Frau Holle und der Holundersirup

Holunder

Mitte August (manchmal auch ein wenig später) ist Holunderbeerenzeit. Jetzt glänzen die tiefschwarzen Beeren, die sich in Trauben an den Holundersträuchern befinden- so fern man im Frühling nicht alle Blütendolden für Sirup abgeschnitten hatte 😉 .

Holunder1

Wir haben gleich mehrere Holundersträucher auf unserem Grundstück (ist man abergläubisch, so darf man sie auch nicht entfernen; das würde Unglück bringen), aber trotzdem fiel die Ernte der Holunderbeeren an diesem Wochenende eher mau aus. Dieses Jahr waren die Vögel wohl sehr hungrig. Für die Kinder war der Zwetschgenbaum interessanter – kann man diese Früchte doch sofort genießen. Denn die Holunderbeeren sind roh giftig und werden erst durch Erhitzen genießbar.

Erntekorb1

Den Holundersirup mache ich so:

Nach dem Waschen trenne ich die Beeren mit Hilfe einer Gabel von Stielen und sortiere die noch unreifen Beeren aus. Bleiben ein paar Stielreste übrig, ist das nicht schlimm. Die Beeren kommen in einem Topf, ein fingerbreit Wasser darüber und werden einmal aufgekocht. Danach lasse ich sie noch 5 – 10 Minuten köcheln. Über einen zweiten Topf breite ich ein Tuch aus (ich nehme immer gerne die alten Spucktücher meiner Kinder) und fülle die Beerenmasse hinein. Der Saft tropft durch das Tuch in den Topf, die restlichen Bestandteile bleiben zurück. Ist die Masse abgekühlt, wringe ich das Tuch noch einmal richtig aus und presse den restlichen Saft durch. Fertig ist der Holundersaft. Damit er haltbar wird, koche ich ihn erneut auf, diesmal mit Zucker. Das Verhältnis Saft zu Zucker ist Geschmackssache. 2 zu 1 (also 2 Teile Saft, ein Teil Zucker) ist mein Mischverhältnis, ich habe aber auch schon Rezepte gesehen, in denen das Mischverhältnis 1 zu 1 ist. Einmal aufgekocht bis der Zucker sich aufgelöst hat, fülle ich den Sirup dann in vorher sterilisierte Flaschen (oder wie in diesem Jahr in nur eine Flasche). Haltbar ist der Sirup (verschlossen) bis zu einem Jahr.

Holunderbeeren

Was kann man mit dem Sirup machen? Der Holunder ist ein altes Heilmittel. Die Beeren enthalten viel Vitamin C und sollen das Immunsystem stärken. Ich mische den Sirup mit heißem Wasser sobald sich eine Erkältung bei mir oder vor allem bei den Jungs bemerkbar macht. Und weil die Erkältungen und grippalen Infekte uns ja meistens in der kalten Jahreszeit plagen, erzähle ich meinen Kindern, während sie das Heißgetränk zu sich nehmen, das Märchen von Frau Holle. Im bayrischen Raum heißt der Holunder auch Hollerbusch, daran erkennt man schon den etymologischen Ursprung zu der germanische „Mutter Erde“, der Göttin Holder oder Holla. Ihr Sitz war  – der Holunderstrauch. Aus Holda wurde dann Frau Holle, die alte Frau in der Anderswelt, die die Fleißigen belohnt und die Faulen bestraft. Schüttelt Frau Holle im Märchen der Gebrüder Grimm ihr Bettzeug aus, so fängt es auf der Erde an zu schneien (in der winterlichen Erkältungshochzeit ein gern gesehenes Szenario). Und damit sich der Kreis nun wieder schließt: ich bin mir sicher, dass die magische Frau Holle dem Holunder seine Wirkkraft gibt (erzähle ich den Kindern). Und siehe da, es geht ihnen (meistens) nach dem Getränk schon viel besser :-).

Holundersirup

Ich wünsche Euch einen guten Start in die Woche!

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Garten Mitte August

Mirabellenernte

Der August belohnt uns so reichlich. Nach den drei Wochen, die wir in Schweden waren, lief ich zu allererst in den Garten, um zu sehen was reif war, was wir verpasst hatten oder was die Sommerhitze nicht überlebt hatte. Und zum Glück mussten wir nur ein Todesopfer beklagen: den Rasen. Aber da man ihn nicht essen kann, was soll´s. So müssen wir ihn auch nicht mähen (und säen einfach im Herbst nochmal nach).

