötzlich da war und jetzt immer noch so ruhig und unbeschrieben vor uns liegt. Und mit dem 6. Januar, dem Tag der drei heiligen Könige, endet nicht nur der Weg der Weisen zum Jesuskind, auch die Rauhnächte enden hier.

Sie waren nicht zu dritt, sie waren keine Könige und man kennt auch nicht ihren Namen – und doch hat sich das Brauchtum und die damit verbundene Symbolik der drei Könige aus dem Morgenland bis heute erhalten. Neben den Sternsingern gehört der Dreikönigskuchen, der in England als „King’s Cake“, in Frankreich als „Galette des Rois“ und in Spanien und Mexico als „Roscón de Reyes“ bekannt ist, zu den bekanntesten Traditionen, den der Tag der heiligen drei Könige mit sich bringt. Während die Rezepturen des Dreikönigskuchen durchaus unterschiedlich sind, haben alle Kuchen dennoch eine Gemeinsamkeit: es wird eine Münze, Bohne oder Porzellanfigur eingebacken, die denjenigen, der sie findet, für einen Tag zum Familienkönig macht. Ich weiß noch, wie vor einigen Jahren Freunde aus Frankreich uns vom „Bohnenkönig“ erzählt haben –  mir hat diese Tradition so gut gefallen, dass es seit dem auch bei uns am Tag der heiligen drei Könige (manchmal auch am darauf folgenden Sonntag, da der Dreikönigstag bei uns kein Feiertag ist) einen Königskuchen gibt, allerdings mit einer darin versteckten Mandel. Wer sie findet, darf sich die goldene Krone aufsetzen, ist der König oder in meinem Fall die Königin (was leider noch nie vor kam) für diesen Tag und darf ein Spiel bestimmen, das wir dann alle zusammen spielen.

IMG_0403

Für den Dreikönigskuchen nehme ich einen einfachen, süßen Hefeteig:

  • 500 gr Mehl (ich nehme immer gerne zumindest eine Hälfte Vollkornmehl)
  • 1/2  Würfel Hefe
  • 3 Esslöffel Honig (oder Zucker)
  • 1 Prise Salz
  • 60 gr weiche Butter
  • 225 ml warme Milch (je höher der Anteil an Vollkornmehl ist, desto mehr Flüssigkeit benötigt man)
  • 1 Ei
  • eine Mandel

Die Zutaten zu einem Teig verkneten und mindestens eine halbe Stunde gehen lassen. Wenn der Kuchen schon (wie bei uns) zum Frühstück auf den Tisch kommen soll, empfiehlt es sich den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen zu lassen. Danach den Teig nochmals durchkneten, zu einer großer und 8 kleineren Kugeln formen, die Mandel in eine der (kleinen) Kugel verstecken und auf dem Backblech in Form einer Blume arrangieren. Wenn man möchte, kann man den Kuchen noch mit einem verquirlten Ei bestreichen  – ich lasse ihn gerne pur und bestäube ihn nach dem Backen mit Puderzucker. Die Backzeit beträgt 20-30 Minuten bei 180 Grad Umluft (vorgeheizt).

Ich gebe extra wenig Zucker in den Teig, weil die Kinder ihr Stück Kuchen gerne mit Butter und Marmelade essen.

IMG_0381

Eine Krone für den König ist schnell gebastelt. Zum Beispiel aus der restlichen Goldfolie, die noch von Weihnachten herum liegt. Oder goldfarbenen Tonpapier. Etwas anspruchsvoller, aber dafür jedes Jahr wiederverwendbar, ist eine Krone aus Filz oder ein gehäkeltes Krönchen.

IMG_0389 (2)

Der Dreikönigstag verabschiedet (für uns) die wunderbare Weihnachtszeit, und mit dem 6. Januar enden (meistens) für uns auch die Weihnachtsferien. Am Morgen, wenn alle Kinder wach sind, und die drei Könige die Krippe erreicht haben, darf sich reihum jeder ein Stück des Kuchens aussuchen. Derjenige, der die Mandel in seinem Stück entdeckt, bekommt die goldene Krone und den Umhang. Auch wenn die Kinder, die die Mandel nicht gefunden haben, im ersten Moment enttäuscht sind – eigentlich freuen sich kurz danach alle darauf, zusammen ein Spiel zu spielen, den restlichen Kuchen zu essen und den letzten Ferientag zu genießen.

Ich wünsche Euch einen schönen Dreikönigstag!

Liebe Grüße ♥

Leni


Hallo Januar!

IMG_0562

Ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr! Die ersten Tage im Januar fühlen sich immer so besonders an. So frei. So voller Möglichkeiten, voller Tatendrang und Inspiration. Eben weil in jedem Anfang ein Zauber innewohnt. Und so weiß wie der Schnee und die leeren Kalenderseiten, fühlt sich auch der Januar an. Weiß, die Nicht-Farbe, steht für die Möglichkeiten, die noch schlummern und sich erst im Laufe des Jahres zuerkennen geben. Und auch Janus, der römische Gott und Namensgeber für den ersten Monat im Jahr, steht für den Anfang (und das Ende), für Türen und Tore. Er wird mit zwei Gesichtern dargestellt, das eine Gesicht blickt nach vorne, das andere nach hinten. Und es ist genau diese Zeit, am Anfang des Januars, wo man das letzte Jahr noch in der Seele hat, aber der Kopf bereits durch eine neue Tür geschritten ist, oder?

