Herbstfreuden

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Der Herbst steht für mich im Element der Luft. Die feinen Herbstwinde, die jetzt die Drachen nach oben steigen und die Nüsse und Kastanien nach unten fallen lassen, die Blätter zum Rascheln bringen und so gerne an den Haaren ziehen. Doch dann kommen auch hier und da die strengen Böen, die uns zeigen, dass wir es mit Urgewalten zu tun haben, gegen die der sich für so machtvoll und erhaben haltende Mensch, doch in Wirklichkeit hilflos und klein ist.

Die Tag-und-Nacht-Gleiche ist überschritten, die Tage werden jetzt merklich kürzer und wir feiern den Michaelstag, Michaeli. Dieses Fest ist kein Jahreszeitenfest im eigentlichen Sinne, es markiert keinen kosmischen Punkt auf unserer Reise um die Sonne. Bei Michaeli geht es tatsächlich um die Seelenstimmung, daher zähle ich es zu den Seelenfesten, wie auch Sankt Martin oder zum Beispiel Nikolaus, aber auch Karneval. Wie und warum wir den Michaelstag feiern, habe ich hier schon einmal beschrieben.

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Die Mutproben für dieses Jahr waren vor allem nass und matschig, aber ein Riesenspass, denn der Regen der letzten Tage hatte uns einige Pfützen beschert.

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Immer wieder gehen wir gerne zu den Streuobstwiesen und den Feldwegen, wo wild Walnussbäume wachsen. Die meist noch feuchten Nüssen breiten wir Zuhause dann zum Trocknen aus, bevor sie später gelagert werden. Das ist wichtig, denn sonst fangen sie an zu schimmeln. Ebenso wie die Kastanien, die meine Kinder vom Schulweg auflesen. Oft kommen die Jungs jetzt mit schweren Ranzen zurück nach Hause und präsentieren dann freudig ihre glänzenden Herbstschätze.

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So langsam beginnen sich jetzt auch die Blätter zu verfärben. Aber das große Blätterfarbenfeuerwerk erwartet uns im Oktober!

Apfelbäumeherbst

Ich wünsche Euch wunderbare Herbsttage!

Liebe Grüße ♥

Leni


Hallo September!

StreuobstwieseDie Kälte am Morgen, der Tau im Garten, auf den Wiesen und den Feldern, die immer früher einsetzende Dämmerung, die ersten fallenden Blätter – alle Weichen sind auf Herbst gestellt. Nach den vielen herrlichen, warmen, leichten und unbeschwerten Tagen und Wochen fällt es schwer den Sommer gehen zu lassen, gleichzeitig freue ich mich auf die farbliche Pracht und kulinarische Fülle des Herbstes. Der September macht uns den Übergang zwischen Sommer und Herbst ein wenig leichter. Die Tage sind noch warm, das Licht so schön golden, der Garten steht in voller Pracht. Wie könnte man da den September nicht mögen?

Wir freuen uns im September auf:

* unser Apfelfest. Die Wimpelkette mit dem Apfeldruck hängt bald wieder im Kinderzimmer, der Duft von Apfelkuchen im ganzen Haus. Unser Apfelbauer lädt zur Selbsternte ein, genau so wie die Streuobstwiese hinter unserem Haus. Wir freuen uns auf Apfelmus, Apfelsaft, Apfelstrudel.
* den Weltkindertag am 20. September. Auf Instagram zeigen viele Menschen auf der ganzen Welt, wie sie diesen Tag mit ihren Kindern feiern. So inspirierend.
* Drachen steigen lassen. Jedes Jahr wieder spannend. Welcher Drache wohl dieses Jahr am höchsten steigt (und wer lässt seinen Drachen aus Versehen los)?
* die ersten Walnüsse oder auch Schälnüsse genannt (die mag ich so gerne).
* Pilze. Im August haben wir bereits einige Pilze gefunden – hoffentlich geht es genau so im September weiter!
* Weinfeste. Die Trauben sind jetzt reif und das wird (hier in der Gegend) gebührend gefeiert.
* neues Bastelmaterial, wie Kastanien, Eicheln und Bucheckern. Was man Schönes aus den Herbstschätzen machen kann, könnt Ihr hier nachlesen.
* Pflaumen /Zwetschgen, Birnen, Weintrauben, Haselnüsse, Quitten, rote Beete, Kartoffeln, die letzten Tomaten und noch vieles mehr.
* die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Jetzt stehen bei uns die Kerzen wieder auf dem Tisch (und der Bienenwachsduft kehrt zurück).
* die ersten bunten Blätter. Die schönsten nehmen wir mit nach Hause und pressen sie oder überziehen sie mit Bienenwachs um sie zu konservieren.
* die Kartoffelnachlese bei den Bauern.
* Das Michaelsfest. Am 29. September feiern wir „Michaeli“, mit kleinen Mutproben und einem Brot in Schwert- (oder Drachen-) Form.
* Herbstblumensträuße mit Dahlien, Ringelblumen, Astern, Sonnenblumen, Lampionblumen, und Zinnien.