Kürbisleiter

Den Kürbissen hatten wir im Mai eine Leiter gebaut. Mit etwas Hilfe, klettern sie jetzt bis ganz nach oben und lassen ihre Früchte dekorativ baumeln. Das weckt in mir die Vorfreude auf den Herbst und auf Kürbissuppe.

Mangold

Wirsing

Die Fülle des Sommers. Mangold, Bohnen, Gurken, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch und der erste Wirsing. Über einen Teil des Rot- und Weißkohls haben sich die Raupen so sehr darüber hergemacht, dass kein Blatt mehr übrig geblieben ist. Dafür schwirren jetzt sehr viel mehr Kohlweißlinge durch die Luft als vor unserem Urlaub ;-).

Und Mirabellen. Letztes Jahr trug unser Baum nicht eine einzige Frucht – dieses Jahr hängt er proppenvoll. Neben Kuchen und Kompott fehlt mir einfach die Zeit zur Verarbeitung (die Tomaten hängen ebenfalls in der Warteschleife), so dass ich wohl einen Teil einfrieren muss. Dachte ich. Bis meine Jungs eine Geschäftsidee hatten…

Mirabellen1

Aus einer alten Weinkiste und Kantholz bauten sie sich einen Mirabellen-Verkaufsstand!

obststandbauen

obstand

obststand1

Mit dem selbstgebauten Stand, den Mirabellen in Pappschachteln und viel Geduld setzten sie sich vor unser Haus auf die Straße und warteten auf Kundschaft (hier kommt nicht oft jemand vorbei). Und tatsächlich: ein paar Schachteln wurden sie los, wenn auch mehr verschenkt als verkauft. Aber es machte ihnen viel Spaß und zur Belohnung gab es dann warmen Mirabellenkuchen (mit Schlagsahne, yumyum).

Mirabellenkuchen

Neben dem Obst und Gemüse freue ich mich auch gerade sehr über die Blumen, Kräuter und die ersten Samen. Die Zinnien und Ringelblumen blühen unermüdlich und in immer neuen Farbvariationen. Damit ich für das nächste Jahr genügend Saatgut habe, sammele ich jetzt schon die trockenen Schoten von den Wicken, Radieschen und den Bohnen, den Samen von Dill und Fenchel, Kapuzinerkresse und Rucola und vielem mehr ein. Die Kräuter bündele ich zum Trocknen oder lege sie ausgebreitet auf ein Küchentuch. Bei den sommerlich-trockenen Wetter dauert es nur wenige Tage bis sie durchgetrocknet sind.

Sommerblumen

Zinnie1

Kräuter

Der August gehört definitiv dem Garten. So viel was abgeerntet und verarbeitet werden will (oder einfach direkt gegessen wird). So viel was gerade heranreift. Habe ich Euch schon von den Brombeeren erzählt oder den jetzt schon reifen Trauben (viel zu früh)? Ach, ich könnte hier noch so viel schreiben – aber die Küche wartet auf mich. Oder genauer gesagt, die Tomaten wollen zu Soße und Ketchup verarbeitet werden. Und dann ist heute auch wieder eine Sternschnuppen-Nacht. Das wird ein langer Abend…:-)

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntagabend!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Garten Anfang Juli

bunteKartoffeln

Herzliche Grüße aus dem Garten! Das Wochenende haben wir größtenteils dort verbracht. So viel was wir im April und Mai in die Erde gebracht haben, belohnt uns jetzt mit reichlicher Ernte (und das obwohl der Juni so trocken war) und will entweder sofort gegessen oder eingelagert, eingekocht und eingelegt werden.

einlegen

Während die Jungs draußen damit beschäftigt waren die Beete (und sich selber) ordentlich zu wässern, habe ich einen Teil der Gartenschätze in die Gläser gebracht. Für die Einlegegurken, die bunten Beete und vieles andere mehr (z.B. Bohnen, Zwiebeln, Blumenkohl) habe ich ein ganz einfaches (Mixed-Pickles-) Rezept:

