Sankt Martin (mit Weckmannrezept)

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Wir feiern diese Woche Sankt Martin, mit all seinen Traditionen und Ritualen. Die übrigens hier im Rheinland doch ein wenig anders sind als im übrigen Teil der Republik. Nirgendwo sonst findet man Martinsvereine und Komitees, die die Martinszüge mit Fackeln und Laternen und einem Sankt Martin auf dem Pferd in jedem Stadtteil und jedem Dorf organisieren (im Rheinland nehmen wir Traditionen sehr ernst ;-)). Sogar eigene, kölsche Martinslieder haben wir hier. Der Martinszug endet schließlich an einem großen Feuer, an dem die „Mantelteilung“ nachgespielt wird. Dann gibt es für alle Kinder Weckmänner. Später ziehen die Kinder noch mit ihren Laternen von Haus zu Haus und singen Martinslieder gegen Süßigkeiten (das „Schnörzen“ oder „Gribschen“).

Ich kann mich noch erinnern, als ich mit meinem dritten Kind in der Rückbildungsgymnastik war (das erste Mal überhaupt, ähem) . Es war Anfang November und alle Frauen bastelten im Kurs Martinslaternen (anstatt Übungen zumachen). Unsere Kinder waren gerade mal sechs Monate alt und all diese frisch gebackenen Mütter wollten unbedingt Laternen basteln, um mit ihren Kindern mit auf den Zug zugehen. Mittlerweile ist es mein 7. Zugjahr, und weitere 7 werden noch folgen (ab der weiterführenden Schule gehen die Kinder eigentlich nicht mehr mit). Wir haben Züge erlebt, an denen es plötzlich zu regnen anfing und alle Eltern ihre mitgebrachten Plastiktüten auspackten und um die Laterne banden – nur wir nicht. Ich hatte nicht an eine Plastiktüte gedacht (geschweige denn das wir durchsichtige Tüten hätten) und unsere Laterne war innerhalb von Minuten ein matschiger Papphaufen (mit weinendem Kind daneben). Oder einen Zug ohne Kapelle (es war wie ein Totenmarsch). Und einen  Zug mit betrunkenen Sankt Martin. Aber ach, Martinszüge sind einfach irgendwie heimelig und erinnern mich an meine Kindheit.

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Was auch auf keinen Fall fehlen darf: Weckmänner! Man kann sie schon ab Mitte Oktober in jeder Bäckerei kaufen oder aber selbst backen (auch wenn ich zugeben muss, dass die Bäckereiweckmänner bei einem Schönheitswettbewerb besser abschneiden würden).

 

Für die Weckmänner nehme ich ein Hefeteig. Das Grundrezept ergibt so in etwa 5 große Weckmänner (oder 7 kleine). Man braucht:

  • 500 gr Mehl
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 80 gr Zucker
  • 300 ml warme Milch
  • 100 weiche Butter
  • 2 Eier
  • Prise Salz
  • abgeriebene Zitrone
  • 1 EL Vanillezucker
  • Eigelb oder geschmolzene Butter zum Bestreichen

So geht´s:

Den Würfel Hefe in die warme Milch bröckeln. Mehl und Zucker in einer Schüssel geben und eine Mulde drücken. Hefe und Milch in die Mulde geben und ein paar Minuten stehen lassen. Dann die Eier, Butter und die Prise Salz dazu geben und verkneten. Abgedeckt 30 Minuten gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Und dann kann es losgehen. Wir haben eine kleinen Männchen-Ausstecher, man kann die Männchen aber auch freihändig gestalten. Traditionell bekommen sie noch Rosinenaugen (und Knöpfe) und natürlich die Tonpfeife. Bevor sie bei ca. 180 Grad Umluft (vorgeheizt) in den Ofen kommen, kann man sie noch mit Butter oder Eigelb einpinseln (dann werden sie schön braun).

 

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Feiert Ihr Sankt Martin? Und wen ja, wie?

Ich wünsche Euch einen schönen Dienstag und eine schöne Martinswoche!

 

Liebe Grüße

Leni

 

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Le monde de Kitchi

 

2 Gedanken zu “Sankt Martin (mit Weckmannrezept)

  1. Herrlich! Was musste ich grinsen über die Beschreibung deiner Umzüge, ich habe das alles ganz ähnlich erlebt.
    Auch wenn wir nun nicht mehr mit den Umzügen gehen, feiern wir immer St. Martin.Wir haben dieses Jahr schon eine Laterne gebastelt – so eher im „Erwachsenen-Style“. Alle Lichter werden angemacht, wir singen und es gibt besonders leckeres Essen – meist zum ersten Mal in der Saison mit Rotkraut und Klößen.
    Liebe Grüße und viel Freude zum Martinstag

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