Die Sommerpause ist vorbei! Ab jetzt gibt es hier wieder regelmässig Beiträge :-)!

Ich wünsche Euch einen wunderbaren September!

Liebe Grüße ♥

Leni


Hallo Juli!

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Der Juli strahlt in allen Blautönen. Blau wie das Wasser im Meer, der wolkenlose Himmel, die Blaubeeren und die Kornblumen, der Rittersporn, der Lavendel. Das Leben ist im Juli so herrlich leicht. Die Ferienzeit ist für viele bereits da oder fängt im Juli an. Jetzt werden große Abenteuer geplant oder es wird einfach nur in den Tag hinein gelebt.
Die Gemüsebeete sind jetzt üppig gefüllt, die Vielfalt an Obst aus dem Garten, vom Markt oder aus südlicheren Ländern ist im Juli überwältigend. Wir versuchen den süßen Geschmack des Sommers zu konservieren, in dem wir die Opulenz des Juli in Gläser abfüllen. Und sind am und im Wasser. Ob im Kleinen, in Eimern, Gießkannen, in Bewegung im Bach oder Fluß oder im ganz Großen am See oder Meer – Wasser hat für Kinder etwas magisches an sich.

Wir freuen uns im Juli auf:

* Ferien! Ferien! Ferien! Hier in NRW ist es Mitte des Monats soweit.

* Wasser. In jeglicher Form. Meer, Fluss, See, Teich, Bach, Planschbecken, Rasensprenger, Zinkwanne. Denn statistisch gesehen hat der Juli die meisten Sonnenstunden und die heißesten Tage.

* Blaubeeren, Wassermelonen, Pfirsiche, Aprikosen, Nektarinen.

* Korn- und Strohballenfelder.

* lange, laue Nächte.

* Gemüse! Bohnen, Zucchini, Brokkoli, Mangold, Gurken, Fenchel, rote Beete, Salate und die ersten Tomaten (habe ich was vergessen?)!

* selbstgemachtes Eis. Geht so einfach – ist so lecker!

* die ersten Kartoffeln.

* die letzten Sommerfeste vor den Ferien.

* Kirschen. Die schmecken jetzt im Juli einfach so richtig gut. Und fordern uns auch athletisch heraus: im Kirschkern-Weitspuck-Wettbewerb. Wenn man die Kerne wieder einsammelt, abkocht und trocknet, kann man sie übrigens noch für selbstgemachte Kirschkern-Kissen verwenden (und hat so auch wieder ein Stück Sommer konserviert).

* Sonnenblumen, Zinnien, Cosmeen, Löwenmäulchen, Rittersprorn, Phlox und Hortensien. Und noch viele andere Sommerblumen stehen jetzt in voller Blüte.

* Schätze vom Strand. Muscheln, Steine, Treibholz. Für den Jahreszeitentisch oder zum Basteln.

* Urlaubsplanungen, Ferienabenteuer und Sommerglück.

* aufs Einmachen. Natürlich Marmelade und Gelee, aber auch rote Beete und kleine Einlegegurken kommen jetzt ins Glas.

* Lagerfeuer und Sternenhimmel.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Juli!