1 l Wasser, 1/2 l Essig, 4 EL Zucker, 2 EL Salz und Gewürze (z.B. Senfkörner, Dillblüten, Pfeffer, Nelken) nach Geschmack. Den Essigsud aufkochen, Gläser sterilisieren, Gemüse und Gewürze in die Gläser schichten, Sud heiß darüber geben, Deckel draufdrehen und die Gläser stürzen.

einlegegurken1

Ich liebe den Anblick des sich füllenden Vorratsregals. Auch wenn es für uns heute vielleicht keine so große Bedeutung mehr hat Vorräte für den Winter anzulegen, da uns zu jeder Zeit Lebensmittel zur Verfügung stehen, so löst dieses halbvolle Vorratsregal in mir doch ein Gefühl der Zufriedenheit und der Sicherheit aus. Vielleicht steckt in uns doch noch viel von unseren Vorfahren (oder vielleicht ein animalischer Eichhörnchen Instinkt?).

gurkensalat

Alles, was bereits an Einlegegurken zu groß geworden war (unter den Gurkenblättern verstecken sich die Früchte nur zu gerne) und nicht mehr in Gläser passte, habe ich zu einem Gurkensalat verarbeitet. Mit Joghurt, Dill und Borretsch – so herrlich erfrischend.

tomatenhand

Was nun (sehr zur Freude der Kinder) auch endlich reif geworden ist, sind die Tomaten. Vor einer Woche dachte ich noch, sie werden nie reif. So lange hingen sie grün (oder dunkel lila) an den Pflanzen. Doch dann schimmerte plötzlich bei den ersten Früchten die Farbe durch und es ging ruppdiwupp.

Selten schafft es übrigens eine von den kleinen Tomaten in die Küche – gerade die Wildtomaten und die Kirschtomaten sind so süß und aromatisch, dass sie von der Hand direkt in den Mund wandern. Und das muss auch so sein, finde ich. Tomatensoße und Sugo lassen sich eh viel besser aus den dicken Strauch- und Fleischtomaten herstellen.

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Bei Erbsen kann man den richtigen Zeitpunkt für die Ernte sehr leicht erkennen (die Erbsen zeichnen sich unter Schote dann ein wenig ab). Den richtigen Zeitpunkt um (Früh-)Kartoffeln zu ernten, kann ich mir nie merken. Muss das Kraut gelb sein? Oder reicht es, wenn die Blüten verwelkt sind? Oder muss die Pflanze noch blühen? So kommt es, dass wir jedes Jahr spätestens Anfang Juli anfangen ein paar Kartoffeln auszugraben, um nach zu schauen, ob sie schon groß genug sind (Geduld ist nicht so unsere Stärke). Sind die Jungs dann einmal in Goldgräberstimmung gekommen, ist es immer schwer sie zu bremsen. So auch dieses Wochenende. Ist es doch fast wie Magie, dass an der Stelle, an der wir die eine Kartoffel im Frühjahr vergraben haben, im Juli plötzlich 5 oder 8 Kartoffeln liegen, und darauf warten wie ein Schatz aus der Erde gehoben zu werden.

Kartoffelernte

So viel mehr könnte ich Euch noch aus dem Garten erzählen und zeigen. An jeder Stelle poppt gerade irgendetwas auf oder hoch. Blumen, Bohnen, Zucchini. Oder ist von heute auf morgen verschwunden. So wie mein Knoblauch. Dort wo er gestanden hat, sind jetzt nur noch Löcher (ich habe sehr stark Familie Wühlmaus in Verdacht). Die Jungs werden sich sicher auf die Lauer legen…

Wie sieht es bei Euch gerade im Garten aus? Ich würde mich sehr über Eure Berichte und Geschichten freuen. Oder habt Ihr einen Blog? Dann hinterlasst doch einfach einen Link in den Kommentaren, so dass wir alle vorbei schauen können :-)!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Sonntagsglück
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Kräuterzeit

Kräuterbündel

Auf der einen Seite genießen wir die Fülle des Sommers, die bunten Blumen, das reichliche Angebot an Obst und Gemüse, die vielen verschiedenen Kräuter, auf der anderen Seite müssen wir jetzt schon ein wenig an den Winter denken. Das erinnert mich an die Maus Frederick von Leo Lionni (muss ich das jetzt als Werbung kennzeichnen? – also gut: Werbung, unbezahlt), die, während alle anderen Mäuse Essen für den Winter horten, Farben und Erinnerungen sammelt. Vielleicht ist gut, sich einen Vorrat von beidem anzulegen. Und vor allem auch an Kräutern.

