Äpfel filzen

gefilzteäpfelhand

September ist Apfelzeit. Unsere Apfelwimpelkette flattert wieder im Baum und gerade erst am Wochenende waren wir (wie jedes Jahr) auf der Plantage zum Äpfel pflücken. Ein paar Tage zuvor habe ich mit allen Kindern im KiGa Äpfel gefilzt und weil die so schön geworden sind und ich so viele Anfragen für eine Anleitung danach hatte, habe ich mich zu Hause noch einmal mit meinem großen Sohn ans Werk gemacht, einen Apfel nachgefilzt, die Arbeitsschritte fotografiert und für Euch beschrieben. Los geht´s!

Man benötigt:

naturbelassene Rohwolle * Filzwolle, rot, gelb oder grün *braune Filzwolle für den Stiel* eine kleine Filzplatte in Grün für das Blatt* ein Stück  Kernseife * ein Handtuch * eine Schüssel warmes Wasser * Nadel (sehr lang) und braunen Faden

apfelfilzen3

1. Den Kern des Apfels bildet die naturbelassene Rohwolle. Sie ist günstiger im Preis als die gefärbte Filzwolle oder Märchenwolle. Ein Strang dieser Wolle wird im ersten Schritt ein wenig auseinander gezupft und zu einem Ball aufgerollt.

2. Um den weißen Rohwollball werden jetzt (möglichst straff) Stränge von farbiger Wolle gelegt. Nimmt man mehrere Farben oder melierte Wolle wirkt der Farbverlauf besonders natürlich.

3. Der Ball wird nun in die Schüssel mit warmen Wasser getaucht. Es fängt an zu blubbern, Blasen steigen nach oben, die Luft in dem Ball entweicht. Sind keine Blasen mehr zu sehen, wird der Ball herausgenommen und ganz sanft ausgedrückt. Jetzt werden die Hände eingeseift und das eigentliche Filzen beginnt.

4. Vorsichtigt wird die Wolle glatt gestrichen, von einer Hand zu anderen Hand gereicht, leicht gedrückt, gestreichelt, umfasst und gerieben. Erst ganz sanft, dann langsam mit mehr mit Druck. Immer wieder dabei die wollige Kugel befeuchten und die Hände einseifen.

5. Hat sich die Wolle verschoben, so dass noch weiße Stellen zu sehen sind, oder haben sich Falten oder Knubbel gebildet, so kann man jetzt noch einen kleinen Strang farbige Wolle auseinanderziehen und erneut um den Ball legen. Wieder vorsichtig und langsam in den Händen kneten und streicheln und dann das Tempo und die Intensität steigern.

6. Hat sich alles gut miteinander verbunden, kann man nun den Ball mit Druck auf der Handfläche über das Handtuch kreisen lassen. Der Ball schrumpft dadurch ein wenig ein und nimmt an Festigkeit zu.

7. Die einzelnen Arbeitschritte brauchen Geduld, aber am Ende hält man einen festen und gut verfilzten Ball in der Hand. Dieser wird jetzt mit klaren Wasser ausgewaschen,  so dass keine Seifenrückstände zurückbleiben. Man kann auch einen Schuß Essig ins Wasser geben, um die Seife zu neutralisieren. Den Ball vorsichtig ausdrücken und trocknen lassen.

8. Aus einem Strang brauner Filzwolle wird der Stiel des Apfels gefilzt. Die Wolle und die Hände befeuchten und einseifen, und erst vorsichtig, dann mit Druck gleichmässig über das Handtuch rollen lassen (wie man eine Schlange aus Knete oder Teig rollen würde). Hat sich alles gut verfilzt, kann der Stiel abgewaschen werden.

9. Aus einem Stück grünem Filz ein Blatt ausschneiden. Den Stiel auf die gewünschte Länge kürzen.

10. Noch hat der Ball keine Apfelform. Diese kommt erst mit dem letzten Schritt. Mit einer (über-)langen Nadel und braunen Garn wird der Stiel und das Blatt angenäht, in dem immer von oben durch den ganzen Apfel durch nach unten gestochen wird. Das ist (je nachdem wie fest der Apfel gefilzt wurde) leider ein wenig mühsam. Außerdem muss man darauf achten, den Faden immer möglichst fest zu ziehen, während man einige Stiche von oben nach unten und umgekehrt durch den Apfel durchführt, damit die Form schön herausgearbeitet wird. Der letzte Stich endet auf der unteren Seite, wo man mit ein einigen Stichen noch den Blütenansatz andeuten kann.

gefilzteäpfel

Viel Freude beim Filzen!

Wenn noch etwas unklar ist, bitte einfach Fragen 😉

Liebe Grüße ♥

Leni

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