Liebe Grüße

Leni


Mittsommer und Johanni

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Der Jahreskreis ist nun zur Hälfte beschritten, die Sonne hat ihren höchsten Stand. Sie steht dann senkrecht über dem nördlichsten Wendekreis und wir erleben die längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Der kalendarische Sommer beginnt jetzt erst, und was wir heute vielleicht nur noch als astronomische Fakten ansehen und vielleicht bewußt gar nicht mehr wahrnehmen, hatte schon zu jeder Zeit große Bedeutung für unsere Ahnen. So feierten schon die Kelten und Germanen den höchsten Stand der Sonne und die damit einhergehende Fülle der Natur mit zahlreichen Ritualen und Bräuchen. Im Zuge der Christianisierung wurden über die ausgelassenen, heidnischen Sommersonnenwendenfeste der Geburtstag des Täufers Johannes gelegt. Das Johannisfest liegt der „heiligen Nacht“, dem „Heiligabend“ am 24. Dezember, im Jahreskreislauf genau gegenüber. Im christlichen Brauchtum ist das Johannisfest aber ein wenig in Vergessenheit geraten.

Johannisbeerenpflücken

Seit ein paar Jahren feiern wir mit unseren Kindern den längsten Tag des Jahres mit einem kleines Fest, laden Freunde ein, binden Blumenkränze, pflücken zusammen Johannisbeeren und kochen Gelee daraus, backen ein Sonnenbrot (ja, das soll die Sonne sein ;-)) und entfachen ein Lagerfeuer. Wenn die Glut am Ende klein geworden ist, dürfen die mutigsten Kinder einen Sprung darüber wagen.


In Legenden und Märchen erscheinen in der Johannisnacht Elfen, Feen und Zwerge und Liebende finden zueinander – deshalb gehen wir in der Dämmerung los, um Glühwürmchen zu suchen, die so magisch am Waldesrand leuchten. In meiner Kindheit sah ich die vielen kleinen Lichter sehr oft auf den Wiesen (ich dachte, es seien Feenlichter), heute sind sie seltener geworden.

Ein schönes Kinderbuch, was wir gerne um Mittsommer herum lesen, ist „das Blumenfest“ von Elsa Beskow (unbezahlte, unbeauftragte Werbung * Amazon Partnerprogramm Link).

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Mit dem höchsten Stand der Sonne, öffnet das Johanniskraut seine gelben Blüten. Aus ihnen lässt sich ein heilsames Rotöl herstellen, das (äußerlich angewendet) bei einer Vielzahl von Beschwerden Linderung bewirkt (Sonnenbrand, Verstauchung). Wir setzen es unter anderem sehr erfolgreich bei Wachstumsschmerzen der Kinder ein.

Und auch bei vielen andere Kräuter ist die Heilkraft nun am stärksten. Es lohnt sich, sie jetzt zu ernten, zu verarbeiten oder zu trocknen.

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Ich wünsche Euch eine schöne Sommersonnenwende, einen schönen Mittsommer, Johanni oder den schönsten längsten Tag im Jahr!

 

Liebe Grüße ♥

Leni


Hallo Juni!

Mittsommer

Die Fenster stehen jetzt den ganzen Tag weit offen, Vogelgezwitscher ist allgegenwärtig. Socken werden in den Kleiderschrank verbannt. Die Natur quillt förmlich über vor Pflanzenfülle und bietet uns jetzt leckere Beeren und Kirschen, knackige Bohnen, Spargel, Kohlrabi, Salate und vieles mehr. Alles wächst und reift. Mit dem Juni ist der Sommer da, der Jahreskreis ist nun zur Hälfte beschritten. Die Tage sind jetzt am längsten und laden uns ein unsere Zeit draußen zu verbringen und zu feiern, auf Sommerfesten, Grillabenden, Hochzeiten und Picknicks. Der Juni hat so viel zu bieten und will genossen werden. Bei allen Terminen und Verpflichtungen, die der Alltag mit sich bringt, zeigt uns der Juni auf besonders eindrückliche Weise: das Leben lässt sich nicht verschieben oder vertagen. Jetzt ist die Zeit dafür!