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Überall bei uns verteilt hängen und trocknen gerade Kräuter. Für meinen Gewürzschrank – z.B. Liebstöckl (für Wintersuppen), Rosmarin, Bohnenkraut, Thymian, Oregano (Pizza), Minze und Salbei, Estragon im Essig.  Für meine Teemischungen – z.B. Ringelblumen, Malven, Kornblumen, Beerenblätter, Zitronenverbene, Minze, Fenchel, Frauenmantel.

Da es gerade jetzt im Sommer so viele Kräuter sind, die ich konservieren möchte, habe ich mir aus Stöcken (wenn wir eins durch die Jungs immer im Garten haben, dann sind das Stöcke) und Haken zum Eindrehen mehr Platz zum Trocken von Kräutern geschaffen.

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Für Ölauszüge, Salben und Tinkturen – z.B. Johanniskraut, Ringelblumen, Spitzwegerich.

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Und für Räucherbündel. Das mache ich allerdings zum allerersten Mal. Aus dem Garten und von der Wiese hinter unserem Haus habe ich mir eine Königskerze, Beifuß, Rosmarin und Salbei besorgt und mit Naturfaserschnur zu länglichen Bündeln zusammengeschnürt (mit ein wenig Übung sehen sie vielleicht bald noch besser aus).

Räuchersticks

Nun trocknen die Bündel hängend, werden danach bis zum Winter aufgehoben und dann zur Reinigung zwischen den Jahren oder zum Jahresanfang geräuchert. Ich bin gespannt!

Kräuterstrauß

Wenn man einmal in die Welt der Kräuter, ihre Heilwirkungen und ihren Geschmack eingetaucht ist, kommt man aus dem Staunen (und dem Sammeln) kaum wieder heraus. Zumindest geht mir das  so. Denn nicht nur unsere Gemüsebeete werden jedes Jahr größer, auch die Kräuter bekommen jedes Jahr mehr Platz.

Ich wünsche Euch ein traumhaftes Sommerwochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

 

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Johannisfest

Mittsommer2

Unser Wochenende stand im Zeichen der Sommersonnenwende. Der Jahreskreis ist nun zur Hälfte beschritten, die Sonne hat ihren höchsten Stand. Die längsten Tage und kürzesten Nächte im Jahr haben die Menschen schon vor Hunderten von Jahren zum Feiern angeregt. Mit dem 24. Juni legte die Kirche über die heidnischen Sommersonnenwendenfeste den Geburtstag des Täufers Johannes. Das Johannisfest liegt der „heiligen Nacht“, dem „Heiligabend“ am 24. Dezember, im Jahreskreislauf genau gegenüber.

Blumenkränze für die Kinder, Sonnenbrot, Lagerfeuer, Kräuterbuschen, Glühwürmschensuche und Johannisbeeren. Wir feiern jedes Jahr unser eigenes kleines Johannisfest und laden uns liebe Freunde dazu ein. Dieses Jahr mussten wir das Johanni-Feuer und die Glühwürmchensuche leider absagen, genauso wie das gemeinsame Essen im Garten (das Essen fand dann einfach im Haus statt) – der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Johannisbeeren

Was aber auf jeden Fall blieb, war unsere traditionelle Johannisbeerenernte. Die schon dunkelroten, süßen Beeren, haben wir während einer Regenpause geerntet und zusammen verarbeitet.

Johannisbeerenpflücken

Fast 3 kg Johannisbeeren wanderten durch die Hände (und in die Münder) der Kinder. Den größten Teil kochten wir als Gelee ein. Mit dem süßen Duft dampfender Beeren in der Nase, erinnerten wir uns daran, wie viel Freude uns im Winter der Geschmack des Sommers in Form von Marmeladen und Gelees doch macht. Ach, wenn man doch den ganzen Sommer irgendwie konservieren könnte…

Johannisbeergelee

Der andere Teil der Johannisbeeren wanderte auf den Kuchen. Das Rezept dafür ist ganz einfach, die Kombination aus süßen Mandel und säuerlichen Beeren einfach mhhhh.