Außerdem ist der Januar so zusagen der „Hochwinter“. Statistisch gesehen fällt jetzt der meiste Schnee (toi, toi, toi). Und wenn erst einmal die dicken Flocken fallen, hält uns nichts mehr im Haus: ob Schneemann bauen, rodeln, Tierspuren suchen, Schneeballschlacht oder vielleicht sogar ein Iglu gestalten – es gibt so viele Dinge zu tun.

Wir freuen uns im Januar auf:

  • noch eine Woche Ferien!
  • leere Kalenderseiten und die Vorfreude auf Feste, Feiern, Urlaub und Geburtstage in 2019.
  • noch 5 Rauhnächte. Zeit zum Räuchern, Träumen und in die Zukunft schauen.
  • den Dreikönigstag am 6.1., den wir mit einem Kuchen und einem König (für einen Tag) feiern!
  • Motivation. Die ist jetzt am größten – also schnell die wichtigen Dinge angehen.
  • die Stunde der Wintervögel (vom 4.-6.1.). Der Nabu ruft wieder dazu auf, eine Stunde lang sich auf die Lauer zu legen und zu notieren, welche und wieviele Vögel in dieser Zeit zu sehen sind. Das kann man entweder im eigenen Garten oder auch gemeinsam mit anderen Vogelfreunden an einem Treffpunkt machen. Weitere Informationen dazu gibt es hier.
  • natürlich auf den Schnee. Aber auch den Frost. Mit seiner Hilfe können wir zauberhafte Eisskulpturen herstellen.
  • auf die Gartenplanung. Jetzt, wo es ruhig geworden ist im Garten, haben wir Zeit das Saatgut zu sortieren und die Beete neu zu planen.
  • die Wintersonne. Sie bringt den Schnee zum Glitzern und erhellt unser Gemüt.
  • unsere jährliche Saatgut-Verlosung Ende Januar! Schaut vorbei und macht mit!
  • Zimtschnecken. Warmen Kakao. Bücher. Kaminfeuer. Strickzeug.
  • Hyazinthen, Amaryllis, Tulpen – alles, was jetzt schon einen Hauch Farbe und Frühling ins Haus zaubert.

Ich wünsche Euch ein wunderbares Jahr und würde mich freuen, wenn Ihr uns an dieser Stelle weiterhin durch unser Familienjahr begleitet!

Liebe Grüße ♥

Leni


Frohe Weihnachten!

IMG_0270 (2)

Die Wintersonnenwende liegt bereits hinter uns, der Tag, der schon vor vielen Jahrtausenden und in vielen verschiedenen Kulturen als Tag des wiederkommenden Lichts gefeiert wurde und auch heute noch wird. Denn, man muss sich bewusst machen, dass unser christliches Weihnachten auf das heidnischen Wintersonnenwendsfest gestülpt wurde, der Kern aber doch der gleiche geblieben ist: die Freude über die Wiedergeburt des Lichtes, Hoffnung und Neuanfang. In unser christlichen Kultur sind die kommenden Tage (und eigentlich ja auch schon der Dezember an sich) geprägt von der Ankunft Jesus Christi. Und man muss kein gläubiger Christ zu sein, um die Legende der Geburt Jesus zu erzählen und zu hören. Denn hier geht es um nichts Geringeres als um das Wunder der Geburt eines Kindes. Ein Kind, in dem die Hoffnung der Welt liegt, wie in jedem Neugeborenen. Ein Kind, dass von Engeln begleitet auf die Erde kommt und dort mit Liebe empfangen wird, so wie jedes Kind empfangen werden sollte. Liebe und Hoffnung.

In diesem Sinne, tauche ich jetzt ab in die Weihnachtsstimmung, die hier bei uns aus einer Mischung aus hibbeliger Vorfreude, sich wie Kaugummi ziehender Zeit gepaart mit plötzlich hier und da aufploppenden Stresses, funkelnden Augen und großen Erwartungen besteht. Und wir sehen uns (hoffentlich) nach Weihnachten oder spätestens im neuen Jahr mit neuen Geschichten, Bildern, Ideen und Projekten (es schwirren gerade so viele in meinem Kopf herum) wieder!

Huhnundich1

An dieser Stelle möchte ich Euch noch einmal herzlich danken. Dafür, dass Ihr hier seid, Kommentare schreibt, Herzchen hinterlasst und mich jeden Tag aufs Neue inspiriert. Das bringt mir so viel Freude!

Ich wünsche Euch ein entspanntes, sinnliches, freudenreiches und wunderbares Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben. Meine Gedanken und Gebete sind aber vor allen bei denen, die nicht so viel Glück haben. Ich wünsche Euch, dass auch Euch das Licht der Weihnacht erreicht und Euch Hoffnung und Liebe bringt ♥!

Eure Leni