Wir freue uns im Juni auf:

*Beeren! Jetzt werden die Johannisbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren reif, und die Erdbeeren schmecken noch fruchtiger. Und alles, was jetzt nicht direkt in den Mund wandert, wird einfach zu Marmelade, Sirup, Gelee oder Chutney verarbeitet.

* Pfingsten/Pfingstferien. Freie Tage um den Juni zu genießen.

*duftende Rosen, farbenprächtige Lupine, Rittersporn, Phlox, Glockenblumen, Mohn und all die anderen wunderschönen Blumen und Stauden, die sich jetzt in ihrem schönsten Kleid zeigen.

*Mittsommer. Oder den Johannistag. Oder die Sommersonnenwende. Oder einfach den längsten Tag im Jahr.

*Glühwürmchen. Als Kind dachte ich, es sind Feen, die im Dunkeln leuchten. Heute sind sie selten geworden. aber mit etwas Glück findet man sie jetzt im Juni auf Wiesen in Waldnähe.

*Kräuter. Kurz vor dem höchsten Stand der Sonne sind ihre Heilkräfte am größten. Also jetzt am besten die Tee- und Gewürzvorräte wieder auffüllen!

*Holunderblüten. Anfang Juni kann man jetzt noch ernten. Für Sirup, im Teig ausgebacken oder getrocknet als Tee.

*Sommerfeste! Einen Grund zum Feiern findet man jetzt ganz einfach 🙂

*dicke Bohnen, Kohlrabi, Salate, Fenchel und den letzten Spargel und Rhabarber (am 24. ist Schluß)!

*Mohn, Margeriten, Kornblumen und andere Weges-, und Wiesenblumen, die sich so wunderbar zu einem ländlichen Blumenstrauß binden lassen.

*Sonnenstrahlen, die uns wecken. Und die schönen lauen Abende.

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Juni!

Liebe Grüße

Leni


Im Seifenblasen-Fieber

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Der Magie der Seifenblasen kann man sich nur schwer entziehen. Diese bunt schillernden, federleichten, tanzenden Gebilde üben auf Kinder wie auf Erwachsene gleichermaßen Faszination aus. Daher ist eine kleine Flasche Seifenblasen auch immer ein schönes, kleines Mitbringsel. Noch schöner, und ganz ohne Plastikmüll, ist es allerdings, wenn man die Seifenlauge selber herstellen kann.

Es gibt viele Seifenblasenrezepte, einige mit Glyzerin (wird allerdings aus Erdöl/Palmöl hergstellt), einige mit recht abenteuerlichen Zutaten wie Maissirup oder Guarkernmehl. Ich habe keins der Rezepte ausprobiert, kann also nicht berichten, ob eines dieser Rezepte wirklich den Erfolg bringt, den es verspricht. Aber die Rezeptur, die bei uns auf Anhieb funktioniert hat, ist folgende:

900 ml (eventuell destilliert, falls zu kalkhaltig) Wasser

4 El (etwa 60 ml) Spülmittel

1 TL Kleister (in Pulverform)

Die Mischung eine halbe Stunde ruhen lassen. In der Zeit haben wir aus Draht Schlingen gebogen und sie an Stöcken befestigt – und schon ging es los!

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Ich weiß übrigens nicht, was meinen Kindern mehr Spaß macht: das Pusten oder das Zerplatzen lassen der Blasen 😉

Liebe Grüße ♥

Leni


Ein neuer Hühnerstall

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Nachdem unser alter Hühnerstall zu klein geworden war (schließlich kamen in den letzten Jahren stetig mehr Hühner dazu) und auch hier und da immer mehr kaputt ging, musste ein neuer Stall her. Wir haben im Vorfeld viel hin und her überlegt. Komplett selber bauen, ein gebrauchtes Spiel- oder Gartenhäuschen kaufen und umbauen oder doch einen Fertigbausatz nehmen? Letztendlich haben wir uns (auch um die Nerven meines Mannes zu schonen, der unsere Ideen handwerklich umsetzten muss) auf einen Kompromiss geeinigt. Der Hüherstall ist gekauft und musste nur aufgebaut werden, die Innenausstattung (z.B. Sitzstangen aus Birkenästen haben) die Jungs selbst geplant und gebaut. Auch den Standort des Hühnerstalls haben wir gewechselt – hoffentlich kann sich der alte Platz jetzt erholen und wieder ergrünen. Die Jungs haben sich als Farbe für den Stall ein „Schwedenrot“ gewünscht, und so haben wir jetzt ein Stück von Bullerbü in unserem Garten ;-).