Johanisbeerkuchen

Für den Teig:
250gr Sahne
150 gr Zucker
1 EL (oder 1/2 Päckchen) Vanillezucker
300gr Mehl
4 Eier
1 Prise Salz
Zitronensaft
Alles verrühren, auf ein gefettetes Backblech streichen und bei 200 Grad Umluft 15 Minuten backen.
Für den Belag:
125 gr Butter
150 gr Zucker
1 El Vanillezucker (oder 1/2 Päckchen)
4 EL Milch
200 gr gehobelte Mandeln
200-300 gr Johannisbeeren
Belag auf den vorgebackenen Kuchenteig streichen, Johannisbeeren verteilen und abermals bei 200 Grad 10-15 Minuten im Ofen backen.

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Um die Sommersonnenwende herum ernten wir auch viele Kräuter aus dem Garten als Gewürzmittel, für  Teemischungen, Salben und Räucherbündel. In einem der nächsten Beiträge erzähle ich Euch mehr darüber :-).

Liebe Grüße

Leni

 

Wie andere Familien das Sommersonnenwen-Wochenende verbracht haben,
kann  man bei WiB nachlesen.

 


Mhh, Radieschenschoten! Plus zwei leckere Varianten sie zu essen.

Rattenschwanzradieschen

Wir haben im Frühjahr wirklich viele Radieschen in diesem Jahr geerntet. Milde, scharfe, weiße, senfgelbe, violette, rosa-weiße, dicke runde und längliche. Auch bei den Radieschen findet man eine große Vielfalt, wenn man danach sucht (und gerne Radieschen isst ;-). Als aber der Mai mit seinen wunderschönen und heißen Tagen ins Land zog, konzentrierten sich die Radieschen nicht mehr auf die Knollenbildung, sondern fingen an Blütenstengel gen Himmel zu schieben. Damit ist das Radieschen an sich futsch, schließlich befindet sich in der Erde jetzt keine saftige Knolle, sondern nur eine holzige Wurzel. Aber: es gibt drei Gründe die Radieschenpflanze jetzt trotzdem im Beet stehen zu lassen.

1. Die schönen weißen und rosa farbenden Radieschenblüten sind überaus beliebt bei Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten.

2. Lässt man die Pflanze sich versamen, hat man direkt Saatgut für das nächste Jahr.

3. Radieschenschoten sind super lecker! Sobald die Blüten verblüht sind, wachsen an deren Stelle grüne Schoten. Diese sind erst lang und dünn, bevor sie später knubbelig werden. Und genau dann, wenn sie nicht mehr ganz dünn, aber auch noch nicht knubbelig und gelb sind, dann schmecken sie richtig knackig. Wonach? Na, nach Radieschen!

Wir verwenden sie einmal roh im Salat, zum Snacken für zwischendurch oder kurz angedünstet. Und das sind meine zwei Lieblingsrezepte mit Radieschenschoten:

Bulgursalat mit Radieschenschoten

Bulgursalat

Den Bulgur nach Packungsanweisung zu bereiten, den Spargel blanchieren, das übrige Gemüse klein schneiden. Für das Dressing 3 EL Öl (ich nehme gerne Raps-, oder Olivenöl) mit 2 EL Weißweinessig, 1 TL Senf, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker verrühren und abschmecken. Ich nehme den Salat gerne im Glas mit zum Picknicken oder gebe ihn meinen Mann mit für die Mittagspause. Dafür fülle ich unten das Dressing rein und schichte dann angefangen mit dem Bulgur die Zutaten in das Glas. Kurz vorm Verzehr einfach das Glas schütteln und den Salat dadurch vermischen.

SalatimGlas

Reispfanne mit Radieschenschoten

Reispfannezutaten

Den Reis nach Packungsangabe zubereiten. Alle anderen Zutaten in einer Pfanne mit Olivenöl und ein wenig Wasser andünsten. Mit dem garen Reis die Pfanne auffüllen und mit Salz, Pfeffer und (wer mag) ein wenig Soja-Sauce abschmecken.

Reispfanne1

Beide Gerichte sind vegan und genauso wie sie sind super lecker. Zum Bulgursalat passen aber auch prima ein paar Fetawürfel und in die Reispfanne gebe ich gerne noch ein Ei dazu (wenn wir gerade eins da haben ;-)).