Liebe Grüße ♥

Leni

 

 

 

 

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Hallo Mai!

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Kein Monat wird von Dichtern und Liederschreibern so umworben wie der Mai. Unzählige Bräuche, Lieder, Tänze und Gedichte heißen ihn willkommen. Vielleicht ist es die Freude über das frische Grün (das sogar einen eigenen Namen hat: Maigrün), das Bäume und Sträucher schmückt oder die Leichtigkeit und Wärme, die uns in Feierlaune versetzt oder einfach diese unbändige Lebenslust, die der Mai mit sich bringt.

Der Mai ist ein Monat zum Genießen. Junge Birkenweige stehen bei uns im Haus und duftende Blumen aus dem Garten auf dem Esstisch. Die Jungs ernten die Radieschen und die ersten Kohlrabi aus dem Garten. Sonnenstrahlen kitzeln im Gesicht. Und selbst der Mairegen ist sanft und erfrischend. Ach Mai…

Wir freuen uns im Mai auf:   

* bunt geschmückte Birken. Hier in der Region stellen die jungen Männer den Mädels einen Maibaum unter das Fenster als Zeichen für ihre Liebe.

* Spargel, Rhabarber, frische Salate und Kräuter, Maiwirsing und Mairübchen. Und nicht zu vergessen: die ersten Erdbeeren!

* den Muttertag!

* Radtouren entlang blühender Rapsfelder.

* die Verwandlung der Löwenzahnwiesen in ein Meer aus Pusteblumen. So viele Wünsche, die sich in die Luft erheben können.

* Maibowle und Rhabarberschorle.

* Schmetterlinge und Marienkäfer. Und mit etwas Glück (oder Hilfe) kann man ihre spannende Verwandlung miterleben. So wie hier.

* Holunderblüten (Ende Mai). Für Sirup, in Teig gebacken oder als Tee getrocknet.

* Ausflüge jeder Art. Der Mai lockt uns nach draußen.

* Flieder, Pfingstrosen, Akelei, Schneeball und viele andere Blütenschönheiten. Und nicht zu vergessen: das Maiglöckchen!

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Mai!

Liebe Grüße ♥

Leni


Im Garten Ende April

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Die Kaulquappen tummeln sich im Wasser, die Erdhummeln brummen wie alte Propellermaschinen und die Vögel singen in den Bäumen ihr schönstes Balzlied – endlich ist es auch in der Eifel Frühling geworden.

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Nicht nur der April ist fast schon vorüber, auch die Osterferien neigen sich dem Ende. Und letztere haben wir genutzt, um die Beete in der Froschhütte (unserem Eifelgrundstück) wieder herzurichten. Weil den Komposthaufen seit letztem Jahr eine Kreuzotter ihr Zuhause nennt, und wir seit dem einen großen Bogen um ihn machen, mussten wir frischen Kompost vom Hof holen, um die angelegten Beete mit Dünger zu versorgen.

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In die Erde kamen vor allem die Kartoffeln. Natürlich nicht ohne unser kleines Ritual: wir legen zu jeder Kartoffel ein Blatt Beinwell mit in den Boden. Ob es wirklich hilft, oder wir nur dem Aberglauben erlegen sind, weiß ich nicht. Aber – wir hatten noch nie, nicht nur einen Kartoffelkäfer auf dem Kartoffelkraut.

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Dieses Jahr haben wir mal wieder auf bereits erprobte Kartoffelsorten, aber auch auf ein paar (für uns) Neuentdeckungen gesetzt. Das sind neben „La Ratte“ und dem „Bamberger Hörnchen“, noch die blaue Sorte „Vitolette“, die „Highland Burgundy red“ und der Klassiker, die „Belana“.