Radieschenblüten

Also: nicht mehr ärgern über im Beet vergessene oder plötzlich geschossene Radieschen, sondern sich einfach Radieschenschoten knabbern 🙂

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Im Garten Ende Mai

hochbeetgießen

Nachdem wir hier die Pfingstferien sehr genossen haben, viele Ausflüge und Touren gemacht haben und irgendwie ständig beschäftigt waren, komme ich erst heute dazu, Euch mal wieder etwas aus unserem Garten zu berichten. Getan hat sich in den letzten Wochen hier sehr viel – aber schaut selbst!

Kirschen

Den Kirschbaum haben wir vor 9 Jahren gepflanzt, und dieses Jahr trägt er das erste Mal üppigst Früchte (die Jahre davor waren es gerade mal 3 Kirschen). Reif sind sie noch nicht, auch wenn sie jetzt schon sehr appetitlich aussehen. Ob sie in drei bis vier Wochen (dann, wenn sie hoffentlich köstlich schmecken) auch noch am Baum hängen, ist mehr als fraglich. Nicht nur die Vögel lauern schon, auch meine Jungs stibitzen immer wieder welche voller Ungeduld.

Kartoffelacker

Dem Kartoffelkraut kann man beim Wachsen förmlich zu schauen. Genauso wie den Bohnen, von denen wir heute erst die letzten Pflanzen in die Erde gebracht haben. Ich ziehe sie übrigens immer vor, um ihnen einen Vorsprung zu verschaffen und sie so vor den Vögeln und den Schnecken zu schützen und häufele sie beim Einpflanzen ein wenig an, damit sie ihren Weg nach oben zur Rankhilfe direkt finden. Und anhäufeln muss man wiederum auch wieder die Kartoffeln, sobald das Kraut sich mehr als ca. 10 cm zeigt, um die Knollenbildung (hallo leckere Früh-Kartoffel!) zu fördern.

bohnen

Nach den Radieschen und den Salaten, sind jetzt auch die Kohlrabi fällig. Wir ernten jetzt schon täglich ein bis zwei Exemplare, auch wenn sie noch recht klein sind, weil wir den Platz für die Nachsaat von Salaten und roter Beete brauchen. Begeistert bin ich jedes Jahr aufs Neue von der Farbe der violetten Sorten. So schön! Und fast Ton in Ton mit den Blüten des Rhododendron, der jetzt alles gibt und den Hummeln und Bienen ein Festbankett bietet.

Kohlrabi

Ja, alles wächst und blüht gerade im Garten, summt und brummt und lädt dazu ein zu zugucken und zu staunen, zu verweilen und einfach zu genießen. Den Duft der Pfingstrosen zum Beispiel. Oder den Fenchel, frisch aus dem Beet. Den genießen allerdings nicht nur wir, sondern auch die Wühlmäuse. Aber, ach, leben und leben lassen.

imgras

Und weil der Mai sich gerade sehr sommerlich gibt, machen wir das, was ich so sehr am Sommer liebe: so lange und so viel draußen sein, wie es nur geht. Sonnenstrahlen im Gesicht, laue Luft auf der Haut und mit Freunden unter freiem Himmel zusammen essen. Liebe Mai (und auch Juni), mach bitte so weiter!

Terrassenparty

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße

Leni

 

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Gänseblümchensalbe

Gänseblümchensalbe

Wenn 15 Gänseblümchen unter einem Fuß passen ist es Frühling – und die beste Zeit  Gänseblümchensalbe herzustellen! Was nach einem Balsam für süße, niedliche und sanfte Kinder anhört, ist in Wirklichkeit etwas für die ganz Wilden: Gänseblümchen stehen in Sachen Heilwirkung gegen Stöße, Prellungen und Blutergüsse der Arnkia (wer kennt sie nicht, die Arnika-Globuli?) in nichts nach und bilden somit eine gute Grundlage für eine Salbe gegen blaue Flecken. Während die Arnika-Pflanze jedoch bei uns in Deutschland (und auch in einigen anderen Ländern) auf der roten Liste der bedrohten Pflanzenarten steht, wächst das Gänseblümchen ganz ungeniert auf (fast) jedem Rasen.

Gänseblümchen

Was man braucht:

  • 2 – 3 Hände voll Gänseblümchen
  • 100 ml gutes Olivenöl
  • 15 gr Bienenwachs
  • 3 gr Lanolin (Wollwachs)
  • wenn man möchte, noch ein paar Tropfen eines ätherischen Öls (Lavendel, Orange, oä.)

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Wie man es macht:

Zuerst stellt man einen Ölauszug her. Das kann man auf zwei Wegen machen:

Für den kalten Ölauszug:

Die Gänseblümchenköpfe ein paar Tage trocknen lassen und dann in ein Glas legen und mit gutem Olivenöl auffüllen, bis alles bedeckt ist.  Auf der Fensterbank dann die Gläser für ca. 4 Wochen stehen lassen (täglich schütteln). Der kalte Auszug ist schonender, aber auch zeitaufwendig und birgt die Gefahr, dass die Pflanzenteile anfangen zu schimmeln.

Für den warmen Ölauszug:

Die Gänseblümchenköpfe liegen lassen, bis alle möglicherweise mit eingesammelten Tierchen fliehen konnten. Dann die Gänseblümchen in ein Glas füllen und mit Öl übergießen. Das Glas in ein heißes Wasserbad für 60 – 90 Minuten (bei 40 – 80 Gard) stellen. Danach noch einmal 2-3 Tage verschlossen nachziehen lassen.

Das Öl, nach dem Kalt-, oder Warmauszug,  wird dann durch ein Baumwolltuch (z.B. ein Moltontuch) abgeseiht. Das bedeutet, man trennt jetzt gründlich die Pflanzenteile von dem Öl. Anschließend wiegt man das Öl und das Bienenwachs ab. Auf 100 ml Öl kommen ca. 15 gr (reiner) Bienenwachs. Öl und Bienenwachs werden dann im Wasserbad erwärmt, bis der Wachs flüssig geworden ist. Ich füge gerne noch etwas (ca. 3 Gramm) Wollwachs hinzu, der die Salbe etwas geschmeidiger macht. Allerdings verkürzt er auch die Haltbarkeit der Salbe. Unter Rühren lässt man das Gemisch wieder abkühlen und kann ganz zuletzt ein paar Tropfen von einem ätherischen Öl hinzufügen, bevor man es in Tiegel abfüllt und aushärten lässt. Die Tiegel, die nicht sofortigen Gebrauch bestimmt sind, werden beschriftet und dann kühl, trocken und dunkel gelagert und sind ca. 1 Jahr haltbar.

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Anwendung:

Die Gänseblümchensalbe wird äußerlich angewendet bei blauen Flecken, Quetschungen und Prellungen.

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Neben der Gänseblümchensalbe gehört zu unserem Salbentrio für wilde Kinder auch noch die Spitzwegerichsalbe bei Brennesselquaddeln, Insektenstiche und Wunden und die Ringelblumensalbe für Schürfwunden und rissige Haut. Beide Rezepte gibt es hier.

So, wir sind gerüstet – für die kurze-Hosen-draußen-Abenteuer-Erlebnistage!

Liebe Grüße

Leni

 

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EiNab

 

 


5 Dinge

HochbeetSalat

5 Dinge, die mich gerade glücklich machen:

1.Salat. Ich liebe Blattsalate. Und wer dabei an lieblose Lollo Rosso – Tellerdekoration oder in Plastik eingepackten Supermarkt-Kopfsalat denkt und sich gerade schüttelt, dem sei gesagt: Salat kann so viel mehr sein. Über die Jahre hinweg habe ich einige Blattsalate probiert und immer wieder neu zusammengestellt, bis es passte – im Beet, wie auf dem Teller. Knackiger Romana, Laibacher Eis und Batavia, würzige Ruccola, milder Goldforellenkopfsalat und Hirschzunge. Dazu ein paar Radieschen, Schnittlauch, Dill oder Wildkräuter und Himbeeressig – fertig ist der Frühlingssalat.

Salat

Viele Salate, die Köpfe bilden kann man übrigens ebenso wie Pflücksalat behandeln. Ich nehme hier und da ein paar (äußere) Blätter weg und mische so die einzelnen Sorten für meine Salatschüssel.