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Mit den Kartoffeln und Zwiebeln haben wir auch allerlei Jungpflanzen in die Erde gebracht, Gurken und Zucchini ins Gewächshaus gesetzt und jede Menge Blumen und Gemüse ausgesät. Dadurch, dass wir im Herbst die Beete mit Laub bedecken (alter Permakultut-Trick), bleibt die Erde im Frühjahr wunderbar krümmelig, feucht und lebendig. Wie eine Schutzschicht beschützt das Herbstlaub die Erde vor dem Austrocknen, hält das Unkraut zurück und lässt die vielen kleinen Lebewesen im Boden ungestört ihre Arbeit tun.

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Nach der Arbeit gab es für jeden Helfer noch ein Fußbad – sehr entspannend für kleine, dreckige Füße ;-).

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Wie sieht es bei Euch im Garten aus?

Tanzt gut in den Mai!

Liebe Grüße ♥

Leni


5 Dinge zum Osterfest

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Das große Frühlingsfest steht vor der Tür – Zeit die letzten Vorbereitungen zu treffen und sich auf das Fest einzustimmen.

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1. Was bedeutet uns Ostern?

Wenn ich an Ostern denke, kommen mir direkt ein paar Kindheitserinnerungen in den Sinn. Und ich muss an den Super 8- Film von mir als Kleinkind denken, den mein Vater nur zu gerne in meiner Jugend zeigte. Wie ich mich (ungefähr zweijährig) über jedes gefundene Ostereier mächtig freue, es in mein Körbchen lege und so schwungvoll weiter gehe, dass die gesammelten Eier hinten wieder aus meinem Körbchen kullern. Was ich aber nicht bemerke. Und so freue ich mich über die vermeintlich neue Eier. Ja, Ostern ist ein tolles, magisches Fest (ein Hase der Eier versteckt, hallo?!).  Ich finde es eigentlich immer schade, wenn ich von Familien höre, die mit dem Osterfest so gar nichts anfangen können. Oder umgekehrt, es auf eine kommerzielle Art feiern, ohne echte Bedeutung für sich. Dabei kann Ostern uns im Jahreskreis so viel Kraft und Sinn geben – aber nur wenn wir auch mit unserer geistigen Haltung dahinter stehen.

Während in den meistern Sprachen die Bezeichnung für das große Frühlingsfest an das hebräische Pessachfest angelehnt ist, ist die etymologische Herkunft von „Ostern“ wohl der altgrieschische Name der (göttlichen) Morgenröte oder vielleicht auch die germanische Frühlingsgöttin Ostara. Letztere wird übrigens mit einem Hasen auf ihrem Arm dargestellt, das Symbol der Fruchtbarkeit. Unumstritten hingegen ist, das unsere Osterbräuche heidnische Wurzeln haben, die wiederum ihrerseits die Bilder in den gerade vorherrschenden Naturgegebenheiten widerspiegeln. So ist auch die christliche Umdeutung der heidnischen Frühlingsfeste in die Auferstehung Jesus Christus zu verstehen: er hat den Tod überwunden, so wie im Frühling die scheinbar tote Samen und ruhenden Bäume und Pflanzen zu neuem Leben erwachen.
Wir können jetzt in der Natur beobachten, wie die Vögel ihre Nester vorbereiten, wie die neu geborenen Lämmchen und Zicklein auf den Weiden um ihre Mütter herumspringen und die Kröten sich auf die Wanderung begeben. Die Knospen der Bäume öffnen sich und unter dem toten Laub des Waldes streckt sich neues Leben empor. Wenn wir in der Natur nach solchen Frühlingsboten Ausschau halten, helfen diese Bilder den Kindern, und auch uns Erwachsene, das Fest und seine Symbole, seine Metaphern zu verstehen, und die geistige Haltung dahinter für uns selber einzunehmen.