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2. Jahreszeitentische. An andere Stelle habe ich schon einmal erzählt, dass wir eigentlich keinen „klassischen“ Jahreszeitentisch haben, sondern jedes Kind hat in seinem Zimmer eine Stelle, um Fundstücke und andere Sachen dem Monat entsprechend zu dekorieren. Während das bei den beiden größeren Kindern hauptsächlich Steine und Kuriositäten sind (zum Beispiel letztens ein plattgefahrener Frosch – bäh, den habe ich sofort wieder entfernt), sind es bei den beiden jüngeren Jungs auch Püppchen, Karten, Zwerge und Bilder. Bei dem einen Kind ist der Jahreszeitenplatz die Fensterbank, beim anderen die Kommodenfläche, beim dritten Kind das Spielhaus. Für eben jenes habe ich Anfang Mai zusammen mit den zwei kleineren Kindern einen Mini-Maibaum gebastelt.

Mit Buchs und Draht habe ich einen kleinen Kranz gebunden, den die Kinder mit Krepppapierstreifen bestückt haben. Die Stange des Maibaums ist ein Papierstrohhalm, den ich oben kreuzförmig eingeschnitten habe.

Es ist so schön zu sehen, wie fantasievoll die Kinder ihre Tische schmücken, damit spielen und ständig neue Dinge ergänzen. Die gefilzten Bienen sind noch vom letzten Jahr, die Maiglöckchen aus unserem Garten und die blauen Bilder sind Solardrucke.

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3. Pusteblumen. Die Löwenzahnwiese hat sich nun in ein Pusteblumenmeer verwandelt und lädt ein sich etwas zu wünschen. Und wenn einem gerade nichts einfällt, kann man die Samenstände ja auch einfach so lange in einem Wunschglas sammeln.

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4. Unser Garten zu Gast bei „Was für mich“! Claudias Blog ist immer eine Inspiration für mich, ihre Fotos und Geschichten sind immer so stimmungsvoll. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, unseren Garten und Tipps für Neugärtner dort wiederzufinden (juhu).

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5. Holunderblüten. Der Holunder steht seit gestern in Blüte und das bedeutet, es gibt endlich Nachschub an Holünderblütensirup. Der ist nämlich wiederum die Hauptzutat in meinem Lieblingssommerdrink, dem Hugo. Die lauen Sommernächte dürfen jetzt kommen. Cin – Cin!

Holunder

Was macht Euch gerade glücklich?

Ich wünsche Euch ein sonniges Wochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

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Unser Lieblingsgetränk im Frühling: Rhabarberschorle!

Rhabarberschorle

Das ist er wieder – der Rhabarber! Er gehört bei uns mit zum Frühling wie der Spargel, der Bärlauch und die ersten Erdbeeren. Ich freue mich schon im März über die ersten roten Knospen, die sich durch den kalten Boden schieben, immer dann wenn ich denke, dass der Rhabarber es diesen Winter nicht geschafft hat und erfroren ist (ein wenig Stroh schützt ihn aber vor dem strengen Frost). Mittlerweile haben wir 5 Rhabarberpflanzen im Garten, die jedes Jahr üppiger wachsen und genügend Stangen bilden, um uns mit Kompott, Kuchenbelag und Saft zu versorgen.

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Und gerade der Rhabarbersaft, bzw, die Schorle, die wir daraus machen, ist bei meinen Jungs heiß begehrt (allein schon wegen der tollen Farbe). Das Rezept dafür ist ganz einfach:

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Für 2 Liter Saft drehe ich 4 – 5 Stangen aus, schneide die Blätter ab, wasche sie und schneide sie in Stücke. Zusammen mit 1, 5 l Wasser und 200 Gramm Zucker (wer es süßer mag, nimmt mehr Zucker) kommen sie in einen Topf und dürfen nach dem Aufkochen noch 15 Minuten weiterköcheln. Danach den Saft abseihen (durch ein Sieb oder Mulltuch) und in saubere Flaschen abfüllen. Fertig!

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Der Saft hält sich im Kühlschrank ungefähr 2 Tage und schmeckt als Schorle mit Mineralwasser gemischt absolut erfrischend und leicht herb-säuerlich.

saft

Diese Apriltage gerade sind wirklich traumhaft. Es duftet nach Frühling und fühlt sich an wie Frühsommer. Die frisch gewaschene Wäsche weht im Wind, unsere Hühner nehmen ein Sonnenbad und die Kinder laufen barfuß durch den Garten. Und mir bleibt nur eins übrig: genießen!

Ich wünsche Euch ein wunderbar entspanntes Wochenende!

Liebe Grüße

Leni

 

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