Die sich zeigende und auf das Neue entfachte Lebenskraft, das Wiederaustreiben des vermeintlich Toten, die Fruchtbarkeit, der Beginn des immer wiederkehrenden Kreislaufs – wenn ich nicht den Glauben an die christliche Auferstehungsgeschichte teile, so kann mir vielleicht die jahreszeitliche Spiritualität, der Einklang mit der Mutter Erde, Grund zum Feiern geben.

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2. Ostereier

Fast jedes Volk hat andere Vorstellungen von der Entstehung der Welt entwickelt. Das Ei als Urbild des Lebens zwischen Himmel und Erde, ist Teil vieler Schöpfungsmythen, und  an Ostern, gilt ihm unsere ganze Bewunderung.

Schmuckvoll verziert, jedes Ei als kleines Kunstwerk, so kennt man zum Beispiel die sorbisches Eier. Aber auch die alten Ägypter (davon geht man heute aus), haben schon gefärbte Eier als Grabbeigabe gespendet.

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Neben den ausgeblasenen Eiern, die meine Kinder auf ganz unterschiedliche Art und Weise verzieren, und die ich jedes Jahr aufhebe, färbe ich die gekochten Eier am liebsten mit natürlichen Farben. Für blaue Eier nehme ich Rotkohl, Kurkuma für gelbe, und rote Beete für rötliche Eier. Auf 1 1/2 Liter Wasser kommen 1/4 vom Rotkohlkopf, zwei kleine Beete oder 1 EL Kurkuma, zusammen mit einem Schuß Essig. Ich reibe die Eier außerdem auch mit Essig ab, bevor ich sie im Färbebad aufkoche und langsam wieder abkühlen lasse. Die intensivste Farbwirkung bekommt man, wenn man die Eier über Stunden (vielleicht sogar über Nacht) im Sud ziehen lässt.

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3. Osterhase

Der Hase steht natürlich auch für Fruchtbarkeit und bringt, sowie versteckt die bunten Ostereier im Garten. Besonders gerne mag ich „das Ostermärchen“ von Christian Morgenstern, das nicht nur die Geschichte des Osterhasen erzählt, sondern auch die des (heidnischen) Osterfestes.

Erinnert Ihr Euch noch an die Knospenmäntelchen der Magnolien, die ich gefunden hatte? Sie sahen ja schon aus wie kleine, flauschige Hasenohren, da lag es nahe, sie auch als solche zu verwenden. Zusammen mit zwei unterschiedlich großen Holzkugeln und einem Stück Band ist der Hase dann auch perfekt für den Osterstrauch.

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4. Ostergras

Das Samenkorn, das beerdigt und zur Ruhe gebettet wird und dadurch zum Leben erwacht –  das ist die starke Symbolik, die hinter der Tradition des Ostergrases steckt. Besonders schön finde ich aber den Jahreszeitenbogen, den wir durch das Getreide über das Jahr hinweg spannen. Vom Samenkorn, das vom Herbst über den Winter ruht,  zur Pflanze im Frühjahr und Sommer, von der reifen Ähre im Spätsommer zum Mehl im Herbst und schlussendlich zum Brot. Damit der Zusammenhang den Kindern begreiflich wird, pflanzen wir den Osterweizen nach Ostern in den Garten und lassen ihn Getreideähren bilden.

 

5.  Osterfeuer

Bei (fast) jedem germanisch-heidnischen Fest oder den Festen alter Kulturen spielt das Feuer eine große Rolle. Als Huldigung der Sonne, Reinigung, Vertreibung des Bösen oder Begrüßung bzw. Verabschiedung einer Jahreszeit. Das christliche Osterfeuer entstammt den heidnischen Frühlingsfeuern, die als Begrüßung der erstarkenden Frühlingssonne angezündet wurden.

Ich mag die Tradition des Osterfeuers, zu dem wir jedes Jahr zu Freunden eingeladen sind. Wenn alle schweigend in das gerade entfachte Feuer schauen, die Wärme des Feuers der kalten Frühlingsnächte trotzt und selbst die Kinder für einige Momente einfach nur innehalten und staunen.

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Wie feiert ihr das große Frühlingsfest?

Ich wünsche Euch frohe Ostern und sonnige Frühlingstage!

Liebe Grüße ♥

Leni